Pujols restliche 1,796 Milliarden interessieren kein Schwein!

Der Fall Pujol und das angebliche väterliche Schwarzgeld in der Schweiz, das zu legalisieren der ewige Präsident Catalunyas in den letzten 34 Jahren leider, leider keine Zeit fand, ist noch immer täglich in den spanischen Print- und TV-Medien.

Auffällig daran ist, dass sich die investigative Arbeit dieser Medien praktisch auf Null befindet. Alle reden über die vier Millionen des Vaters, die nicht einmal seiner Schwester bekannt waren, und nicht über das finanzielle Gebahren dieser geldgierigen Sippe in den letzten 30 Jahren in seiner Gesamtheit.

Das spanische Innenministerium schätzte Pujols Vermögen im Ausland auf bis zu 1,8 Milliarden, ja was denn, Dollar, Euro? Scheissegal…

Einen ähnlichen Betrag schrieb die New York Times vor einigen Jahren dem abgedankten König Juan Carlos I zu, der ebenfalls wie Pujol seinen Weg in der Franco-Zeit als armer Schlucker begann und die beide mittlerweile auf wundersame Weise offenbar (mehrfache?) Milliardäre wurden, ups!

Es geht um das Grundübel des demokratischen Spaniens, eine abgrundtiefe, landes- und parteienübergreifende Korruption quer durch die Gesellschaft. Jeder nimmt, sofort, soviel er nur kann…

Über Rettungsschirme trägt auch Resteuropa seinen Anteil an dieser Korruptionslast. Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass von allen Mittel der EU, die über die Jahrzehnte auf die iberische Halbinsel flossen, stets ein Anteil abgezweigt wurde und einige Familien über die Jahre zu sehr, sehr reichen Menschen machte.

Deshalb ginge eine gründliche Ermittlung und Aufarbeitung sofort ans Eingemachte, ans Grundsätzliche und daran hat niemand im politischen und wirtschaftlichen Spanien echtes Interesse, ganz im Gegenteil…

Catalunya, Madrid, Valencia und Andalusien sind die nur Hauptorte, wo seit mehreren Jahren ohne konkrete Ergebnisse gegen Korruption ermittelt wird.
Das sind nur Scheingefechte. Letztlich wird niemand dafür den Kopf hinhalten müssen, denn das Übel ist flächendeckend.

Wenn jetzt also, nur wenige Monate vor dem geplanten Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen, dem „ewigen Jordi Pujol“ wegen einer vergleichsweise lächerlichen Summe Probleme bereitet werden, dann ist dies wohl letztlich nur eine Warnung an die Separatisten, etwa so nach der Art „Vorsicht, kommt zur Vernunft, denn wir können euch alle hoch gehen lassen!“

Der aktuelle President der Generalitat de Catalunya, Artur Mas, war in den Pujol-Jahren in Schlüsselfunktionen für Pujol tätig. Die Korruption hat in Catalunya nicht mit Pujol begonnen und sie hat nicht mit ihm geendet. Artur Mas kann sich so schon einmal ein Bild machen, wie es wohl wäre, wenn die Enthüller auf ihn zielten…

 

Auch die PP des Premierministers Mariano Rajoy steckt in Valencia und Madrid bis zum Hals im Korruptionssumpf, ebenso die PSOE in Andalusien. Ist am Ende gar die gemeinsame Leiche im Keller, die uferlose Korruption, der Kleber, der das zerstrittene Land zusammen hält?

 

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2 Responses to Pujols restliche 1,796 Milliarden interessieren kein Schwein!

  1. almabu sagt:

    Die Meldung freiwilliger Teilnehmer und Helfer für den katalanischen „Nationalfeiertag“ am 11. September „La Diada“ ist im Vergleich zum Vorjahr um 76% (von 70.000 auf 300.000) zurückgegangen!

    Die Veranstalter ANC und OC bemühen sich nach Kräften diesen Rückstand aufzuholen oder zumindest zu verkleinern, soll doch dieser Tag wieder als Manifest der Katalanen für die Unabhängigkeit gewertet werden!

    Die Veranstalter verweisen auf einen um zwei Wochen späteren Einschreibungstermin in diesem Jahr und sehen keinen Zusammenhang mit dem „Fall Pujol“ der die Medien beschäftigt.

    Die Menschenmassen sollen am Schnittpunkt zweier Hauptstraßen Barcelonas zusammen strömen und ein riesiges „V“ bilden, das für „Votar“, den Wunsch (die Unabhängigkeit) zu wählen stehen soll.

    Wenn das „V“ aus Menschen aus der Luft gut aussehen soll, dann müssten geschätzte eine Million Menschen zusammen kommen, danach sieht es momentan – wie bereits gesagt – eher nicht aus!

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  2. almabu sagt:

    Ich glaube es war ein PSOE-Bürgermeister von Barcelona, der einst im katalanischen Parlament auf die (damals) 3% Provision bei allen öffentlichen Ausgaben hinwies und sie als Hauptproblem der CiU-Regierung bezeichnete.

    Ich glaube, es war damals Artur Mas, der mit dem Hinweis auf gemeinsame politische Interessen eine Rücknahme dieser Behauptung forderte und sie aus pragmatischen Gründen auch bekam.

    Schon damals schweisste das gemeinsame Wissen um gewisse Dinge und die Notwendigkeit eine Basis für eine Zusammenarbeit zu behalten die Parteien und handelnden Personen zusammen. Sie sitzen auch heute noch in einem Boot…

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