Frankreich: Affront National führt Umfrage zur Europawahl!

Harris-Interactive stellte folgendes Ergebnis fest:

Von den drei Hauptlisten führt die der Front National, mit Marine le Pen an der Spitze, mit 22% die Umfrage an, gefolgt von der UMP des Ex-Präsidenten Sarkozy mit 21% und erst an dritter Stelle liegen die regierenden Sozialisten mit 17%. Es gab in den Umfragen also nicht den erhofften „Valls-Effekt“ durch den Regierungswechsel.

In einem Moment, da das Misstrauen gegen alles was die EU, was Brüssel betrifft, so stark ist wie nie zuvor kommen die populistischen Themen der FN am Besten beim Bürger an, egal ob es sich um den Ausstieg Frankreichs aus dem Euro per Referendum der Franzosen handelt oder um einen neu einzuführenden Neuen-Franc oder eine radikale Änderung des Mandates der Europäischen Zentralbank EZB / BCE.

Leider scheint dies gegenwärtig ein Rechts-Trend zu sein und Frankreich ist keineswegs eine Insel, denn auch in Ungarn, den Niederlanden, Belgien und Finnland marschieren die Rechten. Die verordneten Zwangs-Sparpläne á la Merkel / Schäuble treiben die Südeuropäer den Rechten geradezu in die Arme. In Italien und Spanien verschlechtert sich die Lage von Monat zu Monat auch wenn der neoliberale Merkel-Jünger Rajoy anscheinend noch nichts davon bemerkt hat?

Das Debakel ist offenkundig Sache der Linken:
Vertrauensverlust erworben durch Unfähigkeit, Inkompetenz und teils durch Korruption führt zu schaurigen Umfrageergebnissen:

9% für die Ökos. 8% für die Linksfront.  2% für die Lutte ouvrière, den Arbeiter-Kampf. Selbst wenn die heillos Zerstrittenen (theoretisch) zusammen gehen würden, lägen sie noch abgeschlagen an dritter Stelle…

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4 Responses to Frankreich: Affront National führt Umfrage zur Europawahl!

  1. Uri Gellersan sagt:

    Na, das kann ja lustig werden.
    In D könnte die CDU auch gehörig auf die Fresse kriegen, wenn diese Hintergründe zu Elmar Brok bekannt werden.
    Wir sollten uns mühen, diese Informationen unter’s Volk zu bringen.

    (Helga Zepp-LaRouche geht gar nicht! Deshalb nach Brok bitte googlen!)

    Und die umlaufende Kritik an der AfD dürfte ebenfalls auf Agitation von interessierter Seite zurück zu führen sein. Man lese hier:

    http://www.geolitico.de/2014/05/08/gauland-verteidigt-russland-politik/

    Sorry, dass ich hier so frech verlinke. Aber die etablierten Kriegstreiber in der EU müssen in die Wüste gejagt werden, bevor die uns im Windschatten des Empires in einen 3. WK hetzen. (Da willst Du offenbar den Teufel mit Belzebub austreiben?)

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  2. Leo Brux sagt:

    almabu,
    was hältst du von diesem Artikel?
    http://www.taz.de/Europas-Rechtspopulisten-und-Russland/!138258/

    Es sieht so aus, als ob Europas Rechtspopulisten und Rechtsradikale sich (mit Ausnahme der ukrainischen und osteuropäischen natürlich) auf die russische Seite schlagen – und dass Russland mit ihnen ein Anti-EU-Bündnis eingeht.

    Attak in Bulgarien, Jobbik in Ungarn, Chrysi Avgi in Griechenland, Front National in Frankreich, Flaamse Belang in Belgien, Lega Nord in Italien, etc. – alle erklären sich für Putin, manche sogar bedingungslos. Und sie werden in den Putin-Medien dafür sehr gelobt.

    Man schätzt Putins autokratischen Kurs, seinen Nationalchauvinismus, seine Kriminalisierung der Homosexualität, seine Kulturspießerei. Lauter Sachen, die man in Europa ja doch auch gern hätte – wenn man weit rechts steht.

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    • almabu sagt:

      Soweit ich das beurteilen kann, enthält der Artikel vieles was stimmen dürfte? Ich denke aber, dass da keine neue Allianz aus Überzeugung entsteht, sondern Putin nutzt die Rechten Westeuropas weil diese in Opposition zu ihren eigenen Regierungen stehen „der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Ich halte Rechte eher unfähig für internationale Allianzen. Aber die Wiedergeburt von Nationalismus in West UND Ost ist ein bedenkliches Warnsignal. Putin hat schließlich eine eigene Rechte in Russland. Das einzige was diese Rechten alle eint (auch mit vielen Linken) ist die Ablehnung des „american way of life“ und dessen Folgen für viele Teile der Welt. Wenn man dies als gemeinsame Schnittmenge zugrunde legt, dann enstehen in der Tat die merkwürdigsten Allianzen. Die Ukraine-Krise fördert die Polarisierung. Wer aber auf die strategische Allianz von Putin und z.B. der FN in Frankreich abhebt, lässt bei seiner Argumentation gerne die ukrainische Rechte aus dem Spiel, die ja wohl eindeutig die Russen bekämpft?

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  3. Leo Brux sagt:

    Ja, die Sache ist recht kompliziert.

    Aber es liegt doch auch nahe, dass die autokratisch und chauvinistisch und reaktionär gestimmten Parteien des Westens mit dem Autokraten, Chauvinisten und Reaktionär Putin partnerschaftliche Beziehungen pflegen – und umgekehrt.

    Nur die Rechtspopulisten eines Teils von Osteuropa (baltische Staaten, Polen, Tschechien, Slowakei) bleiben außen vor; natürlich auch die der Ukraine. Aus speziellen geschichtlichen Gründen. Aber Rechter Sektor & Swoboda einerseits, Russlands Fans in der Ostukraine andererseits sind sich durchaus ähnlich: reaktionär, gewaltbereit, gegen Schwule und alles, was „degeneriert“ und „dekadent“ ist (wie etwa Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaat, Multikulturalität, Feminismus …).

    Die Mehrheit der Westukrainer hingegen tendiert eher zu den europäischen Werten, zur europäischen Liberalität. An diesen Teil der ukrainischen Bürger halte ich mich.

    Ich werde Angela Merkel, die neoliberale leitende Angestellte der Finanzoligarichie, nie wählen, aber sie steht mir dennoch näher als autokratisch geneigte Kultur- und Politikreaktionäre wie Putin oder Le Pen oder Erdogan. Bei meiner Kritik an der deutschen Politik verliere ich das nicht aus dem Auge.

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