Frankreich: Festnahme eines Tatverdächtigen des Terroranschlages auf das Jüdische Museum in Brüssel!

In Marseille wurde ein Mann festgenommen, der in seinem Gepäck eine Kalashnikov, einen Revolver und die dazugehörende Munition hatte, vom selben Typ, wie sie bei dem Terroranschlag vom 24. Mai verwendet wurden, bei dem vier Menschen ermordet worden sind.

Der Verdächtigte besaß außerdem eine Action-Camera des Typs GoPro und hat die Tat womöglich gefilmt?

Der 29-jährige Mehdi Nemmouche, aus dem nordfranzösischen Roubaix, nahe der belgischen Grenze und Brüssel stammend,  soll sich im Gefängnis radikalisiert haben und soll angeblich seit seiner Haftentlassung 2013 bis zum März 2014 in Syrien bei Jihadisten gewesen sein? Er reiste über Belgien, Großbritannien, Libanon und die Türkei nach Syrien, offenbar um Spuren zu verwischen. Nach einer Reise aus Südostasien meldete die deutsche Polizei seine Daten an den französischen Inlandsgeheimdienst DGSI der darauf hin ein Dossier anlegte.

Er sei in Marseille aus einem Bus geholt worden, der von Amsterdam über Brüssel nach Marseille gekommen war. Der Mann ist dem französischen Inlandsgeheimdienst DGSI bekannt und sei angeblich überwacht worden? Sein Anwalt beschreibt ihn als intelligent, überhaupt nicht religiös und nicht gewalttätig. Er sei ein Kleinkrimineller, derzeit ohne festen Wohnsitz, der wegen Raub fünf Jahre in Südfrankreich in Grasse und Salon im Gefängnis gesessen habe.

Seine Arrestierung erfolgte bereits am Freitag Mittag und kann maximal 96 Stunden andauern, bzw. 144 Stunden, wenn die Behörden glauben, dass ein Terroranschlag unmittelbar bevor stehe.

In Brüssel war zunächst ein anderer Mann festgenommen worden, dem jedoch nichts nachgewiesen werden konnte, worauf er wieder freigelassen und sein Status von Verdächtiger in Zeuge geändert wurde.

Sollte es bis Dienstag Mittag keine konkreten, handfesten Beweise gegen Mehdi Nemmouche geben, müsste auch er wieder frei gelassen werden. Warum erinnert mich das irgendwie an die Affäre Merah?
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NACHTRAG:

Er soll versucht haben die Tat zu filmen. Wegen einer Fehlfunktion der Kamera gäbe es aber nur eine Tonaufnahme mit seiner Stimme und Tatgeräuschen. So habe er den Behörden die notwendigen Beweise gegen sich geliefert.

Belgien hat einen Internationalen Haftbefehl und einen Auslieferungsantrag gestellt. In der belgischen Region Courtrai wo er sich zuletzt eine Zeit lang aufgehalten haben soll, werden zwei Personen von der Polizei verhört, die mögliche Mitwisser oder Helfer sein könnten.

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8 Responses to Frankreich: Festnahme eines Tatverdächtigen des Terroranschlages auf das Jüdische Museum in Brüssel!

  1. almabu sagt:

    Französische Sicherheitskreise schätzen, dass bis zu 800 Franzosen und etwa 200 Belgier sich als Islamisten auf dem Weg nach Syrien, oder dort im Kampf, oder auf dem Rückweg nach Frankreich befinden darunter zahlreiche Minderjährige. In zwanzig Fällen konnte der Tod von Franzosen, die als Jihadisten in Syrien gekämpft hatten, bestätigt werden.

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  2. almabu sagt:

    Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve meldete die Festnahme von vier weiteren Jihadisten im Raum Paris und im Süden. Diese scheinen jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Terroranschlag vom 24. Mai im Jüdischen Museum in Brüssel zu stehen!

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  3. almabu sagt:

    Der aus schwierigen familiären Verhältnissen mit algerischem Migrationshintergrund stammende Nemmouche reiste nach und von Syrien jeweils über Istanbul, weil die Ein- und Ausreise über die türkisch-syrische Grenze für Jihadisten wohl am bequemsten ist, da sie offenbar ein gewisses Wohlwollen des türkischen Geheimdienstes MIT genießen?

