Départementswahlen 2015: Nur jeder 2. Franzose ging hin! Nichtwähler mit 51% größte Partei! Rechte verdoppelt, Linke halbiert sich!

Die Départements mit der höchsten Wahlbeteiligung waren Haute-Corse mit 66%, Corrèze (Hollande) mit 54% und Aude ebenfalls mit 54%.

Die Départements mit der geringsten Wahlbeteiligung waren die sozialen Brennpunkte  um Paris herum, Hauts-de-Seine mit 32%, Yvelines mit 29% und das bekannte Schlusslicht, schon im ersten Wahlgang,  Seine-Saint-Denis mit 25%. Dort ging nur jeder vierte Wahlberechtigte zur Wahl! Die haben sich aus der französischen Politik praktisch ausgeklinkt und das wirft Fragen auf…

BEITRAG WIRD IM LAUFE DES ABENDS AKTUALISIERT:

20:00 Uhr: LE FIGARO:  Großer Sieg der Rechten! (mit einem Bild eines strahlenden Sarkozy und eines verkniffenen Hollande)

Die Rechte könnte sich knapp verdoppeln, die Linke sich halbieren! Sarkozy, den die Franzosen vor ein paar Jahren zum Teufel jagten und statt dessen den farblosen Hollande wählten „is back“! Dazu haben Hollande und seine PS kräftig beigetragen.

Zur Einordnung der Wahlergebnisse folgende Liste:

UMP:
weniger als 60 Départements, Enttäuschung!
60-70 Départements, Sieg!
Mehr als 70 Départements, Dammbruch!

FN:
0 Départements von 101, Enttäuschung!
1 Département, Sieg!
3 Départements, Triumpf!

PS:
weniger als 30 Départements von 101, Katastrophe!
30 bis 40 Départements, Niederlage!
Über 40 Départements, Überraschung!

–––––

CSA Hochrechnung 20:00 Uhr:

UMP, UDI, MoDem = 66 – 70 Départements von 101!
PS = 27 – 31 Départements
FN = 0 -2 Départements

–––––

Premierminister Manuel Valls, PS hat den Sieg der Rechten früh im TV anerkannt und auf die Zerstrittenheit der Linken im ersten Wahlgang zurück geführt!

Marine Le Pen, FN hat ihr Ergebnis als Sockel, als Basis für künftige Erfolge verkauft.

–––––

Sarkozy ist es offenbar gelungen, sich gegen die rechte Politik des Duos Hollande, Valls als Alternative zu verkaufen!

Das ist der Offenbarungseid der französischen Politik: Drei mehr oder weniger rechte Parteien stehend anscheinend zur Wahl und man wählt die mittlere Lösung, die ein bisschen von den beiden anderen beinhaltet…

–––––
Die Linke halbierte sich und verlor mit 30 Départements trotzdem weniger als in den schlimmsten Hochrechnungen, wenngleich das symbolische Corrèze, „ihres“ Präsidenten Hollande.

Die FN errang am Ende kein einziges Département, trotz Millionen Wählerstimmen in den beiden Wahlgängen!

Die Rechte, gebildet aus UMP, UDI und MoDem war der große Sieger des Abends, als den sich aber vor den TV-Cameras Ex-Präsident Nicolas Sarkozy gerierte…

Resultat der Stichwahl vom 29.03.2015:

034 Départements für die PS (1 der UMP abgenommen!)
067 Départements für die UMP (28 der PS abgenommen!)
101 Départements insgesamt!

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3 Responses to Départementswahlen 2015: Nur jeder 2. Franzose ging hin! Nichtwähler mit 51% größte Partei! Rechte verdoppelt, Linke halbiert sich!

  1. almabu sagt:

    Die ganze erste Garde der PS erlebte ihr persönliches Waterloo, denn verloren gingen unter anderem:

    Das Corrèze, Wahlkreis des Präsidenten François Hollande, le Nord von Martine Aubry, la Seine-Maritime von Laurent Fabius, l’Essonne von Manuel Valls, die Côtes-d’Armor, regiert von den Sozialisten seit 1976, die Bouches-du-Rhône regiert von den Linken seit sechzig Jahren! Toute perdu…

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  2. almabu sagt:

    Das Wahlergebnis muss durchaus relativiert werden:

    2.146 Sitze für Rechtsblock UMP, UDI
    1.380 Sitze für Linksblock PS
    0.074 Sitze für Linksfront
    0.054 Sitze für FN, die rechtsextreme Front National
    0.026 Sitze für diverse Kleinparteien
    0.026 Sitze für die KPF, die Kommunisten
    0.014 Sitze für MoDem

    Angesichts dieser Ergebnisse ist der Hype um die FN schwer verständlich? Sie hat 74 Sitze errungen, ist die viertstärkste Kraft, okay, aber sie steht offenbar nicht vor der Machtübernahme wie manche uns dies zu verkaufen versuchen?

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  3. almabu sagt:

    Départementswahlen Frankreich: 1,1 Millionen Wähler oder 5,69% gaben leere Stimmzettel ab!

    Seit 2014 werden die sogenannten ‘vote blanc‘ als gültig gezählt, aber nicht durch leere Sitze in Parlamenten und Gremien gewertet, was eigentlich eine feine Sache wäre!

    Im Département Haute-Vienne, dem Spitzenreiter in dieser Sparte, gaben sogar 8,27% der Wähler einen leeren Stimmschein ab. Demokratischer kann man das Parteienangebot nicht ablehnen!

    Das berüchtigte Problemdépartement Seine-Saint-Denis, nördlich von Paris, lagt mit 7,94% ‚vote blanc’ an zweiter Stelle. Eine Wahlbeteiligung von 25%, nur jeder vierte Wahlberechtigte ging hin, von diesen gaben noch knapp 8% einen weissen Zettel ab. Das ist krasse Ablehnung!

    Es scheint, dass diese Menschen vom traditionellen Parteien- und Politikbetrieb enttäuscht und nicht mehr erreichbar sind?

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