Lac d’Annecy Massaker: Noch einer starb an jenem Tag!

9. Juli 2014

Im September werden zwei Jahre vergangen sein, ohne daß der rätselhafte Massenmord bei Chevaline, Haute Savoie, aufgeklärt werden konnte. Es gab stets nur Spuren, Theorien, die im Nichts verliefen…

Bei den Tätertheorien und  Tatmotiven gab es den lokalen, irren Waffennarren aus ddem Wald, die alte Saddam Hussein Connection aus dem Irak, den Erbschaftsstreit zwischen den beiden al-Hilli-Brüdern, die geheimnisvolle Industriespionage wegen französischem Kernkraft-knowhow zu Gunsten des Iran, die radikalislamischen Web-Aktivitäten von Saad al Hilli und den gewalttätigen Sohn der ebenfalls getöteten Schwiegermutter aus Schweden mit irakischen Wurzeln. Dazu die Alternative, dass der ermordete Radfahrer Sylvain Mollier das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen sei und die al-Hilli-Familie nur “Kollateralschäden”.Alles Nieten gewesen seien?

Doch jetzt kommt ein neues und wie es scheint privates Detail ans Tageslicht: Iqbal al-Hilli, die ermordetet Ehefrau und Zahnärztin aus Schweden, hatte eine private Vorgeschichte in den USA!

Die schwedische Frau mit irakischen Wurzeln war mit einem “nicht standesgemäßen” Öl-Arbeiter in den USA, dem mehr als zehn Jahre älteren Jim Thompson, verheiratet, als sie vor ihrer Ehe mit Saad al-Hilli in den USA lebte.

Dies soll eine Scheinehe gewesen sein, mit dem Ziel eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Green-Card für die Frau zu bekommen. Dieser Mann war mehrmals zuvor verheiratet, hatte drei Kinder und passte so gar nicht zu ihr. Seiner Tochter zufolge hatten die beiden keine eheliche Beziehung, aber er bekam von ihr ein Motorrad für seine Dienste.

Vor ihrer Familie in Schweden hätte Iqbal die Ehe geheim gehalten und die beiden hätten sich im folgenden Jahr getrennt.

Bis hierher nur eine private Episode, aber jetzt kommt’s:

Iqbal ging aus den USA nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, traf dort Saad al-Hilli und die beiden heirateten im Folgejahr in Großbritannien.

Jetzts kommt’s aber noch ärger:
Ihr verschwiegener Ex- Jim Thompson starb am selben Tag des Lac-d’Annecy-Massakers in den USA angeblich an einem Herzinfarkt?

Dessen Kinder glauben jedoch eher an einen Giftmord…

Nebenbei wurde bekannt, dass die Franzosen einen angeblichen Irakischen Killer verhaftet hatten, der herum tönte, daß ihm 100.000 Euros dafür angeboten worden seien, eine durch Frankreich reisende irakische Familie zu töten.

Der Mann wurde nach drei Tagen Mangels Beweisen frei gelassen…


Ein Sohn des katalanischen Mafia-Clans verschiebt 55 Millionen Euro in Steuerparadiese.

4. Juli 2014

Gegen Jordi-Pujol Ferrusola ist sein kleiner Bruder Oriol ein ganz kleiner Fisch! Wie EL MUNDO berichtete, wird gegen ihn durch das Finanzamt und die Einheit für Wirtschafts- und Steuervergehen ermittelt, weil er 55 Millionen Euro zwischen den Steuerparadiesen Schweiz, Luxembourg, Andorra und Liechtenstein hin- und her bewegt haben soll.

Auf seinem laufenden Konto in Spanien hat er nur 12,2 Mio Euro!

Wie in früheren Verfahren bekannt wurde, war er der persönliche Geldbote für Zahlungen an seinen gleichnamigen Vater, den Meister Yoda des verbalen katalanischen CiU-Independentismus ;-)

Zusammen mit Oriol und seinen Eltern soll er in der Schweiz über 137 Millionen unbekannter Herkunft verfügt haben, angeblich illegale Provisionszahlungen an den Dauerpräsidenten, der zwei Jahrzehnte lang Katalonien beherrschte (und ausplünderte?).

Nach Ansicht des Untersuchungsrichters sollen die vagen Begründungen der Geldtransfers wie “Juristische-, Buchhaltungs- und Beratungsdienstleistungen” auf Geldwäsche hinweisen. Er ist mit den betroffenen Schweizer Banken in Kontakt und will weitere Auskünfte zu diesen Vorgängen.

Wer raubt die Katalanen aus?

