Catalunya: Unabhängig, aber pleite?

Die katalanischen Separatisten malen sich die unabhängige Zukunft gerne in den allerschönsten Rosa-Tönen aus, aber wäre das auch wirklich so?

Neue Zahlen lassen eher das Gegenteil vermuten:
Die Katalanen hatten nach Rest-Spanien 2013 einen Export von Waren, Handels- und Dienstleistungen von 44 Milliarden Euro und bezogen gleichzeitig aus Rest-Spanien Leistungen von lediglich 25 Milliarden Euro, was ihnen einen positiven Sado von 19 Milliarden bescherte.

Dieser positive Saldo – übrigens der Höchste aller spanischen Autonomien – wäre künftig im Falle einer katalanischen Unabhängigkeit zumindest in dieser Höhe unrettbar verloren.

Der Separatismus-Sektierer Artur Mas verkündete hingegen stolz, dass Catalunya in den beiden vergangenen Jahren mehr Umsatz mit dem Rest der Welt, als mit Rest-Spanien gemacht habe!

Das ist zwar richtig, aber wie üblich erzählt Opportunist Mas nur den Teil der Tatsachen, der ihm gerade in den Kram passt. Er hätte sonst erwähnen müssen, dass der zu 2012 stagnierende Saldo 2013 von 58 Milliarden mit dem Rest der Welt in 2012 ein Minus von 10 Milliarden und in 2013 ein Minus von 8 Milliarden zu Lasten der Katalanen erbrachte!

Was bedeutet das konkret? Es weist zum Einen auf mangelnde Wettbewerbsfähigkeit hin (worauf auch das stagnieren der katalanischen Exporte in den Rest der Welt hindeutet!) und zum Anderen auf eine gnadenlose Verschuldung durch den Import von gehobenen Gütern. Dieser Import wird praktisch durch die mit Spanien erzielten Überschüsse subventioniert und überhaupt erst ermöglicht.

Gesamt-Spaniens Exporte in den Rest der Welt stiegen 2013 um 5,2%. Der katalanische Anteil daran ging seit 2012 von 26% auf 24,9% in 2013 zurück.

Was würde dies künftig bei einer katalanischen Unabhängigkeit bedeuten? Zunächst wäre ganz sicher die Konsum-Fiesta vorbei!
Der Handel mit Restspanien würden keine mit der  Vergangenheit vergleichbaren Überschüsse erbringen, die entsprechende Importe aus dem Rest der Welt ermöglichen würden. Die Katalanen wären weniger solide und weniger solvente Kunden. Sie müssten sich höher verschulden, das Risiko für die Gläubiger würde steigen.

Dazu kämen „oben drauf“ die Steuern, welche die katalanischen Exporte als die eines Nicht-EU-Landes erheblich verteuern und so weniger attraktiv machen würden.

Der Hauptverlierer wäre wohl fraglos Catalunya selbst, aber auch die EU, bzw. einzelne EU-Länder wären getroffen, die heute nach Catalunya exportieren, darunter auch Deutschland.

Kurioserweise könnte Restspanien der Gewinner der katalanischen Unabhängigkeit sein, die es so heftig ablehnt? Der Ausfall katalanischer Produkte könnte für Restspanien so etwas wie ein gigantisches Konjunktur-Programm sein, wenn dieses seine Chance nutzt und nicht einfach die Ausfälle durch Importe aus Asien ersetzt?

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