Ölpest im Golf von Mexico: BP gesteht 14 Verbrechen und zahlt 4,6 Milliarden Dollar!

Zwei Jahre nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexico ist zwischen BP und der US-Regierung anscheinend eine finanzielle Vereinbarung zur Schadensregulierung in naher Sicht.

Der NEW YORK TIMES zufolge zahlt BP über die nächsten fünf Jahre insgesamt 4 Milliarden Dollar Strafe an die US-Regierung, von denen das Meiste an Umwelt-Organisationen ginge. Das Unternehmen erklärt sich in insgesamt 14 Punkten schuldig, u.a. für den Tod von 11 Menschen auf der Bohrplattform Deepwater Horizon. In diesem Zusammenhang müssen sich zwei BP-Angestellte vor Gericht verantworten.

Der US-Generalstaatsanwalt Eric H. Holder, wird dazu heute Nachmittag Ortszeit in New Orleans eine Pressekonferenz abhalten.

Diese Regelung würde aber nur die kriminellen, strafrechtlich relevanten Anklagepunkte abdecken. Eine ganze Reihe weiterer Klagen stehen an, darunter Zivilklagen und Klagen wegen Umweltschäden.

Die möglicherweise „teuerste“ Strafe,  wegen Verstosses gegen den „Clean Water Act“, ist ebenfalls durch die geplante Übereinkunft mit der US-Regierung nicht abgedeckt. Hier sind Strafen zwischen 1.100 und 4.300 Dollar pro Barrel Öl vorgesehen. Das alleine könnte Strafen von bis zu 21 Milliarden Dollar bedeuten!

Seit März laufen Verhandlungen zu außergerichtlichen Übereinkünften mit der betroffenen Fischereiindustrie und wegen gesundheitlicher Probleme von Anwohnern. Für diese rechnet BP mit einer zusätzlichen Belastung von ca. 7,8 Milliarden Dollar.

Trotz dieser enormen Summen scheint BP bemüht, dieses Thema endgültig zu schließen, da der Firmenwert und das Ansehen des Unternehmens beeinträchtigt seien.

BP hat Teile des Unternehmens veräussert um Rücklagen für die Entschädigungen und Strafen zu schaffen und macht seit dem dritten Quartal wieder Gewinne.

Der reale Schaden an Flora und Fauna im Golf, besonders evtl. Spätfolgen, kann durch diese finanziellen Regelungen natürlich nicht behoben werden…

 

NACHTRAG, AKTUALISIERUNG: 16.11.2012
Erneut ist eine Ölbohrplattform im Golf von Mexico explodiert, in Brand geraten und mittlerweile gesunken. Es gab Tote und Verletzte und durch die Anwesenheit eines Versorgungsschiffes auch viele, die sich glücklich an Bord retten konnten. Diese Plattform soll im Flachwasser gestanden haben und nicht von den Vorschriften, die nach dem PB-Desaster erlassen worden waren, betroffen gewesen sein! Siehe Kommentare!

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5 Antworten zu Ölpest im Golf von Mexico: BP gesteht 14 Verbrechen und zahlt 4,6 Milliarden Dollar!

  1. angelika sagt:

    Der reale Schaden an Flora und Fauna im Golf, besonders evtl. Spätfolgen, kann durch diese finanziellen Regelungen natürlich nicht behoben werden……..
    Zum Schluss sind es nur noch Dollars und Geschädigte. Die eigentliche Katastrophe ist die Wetterveränderungen auf der ganzen Welt durch die Veränderungen des Golfsstroms. Hurricane, Schneestürme, Regenfluten, Dürrezeiten usw……
    BP zahlt, verkauft einige Anteile um die Zahlungen zu gewährleisten und macht munter weiter, bis der nächste Unfall kommt. Die bessere Strafe wäre gewesen, BP die Betreibung ihrer Oelförderung zu untersagen.

    • almabu sagt:

      Dann hätten die von BP einfach umfirmiert und unter einem neuen Namen weitergemacht! In der Branche wird einfach zuviel Geld verdient um es beim ersten Gegenwind zu lassen…

  2. Tarek sagt:

    Wie ich letztens erfahren habe, soll BP auch in Niger sein Unwesen getrieben haben. Bei der Ölförderung im Niger-Delta soll der riesige Konzern geschlampt haben und etliche undichte Leitungen unbeachtet gelassen haben. Zwar trifft dies auch auf andere Konzerne zu, einschließlich von illegalen privaten Raffinerien zu, die Öl bei den großen Pipelines anzapfen, doch als ein so großer Ölförderkonzern hat man auf jeden Fall Pflicht als gutes Beispiel voran zu gehen.

    (Quelle: Handelsblatt)

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