Spanien?

Wohl kaum!

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http://www.elmundo.es/cataluna/2014/07/03/53b49225e2704eb8458b4590.html


Ermittlungen gegen katalanische Familienmafia!

3. Juli 2014

In Katalonien läuft seit längerem ein Ermittlungsverfahren gegen den “Kronprinzen”, den einzigen direkt in die Politik gegangenen der Söhne des ehemaligen Langzeit-Präsidenten der Generalitat , des ewigen Jordi Pujol, des Meister Yoda des politischen CiU-Katalanismus (Besser, du dich nicht lassen erwischen hättest, Dummkopf!)

Diesem Sohn, Oriol Pujol i Ferrusola, wird von den Steuer- und Ermittlungsbehörden vorgeworfen mit der gesteuerten Vergabe von Lizenzen für neu einzurichtende TÜV-Prüfstellen in Katalonien abkassiert zu haben. Seine politischen Ämter ruhen derzeit, sein Abgeordneten-Mandat der CiU hat er jedoch behalten. Er beteuert (natürlich) seine totale Unschuld und fühlt sich wegen seines Namens politisch verfolgt, obwohl die Partei “seiner Familie”, die CiU an der Macht ist und die Autonomie – mehr schlecht als recht – regiert….

Gegen Oriol zu ermitteln, der wohl nichts ohne die massive Protektion und den Namen seines Vaters geworden wäre, ist ungefähr so einfach in Katalonien, wie wenn im Vatikan ein einfacher Priester Ermittlungen gegen den Sohn Gottes führen müsste…

Eine “Ex” des Sohnes hat den Ermittlern erzählt, dass sie einst mit ihm zusammen große Bargeldsummen in die nahe Steueroase Andorra gebracht hätte.

Jetzt haben die Steuerbehörden und das oberste Gericht Kataloniens die Art und Weise der Verschleierung von Zahlungen an Oriol Pujol ermittelt und zwar über einen Zeitraum von 2007 bis 2012 und damit lange über den die Ermittlungen auslösenden Fall ITV (=TÜV) hinaus! Möglicherweise sind sie so auf die technische Abwicklung der Korruption gestossen?

So lief das “Geschäft”:
Oriol Pujols Jugendfreund Sergi Alsina nahm über seine  Firma Alta Partners Gelder für Pujol an. Pujols Frau Anna Vidal berechnete mit zwei eigenen Firmen niemals erbrachte Phantasieleistungen ohne reale Grundlage an Alsinas Firma Alta Partners. Die Ermittler konnten keinerlei Spuren einer Geschäftstätigkeit zwischen Vidal und Alsina, keinen Brief, keine email, keinen Anruf feststellen. In Einzelfällen dienten die geforderten Beträge offenbar der Kapitalerhöhung von Vidals Firmen? Die berechneten Leistungen wurden in Wirklichkeit von ganz anderen Firmen erbracht. Anna Vidals Rechnungen liefen parallel zu den Rechnungen der Firmen welche die Leistungen wirklich erbrachten.Die “Umsätze” sollen von anfänglich 46.400 € von Jahr zu Jahr gestiegen sein, am Ende auf das 1.291-fache, den zwölf-fachen Betrag also!

Vermutlich gibt es weitere Fälle dieser Art? Durch den Fall ITV und seine regulären Einkünfte aus verschiedenen politischen Ämtern alleine wären die Vermögensverhältnisse Oriol Pujol i Ferrusolas so nicht darstellbar…

http://ccaa.elpais.com/ccaa/2014/07/02/catalunya/1404330064_414024.html


400 russische Marinesoldaten in Frankreich? Hollandes stiller, zäher Kampf gegen Obama!

2. Juli 2014

Die ausufernde Sanktionitis gegen Russland wegen des US-Putsches in der Ukraine und dessen unvorhersehbaren Folgen auf der Krim, haben als Kollateralschaden zu Spannungen zwischen den Verbündeten Frankreich und USA geführt.

Bekanntlich hat Frankreich mit Russland einen 1,2 Miliarden-Deal laufen über die Lieferung zweier Hubschrauberträger des Typs Mistral an den Leibhaftigen Putin.

Die USA haben auf allen Kanälen davor gewarnt, doch der von Umfragen und der französischen Wirtschaftskrise gezeichnete Präsident Hollande stellt sich taub für Obamas dringliche Bitten!

Das erste Schiff, die “Wladiwostok”, soll bereits im Oktober ausgeliefert werden und deshalb steht jetzt die Ausbildung der russischen Marinesoldaten an dem neuen Gerät an.

