Verlierer: Luis de Guindos, Rajoy, Spanien & Merkel!

Durch die nächtliche Kulmination der Griechenland-Debatte trat eine Entscheidung vom Montag ein wenig in den Hintergrund. Die Wiederwahl und Verlängerung des Vertrages des Niederländischen Wirtschaftsministers Jeroen Dijsselbloem (49) an der Spitze der Euro-Gruppe um zweieinhalb Jahre.

Auf diesen Job hatte sich seit langem der spanische Wirtschaftsminister und Ex-Goldman-Sachs-Banker Luis de Guindos beworben. Selbst der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte zumindest seit seiner Kurz-Wallfahrt mit Angela Merkel auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela für de Guindos antichambriert! Das wurde von den Spaniern als Anerkennung ihrer Sparleistungen und entsprechende Aufwertung ihres Gewichtes in Europas Diplomatie gesehen und gefordert. Nichts von dem wurde wahr!

Dijsselbloem wurde von den 19 Euro-Staaten am Ende einstimmig gewählt. Luis de Guindos ging vollkommen leer aus! Gerüchten zufolge soll es zunächst in einem ersten Wahlgang mit verschlossenen Umschlägen ein knappes Ergebnis von 10 zu 9 für den Niederländer gegeben haben. Danach optierte man angeblich für eine einstimmige Stimmabgabe mit dem bekannten Ergebnis. Nicht einmal Spanien habe also am Ende für seinen eigenen Mann optiert!

Dijsselbloem gilt nicht nur einer der härtesten „Falken“ bei den Spar-Fanatikern der EU, er stammt auch aus den „kleinen Niederlanden“ was ihm die Unterstützung einer Allianz kleiner Euro-Staaten sicherte, die den Einfluss der großen Staaten auf die Top-Jobs begrenzen wollten. Spanien besitzt die viertgrößte Wirtschaft der Euro-Gruppe, sowie die fünftgrößte Bevölkerung der EU und im Vergleich dazu recht wenig Einfluß…

Die zehn Unterstützer Dijsselbloems sollen die Staaten Österreich, Slowakei, Slowenien, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Holland, Litauen und Malta gewesen sein.

Für den Spanier hätten dann also Belgien, Deutschland, Finnland, Irland, Lettland,  Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien optiert.

Dies wird von Spanien ganz sicher als Affront verstanden werden und den südeuropäischen Euro-Kritikern neuen Zulauf verschaffen UND Rajoys Wiederwahl (im November?) erschweren. Ein weiterer Schritt hin zu einem Bruch des Euro-Raumes? Quien lo sabe..?

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