Merkel möchte, daß in Syrien alles beim Alten bleibt!

Zugegeben, ganz so drastisch drückte sie es nicht aus, „es würde jedenfalls viele, viele Menschen beruhigen, wenn in Aleppo und im Gebiet bis zur Türkei* eben niemand mehr umkommen müsste und nicht weitere Menschen sich auf die Flucht machen müssten.“ (Zitat: SPON), aber verlogener hätte sie es auch kaum ausdrücken können!

Die Millionen Flüchtlinge in und um Syrien herum sind unter den Bedingungen der letzten vier, fünf Jahren geflohen, in denen es keine russischen Jets über Syrien gab, wohl aber Terrororganisationen, die von der Türkei, Saudi Arabien, Frankreich, dem UK und den USA offen mit Geld, Waffen, Aufklärung und Logistik unterstützt wurden, beim Versuch des Regime-Change á la Arabischer Frühling. Assad wurde von Russland und dem Iran unterstützt. Unter diesen Bedingungen gab es bisher circa eine viertel Million Tote in Syrien und die haben hier in Deutschland und der EU niemanden gestört, bis die ersten Flüchtlinge kamen.

Es ist natürlich völlig klar, daß dies alles Putin’s Schuld ist. Er ist selbst für die Flüchtlinge verantwortlich, die schon in Deutschland ankamen, BEVOR das erste russische Flugzeug am syrischen Himmel auftauchte. Die Türkei ist seit Jahren Kriegspartei in Syrien, den IS offen unterstützend und die Kurden offen bekämpfend. Eine Flugverbotszone über einem Gebiet Syriens an der Grenze zur Türkei gelegen,wie Erdogans Sprachrohr Merkel sie jetzt fordert, bedeutete praktisch nichts anderes als eine faktische Ausweitung des türkischen Territoriums, eine de-facto-Annektion eines Teils Syriens durch die Türkei.

Die USA müssen dringend mit der Türkei sprechen, Klartext sprechen und entweder deren territoriale Ambitionen ruhen lassen oder deren NATO-Mitgliedschaft. Es kann doch wohl nicht sein, daß sich der Westen von Erdogan in einen heissen Krieg ziehen lässt, es sei denn, wir wollten das sowieso schon lange…
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*Es geht hier nicht etwa um „irgendeine Flugverbotszone“, sagen wir mal an der syrisch-irakischen oder syrisch-jordanischen Grenze oder gar um eine Enklave, einer sicheren Insel innerhalb Syriens, nein es geht um einen konkreten Sperriegel von Aleppo zur türkischen Grenze und da merkt man dann schon, daß es Frau Merkel oder ihrem türkischen Herrn und Einflüsterer um strategisch-taktische Gebiete und nicht um humanitäre Anliegen geht!

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3 Responses to Merkel möchte, daß in Syrien alles beim Alten bleibt!

  1. almabu sagt:

    Im UN-Sicherheitsrat wurde Gestern von Russland das Verhalten des Kriegsteilnehmers Türkei in Syrien thematisiert und deren Verbündete UK, Frankreich und USA dazu aufgerufen, mäßigend auf die Türkei einzuwirken. Ob das Erdogan zur Vernunft bringt?

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  2. almabu sagt:

    Wenn eine Kriegspartei in einem Nachbarland eine Sicherheitszone aka „No-fly-zone“ fordert, die an die eigene Grenze anstösst, dann sollte automatisch eine entsprechende Sicherheitszone auf eigenem Territorium eingerichtet werden, die von der UN überwacht garantieren soll, daß es sich nicht einfach um eine de-facto-Annektion fremden Territoriums handelt!