Während die NATO und deren offenbar “durchgeknallter” Generalsekretär und Krawalldäne AFR, Russland in den grellsten Tönen als den neuen “alten Feind” dämonisieren, werden am kommenden Montag, den 7. Juli rund 400 russische Marinesoldaten auf der “Les Chantiers de l’Atlantique” Werft in Saint-Nazaire erwartet. Militärische Ehren dürfen sie wohl nicht erwarten? Reizvoller Gedanke: Ob Merkel wohl käme, würde Hollande sie dazu einladen?

Das sind die Fakten! Frankreich will den Ruf seiner Rüstungsindustrie bei deren Kunden nicht durch “Unzuverlässigkeit” gefährden. Wenn das Land abgeschlossene Verträge, die meist eine mehrjährige Laufzeit haben, nicht einhalten kann oder will, dann hätte die französische Rüstungsindustrie ein Problem…

Die Hubschrauberträger des Typs Mistral haben militärisch eher einen limitierten, aber offensiven Charakter, sind sie doch für eine kleine, überschaubare Landungsoperation an irgendeinem Strand optimiert. Mit ihren 16 Hubschraubern, 13 Panzern, 100 Fahrzeugen und 450 Marineinfantristen könnte der böse Russe vielleicht gerade mal die Nordseeinseln Helgoland oder Norderney erobern?

Wie es der Zufall(?) will, haben die USA gerade der französischen Bank BNP PARIBAS eine Milliardenstrafe von knapp 9 Milliarden US-Dollar oktroiert! Da könnte man doch bei Wohlverhalten der Franzosen, bzw. des starrköpfigen Hollande, diese Strafe großzügigerweise etwas reduzieren?

Sagt Obama etwa (rein virtuell natürlich) zu Hollande: “Wenn du den 1,2 Milliarden-Deal mit Putin cancelst, dann darfst du die 1,2 Milliarden von der Bankenstrafe abziehen!”

Die BNP PARIBAS hatte, wie andere Banken auch, Sanktionen gegen Cuba, den Iran und den Sudan nicht eingehalten.

Gegen die französischen Banken SOCIETE GENERALE und CREDIT AGRICOLE wird derzeit noch wegen ähnlicher Vorwürfe ermittelt. Da bleibt Obama noch reichlich Spielraum nach oben für weitere willkürliche Milliardenstrafen…

Freuen wir uns doch alle auf TTIP (Ironie aus!). Dann können nicht nur Staaten uns Milliardenstrafen auferlegen, sondern auch Privatfirmen im stillen Kämmerlein mit anonymen, dienstbaren Schöffen-Gerichten, denn Sanktionitis-Bestrafung ist die höchste Form des kapitalistischen Wirtschaftssystems mit gigantischen Gewinnmargen und vollkommen ohne Umweltverschmutzung wie noch beim gegenwärtigen Hit, dem dreckigen Fracking…


Kann die EU David Cameron mit dem TTIP-Abkommen halten?

30. Juni 2014

Meine Antwort auf diese rhetorische Frage lautet schlicht: “Ich denke nicht!”
Die unterschiedlichen Vorstellungen über die Richtung der EU gibt es nicht erst seit gestern. Im Grunde genommen existieren sie seit dem bedingten Beitritt der Briten. Charles de Gaulle sah das damals ganz klar. Die Deutschen haben sich damals schon durch gewurstelt, genau wie heute…

Die EU hat sich nach dem Prinzip des Wildwuchses entwickelt. Sie wucherte in alle Richtungen und wenn sie nicht auf Widerstand stieß, dann machte sie einfach weiter und das Erreichte galt dann als Ausgangspunkt für den nächsten Schritt.

Der Grundkonflikt zwischen einer Freihandelszone und einer politischen Einigung der EU zu einer Art supranationalem Staat wurde letztlich nie aufgelöst.

Der konservative David Cameron wird auch nur scheinbar durch die radikalere UKIP vor sich her getrieben, denn es gibt im UK beinahe so etwas wie einen parteiübergreifenden Konsens gegen eine weitere Vertiefung der EU.

David Cameron weiss genau, dass er nicht auf Dauer in der Art eines beleidigten Kindes mit dem Fuß stampfen und mit hochrotem Kopf mit Austritt drohen kann. Immer mehr seiner Kollegen rollen mit den Augen und sagen mehr oder weniger offen “na, dann geh’ doch endlich”!

