USA fordern EU dazu auf den Ton gegenüber der Türkei zu mäßigen!

24. März 2017

Das US-State-Department hat offenbar keine Probleme mit Erdogans Rhetorik, seinen Nazi-Vergleichen, seinen Drohungen und seinem Demokratieverständnis und fördert nach wie vor die Annäherung der Türkei an Europa und die nordatlantische Gemeinschaft? Ein Diktator mehr, was soll’s? Immerhin gestehen Sie uns zumindest offiziell zu, daß ein EU-Beitritt Sache der EU sei. Aber klar ist auch, sie fordern BEIDE SEITEN im Streit Erdogan gegen den Rest der Welt dazu auf, den Ton zu mäßigen. Lesen Sie selbst…

Auszug aus einer Pressekonferenz des US-State-Departments von Gestern, 23. März 2017:

QUESTION: Turkey and EU – tension continues between the Turkey and EU. Does the Trump administration supports Turkey’s EU membership currently?
MR TONER: Look, I mean, Turkey is an ally, obviously, a strong partner, certainly, with respect to ISIL, and a friend. We support Turkey’s aspirations to engage with Europe. I’m not going to speak to what is an issue between Turkey and Europe, and the EU, rather, specifically. That’s for them to work out, but as much as Turkey wants to pursue that integration with the Euro-Atlantic community on an economic level, we’d encourage that.
QUESTION: And is —
QUESTION: Mark, I have a follow-up.
QUESTION: There is a report that Secretary Tillerson is —
MR TONER: You’re very good at follow-ups.
QUESTION: — going to Turkey on end of – end of March.
MR TONER: Yeah, nothing to announce. When we do, we will.
QUESTION: I have follow about – a follow-up on this. (Inaudible) and everything now. President of Turkey is threatening the European every day. Today, he accuse – he attacked Germany, Norway, Austria, Greece, Cyprus, every European country.
MR TONER: Yeah, I’m aware of —
QUESTION: No, no, no, one second.
MR TONER: Yeah, that’s okay. Go ahead.
QUESTION: Do you agree with his behavior?
MR TONER: I think what we’ve said about some of the back and forth that we’ve seen over the past couple of weeks – that we want to see everyone get along and to tone down the rhetoric.

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https://www.state.gov/r/pa/prs/dpb/2017/03/269062.htm


Sozialistischer Französischer Innenminister fördert Kinderarbeit in der eigenen Familie! Darf der das? NEIN: Ene, mene, muh, raus ist Bruno Le Roux..

21. März 2017

Ich war immer der Ansicht, daß sich die relativ geschlossene Kaste französischer Politiker, zum Teil schon seit Schul- und Studienzeiten, gut kennt und einigermaßen Bescheid darüber weiss, was der Andere so tut und treibt. Deswegen vermutete ich immer, daß die Fillon-Nummer der „Familienbeschäftigung auf Steuerzahlerkosten“ kein Einzelfall sei.

Jetzt explodierte die Bombe. Es war nur eine Frage der Zeit. Pikanterweise erwischte es den amtierenden Innenminister, den Sozialisten Bruno Le Roux.

Ihm wird vorgeworfen, seine beiden Töchter als Schülerinnen, bzw. Studentinnen schon ab dem zarten Alter von 15 Jahren als“Parlamentarische Mitarbeiterinnen“ in der Nationalversammlung mit insgesamt 14 + 10 = 24 Zeitverträgen während der Schul- und Semesterferien beschäftigt zu haben, wobei die beiden Damen 55.000 €uro zum Familieneinkommen beitrugen. Das Durchschnittsalter dieser Parlamentarischen Mitarbeiter/innen beträgt übrigens 40 Jahre…

Einer der Töchter soll dabei sogar das Kunststück gelungen sein gleichzeitig bei YVES ROCHER in Belgien und in Paris in der Nationalversammlung „gejobbt“ zu haben!

Bruno Le Roux, Innenminister, Sozialist und stolzer Vater, muss heute Mittag bei seinem Chef dem Premierminister Bernard Cazeneuve antreten und erklären, wie die das geschafft hat!

