10.000 NATO-Soldaten sollen Putin stoppen!

Die türkische aydinlikdaily.com berichtet unter Bezug auf einen Bezahlartikel der britischen Financial Times, daß die NATO eine Expeditionsarmee von 10.000 Soldaten aus sieben Mitgliedstaaten unter britischer Führung aufstellen wolle.

Außer den Briten sollen sich Dänen, Letten, Esten, Litauer, Norweger und Niederländer beteiligen. Kanada denke auch über eine Beteiligung nach. Der Möchtegern-Kriegsherr David Cameron soll diese Entscheidung auf dem NATO-Gipfel in Wales am 4. September verkünden. Ob er mit diesem „äusseren Bedrohungsszenario durch die Russen“ auch innenpolitisch beim zeitnahen schottischen Unabhängigkeitsreferendum punkten möchte, das darf getrost angenommen werden?

Neben Bodentruppen sollen auch Luftwaffe und Marine beteiligt sein. Es soll als Ziel eine Schnelleingreiftruppe in Divisionsstärke entstehen, die beweglich und in ständigem Training sein soll.

Das Ziel sei aber nicht unmittelbar eine direkte Bedrohung Russlands, etwa in der Ukraine-Krise, sondern eine glaubwürdige Verteidigungsmöglichkeit der osteuropäischen NATO-Mitglieder. Es dürfen keine unterschiedlichen Sicherheitszonen in Europa geben.

http://www.aydinlikdaily.com/Detail/NATO-Planning-Force-Of-10000-To-Counter-Russia/4380#.VAGZrUhwQWg

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ANMERKUNGEN:
Interessant an der Auswahl dieser Länder ist es, dass es der Bogen um Deutschland herum ist, der bei einem Zerbrechen der EU wohl die nordatlantische Karte ziehen dürfte?

Deutsche, Franzosen und Südeuropäer finden keine Erwähnung. Sollte diese von den Briten geführte Truppe jedoch in Kämpfe mit Russland verwickelt werden, so wäre in dieser Konstellation wohl vollkommen ausgeschlossen, dass Deutschland seinen Nachbarn Niederlande und Dänemark nicht zu Hilfe kommen würde. Es hätte aber kaum Einfluß auf die Aktion dieser „Krisen-Division“?

Bei einem Erfolg dieses Modells wäre später wohl auch eine südöstliche Variante mit den Südeuropäern, den Griechen und der Türkei denkbar, die im Nahen Osten oder mit Spanien und Portugal auch in Nordafrika eingesetzt werden könnte?

Es ist offenkundig, dass damit der deutsche und französische Einfluss in der NATO weiter gemindert würde und damit auch die Möglichkeit bremsend auf die nordatlantischen Bellizisten in der NATO einzuwirken. Als mit Sicherheit anzunehmen dürfte die Finanzierung dieser Truppe durch Deutschland sein.

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6 Responses to 10.000 NATO-Soldaten sollen Putin stoppen!

  1. almabu sagt:

    Mich wundert eigentlich, dass von der NATO noch nicht der Vorschlag kam, Georgien und die Ukraine mit Datum zehn Jahre rückwirkend in die NATO aufzunehmen. Dann gäbe es unzweifelhaft den Bündnisfall und all die unruhigen Bellizisten dürften endlich gegen den Leibhaftigen, den echten Putin, losschlagen?

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  2. Oeconomicus sagt:

    Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die NATO-Krawalleristen darüber nachdenken, wie Herr Putin zu stoppen sein könnte, sofern sie am Ende des Tages ihren eigenen tumoris asinus als Kanonenfutter zur Verfügung stellen.

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  3. Leo Brux sagt:

    Als Bellizist möchte ich einwenden:
    1. Putin wird wohl demnächst einmarschieren. Vermute ich. Was meinst du? (Einige tausend russische Truppen samt Waffenarsenal hat er schon dort.)
    2. Wird er sich dabei darauf beschränken, „nur“ die beiden Oblast Luhansk und Donezk zu erobern, oder riskiert er noch mehr?
    3. Die NATO wird militärisch NICHTS dagegen unternehmen. Man wird die Aggression hinnehmen.
    4. Aber zwei defensive Maßnahmen werden danach folgen: Ein Embargo und die Aufnahme der Restukraine in die NATO, einschließlich NATO-Truppen an den neuen, von Putin neu gezogenen Grenzen der Ukraine.

    Generell:

    A) Tiger sind Tiger und tun, was Tiger tun. Mächte wie die USA/EU/NATO oder wie Russland sind politische Mächte und tun, was politische Mächte tun. Sie bemühen sich zum Beispiel, gegen die Konkurrenz ihre Macht, ihren Einflussbereich zu erweitern. Dabei kommt es zu Reibungen. Unser Interesse ist: Diese Reibungen sollten möglichst harmlos bleiben.

    B) Über die Grenze geht im Fall Ukraine Putin, nicht der Westen.

