Nachdem die Bewegung des 15-M den Platz Puerta del Sol geräumt und ihre Aktivitäten auf zahllreiche Stadtteile und Nachbarschaften aufgesplittet hatte, kam es gestern in der Folge erstmals zu einer Demo, die nicht stattfand:
Zu einer kurzfristig einberufenenen Kundgebung an der Plaza Neptuno fanden sich laut EL PAÍS nur ein halbes Dutzend Demonstranten ein. Neben der Kurzfristigkeit der Ankündigung spielte hier die einschüchternde Haltung der Polizei eine Rolle, die in der Umgebung des Platzes Personenkontrollen mit Identitätsfeststellungen durchführte, die DNI speicherten und für den Fall des Überschreitens der Anzahl von 21 Versammelten harte Sanktionen und Strafen androhte. (Das muss wohl etwas mit dem Versammlungsrecht zu tun haben? Möglicherweise war die Demo nicht ordnungsgemäß angemeldet?) Der Zugang zum Platz war aber offen für den Verkehr. Es gab keine Absperrungen!
Die Organisatoren der Demonstrationen reagierten schnell auf die neue Lage und sagten die Kundgebung innerhalb weniger Minuten ab!
Die Gefahr, dass mit der Aufgabe des zentralen, permanenten Kundgebungsortes Puerta del Sol auch eine Zersplitterung der keinesfalls homogenen Demonstrationen einhergehen könnte, war immer eine reale!
Auch geht der Reiz der transparenten, weil basisdemokratisch ausgehandelten, Entscheidungsfindungen verloren.
Im Hintergrund hat zumindest die PSOE, die umstrittene Regierungspartei, längst Twitter-Kontakte zu den vermutlichen Führern der Bewegung 15-M hergestellt und lotet so dezent aus “was geht”, mit der Straße!