AKTUALISIERUNG: 12:45 Uhr!
Bruno Le Roux hat seinen Termin bei Cazenneuve gecancelt. Er wurde von diesem und dem Außenminister Ayrault in den letzten Stunden deutlich, aber ohne Namensnennung kritisiert und so indirekt dazu aufgefordert Konsequenzen zu ziehen. Sollte Le Roux schnell zurücktreten „müssen“, wäre der Ball wieder zu Fillon zurückgespielt ins Lager der Konservativen, der bisher ungerührt als Kandidat der Les Républicains weitermachen will trotz „Penelopegate“…

2. AKTUALISIERUNG: 20:15 Uhr!
Bruno Le Roux erklärt in einem TV-Interview seinen Rücktritt angeboten zu haben, der angenommen worden sei. Zum neuen Innenminister wurde von Premier Cazeneuve Matthias Fekl ernannt. Dieser französisch-deutsche Doppelstaatler der in Berlin aufgewachsen ist, hat die üblichen Schulen und Universitäten einer französischen Karriere durchlaufen wie, Normale Sup Lyon und Sciences Po Paris, danach die Ena. Er war zuletzt Staatsekretär für Aussenhandel und genoß anscheinend die wohlwollende Aufmerksamkeit von François Hollande?

Nun wurde Matthias Fekl also mit seinen 39 Jahren zum jüngsten Innenminister der V. Republik (des Nachkriegs-Frankreichs) und sicherlich auch zu dem mit der kürzesten Amtsdauer aller seiner Vorgänger im Amte, denn seine Zeit wird mit den Wahlen im Mai wohl unweigerlich abgelaufen sein? Einen „sozialistischen Sieg“ der PS zu sehen, dazu reicht schlicht meine Phantasie nicht aus!

Nach dem ersten TV-Wahlkampfauftritt der Präsidentschaftskandidaten erklärten im Abstand weniger Stunden mehrere nachrangige Mitglieder auf Staatssekretär- und Berater-Ebene der sozialistischen Regierung Cazeneuve des Präsidenten Hollande künftig Emmanuel Macron unterstützen zu wollen und mussten deshalb ihre Ämter niederlegen.


10 Millionen Franzosen sahen die erste Debatte der Präsidentschaftskandidaten in TV1 !

21. März 2017

Aller Präsidentschaftskandidaten? Nein! Die TV-Verantwortlichen luden nur die ersten Fünf, die Kandidaten der großen Parteien ein und die Sechs „Kleinen“ hatten ein Nachsehen. Sie waren im TV-OFF, sie existieren praktisch nicht! Soviel zur Chancengleichheit.

Die Debatte verlief ohne größere Überraschungen. Praktisch alle wollten sparen, viele, viele tausend Arbeitsplätze einsparen, aber natürlich nicht bei der inneren Sicherheit, der Polizei oder bei der Bildung. Sie wollten tausende Polizisten neu einstellen und tausende neue Lehrer noch dazu. Grundschulklassen sollten nicht mehr als 11 Schüler pro Lehrer haben.

Mit unterschiedlicher rhetorischer Verpackung sollte die 35-Stunden-Woche abgeschafft und die Wochenarbeitszeit – je nach politischem Standpunkt – „auf deutsches oder rumänisches Niveau“ angehoben werden!

Marine Le Pen sah im Nationalismus und im FRANXIT, dem französischem Ausstieg aus der EU und dem Euro, die Lösung aller Probleme, damit die in vielen Teilen der Wählerschaft allgemein vorherrschende Wirtschaftsfeindlichkeit bedienend. Sie warf dem Ex-Banker Macron, hinter dem keine Partei steht, vor ein Ex-Banker zu sein, hinter dem keine Partei stehe und dessen Wahlkampf aus unklaren Spenden von Banken, Energiewirtschaft, Finanzindustrie und geheimen Strukturen finanziert würde, denen er sich dadurch verpflichten würde.

Macron konterte mit dem „Putin-Kredit“ an die FN und beteuerte stolz darauf zu sein Banker gewesen zu sein!

Fillon wirkte routiniert aber keineswegs angeschlagen durch seinen Steuerzahler-finanzierten-Familien-Beschäftigungs-Skandal*. Er verkaufte sich relativ gut.

Mélenchon war rhetorisch gut, gewohnt klar und scharf ist aber chancenlos klein um eine Rolle spielen zu können in diesem Wahlkampf. Er erwähnte, daß den Franzosen durch Steuerflüchtlinge pro Jahr über 300 Milliarden €uro an Steuereinnahmen entgingen! Mehr Steuereinnahmen wäre nämlich die Alternative zu den Kürzungsorgien der Mitte-Rechts-Parteien!