    Seine Rückreise am 21. Februar über Istanbul, Malaysia, Singapur und Bangkok nach Frankfurt, wo er am 26. März eintraf, löste eine Meldung der Deutschen an den französischen DGSI aus.

    Nemmouche reiste aber anscheinend nicht nach Frankreich, sondern direkt nach Belgien weiter, wo niemand vorgewarnt worden war. So war er quasi verschwunden, bis zu seiner Verhaftung am 30. Mai in Marseille. Die Franzosen glauben, dass er in der ganzen Zeit nicht in Frankreich war, was bei offenen Grenzen aber nicht garantiert ist.

    Seine Kleidung und Austrüstung passt zum Täterprofil:
    Kalashnikov mit 30-Schuss-Magazin und 261 losen Patronen des Kalibers 7,62mm sowie ein Revolver des Kalibers 38 Special und 57 Patronen dieses Kalibers, eine Gasmaske, die GoPro-Filmcamera und eine Nikon Digital-Camera.

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  4. almabu sagt:

    Aus dem rechten Lager des politischen Frankreichs kommt die Forderung diesen „wandelnden Zeitbomben“, diesen Jihadisten ihre französische Staatsbürgerschaft aberkennen zu können. Womöglich noch, solange sie noch in Syrien Terror ausüben? Das löste zwar das Problem nicht, aber man könnte dann wenigstens sagen, die Leute, die hier Terroranschläge verüben, das sind keine Franzosen!

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  5. almabu sagt:

    Die Arrestierung des Tatverdächtigen Mehdi Nemmouche wird heute Nachmittag aufgehoben und ihm wird der von Belgien ausgestellte internationale Haftbefehl und der Auslieferungsantrag präsentiert. Je nachdem, ob und wie er sich dazu äussert, kann es dann zwischen einer und vier Wochen dauern, bis die Auslieferung erfolgen wird. Bisher soll er geschwiegen haben. Ob es sich bei den bei ihm beschlagnahmten Waffen um die Tatwaffen des Terroranschlages vom 24. Mai im Jüdischen Museum von Brüssel handelt, ist bisher noch nicht bekannt geworden.
    Nemmouche wird also weiterhin in Haft bleiben, nur juristisch in Auslieferungshaft, anstatt des ursprünglichen Arrestes.

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  6. almabu sagt:

    Der Verdächtige Nemmouche lehnt seine Auslieferung an Belgien ab und will in Frankreich vor Gericht gestellt werden. Das könnte die Auslieferung juristisch um einige Wochen verzögern.

    Souad Merah, die islamistische kleine Schwester von Moamed Merah, dem Attentäter von Toulouse und Montauban, soll sich in Syrien aufhalten.

    Nemmouche soll die TV-Berichte zu Merah seinerzeit im Knast mit großem Interesse verfolgt haben…

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  7. almabu sagt:

    Mehdi Nemmouche taktiert und stellt Forderungen!

    Heute sollte über seine Auslieferung nach Belgien entschieden werden, gegen die Nemmouche Einspruch eingelegt hatte.

    Jetzt nimmt er diesen Einspruch zurück, wenn Belgien ihm garantiere ihn nicht an ein „Drittland“ auszuliefern. Damit meint er vermutlich Israel, den zwei der in Brüssel Ermordeten waren Israelis.

    Dann vertagte das Gericht die Entscheidung auf den 26. Juni oder um zwei Wochen.

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  8. almabu sagt:

    Brüssel-Attentäter wird an Belgien ausgeliefert!

    Der mutmaßliche Attentäter des Terror-Anschlages auf das Jüdische Museum in Brüssel vom 24. Mai wird auf Gerichtsbeschluss von Heute, 26. Juni, auf der Basis eines internationalen Haftbefehls an Belgien ausgeliefert.

    Mehdi Nemmouche hatte zuvor die Zusicherung der Belgier verlangt, nicht an ein Drittland (vermutlich Israel) ausgeliefert zu werden.

    Sein Anwalt schließt nicht aus, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen, gegen diese Auslieferung!

    Von den vier Opfern spricht hingegen keiner mehr…

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