Ätsch, der Puigdemont hat’s gar nicht so gemeint!

Heute ist der Putschdämon am Ende seiner ersten Arbeitswoche als CAT-SEP-Präsident (etwa eines Drittels der Katalanen) angelangt und sieht die Dinge, für die er angetreten wurde, schon etwas entspannter. Ganz ähnlich geht es seinem Wirtschaftsminister, dem Leib- und Wortmächtigen Oriol Junqueras der ERC, doch dazu später.

Puigdemont* sollte die Unabhängigkeit, den Bruch, die Sezession  der spanischen Autonomie Katalonien vom Mutterland Spanien umsetzen, der CAT-SEP-Resolution vom November folgend und dies in 18 Monaten. Dann sollte es erste, freie Wahlen im Milch-und-Honig-Staat Catalunya geben. Das war das Wahlprogramm der CAT-SEP’s, das lag den Verhandlungen mit der handzahmen CUP zu Grunde, davon redete er noch bei seiner Inthronisierung durch Artur Mas in dieser Woche.

Am Ende seiner ersten Amtswoche ist Puigdemont beim CAT-SEP-Propaganda-Organ TV3 im Interview zu der – für einen CAT-SEP erstaunlichen – Erkenntnis gekommen, daß er

1.) keine „ausreichende Mehrheit“ für eine Unabhängigkeitserklärung bei den Katalanen habe, sondern nur eine „kleine Mehrheit“ um mit diesem Prozess irgendwie beginnen zu können.

2.) Daraus folge zwingend, daß er für die Umsetzung dieser Pläne länger als 18 Monate brauchen könne und deshalb die eigentlich geplanten Wahlen bei Bedarf leider, leider etwas verschieben müsse!

3.) keine einseitige Unabhängigkeitserklärung plane!

4.) er zunächst um mehr Unterstützung für die Unabhängigkeit werben müsse, da die 47,8% vom 27-S dafür keine hinreichende Legitimation bedeuteten! Das bedeutet dann ja wohl permanente CAT-SEP-Gehirnwäsche in den nächsten eineinhalb Jahren?

5.) weder der König, noch der spanische Ministerpräsident Rajoy, noch irgend einer seiner Autonomie-Präsidenten-Kollegen hätten ihn angerufen und ihm zu seinem Amt gratuliert, das sei ein sehr schlechter Stil, klagte der katalanische Victimist.

6.) hat er schon mal klar gestellt, daß Spanien keine Reformen realisieren könnte, die den katalanischen Forderungen entsprächen, an der Unabhängigkeit also kein Weg vorbei führe!

7.) trotzdem wolle die (leider, leider) notwendigen Brückenkontakte zum feindlichen spanischen Unterdrückerstaat nicht abbrechen, da man ja manchmal dringend Geld brauche.

8.) Puigdemont fühlte sich unaufgefordert dazu verpflichtet, seine absolut weisse Weste hinsichtlich der grassierenden CDC-Korruption hervor zu heben. Das Geld, die erheblichen Subventionen der Generalitat, das er für seine diversen Printmedien erhalten habe, sei während seiner unternehmerischen Tätigkeit als Verleger von kleinauflagigen Spezialtiteln in katalanischer Sprache erfolgt, wofür die Generalitat quasi automatisch zur Geldspritze griff, wenngleich er (leider) weit weniger abbekommen habe als die großen Printmediengruppen Kataloniens.

9.) Bezüglich seines ersten Haushaltsentwurfs für 2016 hatte er nur vage Allgemeinplätze anzubieten…

Sein Stellvertreter und Wirtschaftsminister der gewaltige Oriol Junqueras von der ERC hat sich das Thema Haushalt leicht gemacht. „Er brauche eine Woche dafür“, sagte er am Dienstag. Die ist bald um. Dann wird er wohl keine neuen Zahlen vorlegen, sondern in bewährter Manier den alten Haushalt einfach weiter laufen lassen, bis irgendwann das Geld ausgeht. Dann wird laut gerufen „Hilfe, Spanien beraubt uns!“

PS: Die Apotheker Catalunyas haben – meines Wissens – seit September kein Geld mehr gesehen, obwohl Madrid dies bereit gestellt hatte. Er wurde von der Generalitat für wichtigere Dinge gebraucht…
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*(Puigdemont könnte man auf Deutsch mit „Berghügel“ übersetzen)

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3 Responses to Ätsch, der Puigdemont hat’s gar nicht so gemeint!

  1. almabu sagt:

    Puigdemonts alter Kumpel und Partner wird Chef von Catalunya Ràdio!

    Sie kennen sich seit Jahren und sind Partner in einer gemeinsamen Beratungsgesellschaft für Kommunikationsmedien.

    Der Journalist Saül Gordillo wurde vom CCMA auf den seit Juli 2015 freien Posten eines Direktors der Sendergruppe von Catalunya Ràdio gesetzt.

    Puigdemont hat ganz sicher absolut nichts damit zu tun und wurde von der Nachricht aus den Medien total überrascht, wetten?

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  2. almabu sagt:

    MOODY’s stuft die Generalitat de Catalunya ab!

    Nach dem Regierungswechsel und den ersten Kommentaren der CAT-SEP’s wurde die Einstufung nach Ba2 / NP, d.h. auf negativ abgestuft.

    Man nimmt an, daß das Wirtschaftsklima unter dem CAT-SEP-Regime des Carles Puigdemont negativ beeinträchtigt wird, gerade was ausländische Investoren und deren Investitionen angehe.

    Man rechnet auch nicht damit, daß die spanische Zentralregierung den Unfug der Nationalkatalanisten auf Dauer zu finanzieren bereit sein wird.

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  3. almabu sagt:

    Neus Munté, Ministerin der Präsidentschaft der Generalitat de Catalunya singt das Lied ihres neuen Herren!

    Neuwahlen in 18 Monaten, ein Wahlversprechen und Eckpfeiler des CAT-SEP-Programmes, seien übertrieben! Es sei doch besser sich Zeit zu lassen und es besser zu machen! Wer wollte ihr da widersprechen außer den „verhinterten“ Wählern der Nationalkatalanisten?

    In einem Interview bei RACC1 hielt sie es ebenfalls für notwendig, zunächst die Basis der CAT-SEP’s zu verbreitern, die plötzlich über keine Mehrheit mehr zu verfügen scheinen, was sie jahrelang hartnäckig aber fälschlich behauptet hatten?

    Jetzt ginge es also vorerst einmal darum, zusammen mit den neuen Freunden der CUP, den Haushalt für 2016 auf die Beine zu stellen.

    Eine unabhängige Unabhängigkeitserklärung sei nicht geplant, damit es keine Probleme auf internationalem Niveau gäbe.

    Das klingt doch schon ganz anders als noch vor einer Woche, aber die neue Regierung der spanischen Autonomie Katalonien ist ja schließlich auch schon seit einer ganzen Woche im Amt.

    Inzwischen wurde auch bekannt, daß die Großväter des neuen Separatistenpräsidenten Carles Puigdemont auf das Engste mit der Franco-Diktatur verbandelt waren. Die Familie hat offenbar den richtigen Riecher für opportunistische Gelegenheiten?

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