Wenn man ihm also nicht unterstellt vollkommen bescheuert zu sein, dann verfolgt er mit seiner Attitude einzig und allein das Ziel, den Boden zu bereiten für die letzte große Herausforderung der EU, des TTIP-Abkommens mit den USA, bei dessen Zustandekommen sie sich letztlich selbst überflüssig machen würde.

Camerons augenblickliche Funktion ist das Erpressen maximaler neoliberaler Zugeständnisse von innen heraus im Hinblick auf TTIP. Glaubt eigentlich jemand ernsthaft, er macht diesen widerlichen Zirkus um Jean-Claude Juncker und dessen möglichen persönlichen Schwächen wegen der ihm unterstellten Trinkgewohnheiten? Apropos, wie steht’s eigentlich mit der Londoner Politiker-Kaste und dem Alkohol? Eben!

Obama beschwört wie zufällig, er sähe das UK lieber drin’ in der EU als draussen. Natürlich, in diesem einen Punkt stimme ich mit Obama sogar überein! Draussen wären Cameron oder dessen Nachfolger weitgehend unkontrollierbar und darum unkalkulierbar.

Aber wenn TTIP zu Stande kommt und unsere geheimen Unterhändler und die von niemand autorisierten Lobbyisten dafür sorgen, dass die US-Form des Kapitalismus, US-Recht und US-Sozial- und -Umweltstandards darin verankert werden, was zu befürchten ist, dann hätte die EU ihren Sinn verloren und könnte aufgelöst werden. Wir würden dann auf den Status nahezu rechtloser Kolonien der USA reduziert. Dann bräuchte es keinen UK-Premierminister diesseits des Ärmelkanals und schon gar nicht in Brüssel, wo dann die Lichter ausgehen würden.

Die scheinbar wie zufällig, aber nahezu parallel, entstehenden EU-feindlichen Parteien und Gruppen sind kein Zufall. Der “große Bruder” über dem Teich, der kein Bruder ist, sieht sie mit Wohlgefallen. Ob er sie auch finanziell fördert, das wissen wir derzeit nicht, werden es vielleicht irgendwann erfahren, wenn es keinen mehr interessiert? Wir wollen es hier also auch nicht behaupten.

Wenn man aber gleichzeitig in NATO-Kreisen durch den verrückten Dänen AFR streuen lässt, dass Fracking-Gegner von Putin instrumentalisiert und womöglich finanziert und gesteuert würden, dann drückt sich darin womöglich nur der “American-Way-Of-Politics” aus, der vom eigenen Handeln ausgehend, der anderen Seite die gleichen üblen Machenschaften unterstellt?

“Für’s Grobe”, also gegen Russen und Chinesen, gibt es ja noch die NATO. Für die Wirtschaft gibt es dann TTIP. Was braucht man mehr um Europa zu regieren?

Wie lange aber in einem Europa ohne EU Frieden herrschen würde, darauf möchte ich lieber nicht wetten…


USA: Privatisierung des Polizeiterrors?

29. Juni 2014

SWAT-Teams, das heisst Ausführende von “Speziellen Waffen und Taktiken” sind paramilitärische Polizeieinheiten, die in den Bundesstaaten der USA auf Bundesstaats- und County-Ebene wie Pilze aus dem Boden schießen.

SWAT-Teams seien für ihren Rekord von ungerechtfertigter Gewalt bekannt, der sich häufig gegen Nicht-Weisse und Arme in deren eigenen Wohnungen richte.

In Massachusetts haben mit vom Steuerzahler finanzierten Polizisten und Sheriffs gebildete SWAT-Teams argumentiert, sie unterstünden nicht der öffentlichen Kontrolle der Gesellschaft, müssten sich nicht für ihre Untaten rechtfertigen, seien sie doch privatwirtschaftliche Unternehmen.

Viele dieser SWAT-Teams in Massachusetts wurden nämlich nicht von Städten und Gemeinden ins Leben gerufen, sondern von sogenannten “Law Enforcement Councils”, LEC’s. Zu diesen gehören laut der ACLU* 240 / 351, oder 68% der SWAT-Teams des Staates Massachusetts. Einige von ihnen sind sogar mit der Steuerbegünstigungs-Klausel 501(c)(3) ausgestattet, was bedeutet, dass Spenden an diese Teams vom Spender mit dessen Steuerschuld verrechnet werden können.

Auch dieser Umstand wird von ihnen als Beweis dafür angeführt, dass sie der Öffentlichkeit, der Gesellschaft gegenüber, nicht Rechenschaftspflichtig seien.

