Immer mehr Juden verlassen Frankreich

Wieder einmal und in böser Regelmäßigkeit sind vorige Woche Menschen jüdischen Glaubens in Frankreich zu Tode gekommen.

Die Opfer im Supermarkt waren gezielt als Juden angegriffen und von ihrem Geiselnehmer vor dem Sturm der Polizei zu ihrer Befreiung aus diesem Grund, jüdisch zu sein, getötet worden.

717 jüdische Schulen in Frankreich müssen – wie nach den Attentaten von Toulouse – ab sofort durch 4.700 Polizisten geschützt werden. Eine traurige „Normalität“ in Frankreich.

Was zumindest ich in unseren deutschen Medien nicht las:
Erstmals hatten an diesem Freitag auf Anordnung der Polizei alle Geschäfte im jüdischen Viertel von Paris, dem Marais und der berühmten Rue de Rosiers aus Sicherheitsgründen geschlossen. Soweit ist es also wieder in Europa…

Diese rund 500.000 Menschen sind die größte jüdische Population Europas und stellen doch weniger als ein Prozent der Franzosen.

Trotzdem waren zum Beispiel 40% der rassistischen Angriffe auf Menschen in Frankreich gegen diese Mini-Minderheit gerichtet. Das Verhältnis von Juden und Muslimen in Frankreich beträgt numerisch mindestens 1:10. Aber Antisemitismus und Agression beschränkt sich nicht auf Muslime.

Das hatte Folgen: In 2014 stieg die Zahl der jüdischen Auswanderer aus Frankreich nach Israel um 88% auf 7.000 Menschen oder 1,5% der jüdischen Bevölkerungsgruppe an.

Dazu kommen noch jene, die in ein Drittland wie z.B. die USA, Canada, das UK oder auch Deutschland(?) auswanderten und deren Zahlen hier nicht enthalten und mir nicht bekannt sind.

Jedenfalls fühlen sich diese Menschen unsicher, da Frankreich unfähig erscheint, sie zu schützen. Der Großrabbiner Frankreichs, Haim Korsia sagt, dass es sich um die größte Auswanderungsbewegung von Juden aus Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg handele!

Wie sieht es aktuell in dieser Frage in Deutschland aus?

http://www.slate.fr/story/96707/juifs-france-trop-tard

http://www.thedailybeast.com/articles/2015/01/10/do-jews-have-a-future-in-france.html

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2903600/Every-single-French-Jew-know-left-Paris-Editor-Britain-s-Jewish-Chronicle-claims-people-fleeing-terror-hit-French-capital.html

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PS: Der israelische Premierminister Netanyahu lud in Paris, wo er an der Demo des vergangenen Sonntags teil nahm, alle französischen Juden nach Israel ein. Das ist offizielle israelische Politik und außerdem hat er im Januar noch Neuwahlen anstehen.

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4 Responses to Immer mehr Juden verlassen Frankreich

  1. almabu sagt:

    In Frankreich werden nach den Anschlägen auf CHARLIE HEBDO und den jüdischen Supermarkt entsprechend dem PLAN VIGIPIRATE jüdische Einrichtungen im ganzen Land durch Polizei und Militär besonders geschützt.

    In diesem Zusammenhang wurden vor einem Gebäude in Nizza, Alpes-Maritimes, in dem das jüdische Konsistorium, Radio Shalom und eine israelische Gesellschaft logieren, jetzt drei überwachende Militärs des 54. Artillerie Régiments aus Hyères (Var) von einem Angreifer mit dem Messer leicht im Gesicht und am Arm verletzt. Der Täter, über dessen Motive offiziell bisher nichts bekannt ist, der aber einen islamistischen Hintergrund haben könnte, wurde festgenommen.

    Der Angreifer wurde in der vorigen Woche von den Türken an deren Grenze zurückgewiesen und bei seiner Rückkehr vonm französischen Inlandsgeheimdienst DGSI vernommen und anschließend laufen gelassen.

    Er logiert vermutlich in einem Hotel im Zentrum von Nizza, dessen Zimmer derzeit durchsucht wird. „Quellen“ behaupten, der Täter, ein 30-jähriger aus Mali, heisse zufälligerweise Moussa „Coulibaly“ (wie der Supermarkterrorist von Paris), sei aber anscheinend nicht mit diesem verwandt?

    Wenige Minuten vor dem Angriff auf die drei Soldaten sei er beim Schwarzfahren in der Straßenbahn von Nizza erwischt worden und habe die Strafe ohne Einwände bezahlt bevor er die Straßenbahn verließ um sich kurz darauf auf die schwer bewaffneten Soldaten zu stürzen?

    Nach dem Angriff mit dem Messer auf die Soldaten sei er von einem Ladenbesitzer, Straßenbahnpersonal und der Polizei überwältigt und festgenommen worden…

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  2. almabu sagt:

    Premier Valls ruft den höchsten Sicherheitsstatus des Plans VIGIPIRATE aus, die ATTENTATSGEFAHR. Das bedeutet konkret:

    1.) Alarmierung der Sicherheits- und Ordnungskräfte.
    2.) Halte- und Parkverbot vor Schulen.
    3.) Krisenstäbe in Ministerien und Präfekturen.
    4.) Verstärkte Sprengstoffkontrollen.
    5.) Verstärkten Militäreinsatz bei der Überwachung.
    6.) Verstärkung von Personenkontrollen.

    830 Orte in Frankreich werden derzeit auf diesen Weise überwacht, davon 30 in Nizza.

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  3. almabu sagt:

    Auch im UK hat sich die Anzahl von antisemitischen Zwischenfällen in 2014 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt:

    http://derstandard.at/2000011305947/Grossbritannien-Hoechststand-an-antisemitischen-Uebergriffen?ref=nl

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  4. almabu sagt:

    Frankreich, Doubs: Die Europa-Abgeordnete Sophie Montel, FN verliert mit 48,57% die Stichwahl nur äußerst knapp gegen Frédéric Barbier, PS mit 51,43% und nennt dieses Ergebnis trotzdem einen Erfolg. Immerhin habe fast jeder zweite Wähler die FN gewählt und weniger als tausend Stimmen gaben den Ausschlag für die PS! Die Wahl genoß nationale Aufmerksamkeit, weil sie als Stimmungsbarometer für die Départementswahlen im kommenden Monat März gilt.

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