LA SEDA: Plünderung, Geldwäsche, Scheingeschäfte…

Auf dem kurzen Weg vom Flughafen Barcelonas „El Prat de Llobregat“ in die Katalanenmetropole hinein, kommt man an der rechts der Straße liegenden, alten chemischen Fabrik LA SEDA vorbei, an deren Führung sich die Spößlinge der katalanischen Machtelite versuchen, bzw. austoben durften, u.a. auch Söhne des ewigen Jordi Pujols i Soley und ein gewisser Artur Mas i Gavarró. Ihr Geschäftsmodell lautete schon damals nicht ehrliche, harte Arbeit, sondern „schnell Kasse zu machen“ durch Verkauf von Teilen des Unternehmens oder seiner Immobilien, sich solchermaßen für höhere Aufgaben empfehlend…

Für die Führung der Firma fordert der Staatsanwalt für Wirtschaftsdelikte 12 Jahre Haft und über 4,3 Millionen Strafe wegen Betruges durch konstante Scheingeschäfte, Untreue und Urkunden- und Dokumentenfälschung.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen zwischen 2.000 und 2.004 12.285.777 Euro von LA SEDE umgeleitet zu haben in Firmen, die sie selbst kontrollierten, in die eigenen Taschen gewirtschaftet zu haben.

In einem parallelen Verfahren fordert der Staatsanwalt gegen Rafael Español gar 27,5 Jahre Gefängnis. Es wurden – nur auf dem Papier –  Zig Tonnen von PET produziert, dem Ausgangsstoff für Plastikverpackungen, und diese zu überhöhten Preisen verkauft und zurückgekauft, hin und her transportiert und am Ende stets ins Ausland, gerne nach Russland, aber auch in die Schweiz und nach Tunesien verkauft. (Dies hat bestimmt mit der Nichterhebung der Mehrwertsteuer für Exporte zu tun, besonders praktisch, wenn es sich sowieso um Scheingeschäfte handelt?) Der ultimative Hammer war aber, dass diese Käufer im Ausland dann immer zahlungsunfähig wurden und die LA SEDA so ihre Forderungen abschreiben konnte, bzw. musste! (Womöglich war das Geschäftsmodell auch ein Vehikel für Geldwäsche, zur Einschleusung von Schwarzgeld in den Wirtschaftskreislauf, aber diesen Vorwurf habe ich bisher nicht gehört?)

LA SEDA musste in der Folge 2013 Konkurs anmelden. Die Traditionsfirma befindet sich im Abwicklungsverfahren. Die US-Firma PLASTIPAK sicherte sich das (Schein-?)Geschäft mit den Plastikflaschen für 328 Mio Euros…

So wurden scheinbar in dem alten Schrotthaufen neben der Straße prosperierende Millionengeschäfte abgewickelt, während er in Wirklichkeit ausgeplündert wurde. Der angeklagte Unternehmer Rafael Español ist trotz seines „unkatalanischen Namens“ ein enger Freund der Familie Pujol-Ferrussola, der Krake hinter vielen krummen Geschäften in Catalunya während des letzten halben Jahrhunderts…

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4 Responses to LA SEDA: Plünderung, Geldwäsche, Scheingeschäfte…

  1. wolfenstein sagt:

    Spanien verrecke

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    • almabu sagt:

      Auf gar keinen Fall! Korruption ist wie eine Krankheit. In diesem konkreten Fall handelt es sich zwar um Katalonien, aber dies könnte im Prinzip überall, auch bei uns, so oder ähnlich stattfinden!

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  2. FLA sagt:

    Das war eine ironische Replik auf den Anti-Katalanismus in diesem Blog.
    Wenn man mit den neuen Staaten die in den 90ern in Europa entstanden vergleicht und schreibt
    „Balkanmodell Katalonien?

    Glaubt Mas, Katalonien sei Slowenien und Spanien Yugoslavien?
    Die Folge war – wie wir alle wissen – der Balkankrieg mit Tod, Vertreibung und Zerstörung“

    ist es natürlich zunächst mal so, dass Slowenien hier nie der Aggressor war. Die Jugoslawische Volksarmee ist doch in Slowenien einmarschiert und nicht andersrum und in Slowenen lebten so wenig Serben, dass man es wohl kaum mit der Krajina und Ante Gotovina vergleichen kann, auch wenn ich kein Experte in den Jugoslawien-Kriegen bin und nicht weiß wie viele Serben aus Slowenien vertrieben wurden. Mir ist aber nicht bekannt, dass sich Slowenen überhaupt in Den Haag verantworten mussten, wie zumindest Gotovina vor dem Freispruch. Im Endeffekt hatten EU und USA natürlich den Slowenen geholfen und wollten dass Jugoslawien zerfällt, aber das ändert doch nix dran, dass man die Slowenen nicht kausal dafür verantwortlich machen kann, was die serbischen Kroaten, kroatischen Serben und die Menschen in Srebrenica und Sarajevo erleiden mussten, nur weil die Slowenen nicht mehr Netto-Zahler sein wollten für die ärmeren Teile Jugoslawiens und deswegen dem Separatismus frönten. Und dass war Katalonien ja auch bis zur €-Krise gewesen und hatte weniger Finanzautonomie als die Basken, obwohl der katalanische Separatismus nie die Gewalttätigkeit der ETA hatte. Terra Lliure hatte nie ansatzweise so viel Rückhalt in der katalanischen Bevölkerung wie die ETA in Euskadi, sie haben insgesamt 1 Todesopfer zu verantworten bis zur Auflösung 1991, so dass man sich da an Strohhalme klammern muss wie die Carod Rovira ETA Treffen 2005 oder ein aufgeheiztes Klima herbeiquatschen und irgendwelche anti-spanischen Gewaltakte herbeisehnen muss, wenn in Wirklichkeit während der gesamten Separatismus-Bewegung 2010 und allen letzten Diadas nie etwas gewalttätiges passiert ist und stattdessen in der Madrider Vertretung der Generalitat von spanischen Nationalismus randaliert wurde 2013.