    C) Wär ich Bürger Kiews oder von Donezk, ich hätte ein starkes, existenzielles Interesse daran, dass sich mein Land, die Ukraine, nicht an Moskau, sondern an Brüssel orientiert. Materiell und ideell, also mein Konto und meine Freiheit als Bürger betreffend. – Wäre das bei dir anders? (Diese Überlegung ist übrigens gänzlich unabhängig von Punkt A).

    D) Putins Russland steht für autoritäres Regime, mafiöse, totalkorrupte Wirtschaft, vermachtete Justiz, reaktionäre Kultur, faschistoides Neurussentum.

    E) Die Debatte in den weitgehend gleichgeschalteten russischen Medien geht auch darüber, dass Russland sein altes Imperium wieder zurückerobern sollte. Die Nachbarn sorgen sich also zurecht.

    F) Ich hätte nichts dagegen, wenn aufgrund der Vorgänge kein russisches Öl und Gas mehr nach Mitteleuropa käme. Je teurer die Energie, desto mehr sparen wir, und je weniger Öl und Gas wir kriegen, desto mehr setzen wir auf erneuerbare Energien.

    G) Faschismus findet sich eher in Russland als in der Ukraine. Und wenn Putin unbedingt meint, die ukrainische Armee mit der deutschen der Jahre 1941-45 vergleichen zu müssen, dann könnte ich IHN mit Stalin vergleichen. Vielleicht hätte er ja gar nichts gegen diesen – an sich eher abwegigen – Vergleich?

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    • almabu sagt:

      Viele Fragen, Leo und nur wenig gesicherte Antworten!

      1.) Ich weiss definitiv nicht, wass Putin in 5 Minuten, 5 Tagen oder 5 Monaten tun wird. Ich hoffe, er marschiert nicht ein. Dann hätte unser EU-Freund Schoko-Poro Zeit die Ostukraine ethnisch zu säubern ohne Einwände von Frau Merkel befürchten zu müssen.

      2.) Siehe Punkt 1! Wenn ich mal versuche, mich in Putin hinein zu versetzen, dann wäre eine neutrale Ukraine, die nicht in der NATO ist, um Längen besser als mir einen Teil des Landes gewaltsam einzuverleiben mit den daraus resultierenden Konsequenzen für militärischen Aufwand und wirtschaftliche Kosten. Die NATO wäre auf diese Weise hunderte Kilometer von meinen Grenzen entfernt, ähnlich der Lage in Weissrussland und im Gegensatz zum Baltikum. Ich sagte ja damals schon an anderer Stelle, dass ich den Anschluss der Krim für unklug und illegal halte, obgleich ich die Notlage Putins anerkenne und die Perfektion der Durchführung respektiere. Ein Einmarsch in andere Teile der Ostukraine ließ sich aber mit keinem Argument rechtfertigen auch nicht wenn er mit einer „Geisterarmee“ an Halloween erfolgen sollte. Er könnte ausser einer Landverbindung zur Krim nur einen Sack voller Probleme gewinnen.

      3.) Hier bin ich nicht deiner Meinung! Wenn die NATO auf einen offenen Einmarsch nicht hart reagieren würde, könnte sie sich auflösen! Es liegt im offensichtlichen Interesse der USA, dass dies nicht geschieht! Die bewegliche Eingreif-Division die jetzt offenbar geplant ist, würde es erlauben lokale Konflikte zu führen in der Hoffnung, dass sie sich nicht ausweiten. Ich hielt die Aufnahme der Osteuropäer in die NATO für einen Fehler und Wortbruch, der dem aggressiven Grundzug der NATO geschuldet ist, die eben keine Verteidigungsgemeinschaft sondern eine Art wuchernder Krebs ist unter dem Zwang der ständigen Ausweitung (Georgien!).

      4.) Das sehe ich ähnlich und das kann eigentlich nicht in Putins Interesse liegen soweit ich mich da in ihn hineindenken kann?

      A-G Das ist mir zu spekulativ, als dass ich darauf eingehen möchte. Das würde auch den Rahmen sprengen…

      Dir ein schönes Wochenende, Leo!

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  4. almabu sagt:

    Der politische Sinn dieser schnellen Eingreif-Division liegt darin, dass sie als Modellfall für ähnliche künftige Divisionen aus den peripheren EU- und NATO-Staaten gebildet und durch USA und UK geführt, automatisch zu einer Schwächung der Mitte der EU, sprich des Einflusses Frankreichs und Deutschlands auf EU und NATO führen wird, OHNE dass diese beiden Länder sich der militärischen Beteiligung oder gar der Mitfinanzierung künftiger NATO-Kriege entziehen können.

    Die sogenannte „mächtigste Frau Europas“ wird zur sabernden Laber-Tante degradiert, von Frankreichs Präsidenten wollen wir erst gar nicht reden in diesem Zusammenhang…

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