Französischer Außenminister Laurent Fabius tritt zurück und wechselt in das Amt des Vorsitzenden des Verfassungsrates!

Dieser Wechsel sei mit Präsident François Hollande seit vielen Monaten abgesprochen, so wird berichtet. Auch seine engsten Mitarbeiter seien „am Packen“ und strebten ihre nächsten Posten an. Wenn alles also lange geplant ist, warum diese Geheimniskrämerei zum jetzigen Zeitpunkt?

Sein knapp vierjähriges Wirken wird in den französischen Medien als positiv beschrieben (obwohl er in der Ukraine zusammen mit Steinmeier öffentlich von den USA und „Fuck-the-EU-Nuland“ geradezu verarscht wurde!). Im persönlichen Umgang sei er ein „kalter Fisch“, arm an Empathie für seine Untergebenen, gewesen. Sein letzter Einsatz auf der internationalen Bühne war der Umweltgipfel COP21 im Dezember in Paris, den Frankreich (trotz oder wegen des Demo-Verbotes und Hausarrestes für Öko-Aktivisten unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes) auch als Erfolg wertet.

Laurent Fabius hat gewiss seinen Anteil am Zustandekommen der Vereinbarung mit dem Iran nach jahrelangen Verhandlungen. Er sei sehr lange gegen den französischen Luftwaffeneinsatz in Syrien und die Verlegung des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ ins östliche Mittelmeer gewesen, wurde aber vom letztlich kriegsgeilen Hollande übergangen, der anscheinend genau seine kleinen Zustimmungsaufschwünge in Umfragen nach Militäreinsätzen verfolgt.

Die Nachfolgefrage ist von großem Interesse, denn der Club um François Hollande wird täglich kleiner. Seine engsten und ältesten Mitarbeiter nähren Zweifel an der Loyalität von Premier Manuel Valls zu Präsident Hollande, denn dem ehrgeizigen Jüngeren werden eigene Ambitionen aufs Präsidentenamt 2017 unterstellt, die von Valls nicht kommentiert werden, was ja aber nun auch nicht gerade bedeutet, „daß er keine Lust dazu hätte, gegen Hollande anzutreten“! Jedenfalls könnte Valls nicht ohne zuvorigen Putsch gegen Hollande, oder dessen zuvorigen Resignation als Kandidat antreten, frei nach dem Motto: „Es kann nur Einen geben!“

Laurent Fabius muss sich aber noch ein paar Tage gedulden, bevor er endgültig sein Stadtschloß am „Quai d’Orsay“ verlassen kann, denn der oder die Nachfolgerin, die Präsident Hollande bis Freitag ernennen wird (die kleinen Freuden des alten Mannes, á la „ich weiss etwas, was ihr..“), muss noch bis kommenden Mittwoch formell von der Nationalversammlung und dem Senat bestätigt werden.

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