
Obwohl es immer wieder von dem Nabucco-Konsortium bestritten wird, sehen Experten eine sinnvolle, wirtschaftliche Auslastung der Nabucco-Pipeline erst mit Einspeisung von iranischem Erdgas als gegeben an. Der Iran räumte nun erstmals vertrauliche Gespräche, oder Verhandlungen(?), mit Europäischen Abnehmern ein. Auch aus dem Nordirak wäre eine Einspeisung kurdischen Erdgases möglich. Sollten diese Verhandlungen zu einem positiven Abschluss gebracht werden, dann hätte Nabucco einen großen Schritt zu einer gesunden wirtschaftlichen Basis getan. Europa hätte als Abnehmer seine einseitige Abhängigkeit von Russland durch eine Abhängigkeit von den zentralasiatischen Staaten, dem Iran und dem Irak und natürlich der Türkei ersetzt. Die Verlässlichkeit dieser neuen Partner muss sich dann in der Zukunft erst noch erweisen. Schließlich zählen die Erdgas-Quellen und die Transitrouten zu den gefährlichsten Gebieten der Welt. Immerhin hat Russland, Vertrags getreu seit dem Ende der sechziger Jahre, mitten im Kalten Krieg, seine Verpflichtungen erfüllt, bis zuletzt die Ukraine und teilweise auch Polen – ermutigt durch die selbstlosen USA – Störungen im Gas-Zufluss verursachten. Diese Störungen wurden von unseren stramm ausgerichteten Konzern-Medien hauptsächlich nicht den Verursachern, sondern Russland angedichtet, analog zur Schuldfrage im Kaukasus-Konflikt mit Georgien.
Was würde nun eine “drohende” Lieferung iranischen Erdgases an die Europäer für Folgen haben für den Iran? Es könnte das iranische Regime stabilisieren? Es würde aus Sicht der USA zunächst dem Mantra-mäßig geforderten Embargo zuwiderlaufen und die zweitgrößten bekannten Erdgas-Reserven der Welt ihrer Kontrolle und (vermutlich auch) dem Dollar-Kreislauf entziehen. Es würde wohl auch Israel nicht besänftigen bei seinen Bemühungen den Iran militärisch anzugreifen. Ein folgender Regime-Change, ein Austausch von iranischen Politikern gegen Marionetten vom Schlage eines Hamid Karzai, könnte eine Entwicklung verhindern, die den USA so sicher nicht gefällt? In diesem Sinne ist die Lage für den Iran sicher nicht sicherer geworden. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass die Realisierung von Nabucco noch Jahre dauern wird und solange dürfte Israel mit Sicherheit nicht still halten?
Die Nabucco Gesellschaft selbst sieht folgenden Zeitplan:
The first construction phase, starting in 2011, will cover the planned route between Ankara and Baumgarten, corresponding to the construction of approximately 2,000 km of pipeline. After this phase, the existing pipeline facilities between the Turkish / Georgian and Iranian borders could be used for an interim period of 2 years, in order to link the new pipeline to the Turkish borders. This will enable the project to start operation and marketing of the pipeline to start in 2014 with an initial pipeline capacity up to 8 bcm, while the construction of the rest of the pipeline will be finished in parallel.
The second construction phase will run from 2014 until end 2015 and will consist of the construction of the remaining section between the Turkish border to Georgia resp. Iran and Ankara.
A following construction step II will consist of installation of further compression stations at key points of the pipeline in order to continuously increase the pipeline capacity up to 31 bcm/y.
Für diese letzte Konstruktions-Phase II wird zwar kein Zeitraum angegeben, aber es darf wohl vermutet werden, dass vor 2018 bis 2020 die Maximal-Kapazität von 31 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, technisch nicht geliefert werden kann?
Verfasst von almabu 




