Venetien führt Referendum über Trennung von Italien durch!

Während die Welt über die Separatisten im Kosovo, Schottland, Katalonien und jetzt in der Krim diskutiert, kommt jetzt der nächste Landesteil, der wegen des Geldes von seinem Mutterland weg will. Diesmal ist es das italienische Veneto mit der Hauptstadt Venedig!

Die Republik von Venedig „la Serenissima“ war über Jahrhunderte eine beherrschende Macht im Mittelmeer und Teilen des Balkans. Sie verlor ihre Unabhängigkeit 1797 durch Napoleon, gehörte rund 60 Jahre zum Österreichischen Imperium und trat 1866 dem Königreich Italien bei.

Die 3,8 Millionen Wahlberechtigten (andere Quellen nennen gar 5 Millionen) stimmen am Freitag ab und bei einer Mehrheit für die Trennung wollen die Regionalpolitiker sofort mit den konkreten Arbeiten der Separation beginnen! Umfragen sehen über 60% der Bevölkerung im Lager der Separatisten. Bindend für Italien wäre das Ergebnis nicht. Rom ignoriert die Separatisten bisher.

Die Argumentation folgt praktisch der Katalanischen: Zuviel Steuer an Rom, zu wenig Respekt und Rückflüsse an die Venetier. Wenigstens haben sie kein Sprachproblem und die historische Bedeutung der Seemacht Venedig ist unbestritten und muss nicht den tagesaktuellen Bedürfnissen angepasst werden, wie dies in Katalonien der Fall ist.

Während Katalonien behauptet 16 Milliarden zu viel an Madrid zu bezahlen seien es in Venetien sogar 20 Milliarden!

Der Unterschied zu Katalonien hat es allerdings in sich:

Venetien will nicht nur aus Italien, sondern zugleich auch aus der EU, dem Euro und der NATO austreten!

Sie wollen es friedlich, diplomatisch – wenn auch illegal – tun und Italien könne rein gar nichts dagegen unternehmen…

Wenn ich mir das so überlege, kann es sich nur noch um Stunden handeln bis der Seeufer Horsti die Unabhängigkeit Bayern von der ostdeutsch-protestantischen BRD verkündet und seinen Spezl U.H. aus M. begnadigt!

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18 Responses to Venetien führt Referendum über Trennung von Italien durch!

  1. Jakobiner sagt:

    Dazu folgenden Artikel als themenverwandten Lesetip:

