Türkei kann der EU trotz grundsätzlichem Interesse nicht beitreten, wenn diese sich weiter von ihren Grundwerten entfernt!

Europa-Tag ist Ohrfeigen-, ist Schellentag in der Türkei. Zumindest drückten der Premierminister und sein Präsident beide synchron eine ernste Warnung aus: Trotz generellem Interesse könne die Türkei dieser EU nicht beitreten, wenn diese sich von ihren Grundwerten entferne! Klatsch, die saß…

Sie konstatieren (leider nicht ohne Berechtigung!) einen Anstieg von Rassismus, Fremden- und Islamfeindlichkeit in der EU.

Die EU könne ihre strategische Rolle nur spielen, wenn sie sich des Beziehungsnetzwerkes der Türkei bedienen könne, das diese in alle Welt unterhält. Deshalb brauche es einen dynamischen und ergebnisorientierten Verhandlungsprozess über ihren Beitritt ohne all das kleinklein.

Trotz der ganzen Fehlentwicklungen in Europa habe die Türkei unerschütterlich am Beitrittsprozess festgehalten, der ihre strategische Wahl sei. Der Premierminister fügte hinzu, dass auch die EU diesen Prozess strategisch und im Lichte ihrer wirtschaftlichen und politischen Langzeit-Interessen sehen solle…

Ach so, na dann, vielen Dank für die Hinweise, ihr Strategen!

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2 Responses to Türkei kann der EU trotz grundsätzlichem Interesse nicht beitreten, wenn diese sich weiter von ihren Grundwerten entfernt!

  1. Leo Brux sagt:

    Das wäre dann das Wien III – Eroberungsprojekt.

    Nach den gescheiterten Versuchen Wien I (1526) und Wien II (1683).

    Diesmal aber in postmoderner (virtueller) Form.

    Scherz beiseite. Es ist eine spannende Frage, wer dieses Schwarze-Peter-Spiel mit dem Schwarzen Peter in seiner Karte beenden wird, Erdogan oder die EU.

    Beiden Seiten ist es klar, dass es nicht weiter geht – dass sich die Türkei von Europa mit großen Schritten entfernt, dass Erdogan eine autokratische Herrschaft errichten will, samt stärkerer Islamisierung, dass er zwar keine direkten Eroberungen anstrebt, aber doch sowas wie ein „osmanisches Bündnis“ (Muslimbrüder in Ägypten, Syrien, Jordanien und Palästina, dazu mit dem Autokratenfreund Alijew in Aserbeidschan und mit den Diktatoren der „turanischen“ Nationen Turkmenistan, Kasachstan, Uzbekistan), ergänzt um einige Öl- und Gasfelder im Irak und Qatar — mit der baldigen Atommacht Türkei als Führer.

    Es ist nicht schwierig, sich das kläglichste Scheitern dieser besoffenen Außenpolitik vorzustellen.

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  2. almabu sagt:

    Othmar Karas, Österreichischer EU-Abgeordneter und Mitglied der EPP sagt, dass sich die Türkei von Europa entferne und dass die EU die Aufnahme der Türkei nicht bewältigen könne.
     
    In einem Interview mit „Today’s Zaman“ wies Karas darauf hin, dass die EU nicht nur eine Wirtschafts- sondern auch eine Werte-Gemeinschaft sei mit Demokratie, Religionsfreiheit und der Respektierung menschlicher Würde.

    Karas, der Ende diesen Monats wieder gewählt werden möchte, erzählte dass er und ein anderer MEP, Hannes Swoboda von den Sozialdemokraten, die Eröffnung der Beitrittsgespräche seinerzeit befürwortet hätten .

    “Aber ich muss mit Bedauern sagen, dass die Ereignisse der letzten sieben Monate in der Türkei das Land von der EU entfernt haben”, meinte er und fügte hinzu, “Ich bedauere dies, denn die EU und die Türkei sollten sich in gegenseitigem Eigeninteresse einander annähern.”

    Karas sagt, dass die EU nicht die Kapazität habe die Türkei aufzunehmen und diese Türkei gegenwärtig auch noch nicht beitrittsfähig sei, aber dass trotzdem weiterverhandelt werden solle…

    Also irgendwie so weiterwursteln wie gehabt und darauf hoffen, dass sich die Türkei darüber in einen demokratischen EU-Staat verwandelt? Träumt weiter!

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