Trotz Netanyahu: Mehr Frauen und Araber in der 20. Knesset!

Benyamin Netanyahu hat einen unerwarteten Wahlsieg errungen, trotz aller gegenteiligen Umfrageergebnisse im Vorfeld der Wahl zur 20. Knesset. Die Wahlbeteiligung war mit 71,8% die höchste seit fünf Wahlen und knüpft an alte Zeiten vor 1999 an, als hohe Wahlbeteiligungen normal waren in Israel. Er ist der große Gewinner.

Aber auch der Verlierer und Halb-Ire Herzog will am irischen St. Patrick Day gewonnen haben, denn die Labour Party habe seit 1992 unter Yitzhak Rabin kein solches Ergebnis mehr erzielt. Er ist der kleine Gewinner.

Zusammensetzung der 20. Knesset nach Auszählung von 99% der Stimmen:

30 Sitze Likud (Netanyahu)

24 Sitze Zionist Union (Livni, Herzog)

14 Sitze Joint Arab List (drittgrößte Partei!)

11 Sitze Yesh Atid

10 Sitze Kulanu

08 Sitze Habayit Hayehudi

07 Sitze Shas

06 Sitze United Tora Judaism

6 Sitze Yisrael Beitenu (Kopf-ab-Axt-Lieberman)

04 Sitze Meretz (die Vorsitzende erklärte Rücktritt)

 

Was ist neu in der 20. Knesset?

28 von 120 Sitzen oder 23% werden künftig von Frauen bekleidet, mehr Frauen, ein Rekord!

17 von 120 Sitzen oder 14% werden künftig von arabischen Israelis gehalten, mehr arabische Israelis, ebenfalls ein Rekord!

25 von 120 Sitzen oder 21% werden von Ultra-Orthodoxen und Orthodoxen gehalten, ein Rückgang der Ultra-Rechten!

 

Erste Reaktionen:

Die Palästinenser sehen in Netanyahu keinen Partner für den Frieden, da er im Wahlkampf einen Palästinenser-Staat definitiv ausgeschlossen habe. Sie wollen vor den Internationalen Kriminalgerichtshof in Den Haag ziehen und dort ihr Anliegen vorbringen.

Netanyahu verdient das israelische Volk und dieses verdient ihn! Das Volk muss ausgetauscht werden! (Gideon Levy in HAARETZ)

Ob Obama, Biden und Kerry oder auch der Türke Erdogan und der Syrer Assad schon telefonisch gratuliert haben, das ist nicht bekannt. Der US-Kongress habe sich, einem unbestätigten Gerücht zu Folge, spontan zu einem workout zusammen gefunden um den Netanyahu-Rede-Rekord von 24-mal aufspringen, trampeln, kreischen und klatschen einzustellen oder gar zu brechen vor überschäumender Freude..

 

 

 

 

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2 Responses to Trotz Netanyahu: Mehr Frauen und Araber in der 20. Knesset!

  1. almabu sagt:

    Die Israelis haben gewählt und wir haben dies schlicht zu akzeptieren, auch wenn wir uns einen Neuanfang und vielleicht die Chance auf einen Ausweg aus der Nahost-Sackgasse gewünscht hätten.

    Allerdings haben die Israelis mit ihrer Wahl bewusst auch die Verantwortung für die Taten Netanyahus in der Vergangenheit und in der Zukunft übernommen. Da bleibt kein Raum für spitzfindige Differenzierungen.

    Netanyahu war brutal klar und hat wohl auch gerade deshalb gewonnen: Kein Palästinenser-Staat, mehr illegale Siedlungen lautet sein Wahlkampfversprechen..

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  2. almabu sagt:

    Obama will offenbar seine Zeit nicht mit Israel verschwenden!

    HAARETZ berichtet auf Basis eines Artikels in der NEW YORK TIMES darüber, dass hat ein US-Politiker, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärt habe, wegen des Wahlergebnisses in Israel und wegen der Qualität der Beziehungen Obamas zu Netanyahu habe der Präsident alle politischen Kontakte mit Israel an Außenminister John Kerry hinunter delegiert. Auf der Sicherheits- und Militärebene würden die Fachleute ohnehin direkt miteinander kommunizieren…

    Der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Ernest wird zitiert:

    „The Obama administration is deeply concerned by the use of divisive rhetoric in Israel that sought to marginalize Arab Israeli citizens,“ said Ernest, alluding to a series of statements issued by Netanyahu via social media, in which he urged his supporters to go and vote, and warned that „the right-wing’s rule is in danger“ because „the Arab are voting in droves.“

    He added that the U.S. continue to believe a two-state solution is the “best way to diffuse tensions” in the region.
    “Based on Prime Minister Netanyahu’s comments, the United States will reevaluate our position and the path forward in this situation,” he said.

    So könnten die USA dann zu dem Schluss kommen, künftig eine UN-Resolution für eine Zweistaaten-Lösung in den Grenzen von 1967 passieren zu lassen, anstatt sie mit ihrem Veto zu blockieren…

    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.647746

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