Wer sind die Straßenreiniger von Madrid?

In Madrid läuft zur Zeit “die Säuberung” der Namen von Straßen und Plätzen der Stadt von Namen, die zu Franco-Zeiten für verdiente Faschisten erfolgten. Dazu gehört z.B. die “Straße der Gefallenen der Blauen Division”, spanischen Freiwilligen, die an der Seite der Deutschen Wehrmacht in Russland gegen Stalin kämpften. In Spanien wird die Blaue Division als Kompromiss bezeichnet, mit dem Franco das Land aus dem Status eines Verbündeten der Wehrmacht und damit offiziell aus dem Krieg heraus gehalten habe, eine läßliche Sünde also.

Diese Aktion ist nicht unumstritten, denn zum Einen werden seit Jahrzehnten bekannte Namen aus dem Stadtbild getilgt mit dem die Madrileños konkrete Straßen und Plätze ihrer Stadt verbinden, zum Anderen war es ein Grundkonsens, eine vertragliche Bedingung des Übergangs von der Diktatur zur Demokratie, in den 70ern Jahren die Vergangenheit ruhen zu lassen. Der Spanische Bürgerkrieg und die darauf folgende Franco-Diktatur sind im Land weder politisch noch juristisch je aufgearbeitet worden und noch immer schlummern Opfer unbekannt in bekannten Massengräbern und bis heute durfte noch jede alte Faschistenfamilie ihre damals “zusammengeraubten Güter” behalten! In diesem Sinne also hauptsächlich Kosmetik…

Beispiele von Namen von Faschisten, die bis in unsere Zeiten reichen, sind z.B. – vom Sport her bekannt – der von Santiago Bernabéu, dem Ex-Präsidenten und Namensgeber des Stadiums von Real Madrid und der von Juan-Antonio Samaranch, dem Ex-IOC-Präsidenten und Vater der Olympiade von Barcelona 1992.

Bei dem Straßenumbenennungsmätzchen, der intellektuelle Straßenreinigung, in Madrid sollen rund 250 Straßen und Plätze umbenannt werden, von Namen, Persönlichkeiten, Organisationen die „irgendwie“ mit der Franco-Diktatur in Verbindung gebracht worden sind.

EL PAÍS veröffentlichte diese Namen Gestern. Darunter sind u.a. die Katalanen Josep Plá (Schriftsteller) und Salvador Dalí (Maler).

Inzwischen hat die (anscheinend überforderte?) Bürgermeisterin von Madrid Mariana Carmena zugesagt, die Aktion zu stoppen.

Diese Aktion und deren Vergabe an die Universitad Complutense ist nun selbst ins Gerede gekommen. Sie wurde freihändig vergeben zu einem Auftragswert von 17.999 € und damit genau einen Euro unter der Grenze, die eine öffentliche Ausschreibung erforderlich gemacht hätte.

Der verantwortlichen Person wird inzwischen öffentlich vorgeworfen, weder Spanierin noch Professorin zu sein, sondern eine in Cuba geborene Stieftochter von Fidel Castro, was sie offenbar im Nachhinein für diese Aktion als untauglich erklären soll?

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