Hamon von der PS wirkte irgendwie blaß und schwach? Die Linke schwächelte…

Professionelle Beobachter sahen ein Duell Le Pen und Macron als dominant und diese Beiden deswegen als Favoriten für den Einzug in die Zweite Runde, für die Stichwahl.

Eine Online-Umfrage des LE FIGARO mit 150.000 Teilnehmern ergab ein anderes Stimmungsbild. Die Teilnehmer sahen folgenden Sieger:

1.) 40% sahen François Fillon als Sieger der TV-Debatte.
2.) 24% sahen Emmanuel Macron vorne.
3.) 19% sahen Marine Le Pen als nächste Präsidentin.
4.) 13% sahen Jean-Luc Mélenchon gewinnen.
5.) 04% sahen Benoît Hamon, ja was, gewinnen?

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* Ich vermutete stets, daß Fillon mit dieser Praxis nicht alleine unterwegs war. Zum neuesten Hammer kommt ein eigener Beitrag!


Rechtsruck in Niederlanden nicht zu leugnen!

19. März 2017

In der Zweiten Kammer, dem Parlament,besitzen (buchstäblich im Wortsinn!) nach der Wahl vom vergangenen Mittwoch die Parteien des Rechten Spektrums 113 von 150 Sitzen, das sind 75% oder Drei von Vier Abgeordneten zählen jetzt zur Rechten!

Zusätzlich haben sich diese Rechten Parteien noch innerhalb ihres Blockes den populistischen Parolen eines Geert Wilders, PVV angenähert, das heisst, ihr Schwerpunkt hat sich innerhalb des Blockes auch noch weiter nach Rechts verschoben. Es ist nicht zu leugnen, die Niederlande sind nach Rechts gerückt, so weit, wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte!

In 1998 erzielte die Linke noch 75, die Hälfte aller Sitze im Parlament. 2012 waren es immerhin noch 71 Sitze, entsprechend 47%.

Interessanterweise wird die Wahl vom Mittwoch aber nicht in Links- oder Rechts-Kategorien gewertet, sondern in pro-europäisch und weltoffen gegen nationalistisch und europafeindlich. Volksparteien, die ein größeres Spektrum der Bevölkerung binden konnten, wurden abgelöst durch an Zielgruppen orientierten Klientel-Parteien. Dies wird gerade auch durch den 28(!) Parteien umfassenden Stimmzettel verdeutlicht!

Der neue Nationalismus richtet sich aber nicht so sehr nach Außen gegen die Nachbarländer, von einer allgemeinen EU-Feindlichkeit einmal abgesehen, sondern vorwiegend nach Innen, im Sinne von „wir bestimmen die Hausordnung“. Er ist allgemein gegen Migranten gerichtet und ist Zeichen der Ängste von Teilen der Bevölkerung, zumeist aus der Unterschicht vor sichtbaren Veränderungen in ihrer unmittelbaren Umgebung und im Land.

Dies zeigt sich besonders krass in Rotterdam-Süd, im Stadteil Feijenoord (Fußballern bekannt!) wo der „Wahlsieger“ Rutte mit seiner VVD mit 17% Wählerstimmen genau um 1 Prozent vor dem „Wahlverlierer“ Wilders und seiner PVV mit 16% Wählerstimmen liegt. DENK, die türkisch initiierte und gelenkte muslimische Migrantenpartei erreichte 8% aus dem Stand und lag damit 2% vor der gebeutelten PvdA, den Sozialdemokraten mit 6%, die hier in diesem Stadtviertel bei der letzten Wahl 2012 noch ein knappes Drittel der Stimmen bekam! Fragende Reporter bekamen hier die Standard-Antwort „alle Türken hätten für DENK gestimmt, ich auch“, während die Niederländer im Viertel, bis auf ein paar Hardcore-Sozis, ihre Stimmen im Wesentlichen zwischen Rutte und Wilders splitteten.

Dies war nur ein Beispiel von vielen. Es gibt viele ungelöste soziale Probleme bei unseren Nachbarn im Westen. Das schnelle Urteil nach der Wahl vom „Sieger Rutte und Verlierer Wilders“ greift eindeutig zu kurz, fürchte ich und eine Erdogan-gesteuerte Türkenpartei DENK wird gewiss auch noch von sich hören lassen?


Soziale Medien: Schrankenlos, böse, verantwortungslos, total enthemmt?

