US-Kongressabgeordnete fordern Referendum in Gibraltar!

Acht Abgeordnete des US-Kongresses unterstützen eine Resolution, die für die Britische Kronkolonie Gibraltar das Selbstbestimmungsrecht(!) fordert. Der Affenfelsen am nördlichen Eingang des Mittelmeeres ist ein ewiger Zankapfel zwischen den EU- und NATO-Partnern der USA, den Monarchien United Kingdom und dem Königreich Spanien.

Das Referendum soll aber nur in eine Richtung führen, nämlich den Status Gibraltars vom aktuellen Status einer Britischen Kronkolonie auf den höheren eines Britischen Übersee-Territoriums zu verändern und das Steuer-, Spieler- und Schmugglerparadies so zum festen Teil des UK zu machen und Spaniens Ansprüche endgültig abzuweisen!

Als Begründung geben die Herren US-Kongressabgeordneten die strategische Bedeutung der Halbinsel an, speziell bei der aktuellen Lage in Nordafrika und dem Nahen Osten, sowie die Tatsache, dass die US-Navy dessen Hafen zahllose Male genutzt habe und das UK der „treueste Verbündete der USA überhaupt“ sei.

Mit keiner Silbe erwähnt wird in diesem Antrag Spanien. Spanien ist über die NATO ebenfalls ein enger Verbündeter der USA, der diesen permanent Häfen und Flughäfen in viel größerem Maßstab zur Verfügung stellt, als Gibraltar dies je könnte!

Für eine spanische Regierung stellte sich so zwangsläufig die Frage nach dem Verbleib der US-Marine und -Marineflieger auf spanischem Territorium in Rota, Andalusien. Hier unterhalten die USA seit 1953 auf Basis eines mit dem Diktator Franco in Vor-NATO-Zeiten geschlossenen Vertrages einen 23km2 großen Marine- und Marinefliegerstützpunkt, der zu 80% von den USA belegt wird. Hier ist seit Februar 2014 der modernste Lenkwaffen-Zerstörer der Aegis-Klasse zur Raketenabwehr und Unterstützung der VI. Flotte im Mittelmeer stationiert, sowie U-Boote, RoRo-Schiffe und Kommunikationseinrichtungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Marinebasis_Rota). In Torreta de Guardamar am Mittelmeer unterhält und betreibt die US-Navy, ferngesteuert aus Rota, einen Längstwellensendemast zur Kommunikation mit getauchten U-Booten, der das höchste Gebäude Spaniens und das zweithöchste Gebäude Europas darstellt. Spanien ist also gewiss nicht von geringerem strategischen Wert als der Affenfelsen? Wenn da nicht diese engen, nordatlantischen „USA-liebt-UK-Gefühle“ wären…

Bisher hat sich die US-Regierung in der Frage Gibraltar strikt neutral verhalten. Dies könnte sich jetzt ändern? Das Procedere sieht vor, dass die Resolution von einem Kongress-Gremium „auf Herz und Nieren“ geprüft und im positiven Fall als Antrag dem US-Kongress vorgelegt wird und dort zur Abstimmung kommen wird.

Die website „GovTrack.us“, die systematisch allen Initiativen, Aktivitäten und Abstimmungen des US-Kongresses folgt, sieht eine Wahrscheinlichkeit von 21% für das Zustandekommens dieses Antrages. Das ist größer als 1:5 und viel größer als die Chance auf einen Lotto-Hauptgewinn von 1:140 Millionen…

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Zur Vertiefung der Freundschaft der NATO-Alliierten USA und Spanien der folgende Clip (ohne Garantie seiner Echtheit):

Radio conversation between a US navy ship and the north west of Spain, with English subtitles. Enjoy!
Conversación de radio entre un barco americano y la costa de Galicia, España

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2 Responses to US-Kongressabgeordnete fordern Referendum in Gibraltar!

  1. almabu sagt:

    Vietnam darf erstmals seit 40 Jahren US-Waffen kaufen!

    Damals waren sie der böse Feind, der die Yankees mit einem Arschtritt schändlich aus dem Land geworfen hatte!

    Dafür kamen die Vietnamesen auf die Embargo-Liste. Da mussten sie dann 40 lange Jahre schmoren, bis irgend jemand in den USA auf die Idee kam, dass in Asien ein Gleichgewicht wiederhergestellt werden müsste.

    Dies könne am Besten durch Rüstungsexporte aus den USA geschehen, findet auch die US-Rüstungsindustrie. Vietnam habe inzwischen genug Kohle angehäuft und könne sich das leisten.

    Fehlt nur noch zu erwähnen, dass die USA natürlich keine chinesische Reaktion erwarten, sei dieser Schritt doch nicht gegen China gerichtet, ach so!

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  2. almabu sagt:

    Die USA wollen ihre bis zu 3.000 Soldaten, für den Einsatz in Afrika bei Hin- und Rückführung jeweils über den spanischen Luftwaffenstützpunkt Morón de la Frontera führen, wo sie sich ein paar Tage akklimatisieren sollen. Das ist wohl im Prinzip nichts anderes als eine Ebola-Quarantäne bei der Spanien das Risiko trägt.

    Gleichzeitig versucht eine Initiative im US-Kongress einen Antrag zur Unterstützung eines Referendums zur Aufwertung der Britischen Kronkolonie Gibraltar auf den Status eines Britischen Übersee-Territoriums durchzusetzen. Begründet wird dies mit den wichtigen Leistungen des Verbündeten UK für die USA und der strategischen Bedeutung Gibraltars am Eingang des Mittelmeeres.

    Von Spanien, dem viel wichtigeren Verbündeten der USA in dieser Weltgegend, ist mit keinem Wort die Rede. Sie tragen halt nur das Ebola-Risiko durch die heimkehrenden US-Truppen. Was soll’s?

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