    Empire Me- das libertäre Credo:Jedem Depp seinen Staat

    Neuerdings wird als neuer Filmtip “Empire me–Der Staat bin ich” selbst im konservativen Bayerischen Fernsehn gehypt. Worum geht es? Vorgestellt werden 6 Ministaaten und Kommunen, die Freiheit versprechen und völkerrechtlich wohl möglich sind.Jeder Depp gründet seinen Staat.Es ist dies der Traum von durchgeknallten Lebensreformlern und libertären Neoliberalen, Seperatisten und Lokaldespoten. Jedem seinen eigenen kleinen eigenen Staat, jedem seine Mikro-Schweiz, Bermuda, Cayman Island, die völlige Zersplitterung der heutigen Staatenwelt.Jeder dieser Ministaaten veruscht möglichst viel Kapital zu akkumulieren und anzuziehen durch Niedrigsteuern, Bankgeheimnisse, Niedrigstlöhne, keinen Sozialstaat, etc. Ein Wettbewerb wie wir ihn schon jetzt zwischen Nationalstaaten unter der “Standortdiskussion” kennen wird sich dann nochmals verschärft vollziehen, wobei eine grössere Einheit wie der Nationalstaat sich den Kapitalforderungen noch mehr entgegenstellen kann als eine kleinere Einheit wie eine Region oder gar ein Mikrostaat.Dazu passt, dass inzwischen solche Leute wie Bayernkurier-Scharnagel neuerdings in seinem Buch von einem bayerischen Staat fabulieren, das Europa der Regionen der CSU, Regionalwährungen, Kritik am Länderfinanzausgleich, Raus aus der EU, etc. Doch diese Entwicklung zu Ende gedacht, bleibt es dann nicht bei Bayern, sondern beginnt der nächste Kampf zwischen Oberbayern, Niederbayern, Franken, Schwaben,etc und dann auch innerhalb dieser Regionen. Wohl kein Zufall, dass CSU-Verkehrsminsiter Ramsauer nun neuerdings jeder Gemeinde ihr eigenes PKW-Kennzeichen zugestehen will. Diese ewige stupide Propaganda von “Mia san mia” und “Dahoam is dahoam”. Jeder Depp, der momentan einen kurzfritsigen wirtschaftlichen Vorteil wittert, möchte keine Kommunalumlage, Lastenausgleich, EU-Subventon, ja keine Steuer mehr zahlen.Wundert mich daher nicht, dass dieser Film so gehypt wird.Die totale Regression, die das Hobbsche “Jeder gegen jeden”verherrlicht. Eine gefährliche Tendenz! Eigentlich müsste „Empire me“ ja Somalia als Erfolgsrezept preisen, wo jeder Warlord sein eigenen Ministaat aufmacht der den anderen bekämpft.Es bleibt die Frage, ob es eine Art Entwicklungslogik gibt. Mit der Entwicklung der Produktivkräfte hat sich immer eine Tendenz zur grösseren Einheit langfristig herausgestellt. Von der Gruppe zum Stamm, vom Stamm zur Region, von der Region zum Kleinstaat, von den Kleinstaaten zu den Nationalstaaten und dann im Falle Europas von den Nationalstaaten in einen noch unentschiedenen Zwitter zwischen supranationaler EU-Bürokratie und Nationalstaaten.Aber auch die Nationalstaaten suchen international schon engere Kooperation infolge der Globalisierung—sei es jetzt die G-8 oder nun die neugegründete G-20.Aber solch eine Entwicklung ist nicht ohne Rückfälle in nationalistische, ethnische oder religiösen Zersplitterungen. Für die letztere Entwicklung und somit die Regression plädiert „Empire me“. Zu Ende gedacht bleibt dann nur noch das Individuum, das sich autark mit SUV, eigener Waffe, Selbstanbau von Nahrungsmitteln gegen den Nächsten verteidigt und durchsetzt. Doch Thomas Hobbes hat in seinem “Leviathan” nicht nur auf den zerstörerischen, selbstzerfleischenden Egoismus der Menschen, ihrer Wolfsnatur hingewiesen, sondern auch auf die “Hasennatur” des Menschen: Gerade weil er die selbstzerstörerische Wirkung des “Jeder gegen Jeden” fürchtet, ja um sein Leben fürchet, gründen Menschen aus ihrer Hasennatur und Furcht heraus einen Staat, der für stabile und geordnete Verhältnisse sorgt. Diese einfache Lektion berücksichtigt “Empire me-Der Staat bin ich”überhaupt nicht.

    Gepostet am Dienstag, August 21st, 2012 um 19:13 in Allgemein | RSS feed Kommentare und Pings sind zurzei

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  2. Jakobiner sagt:

    Noch eine Verständnisfrage: Wer würde denn Venetien als Staat anerkennen? Will Venetien dann auch in der UNO vertreten sein oder nicht?

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    • almabu sagt:

      So weit ich das überblicke, ist das eine Bewegung ohne klare Führung. Da werden viele gefragt und folglich viele Meinungen veröffentlicht…

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    • HESSE sagt:

      @Jakobiner

      „Venetien soll durch ein Referendum unabhängig werden“, v. Florian Rötzer (v. 17.03.2014).
      http://www.heise.de/tp/artikel/41/41261/1.html

      2. Ein Staat, älter als die Europäische Union: „Kugelmugel“ :-) Dank Internet und inspiriert von Deinem Beitrag hab ich jetzt herausgefunden, dass es noch immer existiert.

      Ein „Stachel“ im Fleisch der EU…?
      .

      .
      („Die Republik Kugelmugel im Wiener Prater“, 2.07 min.)
      .
      HESSE
      .

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  3. Jakobiner sagt:

    Wie regiert die Lega Nord eigentlich auf dieses Referendum? Das dürfte doch deren Speratismusambitionen ordentlich Wasser auf die Mühlen bringen.Zerfällt Italien, Spanien und GB in den nächsten 20 Jahren?Steht uns eine Balkanisierung Europas bevor?

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    • almabu sagt:

      Wenn man die Entwicklung aus genügend großen zeitlichen Abständen betrachtet, dann sind alle unsere Nationastaaten irgendwie „künstlich“. Der Ober-Moloch EU – bürgerfern und allmächtig zugleich – schwächt die Nationalstaaten. Beides zusammen scheint überflüssig? Deshalb wollen die neokonservativen Brüssel stark zurückschneiden und die Nationalstaaten stärken. Protagonisten hierfür sind Cameron aber in abgeschwächter Form auch Merkel.