Die ACLU ist zunehmend besorgt von der Militarisierung der Polizei. Auf ihre entsprechenden Anfragen wurden Antworten verweigert mit der Begründung, man unterstünde als privatwirtschaftliche Unternehmungen nicht der öffentlichen Kontrolle durch die Bürger.

Die Ausrüstung mit automatischen Waffen, militärischer Kampfausrüstung und Bekleidung sowie ihre militärischen Kommando-Taktiken machten aus Gemeinden Kriegszonen. Sie hätten einen hässlichen Rekord von Brutalität und exzessiver Gewalt und zahlreichen Toten.

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*(ACLU = Amercian Civil Liberties Union)

http://www.commondreams.org/headline/2014/06/27-1


Moschee, statt Sagrada Familia, künftig dominantes Wahrzeichen Barcelonas?

25. Juni 2014

Die Unvollendete Sagrada Família des katalanischen Architektur-Genies Antoni Gaudí im östlichen Teil Barcelonas gilt mit ihren 170m hohen Türmen (bisher noch) als Wahrzeichen der Katalanen-Metropole. Dies könnte sich künftig ändern.

Nur fünf Häuserkarrees in südöstlicher Richtung entfernt harrt ein anderes Monument der spanischen Geschichte dieser Stadt seinem ungewissen Schicksal, die Plaza de toros Monumental, eine gewaltige Stierkampfarena im späten Jugendstil mit arabisierenden Einflüssen, die die Fläche eines ganzen Häuserblocks einnimmt. Sie stammt aus dem Jahre 1914 und diente bis 2011 ihrem Zweck, der rituellen Stierquälerei ein zuhause zu geben. Die Stierquälerei ist in Katalonien schon seit 2010 gesetzlich verboten. Die Monumental hatte damit ihren Sinn verloren.

Sie befindet sich heute im Privatbesitz einer Familie und die Riesenfläche inmitten Barcelonas ist eine Menge Geld wert. Dieser Wert verfielfacht sich jedoch in dem Moment, wo irrationale, spirituelle Werte ins Spiel kommen, wie dies jetzt offenbar in Barcelona geschehen ist?

Artikeln in der LA VANGUARDIA, EL MUNDO und 20 MINUTOS zu Folge soll der Emir von Katar, Tamim bin Hamad al Zani dazu bereit sein, dieses Karrée für 2,2 Milliarden Euro zu kaufen um darauf die drittgrößte Moschee der Welt, nach Mekka und Medina, zu bauen. Die Eigentümerfamilie Balañá reibe sich bereits erwartungsfreudig die Hände und nur das städtische OK fehle noch. Wo so viel Geld im Spiel ist, sollte dies in den Strukturen einer Stadtverwaltung wie Barcelona kein unüberwindbares Hindernis darstellen? Die Eigentümer lehnen derzeit jeden Kommentar zum Thema ab.

Um 2020 herum soll die größte Moschee Europas dann bis zu 40.000 Muslimen ALLER Glaubensrichtungen zum Gebet zur Verfügung stehen und ihr Minaret überrage mit geplanten 300m Höhe die Türme der Sagrada Familia fast um das Doppelte!  Der Komplex soll eine Koranschule für 300 Studenten und Museen, Cafés und eine Dauerausstellung zur muslimischen Geschichte Andalusiens beinhalten.

Während der Bauphase sollen damit 4.000 Arbeitsplätze garantiert werden. Der Komplex soll durch eine deutsche Firma als Generalunternehmer errichtet werden. Die katalanische Politik hat den Geruch von Geld aufgenommen und hält sich zurück, bis auf die konservative PP, die das Projekt ablehnt. Katar Airways ist bereits Hauptsponsor des Fußballclubs FC Barcelona. Die Kontakte der regierenden katalanischen CiU zu den Kataris gelten als gut.

Barcelona sei die letzte der großen Städte Spaniens, in der es noch keine Moschee gäbe in denen Muslime in Würde beten könnten, anstatt sich in Hinterhöfen und kommerziellen Gebäuden verstecken zu müssen.

Zur Realisierung dieser Pläne sei Katar als Strohmann benötigt worden, obwohl dahinter Geld aus dem wahabistischen Saudi Arabien stehe. Frühere Pläne von 2004 seien damals an der Nichtakzeptanz des Geldgebers Saudi Arabien gescheitert.

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Achtung: Nicht auszuschließen scheint für mich, dass die Superlativen dieses geplanten Mega-Projektes teils mit einem derzeit laufenden ähnlichen Komplex der deutschen Firma in Algerien vermischt werden? Sollte dies der Fall sein, muss man sich fragen, ob dies aus Schlamperei oder politischem Kalkül geschah?