Palomares: Wie die USA Spanien seit 44 Jahren verarschen!

Beim Zusammenstoss einer mit vier Atombomben beladenen B-52 und einem Tankflugzeug des Typs KC-135 stürzten beide Maschinen der US-Airforce am 17. Januar 1966 über der südspanischen Mittelmeerküste bei dem Dorf Palomares ab. Von den elf Besatzungsmitgliedern der Maschinen überlebten nur vier das Unglück. Drei der Wasserstoff-Atombomben vom Typ B28 fielen auf besiedeltes Gebiet, die vierte fiel ins Mittelmeer.

Dies geschah in den Hochzeiten des Kalten Krieges und die NATO-Verbündeten USA und Franco-Spanien beeilten sich durch medienwirksame Aktionen die Harmlosigkeit des Geschehenen zu demonstrieren. Seit dem Zeitpunkt des Absturzes arbeiteten spanische und US-Wissenschaftler, Militärs und Politiker daran, die Tatsache und den Grad der Verseuchung zu untersuchen, zu dokumentieren und deren Folgen zu beseitigen.

So verbrachten die USA 1.700 Tonnen kontaminierter spanischer Erde aus Andalusien in ein Depot in Süd-Carolina in den USA. Es gab Zusagen und Absprachen und Verträge von anscheinend zweifelhafter Belastbarkeit nach denen sich die USA auch finanziell an den Kosten beteiligen sollten.

In den 90er Jahren wurden dann erhöhte Radioaktivität in der Luft und in den Pflanzen festgestellt. Sie rührte offenbar von einem Zerfallsprodukt des Plutoniums, dem Americio(?). 2001 wurde bei erneuten Messungen ein Wert ermittelt, der das angenommene Maximum für von Menschen bewohntes Gebiet um das zwanzigfache übertraf!

Ein Gesetz der US-servilen Regierung Aznar aus dem Jahre 2003 ermöglichte die „stille“ Enteignung der Gebiete, auf die damals die Bomben fielen, ohne das der Name „Palomares“ überhaupt genannt wurde.

2004, unter der Regierung der PSOE, wurden dann die Anstrengungen reaktiviert, den Fall Palomares endgültig zu bereinigen. Überraschend wurde damals festgestellt, dass sich nach rund vierzig Jahren noch ca. ein Pfund Plutonium im Boden von Palomares befinden musste! Auch erkannte man, dass die radioaktive Strahlenbelastung weit über die enteigneten und eingezäunten Zonen hinausging.

Die USA beteiligten sich mit rund zwei Millionen Dollar an den Kosten der Studie. Es wurden 50.000 Kubikmeter hochkontaminierte Erde errechnet. In der ganzen Zeit liefen Gespräche zwischen Spanien, der US-Botschaft in Madrid und dem Aussenministerium in den USA in dem es neben der technischen Modalitäten der Beseitigung der Schäden auch um die finanzielle Beteiligung der USA an den anfallenden Kosten ging.

Dann wurde auf einmal festgestellt, dass die in Jahrzehnten unterschriebenen Dokumente und Verträge keine eindeutige Schadenregulierung paraphierten. In 2007 wurden darauf neue Verträge zur Ermittlung der Schäden abgeschlossen, mit denen sich keine der Vertragsparteien zu deren Beseitigung verpflichtete!

Man „erwartete trotzdem, dass sich die USA zur Beseitigung der belasteten Böden und des Plutoniums (Halbwertszeit 24.000 Jahre!) sowie zur Übernahme der Kosten bereit erklären würden. Doch die sahen das offenbar völlig anders!

Vor einem Jahr sprach der damalige spanische Aussenminister Moratinos bei Hillary Clinton das Thema Palomares dann erneut an. „Sie könne sich an den Vorfall erinnern“ war Clintons Antwort, ohne jegliche Verpflichtung. Dann stellten die USA die jährliche Zahlung von 300.000 Dollar ein, mit denen sie sich an den Untersuchungen beteiligt hatten. Gleichzeitig stellten sie die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen fest.

Offenbar hatten die Spanier sich vierzig Jahre lang mit wissenschaftlichen Gesprächen ohne ausreichende diplomatische und rechtliche Begleitung begnügt und hinhalten lassen und die USA hatten diese Chance erkannt und genutzt!

SO VERARSCHT MAN NATO-VERBÜNDETE!

Palomares: 50.000 metros contaminados con plutonio · ELPAÍS.com

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4 Responses to Palomares: Wie die USA Spanien seit 44 Jahren verarschen!

  1. […] This post was mentioned on Twitter by CONTRACOMA, Net News Global. Net News Global said: NNG: Palomares: Wie die USA Spanien seit 44 Jahren verarschen! http://bit.ly/e5fJnQ […]

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  2. Donald sagt:

    Besonders witzig dann, wenn man im Supermarkt Tomaten spanischer Herkunft sieht. Habe da schon mehrfach Palomares als Ortsnamen auf der Kiste, oder dem Schälchen stehen sehen und sie dann liegenlassen. Was solls? Vielleicht macht es ja haltbarer?

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  3. - sagt:

    Das Spaltungsprodukt heißt Americium

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