19. März 2017

Der geschilderte Fall ist von unglaublicher Banalität und Bösartigkeit zugleich. Da gibt es einen US-Journalisten, der 20 Jahre lang für die NYT schrieb und jetzt unten in Dallas, Texas lebt. Er trägt den deutsch klingenden Namen Kurt Eichenwald, der wie sehr viele deutsche Namen auch jüdisch sein könnte. Dieser Journalist hatte sich verschiedentlich negativ über den neu gewählten, aber sich noch nicht im Amt befindlichen US-Präsidenten Donald Trump geäussert, was irgend jemand als unbedingt strafwürdig empfand und handelte.

Der Journalist, mit über 300.000 Followern,  bekam im Dezember eine Twitter-Botschaft mit einem GIF-Anhang, der es in sich hatte. Es öffnete sich ein Stroboskopartiges Licht mit der Botschaft „Du hast eine Strafe verdient!“

Der Journalist stürzte mit einem epileptischen Anfall zu Boden und wurde nach unbestimmter Zeit von seiner Frau gefunden. Er hatte monatelange Taubheitsgefühle in der linken Hand und Artikulationsprobleme beim Sprechen. Er stellte Anzeige. Das FBI ermittelte.

Der Absender der Twitter-Nachricht hatte sich das bezeichnende alias @jew_goldstein zugelegt. Sein richtiger Name war John Rayne Rivello, ein 29-jähriger aus Maryland.

Die FBI-Ermittlungen brachten zu Tage, daß der Täter sein Opfer online ausgeforscht, dabei erfahren hatte daß dieser Epileptiker war und sich über die Auslöser für epileptische Anfälle informiert hatte. Er hatte auch schon eine „gefakete“ Todesanzeige des Reporters publiziert mit dem Todesdatum der Twitter-Botschaft.

Gegen Rivello wird vom FBI wegen Cyberstalking mit der Absicht der Tötung, bzw. der Körperverletzung ermittelt. Darauf könnten zehn Jahre Knast stehen! Der ganze planmäßige Ablauf, die Vorbereitungsphase mit Ausforschung des Reporters und seiner Krankheit lässt sich aus Rivellos PC lückenlos rekonstruieren.

Der Anwalt von Kurt Eichenwald sieht hier eine ganz neue Form des Stalkings. Während Stalking-Opfer bisher psychisch fertig gemacht werden sollten, was erst in zweiter Linie, also indirekt,  ebenfalls zu körperlichen Folgen wie Selbstmord führen konnte, aber nicht zwingend musste, greift hier der Täter direkt die körperliche Verfassung seines Opfers an, wie es zum Beispiel durch eine Briefbombe oder eine Schachtel vergifteter Pralinen geschähe!

Der Täter muss im Netz Spuren hinterlassen, mit seiner Tat geprahlt haben, denn Kurt Eichenwald hat vom ersten Vorfall im Dezember 2016 bis Heute bereits weitere 40 Twittermeldungen mit Stroboskop-Licht-GIFs erhalten…

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Wurde die Türkei in Syrien von den USA und Russland ausgebremst?

18. März 2017

Im schönen Antalya an der türkischen Mittelmeerküste fand am 7. und 8. März ein denkwürdiges Geheimtreffen mit Seltenheitswert statt. Unter großen Sicherheitsmaßnahmen und unter Geheimhaltung trafen sich die NATO-Partner, der türkische Generalstabschef Hulusi Akar und der Vorsitzende der Vereinigten Stabchefs der US-Streitkräfte General Joseph Dunford mit dem Generalstabschef der Russischen Streitkräfte General Valery Gerasimov.

Es stand vorher also Zwei zu Eins für die NATO und das Treffen fand auf türkischem Boden statt, da erwartet man vermutlich nicht den Kürzeren zu ziehen?

Es sollte um die Einnahme, bzw. die Rückeroberung der syrischen Stadt Raqqa von ISIL, bzw. DAESH gehen, unter der Bedingung bzw. Forderung der Türkei dabei die Zusammenarbeit mit dem kurdischen PKK-Ableger YPG zu beenden.

Es war eine ebenso seltene wie bizarre Situation: Ein NATO-Staat, die Türkei, breitet vor einem anderen NATO-Staat, den USA, in Anwesenheit des potentiellen Feindes der NATO, Russlands ,ihren Plan aus! Das Treffen, so hieß es in Ankara, sei unter Bedenken der USA letztlich nur auf Basis der persönlichen Freundschaft von Akar und Dunford zu Stande gekommen.

