Départementswahlen in Frankreich! 1. Wahlgang am 23. März, 2. Wahlgang, die Stichwahl, am 29. März.

Mehr als 43 Millionen Franzosen können seit 8 Uhr heute Morgen ihre Stimme abgeben. Paris, der Großraum Lyon und die Übersee-Territorien Martinique und Guyane wählen heute nicht mit. In den Metropol-Regionen sitzen die Stadträte in Personalunion auch im neuen Départements-Rat.

Einige Dinge sind neu bei diesen Départementswahlen:

Sie heissen erstmals Départementswahlen (früher Kantonalswahlen).

Sie finden erstmals gleichzeitig statt!

Die Kandidaten treten IMMER gemischtgeschlechtlich und paarweise an, das heisst je ein Mann und eine Frau als Paar. Dieses Paar muss dabei aber nicht einmal zwingend der selben Partei angehören!

Das Paar, das im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erringt, gelangt direkt als Paar in den Départements-Rat (früher General-Rat).

Die ersten beiden Paare jedes Départements gelangen in die Stichwahl, den zweiten Wahlgang, wenn sie mindestens 12,5% der Stimmen im ersten Wahlgang auf sich vereinigen konnten. Wer diese 12,5%-Hürde nicht schafft, der ist raus…

Einmal in den Départements-Rat gewählt ist mit dem Päärchen Schluss! Mann und Frau gehen getrennte Wege und verfolgen unabhängig ihre Politik. Das Päärchen ist also nur das Vehikel, gleich viele Frauen und Männer in den Rat zu bekommen.

Mit diesem neuen procedere ist eine Geschlechter-Gerechtigkeit gewährleistet. Darüber sollte man bei uns auch mal nachdenken!

Es gibt 18194 Kandidaten, das heisst 9.097 Kandidaten-Paare. Sie sind durchschnittlich 51 Jahre alt. Hier könnte und sollte man sich dem Altersdurchschnitt der Franzosen wohl noch etwas annähern?

Sie werden erstmals alle gleichzeitig für volle sechs Jahre gewählt. Bisher wurden alle drei Jahre die Hälfte neu gewählt, ein rotierendes System also.

Was erwartet uns nun politisch in diesem ersten Wahlgang?

Bisher meist eine niedrige Wahlbeteiligung und eine gewisse Protesthaltung, eine „Watschn“ für die etablierten Parteien und deren Kandidaten. Daraus folgt die wohl nicht unbegründete Angst, dass die rechte Front National, FN der Marine Le Pen im ersten Wahlgang zur stärksten Partei Frankreichs werden könnte!

Im zweiten Wahlgang, der Stichwahl, hat man sich dann traditionell auf die etablierten Parteien PS und UMP geeinigt. Mal sehen, wie es diesmal wird und wie es mit den Päärchen klappt?

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9 Responses to Départementswahlen in Frankreich! 1. Wahlgang am 23. März, 2. Wahlgang, die Stichwahl, am 29. März.

  1. almabu sagt:

    Die Wahlbeteiligung steigerte sich zur letzten Wahl von 2011 bis 12:00 Uhr Mittags von 15,7% auf 18,02%.

    Die PS steht eventuell vor der Schlappe, im ersten Wahlgang nur dritte Partei hinter FN und UMP zu werden.

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  2. almabu sagt:

    Wie oben schon beschrieben, lag die Wahlbeteiligung um 12:00 Uhr um 2,32% über der des Jahres 2011. Trotzdem sagen alle Vorwahl-Umfragen voraus, dass die Nichtwähler wohl wieder „stärkste Partei“ sein werden. Ihr Anteil soll demnach zwischen 55 und 58% betragen. Er verläuft aber nicht gleichmäßig durch alle Parteien, sondern soll die Anhänger der Linken besonders hart treffen, die demotiviert und zerstritten sind, durch die Politik des Gespannes Valls/Hollande.

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  3. almabu sagt:

    Um 17:00 Uhr betrug die Wahlbeteiligung 42,98% gegenüber 36,38% bei der letzten Wahl in 2011.

    Premierminister Manuel Valls hat für kurz nach 20:00 Uhr (Schließung der Wahllokale) eine Erklärung angekündigt.

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  4. almabu sagt:

    Die Linke regiert bisher in 61 von 101 Départements. Das wird sich ab heute zu ändern beginnen. Die Frage ist eigentlich nur, wie krass der Absturz der PS ausfallen wird?

    Kurz nach Schliessung der Wahllokale um 20:05 Uhr meldet der Parisien, dass die UMP (Sarkozy) an erster Stelle liege, gefolgt von der FN (Le Pen) und den Sozialisten der PS (Valls). Wie belastbar dieser Trend ist, ist derzeit nicht bekannt!

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  5. almabu sagt:

    In einem Punkt habe ich mich schon mal (gerne!) geirrt: Die Nichtwähler sind mit 48,7% unter die 50% und damit unter die absolute Mehrheit gerutscht, was umgekehrt eine Wahlbeteiligung von 51,3% erwarten lässt und die wäre immerhin für französische Verhältnisse nicht ganz schlecht!

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  6. almabu sagt:

    Prognose von CSA aus LIBÉRATION:

    UMP-UDI : 31%

    – Parti socialiste et alliés : 19,7%

    – Front National : 24,5%

    – Front de gauche et alliés : 9,7%

    – Autres Gauche : 7,7%

    – Divers Droite : 6,6%

    – Autres : 0,8%

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  7. almabu sagt:

    Im Grunde läuft es auf „die Etablierten“ hinaus:
    UMP, PS vor FN, so scheint es zumindest, denn im zweiten Wahlgang werden es viele nicht mehr riskieren, die FN zu wählen!

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  8. almabu sagt:

    Selon les premières estimations nationales, le PS et ses alliés totaliseraient 27% à 28% des voix, l’UMP et l’UDI recueilleraient 36 à 38% des voix, le Front national environ 24% et le Front de gauche entre 6% et 10%.

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  9. almabu sagt:

    Das Wahlergebnis wird durch die Addition der Ergebnisse von Bündnissen oder Partner-Parteien verzerrt. Da die FN als einzige alleine antritt sieht ihr Ergebnis wenig spektakulär, ja bescheiden aus. Rechnet man aus dem UMP-Ergebnis den Partner heraus, so ist es kaum besser als das der FN. Ähnliches kann man von der PS sagen, allerdings mit der Einschränkung, dass mehrere linke Parteien getrennt antraten. Würde man alle Linken zusammen zählen und die Rechten auch, dann entstünde wohl wieder ungefähr in etwa das alte, stabile 50:50 Ergebnis zwischen Links und Rechts in Frankreich, allerdings nur, wenn man die FN unberücksichtigt ließe? Rechnete man aber die Rechtsradikalen den Lagern zu, dann entstünde eine Zweidrittel-Mehrheit des rechten Lagers!

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