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  3. Jakobiner sagt:

    Auch nicht ungefährlich, was Merkel unisono mit Erdogan fordert:
    Frank Walter Steinmeier warnte vor einigen Monaten schon vor einer „Internationalisierung des Syrienkonfliktes“. Nun ist dieser schon sehr international: so alle Grossmächte und Regionalmächte sind darin aktiv involviert, die USA liefern Waffen an syrische Rebellen, die Türkei und Saudiarabien liefern den sogenannt “gemässigten Rebellen” — ein Euphemismus für solche islamistischen Gruppen wie Jayesh el Fatah (Armee der Eroberung), Jayesh el Islam (Armee des Islam), Ahram al Sham, Muslimbrüder und andere exotische Islamistengruppen, während die säkulare Freie Syrische Armee (FSA) weitestgehend marginalisert ist– Waffen und finanzielle Unterstützung, Iran hat eigene Revolutionsgarden entsandt, die Hisbollah kämpft mit, die PKK versucht über die YPG einen Kurdengürtel in Nordsyrien zu erkämpfen (Rojava), die US-geführte Anti-IS-Koalition fliegt Bombenangriffe gegen den IS über syrischem und irakischen Gebiet und nun hat Russland seine eigene Luftwaffe entsandt, um an der Seite Assads mitzubomben. Gemeint ist dabei, dass nun auch die Türkei und Saudiarabien ankündigen Bodentruppen entsenden zu wollen, was sie in direkte Konfrontation mit Russland, Iran und Assad brächte und wie schnell das geht hat man auch bei dem Abschuss der russischen Militärmaschine seitens der Türkei gesehen. Jedoch dürften sie dies ohne US-Unterstützung- und Führung nicht machen, zumal sie auch von der NATO zurückgehalten werden. Dennoch forderte Erdogan von den USA sich zwischen den Kurden und dem NATO-Miglied Türkei zu entscheiden, was man als Ankündigung lesen kann, dass die Türkei eine eigenständigere und unberechenbarere Rolle spielen könnte, sollten die USA nicht auf seine Ansprüche eingehen.

    Gestern meinte der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Kujat bei Anne Will im ARD, dass es ohne die Existenz von Atomwaffen schon längst zu einem neuen Weltkrieg gekommen wäre und die Eskalationsgefahr extrem sei. Ähnlich äusserte sich Fritz Pleitgen im Presseclub der ARD, der meinte, dass die Gefahr eines grossen Krieges zwischen den Weltmächten durchaus real sei. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sprach Russlands Ministerpräsident Medjedew offen von einem Rückrutschen in „einen neuen Kalten Krieg“ und dass er sich 2016 vorkomme, als wäre es 1962.Russlands Regierung wiederum hat vor einem neuen Weltkrieg gewarnt, sollten westliche Staaten oder mit ihnen Verbündete Staaten sich in Syrien direkt einmischen.Von daher kommt einem Syrien immer mehr vor wie der Balkan vor dem Ersten Weltkrieg—ein Funke kann sich da schnell entzünden. Der einzige Unterschied ist, dass die USA und die NATO der Türkei noch keinen Blankoscheck für eine Invasion in Syrien gegeben haben, wie dazumal das kaiserliche Deutschland Österreich gegen Serbien. Nun werden neuerdings auch wieder Flugsverbotzonen vorgeschlagen wie etwa von der Türkei und nun Angela Merkel. Fraglich gegen wen diese sich richten sollen. Sollen russischen und syrischen Flugzeugen der Luftraum verwehrt werden und durch wen, wenn nicht durch die USA? Ein Vorschlag auch nicht ohne Brisanz.

    Viel wird daran hängen, wer nächster US-Präsident wird. Unter Hillary Clinton, Ted Cruz und Marco Rubio dürfte eine interventionistischere und aktivere Rolle der USA zu erwarten sein, Trump und Bernie Sanders sind da zurückhaltender, auch offener für Russlands Rolle in Syrien wie sie auch nicht an dem Ziel festhalten, dass Assad unbedingt abtreten müsse. Jedenfalls sollte man die Äusserungen des Vorsitzenden des US-Generalstabs (Joint Chiefs of Staff) Dempsey, wonach Kriege zwischen Grossmächten, unausgesprochen: Russland und China mit den USA, wieder denkbar seien, nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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