Der Spruch des Tages:
Berlusconi-Berater Renato Brunetta: Wenn Deutschland sich der Zusammenlegung der Schulden der Euroländer weiterhin widersetze, werde es zum Störfaktor und müsse aufgefordert werden die Union* zu verlassen!
Aus dem FAZ-Artikel geht nicht hervor, ob Brunetta hier „nur“ die Währungsunion oder gleich die EU meint, die Deutschland im Weigerungsfall verlassen müsse.
Seine Vorstellung von der Zukunft:
Jedes Land legt selbst fest, welche Schuldzinsen es zu zahlen wünscht! Zum Erreichen dieses Zieles gäbe es „Hausaufgaben“ sowie volle Palette der Mittel und Möglichkeiten der EZB.
Ohne unbegrenzte Garantie der EZB für alle Staatsschulden und die gemeinsame Haftung aller Länder für die gesamten Staatsschulden habe die Währungsunion, der Euro keine Zukunft mehr.
Mit solchen Thesen wurde Renato Brunetta zum Star der italienischen Rechten und zum Stichwortgeber Berlusconis, der offenbar allen Ernstes wieder zu den Präsidentschaftswahlen 2013 antreten will. Na denn, Bunga, Bunga!


Sagt der Schwanz zum Hund: “Hau ab !”
Wenn der Hund versucht sich in den Schwanz zu beissen, so ist der Schwanz stets schneller!
PS: Aber schon interessant, womit man auf der Rechten im kommenden italienischen Wahlkampf 2013 punkten will!
Wir sollten nicht so lange warten und den Euro gleich verlassen. Das wäre besser für uns.
Was Deutschlands Zahlungen betrifft, wäre das bekanntlich keine Lösung! Inzwischen erzählt uns die Politik, ein Austritt käme uns teurer als ein “weiter so”! Aber man darf getrost davon ausgehen, dass uns in einem zweiten Schritt viele Märkte in der EU durch Zollschranken, bzw. Schutzzölle versperrt werden würden. Generell scheint mir ein zurück zur DM keine verlockende Variante. Wir sollten aber die EU in eine demokratischere Richtung weiterentwickeln, die es erlaubt die Ungleichheiten in der EU abzubauen, die Lasten nicht einseitig zu verteilen und den Euro wieder zu einer stabilen Währung zu machen.
Die Politk erzählt uns bekanntlich viel, wenn der Tag lang ist. Glauben sollte man um so weniger. Bezüglich Deutschlands Zahlungen kann ein Austritt durchaus eine Lösung sein – warum sollten wir für die Spielschulden der Banken zahlen? Mit dem Trennbankensystem ist das Problem schnell gelöst, und es trifft mit den Verursachern der Krise die Richtigen.
Zudem hat die EU auch vor dem Euro gut funktioniert – OHNE Zollschranken. Von daher sehe ich keinen triftigen Grund, warum sich das ändern sollte. Im Gegenteil: mit der Rückkehr zu nationalen Währungen kann jedes Land je nach Wirtschaftskraft auf- oder abwerten, so daß die jetzigen Probleme nicht mehr relevant sind.
Letztendlich sehe ich in der Rückkehr zu den nationalen Währungen nur Vorteile: man kann nicht mehr ein Land gegen andere ausspielen und erpressen, die Schuldenkrise ist nach isländischem Muster besser lösbar – es kommt also insgesamt der Demokratie nur zugute. Und auch daß die DMark aufwerten würde ist kein Manko – dafür würden Rohstoffe billiger. So what?
Ganz so einfach wird es nicht ablaufen! In all diesen Ländern steckt sehr viel deutsches Geld von Banken, Versicherungen, etc. als Kredite und Darlehen. Wenn diese Schulden nicht mehr bedient werden könnten, dann würden nicht nur anonyme Banken, sondern auch Lieschen Müller Geld verlieren, wenn z.B. ihre Lebensversicherung ihre Renditeversprechungen nicht einlösen kann oder gar überhaupt nicht zur Auszahlung kommt. Natürlich hat die EU vor dem Euro sehr gut funktioniert. Mit der Verrechnungseinheit ECU gab es quasi einen unsichtbaren Euro hinter den Kulissen. Aber das Projekt Europa wurde sechzig Jahre lang in Richtung EU gestaltet und entwickelt. Nach einem Scheitern des Euro muss erwartet werden, dass jedes Land versuchen wird die eigene Wirtschaft zu schützen und zu entwickeln. Da sind Zollschranken und Handelshemmnisse gewissermaßen ein Automatismus. Aber auch der Frieden in Europa wäre gefährdet! Wenn in einer solchen Krisensituation wie im Moment anstatt einer notwendigen Kurskorrektur, ein Bruch, ein Austritt und eine Rückabwicklung propagiert und angestrebt werden, also Dinge die in hohem Maße irrational und emotional sind, dann ist auch die Suche nach den Sündenböcken, den Schuldigen und dann sind auch Regressforderungen nicht weit entfernt. Frieden in Europa ist keinesfalls ein Automatismus…
Wir sollten als erstes die EU verlassen das spart enorme Kosten und würde die Bürger in Deutschland entlasten !
Die EU in Brüssel hat uns deutschen nur unendlich leid zu gefügt!
Lasst uns den Frieden sichern und die EU Geschichte sein !
Und ihr werdet sehn, uns wird es gut gehen während die anderen EU Inflationsländer nur dahin darben werden.