Der türkische Plan sah vor, daß die USA die YPG als Partner aufgeben sollten, die arabischen Elemente aus der SDF entfernen und den Rest mit der von der Türkei unterstützten FSA verbinden sollten. Dann würden diese mit der Unterstützung der türkischen und der US-Army Raqqa von ISIL befreien, der gemäßigten Opposition übergeben und dann an die neue, noch zu bildende, syrische Regierung abgeben.

Es konnte von Ankara nicht bestätigt werden, daß sich der Russe Gerasimov zu Akar wandte und diesem in freundlichem Ton erklärte, daß es vielleicht an der Zeit sei, daß sich die Türkei aus Syrien zurück zöge? Er hatte vielleicht erkannt, daß sich der Amerikaner Dunford nicht gerade enthusiastisch für den unter seiner Aufsicht seit Monaten entwickelten Plan einsetzte?

Die Türkei hatte ihre Syrien-Operation „Euphrat-Schild“ am 24. August 2016 begonnen als Unterstützung der FSA um ISIL von der türkischen Grenze weg zu bekommen und um zu verhindern daß die kurdische YPG in diesen leeren Raum vorstieße. Die Initiative kam damals nur fünf Wochen nach dem gescheiterten „Militär-Putsch“ in der Türkei und nur zehn Tage nachdem die syrische Stadt Manbij von ISIL durch die SDF und dem US-CENTCOM befreit wurde.

Das Antalya-Meeting war auf seine Weise vielleicht der letzte Versuch der Türkei um ihre Ansicht zu werben, daß es falsch sei Terroristen durch andere Terroristen zu bekämpfen?

Am 2. März hatte der türkische Aussenminister Mevlüt Çavuşoğlu starke Worte an die Adresse der USA gerichtet und angekündigt, die türkische Armee würde  nach Manbij marschieren und die YPG da schlagen, wenn noch welche von ihnen dort wären. Die Antwort kam am nächsten Tag von Russlands Gerasimov, der ankündigte, die YPG-Kräfte würden unter Russlands Überwachung ihre Stellungen räumen und am gleichen Tag an Assads Militär übergeben. Das war eine klare russische Ansage an die Türkei sich raus zu halten und sich die Idee aus dem Kopf zu schlagen. Die Türkei hatte damals also für Manbij ein ganz ähnliches Modell vorgeschlagen, wie jetzt wieder für Raqqa!

Tags darauf kursierten in den sozialen Medien Bilder von Russischen Special Forces mit SDF-Wappen auf ihren Uniformen, ganz ähnlich wie es US-Special Forces Monate zuvor mit Wappen der YPG auf ihren Uniformen getan hatten.

Auf gewisse Weise hatten also US- und Russische Spezialkommandos zusammen mit der YPG die Stadt Manbij vor ihrer Befreiung durch die Türkei gerettet. Sie operierten dabei zwar räumlich getrennt aber strategisch genau abgestimmt und dies für türkischen Generalstäbler vollkommen klar und unverkennbar.

Zwei Tage nach dem Antalya-Meeting und während Erdoğans Besuch bei Putin in Moskau beschwerte sich Assad offiziell bei der UN über die Anwesenheit des türkischen Militärs in Syrien und verlangte dessen sofortigen Abzug. Am selben Tag gab es noch zwei offizielle Erklärungen von US-Seite. Das State Department unter John Kerry sagte daß es die YPG nicht als Terror-Organisation wie die PKK  ansähe, weshalb man weiter mit ihr arbeiten wolle und das CENTCOM kündigte die Entsendung  einer Artillerieeinheit mit 400 Mann und „schwerem Scheissgerät“ nach Syrien an. Damit wurde die Türkei zur Befreiung Raqqas schlicht nicht mehr benötigt! (Allerdings waren jetzt offizielle US-Truppen in Syrien!)

Eine anonyme Quelle aus dem türkischen Militär wertete gegenüber der HÜRRIYET DAILY NEWS, daß man nicht sagen könne, daß das Antalya-Treffen die türkischen Chancen verbessert hätten an der Befreiung Raqqas teilzunehmen. Im Gegenteil, die Quelle glaube, daß sich die Chancen verschlechtert hätten!

Es hat also den Anschein, als hätten hier Russen und Amerikaner einträchtig dabei zusammen gearbeitet, die Türken aus Syrien hinaus zu bugsieren, sie zumindest „kalt zu stellen“?

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http://www.hurriyetdailynews.com/antalya-meet-fails-to-convince-us-russia-on-turkish-role-in-raqqa.aspx?PageID=238&NID=110960&NewsCatID=409


Bulgarien beschuldigt Türkei der Einmischung in seine vorgezogenen Wahlen!

