COP21: Paris wie Nordkorea?

Seit dem 13. November herrscht in Frankreich der Notstand. Davon sind sowohl alltägliche Gewohnheiten der Franzosen, wie auch demokratische Grundrechte betroffen. Für Politik und Polizei, die Ordnungskräfte eine feine Sache, so ein Notstand!

Heute beginnt die COP21, die Welt-Klima-Konferenz mit einem Gipfel von rund 150 Staats- und Regierungsschefs, die von den Millionen Parisern möglichst ungestört bleiben sollen. Dazu hat man von Heute 14 Uhr bis Montag 24 Uhr zu einmaligen Verkehrsverboten gegriffen. Einige Hauptverkehrsachsen in um um Paris sowie der Stadtring sind für den Privatverkehr in dieser Zeit vollständig gesperrt, mit der Ausnahme von 0:01 bis 05:59 Uhr in der Nacht. Sie stehen dem Sightseeing der Promis und Polizei und Militär exklusive zur Verfügung. Hätte man diesen Gipfel nicht auf den Mont-Saint-Michel in der Bretagne verlegen können und die Pariser in Ruhe lassen?

15.600 Polizisten bewachen 24 Stunden, rund um die Uhr, die Île-de-France und davon 6.300 die Hauptstadt Paris.

Es herrscht ein absolutes Demo-Verbot, ein Maulkorb für Franzosen und Gäste bis zum 13. Dezember, dem Ende der COP21.

Bis zum 13. Dezember herrscht im ganzen Großraum Paris ein absolutes Verkaufsverbot für brennbare Haushaltsartikel und Feuerwerkskörper, kein Brennspiritus zum Grillen, kein Petroleum für Lampen! Benzin und Diesel, Feuerzeuge und Streichhölzer sind aber erlaubt, was die Absurdität dieses Verbotes unterstreicht.

24 bekannten Umweltaktivisten ist für diese Zeit ein faktischer Hausarrest verpasst worden. Sie dürfen ihren Wohnort nur mit schriftlicher Genehmigung des Präfekten verlassen, also nie! Sie müssen von 20 Uhr bis 06 Uhr in ihrem Haus, ihrer Wohnung sein. Sie müssen sich zwischen 6 Uhr und 20 Uhr dreimal täglich bei ihrem zuständigen Polizeirevier melden.

Paris, die französische Hauptstadt, die Präsident Hollande für dieses Zeitraum gerne als Welthauptstadt bezeichnet, hat einen Maulkorb verpasst bekommen, soviel zu Menschenrechten, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit! Die Pariser sind zur Staffage degradiert worden, ähnlich wie Zootiere, an denen die Promis in ihren gesicherten Konvois vorbei rauschen.

Können Sie sich die Kommentare unserer „Journalisten“ vorstellen, wenn diese Maßnahmen von z.B. Putin während eines Gipfels in Moskau getroffen worden wären?

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5 Responses to COP21: Paris wie Nordkorea?

  1. Frankreich war schon immer für Diktatur, nun haben Sie es Dank ihre unfähigen Politiker erreicht was Sie wollten. Wie anno dazumal Degaul diente als schlechtes beispiel. Demokratie ist mal wieder abgeschafft. Ich verurteile die Französchiche Regierung und bedauere die als bauernopfer erwählte Fransözische Volk. Jedes Land verdient die Regierungsform, den Sie Verdienen.

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    • almabu sagt:

      Langsam, langsam Antonio! Die Türkei kann an Frankreich noch eine ganze Menge lernen und hat dies unter dem fast VERGESSENEN (?) Mustafa Kemal „Atatürk“ auch sehr erfolgreich getan…

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  2. almabu sagt:

    Geniale Franzosen zeigen Valls und Hollande „was Sache ist“!
    Wegen der verbotenen Demonstrationen anläßlich des Weltklimagipfels COP21 war die Kreativität und Rebellion der Franzosen gegen die Verbote gefragt und sie haben uns nicht enttäuscht:

    An der Place de la Republique stellen tausende Franzosen seit heute Morgen ihre Schuhe ab. Eine bildmächtige Demonstration von Schuhen, deren eigentliche Träger von Valls/Hollandes Demo-Verbot hinweg „gebeamt“ worden waren. Das ist tatsächlich Nordkorea, was Hollande da abzuziehen versucht!

    Und, statt der pauschal verbotenen Demonstrationen , windet sich eine wachsende Menschenkette durch Paris, die jetzt am frühen Nachmittag schon über zehntausend Teilnehmer umfassen soll, aber eine Demo ist es natürlich nicht, sondern ein spontanes Happening der Franzosen, die alles tun um Valls/Hollande lächerlich zu machen und es scheint ihnen zu gelingen?

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  3. almabu sagt:

    Wegen eines Brandanschlages auf das System der Signalanlagen ist der Bahnverkehr mit Hochgeschwindigkeitszügen wie Thalys, TGV und den Eurostar zwischen Brüssel und Lille, das heisst im Wesentlichen zwischen Belgien und Frankreich seit heute Morgen unterbrochen. Die Störung wird mindestens bis zum Nachmittag anhalten…

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  4. almabu sagt:

    Die massiven Verkehrssperrungen des Stadtringes und von Autobahnen und Verkehrsachsen in und um Paris hatten heute Morgen ein kurioses, unerwartetes Ergebnis zur Folge:

    Da viele Pariser die öffentlichen Verkehrsmittel (heute gratis!) benutzten oder gleich ganz zu Hause blieben, gab es statt der sonst üblichen 250km Stau am Morgen nur ganze 21km gemeldete Staus. Der Pariser Verkehr „flutschte“ wie nie!
    Straßenbauer aufgepasst: Mehr Straßen, Folge mehr Staus?

    „…À 8h30, lundi, le Centre d’information routière ne comptabilisait pourtant que 21 kilomètres de bouchons, contre 250 habituellement à cette heure…“

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