Und wir könnten voller Stolz sagen: “Wir haben die EU überlebt”
In einigen Jahren werden es die anderen Länder genauso sehn.
Das wäre keine Lösung! Wir sind – zum Glück – so miteinander verflochten, dass die Möglichkeit des Austritts aus dem Euro oder gar der EU eine theoretische ist! Ausserdem macht es keinen Sinn nach sechzig Jahren ein Projekt ganz abzublasen, bei dem eine Kurskorrektur, ein Richtungswechsel genügte.
Exacto! Es ist erstaunlich, wie viele Leute sich in D inzwischen die simple (im Sinne von “primitiv gedacht”) Lösung verkaufen lassen “Raus aus dem Euro, dann wird alles gut”. Wer das so postuliert, hat begonnen zu denken und noch rein gar nichts zu Ende gedacht. Kann ja noch kommen …
Einfach ist nichts – aber:
Beim Trennbankensystem sind Versicherungen, Kredite und Darlehen nicht das Problem, da dabei unterschieden wird zwischen realwirtschaftlich relevant bzw zur Casinowirtschaft gehörig. Ersteres wird notfalls gerettet, letzteres in den Pleiteorkus geschickt. Das ist immer noch weitaus billiger als die derzeitige unendliche Rettungspolitik zugunsten der Pleitebanken. Natürlich wird die eine oder andere Bank dabei in den Orkus wandern, aber da gehört sie dann eben auch hin. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, als Lender of last Resort die genze EU zu retten – und darauf wird es hinauslaufen. Das Friedensargument greift hier auch nicht, denn würde man dies gelten lassen, so hiesse dies, der Erpressung Tür und Tor zu öffnen. Den ECU mag man ja im Hintergrund gern behalten, aber ohne nationale Währungen und Rückübertragung der Geldschöpfung auf den Staat geht es schief – da werden wir auf Sicht mehr Kriegspotential haben als mit der DMark!
Dann machen Sie sich einfach jetzt darauf gefasst, dass es schief geht, Mephistopheles. Niemand glaubt im Ernst (und Sie auch nicht), dass Deutschland aus dem Euro austritt.
Danach gibt es genau zwei Möglichkeiten: Entweder Euro-Bonds (egal wie die dann heissen) und offizielle Haftungsvergemeinschaftung oder BUMM. Egal wie viel inoffzielle Schuldengemeinschaftung (Rettungsschirme, Kauf von Staatsanleihen durch die EZB …) noch folgt – die Märkte, die daran hervorragend verdienen, werden keine Ruhe geben.
Jetzt können Sie es sich aussuchen, den dritten Weg gibt es nicht, weil es ihn nicht gibt.
Mal abwarten – ich bin vielleicht nicht ganz so pessimistisch wie Sie, Uhupardo. Wenn alle Stricke reissen kann ich mir durchaus vorstellen, daß Deutschland den Euro verlässt – und nicht nur Deutschland, denn andere haben es ja bereits angedeutet, so z.B. Finnland.
Ich gehe davon aus, daß BUMM gerade dann kommt, wenn Eurobonds und Haftungsgemeinschaft eingeführt werden – da das Volk hierzulande auch nicht mehr lange mitspielt. Die Stimmung steigt und brodelt, und es ist ordentlich Druck im Pott. Allzuviel braucht es nicht mehr, bis hier der Deckel wegfliegt.
Die Märkte kann man auch bändigen: mit dem Trennbankensystem ist dies, wie bereits erwähnt, absolut kein Problem. Und genau dieses ist bereits immer lauter im Gespräch – sowohl hierzulande, als selbst bei einigen Göttern von Wallstreet und Londoner City. Alternativlos ist nur eines: daß wir uns die Alternativlosigkeit nicht länger aufschwatzen lassen!
Warum sollte das passieren? Weil Sie immer noch davon ausgehen, hier habe jemand Fehler gemacht, das ei etwas schief gelaufen und jetzt werde man versuchen, das irgendwie zu reparieren?
Da macht niemand Fehler, läuft alles, wie es soll. Reparatur ist gar nicht gefragt.
Wenn alles nach Plan liefe würden wohl kaum namhafte Persönlichkeiten aus Wallstreet und Londoner City inzwischen das Trennbankensystem propagieren.
Das ist zumidest richtiger als Ihre Aussage “Die Stimmung steigt und brodelt, und es ist ordentlich Druck im Pott. Allzuviel braucht es nicht mehr, bis hier der Deckel wegfliegt.” – Denn da “brodeln” ein paar Blogs, na fein. Gehen Sie mal raus auf die Strasse und suchen sich einen, der “brodelt” und/oder mehr zu sagen hat als “alles nicht so schön derzeit”, sich umdreht, mit den Schultern zuckt und RTL einschaltet, um das Halbfinale zu sehen.
Oh, ich habe da schon ganz andere Gespräche führen dürfen! Ich habe mit einer Menge Menschen gesprochen, die weit mehr zusagen hatten – und sehr viel deutlicher geworden sind. Ich denke, es bedarf nur noch des berühmten Fünkchens, und dann macht’s BUMM. Und ich gehe davon aus, daß es wieder in Mitteldeutschland losgehen wird.
Bekanntlich dauert es bei den Deutschen – im Gegensatz zu Franzosen, Griechen, Spaniern etc – immer etwas länger, bis sie in Wallung kommen. Aber wenn, dann gibt’s meistens Kleinholz. Nicht, daß ich scharf darauf wäre – ich hätte es auch gern anders gelöst. Allerdings bin ich da nicht besonders optimistisch….