18. März 2017

Nanu, was ist denn das Herr Erdogan, Sie doch nicht? Sie wissen doch ganz genau wie es ist, wenn man beim Wahlkampf eingeschränkt, behindert, unterdrückt wird?

Macht der Sultan es jetzt den „EU-Nazis“ nach oder schmeichelt es einfach seinem Ego sich in die Wahlen eines EU-Staates einzumischen? Seine Gründe kennen wir nicht, nur seine Taten und „an seinen Taten soll man sie bekanntlich erkennen…“

Der bulgarische Präsident Rumen Radev hat am Freitag die Türkei der unzulässigen Einmischung in die vorgezogenen Neuwahlen Bulgariens am 26. März 2017 beschuldigt!

„Die Türkei ist unser Nachbar, unser Freund und unser Partner und wir haben die Absicht gutnachbarschaftliche Beziehungen zu unterhalten“ erklärte Radev im öffentlichen TV BNT „aber die Einmischung der Türkei in unsere Wahlen ist ein Fakt und diese Einmischung ist unzulässig!“

Diese Erklärung erfolgte nach einer Woche der wachsenden Spannungen zwischen beiden Ländern wegen der Unterstützung der Türkei für die neue Partei DOST („Freund“, auf türkisch) der etwa 700.000 Menschen starken türkischen Minderheit in Bulgarien. Bei einer Gesamtbevölkerung von 7,4 Millionen Bulgaren beträgt die türkische Minderheit also ziemlich genau zehn Prozent davon. Weitere 60.000 Bulgaren, sagen wir ein knappes Prozent, leben auf der anderen, der türkischen Seite der gemeinsamen Staatsgrenze unter inzwischen wohl rund 80 Millionen Türken.

Nur um ein Gefühl für die Mengenverhältnisse zu bekommen: Bulgarien lebt neben dem zehn Mal größeren Nachbarn Türkei. In Bulgarien lebt eine 10 prozentige Minderheit dieses Nachbarn Türkei, etwa 1 Prozent der türkischen Gesamtbevölkerung. Die in der Türkei lebende bulgarische Minderheit macht nur etwas weniger als 1 Promille der türkischen Gesamtbevölkerung, also eine „Winzigkeit“ aus. Das ist David gegen Goliath!

Der türkische Sozialminister Mehmet Muezzinoglu hat die „türkischen Bulgaren“ öffentlich dazu aufgerufen die „Türkenpartei“ DOST zu wählen. Am 7. März bestellte Sofia den türkischen Botschafter Süleyman Gökçe ein und beschwerte sich bei ihm darüber, daß er in einem Wahlkampf-Clip von DOST offiziell aufgetreten war! Inzwischen hat Bulgarien seine Botschafterin in der Türkei Nadeschda Neinski „zu Beratungen“ aus Ankara abgerufen.

Umgekehrt war den Bulgaren jeglicher Wahlkampf bei ihrer Minderheit auf türkischer Seite von den Türken strikt untersagt worden. Also Erdogan verbot genau das, was er in Europa lauthals einforderte!

Diese türkische Einmischung in ihren Wahlkampf machte die Bulgaren wütend. Am Freitag rief der Staatschef des kleinen EU-Staates die Einwohner zur Ruhe auf und beruhigte sie mit den Worten, „daß die bulgarischen Institutionen und zuständigen Dienste aktiv jegliche Einmischung in den Wahlkampf und die inneren Angelegenheiten Bulgariens bekämpfen würden!“

Jetzt befürchtet Sofia, wie auch Athen, daß wegen der gleichzeitigen Verschlechterung der Beziehungen zwischen einzelnen EU-Staaten und der EU mit der Türkei das Flüchtlingsabkommen vom März 2016 gefährdet sei.

Verbal haben die Türken ja schon mit dessen Eliminierung gedroht.  Bulgarien besitzt eine 270km lange gemeinsame Landgrenze mit der Türkei, dazu das offene Schwarze Meer an dem beide Staaten liegen.

Rumen Radev: „Jede Verschlechterung durch anwachsende Spannungen zwischen der EU und der Türkei wird zuerst und am härtesten die Bulgaren treffen, denn wir liegen in der ersten Linie zwischen den Kontrahenten!“

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http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2017/03/17/97001-20170317FILWWW00409-le-president-bulgare-accuse-la-turquie-d-ingerence-dans-les-prochaines-elections.php