Hilfe, die Russen kommen.. NICHT!

Eigentlich war es eine Erfolgsgeschichte, die Beziehung zwischen russischen Touristen und dem spanischen Touristik-, Hotel-, Gaststätten- und Luxus-Boutiquen-Gewerbe. Sie scheint vorbei!

In Catalunya z.B. stieg die Zahl der Russen von 216.000 in 2009 stark an auf 1 Million in 2013 um dann, bedingt hauptsächlich durch die Ukraine-Krise, scharf abzufallen. In der optimistischsten Prognose geht man von einem Rückgang um 60% aus, die Pessimisten gehen von 90% aus, die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen? In Catalunya teilen sich die Costa Brava mit 40% und die Costa Dorada mit 60% den Russen-Markt.

Die Russen wurden von der EU mit allerlei Sanktionen überzogen. Der Rubel-Wechselkurs ist im Keller. Die mediale Propaganda gegen die bösen Russen läuft auf Hochtouren. Die russische Regierung promotet derweil die „heimgekehrte“ Krim und das vom Westen geschnittene Sotschi, sonnenverwöhnte Schwarzmeer-Regionen, und verbietet Funktionären und Militärs den Urlaub im Westen.

Die Spanier nehmen an, dass der russische Tourismus auch nach einer Erholung des Rubel-Kurses, ein bis zwei Jahre brauchen würde um auf das alte Niveau von 2013 zurück zu gelangen.

Das betrifft Reisebüros, Busunternehmen, Hotels, Restaurants, Boutiquen und natürlich auch Flughäfen und Fluggesellschaften. Gab es im Vorjahr noch drei fest gecharterte Passagierjets und die entsprechenden Starts- und Lande-Slots, so gibt es für dieses Jahr nur einen und der wird noch geteilt mit anderen Destinations.

Dazu kommt der scharfe Wettbewerb mit der Türkei und Ägypten um die urlaubenden Russen.

In der Türkei bekommen sie für den Preis eines Drei-Sterne-Hotels mit Halb-Pension an der Costa Brava eine Woche Voll-Pension in einem Fünf-Sterne-Plus-Hotel.

So bleibt der Touristik-Branche in Catalunya am Ende nur der überwunden geglaubte britische Billig-Sauf-Tourismus der insularen Unterschicht.

Um die Spendierfreudigkeit der Russen auszugleichen benötigte die Branche pro Russen 1,5 Briten oder 2,5 Spanier.

140,20 € gibt der Russe pro Urlaubstag in Spanien aus.
113,80 € der Brite
109,90 € der Italiener
097,00 € der Deutsche
083,20 € der Niederländer
076,30 € der Franzose

–––––

258,90 € der Kanadier
247,60 € der Japaner
232,90 € der US-Bürger

ABER: Der Russe bleibt auch länger, (im Schnitt 10 Tage, während die anderen Europäer schon nach 5 Tagen wieder abreisen) und das ist ausnahmsweise einmal KEINE propagandistische Drohung!

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2 Responses to Hilfe, die Russen kommen.. NICHT!

  1. almabu sagt:

    Separatistisches Menetekel?

    Ausländische Investitionen gingen 2014 in Catalunya um15,8% zurück. Der Anteil Catalunyas an den Gesamtinvestitionen aus dem Ausland in Spanien reduzierte sich damit von 22% auf 16,8% oder knapp unter 3 Milliarden Euro und damit etwa vom Anteil am spanischen BIP auf den Anteil der Katalanen an der spanischen Bevölkerung, was auf die Art und Qualität der Investition hinweisen könnte?

    Insgesamt wuchs die ausländische Investition 2014 in Spanien um 9,8% auf 17,626 Milliarden Euro. Von diesem Betrag floss knapp die Hälfte nach Madrid durch den „Firmensitz-Effekt“.

    Der zuständige katalanische Autonomie-Minister für Firmen und Beschäftigung Felip Puig, spielte den Rückgang der Investition als belanglosen, banalen, zyklischen Effekt herunter, der nichts mit einer möglichen Verunsicherung der Investoren durch den Separatismus zu tun habe, alles claro?

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  2. almabu sagt:

    Djihadisten-Hochburg Metropolitan-Region Barcelona?

    Der Flughafen von Barcelona, EL PRAT DE LLOBREGAT, wird offenbar immer mehr zur Drehscheibe für die Ein- und Ausreise von Djihadisten nach Syrien.

    Er ist sowohl für die ausreisewilligen kriegsbereiten Franzosen, als auch für die wachsende djihadistische Gemeinde im Großraum Barcelona selbst, perfekt erreichbar und die spanischen Sicherheitskontrollen scheinen laxer als die Französischen zu sein?

    Die Ehefrau eines der Attentäter von Paris war im Januar allerdings noch über Madrid BARAJAS in die Türkei ausgeflogen…

    Der französische Premier Manuel Valls machte kürzlich die Bemerkung, dass es keine Frage sei OB, sondern nur WANN und WO der nächste djihadistische Terroranschlag stattfände!

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