    Dann ist es auch so, dass die spanischensprachigen Menschen in Katalonien augenblicklich wohl eher weniger diskriminiert werden als die Russen in Estland und Lettland, die von der EU und NATO hofiert werden und nicht gesagt bekommen haben, ihr dürft nicht über die Unabhängigkeit abstimmen oder der Separatismus AnFang der 90er bei den baltischen Menschenkettetn wäre eine innersovietische Angelegenheit, wo sich der Westen raushält. Viele Russen haben keine Staatsbürgerschaft in den baltischen Ländern oder Berufsverbote. Wie sich das in einem unabhängigen Katalonien für die Castellano-Parlantes entwickeln kann man natürlich nicht wissen.

    Diese Phrasen vom Catalano-Faschismus sind auch wiederum interessant, wenn franquistische Symbole immernur bei Veranstaltungen am 12. Oktober und eher nicht am 11.9 auftauchen und bei Vorfällen, wo der Nationalsozialismus relativiert wird in Spanien, in der Regel der spanische Nationalismus der Urheber ist und nicht der katalanische. Aber sicher würde man Perpignan und Valencia, wo die Menschen keine TV3 Propaganda sehen können zwingen einem Pais Catalan beizutreten und dort gegebenfalls militärisch einmarschieren wie die slownische Armee in Belgrad. Das sicher schon.

    Der Separatismus-Eintopf den die Wähler in Catalunya vorgesetzt bekommen ist natürlich auch alternativlos wie bei Wahlen in Diktaturen. Man hat ja nicht die Möglichkeit zwischen sehr vielen föderalistischen Parteien in unterschiedlicher ideologischer Couleur zu wählen, wenn man gegen die Unabhängigkeit ist. PP, PSC; C’s und Podemos sind glaube ich nur Scheinparteien im Blockparteisystem.
    Diese Parteien sind zwar auch immer bei politischen Debatten bei TV3 präsent, aber dass ist ja nur eine Schimäre, die Demokratie vortäuschen soll,

    Die katalanischen Bürger können ausserdem auch nicht spanische TV-Sender schauen oder spanische Zeitungen lesen, um die Argumentation der Föderalisten zu erfahren und nachzuvollziehen.oder La Vanguardia lesen, die vor der Zerpflückung des Autonomiestatutes 2006 die meistgelesene Zeitung in Catalunya war und bis heute für den Föderalismus plädiert.

    Außerdem war Pujol ungefähr 80 Jahre seines Lebens kein Independist, genau wie die CiU als Partei bevor sie aus Opportunismus und wegen der Stimmung in der Bevölkerung umschwenkte.

    Die schlechten Umfragewerte der CiU könnten wiederum natürlich auch mit der Korruption und dem Neoliberalismus zu tun haben und nicht damit, dass der 9-N eine Farce war und der Separatismuszwang eine Belastung, die ihre Wähler abstoßen würde, wenn gleichzeitig ERC und CUP stärker werden.

    Im Endeffekt wird Catalunya natürlich nie unabhängig, genausowenig wie Quebec und Schottland, weil dass die Staaten der freien Welt und die Finanzmärkte nicht haben wollen. Es ist sicherlich auch gut möglich, dass die Föderalisten eine Abstimmung knapp gewinnen würden bei der ethnischen Zusammensetzung Kataloniens mit den vielen spanischsprachigen Einwanderern und der Angst-Kampagne der Wirtschaft, die es wie bei Schottland geben würde. was dann auch ein legitimes Resultat wäre mit dem sich auch die Verlierer-Seite arrangieren müsste wie in Quebec 1995 und Schottland 2014. Aber das werden wir ja nie erfahren, weil Katalonien nach Spaniens Demokratieauffassung kein Recht hat wie Quebec und Schottland abzustimmen und keine nationale Entität ist wie die anderen beiden. Diese katalanische Identität wird immer nur von Catalano-Faschisten wie Noam Chomsky aus dem Nichts kreiiert ohne historische Fundamente.
    http://www.ara.cat/societat/Noam-Chomsky-referendum-identitat-limperialisme_0_1132686921.html

    Wenigstens hat Catalunya viel erreicht bei der Zurückgewinnung der kulturellen Identität seit den Ende der 70ern, wie er auch anmerkte in diesem Ara-Artikel.

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  3. almabu sagt:

    Respekt für diese Fleissarbeit, die ich inhaltlich in vielen, den meisten Fällen wohl, jedoch nicht teile. Wenn man aber, das was Sie ironisch formulieren Ernst nimmt, dann kommt man der Wahrheit schon näher! Ich kann und will im Augenblick nicht näher darauf eingehen, denn da würde wohl ein Buch draus? Dafür fehlt mir leider die Zeit. So wünsche ich Ihnen: BON ANY NOU!

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