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  4. Hessenhenker sagt:

    Ich bin auch dafür, daß Hessen selbstständig wird.
    Wir sind zwar rundum von Deutschland umzingelt, aber das war West-Berlin ja auch jahrzehntelang.

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  5. Antonio sagt:

    Ich bin Venezianer und finde, es wird Zeit von allen Verpflichtungen Frei zu sein.
    Ich bin für freies unabhängiges Venezien.

    Ciao Bella Veneto

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  6. Jakobiner sagt:

    Die langjährige Russlandkorrespontin Schmalz-Jacobsen (die mit der Raumschiff Orion-Tamara-Frisur) hat bezüglich des Völkerrechts auf einen Grundwiderspruch hingewiesen: Zum einen setze sich das Völkerrecht für die Souveränität und territoriale Integrität von Staaten ein, zum anderen aber auch für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das dem diametral entgegengesetzt sein kann. Je nach Lust und Interessen wird sich dann völkerrechtlich auf das eine oder das andere berufen.
    Nanu, was sagt der vom Westen sonst so gelobte und mit einem Friedensnobelpreis versehene Gorbi? Er begrüsst die Rückkehr der Krim:

    http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_68537984/gorbatschow-lobt-den-anschluss-der-krim-an-russland-und-die-krim-jubelt-.html

    Wird ihm jetzt der Friedensnobelpreis nachträglich aberkannt?

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    • almabu sagt:

      Gorbi läuft wohl gerade das russische Herz über?

      Es liegt in der Natur des Staates etwas zusammen zu fassen zu einem größeren, stärkeren, übergeordenten Ganzen. Darum gibt es wohl keine Verfassung auf der Welt, die die Auflösung oder die Abtrennung von Teilen des Staates beinhaltet. Folglich sind entsprechende Schritte in dem allermeisten Fällen illegal.

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  7. Jakobiner sagt:

    Wie sagte der Gerhard Schröder neulich:Rot-grün samt NATO haben im Kosovokrieg auch das Völkerrecht gebrochen, also können dies die Russen jetzt auch mal. Also, Schwamm drüber, wie dies so unter Grossmächten geschieht.Umgekehrt berufen sich die Russen auf den Kosovo,wenn sie über die Krim reden. Die Chinesen wird´s freuen: Das right to protect könnte man dann auch mal zum Schutze der chinesischen Brüder auf Taiwan in Aktion setzen.

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  8. Jakobiner sagt:

    Im Völkerrecht steht die Souveränität und territoriale Integrität zwar rechtlich über dem Selbstbestimmungsrecht, aber wenn es zu Massakern und unverhältnismässiger Unterdrückung kommt, greift das right to protect und das Selbstbestimmungsrecht samt Intervention und Sezession.Kurz: Man kann auch derartige Vorfälle inszenieren oder provozieren, um dann einen Eingriffstitel zu haben. Das hat die NATO mittels des Hufeisenplans in Jugoslawien gemacht, dies macht Russland mit der angeblichen faschistischen Gefahr für die Auslandsrussen und Ostukrainer.Vielleicht entdeckt aber die NATO noch eine ähnliche Bedrohung der Westukrainer, das sie intervenieren muss.

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    • almabu sagt:

      Dieses ‚right to protect‘ kam erst auf, als man nach dem Zerfall des Warschauer Paktes glaubte, sich dies folgenlos leisten zu können und flugs wurde die NATO umgebaut! Hier, an diesem Punkt, nicht widersprochen zu haben, oder zumindest nicht ausgetreten zu sein, ist wohl der verhängnisvollste Fehler deutscher Außenpolitik nach 1945.

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  9. almabu sagt:

    Venetien soll wieder unabhängige Republik werden!

    Die rechtlich nicht bindende, nicht überprüfbare, einwöchige Online-Abstimmung über die Unabhängigkeit Venetiens von Italien ergab ein eindeutiges Stimmungsbild: Die rund zwei Millionen Teilnehmer forderten zu 89 Prozent den eigenen Staat, die Sezession von Italien!

    Die initiative segelt unter der alten Flagge der Republik von Venedig mit dem Löwen von San Marco:

    http://www.ilgiornale.it/news/interni/veneto-dice-s-allindipendenza-1003713.html

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