Frankreich: Neue Gesichter gewünscht!

Der amtierende, unbeliebteste französische Präsident der Nachkriegszeit, François Hollande, würde einer neuen Umfrage (IFOP-FIDUCIAL vom 17.-19.02.2016) zu Folge die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr 2017 unter realistischen Bedingungen wohl nicht erreichen!

Da stellt sich natürlich zwangsläufig die Frage nach einem anderen Kandidaten der PS, aber noch mehr nach einem anderen Wahlprogramm und einem Kandidaten der den Franzosen glaubwürdig erscheint, dieses umzusetzen. Auch ein möglicher Kandidat Manuel Valls, derzeit Premierminister, wäre selbst für einen Teil der PS unwählbar.

Aber auch die Miene von Sarkozy wollen sich die Franzosen gerne ersparen, „den hatten wir schon!“

So sähen die verschiedenen Szenarien für den Ersten Wahlgang aus, die in der Umfrage vorgestellt worden waren:

Alain Juppé kandidiert für die LR:

1.) 30% Alain Juppé, LR
2.) 27% Marine LePen, FN
__________
3.) 16% François Hollande, PS, raus!

Sollte François Bayrou, Md, nicht kandidieren, sähe es so aus:

1.) 35% Alain Juppé, LR
2.) 28% Marine LePen, FN
__________
3.) 18% François Hollande, PS, raus!

Sollte für die LR Nicolas Sarkozy kandidieren:

1.) 25% Marine LePen, FN
2.) 21% Nicolas Sarkozy, LR
__________
3.) 18% François Hollande, PS, raus!

Sollte für die LR François Fillon kandidieren:

1.) 28% Marine LePen, FN
2.) 18% François Fillon, LR
__________
3.) 18% François Hollande, PS, vermutlich raus!

Stünde François Hollande als einziger Kandidat einer (unwahrscheinlichen und mit ihm unglaubwürdigen) Union der Linken, ohne eine Kandidatur von Mélenchon und den Ökos zur Wahl, dann hätte er eine Mini-Chance, die zweite Runde, die Stichwahl zu erreichen:

1.) 28% Marine LePen, FN
2.) 22% François Hollande, PS
__________
3.) 21% Nicolas Sarkozy, LR

Es scheint also, als ob die Franzosen die alten Polit-Gesichter satt hätten und Neue sehen wollten, selbst dann, wenn es sich dabei um das von Marine LePen handeln sollte?
Weiter fällt auf, daß die Franzosen im Prinzip die Wahl zwischen einer Rechten und Ultra-Rechten Regierung haben würden und die Linke sozusagen nicht mehr stattfände! Die Linke müsste – um Le Pen zu verhindern – die Republikaner wählen!

Hoffentlich fällt den Franzosen noch etwas anderes ein?

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7 Responses to Frankreich: Neue Gesichter gewünscht!

  1. Jakobiner sagt:

    Naja, ob Juppe für die Sozialisten so Hollande ersetzen und über Le Pen und Srakozy siegen könnte. Ich habe eher den Euindruck, dass nach Hollande eher Sarkozy der starke Mann wird, auf den alles zuläuft und der dann auch mit den Stimmen der Sozailsten im zweiten Wahlkampf gewähklt werden soll. Dann aber eben interessant, dass Sarkozy nach dieser Umfrage gegen Le Pen untergehen würde–im gegensatz zu le Pen. Aber diese Stimmenumfragen beziehen sich ja wohl nicht auf eine zweite Wahlrunde, oder? Gut möglich, dass nicht nur Hollandes Stenr untergegangen ist, sondern auch Sarkozys Starhlkraft–vielleicht auch nach dem letzten Justizskandal-stark nachgelassen hat, um das Lager der Rechten zu einigen.Laut diese Umfrage müsste man Juppe gegen Le Pen in Stellung bringen–ob das nicht wishful thinking ist?!

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  2. almabu sagt:

    Sarkozy hat sich in den LR noch lange nicht durchgesetzt. Das ist kein Selbstläufer für ihn, zumal gegen ihn wegen unerlaubten Überschreitens des Höchstbetrages der gedeckelten Wahlkampfgelder ermittelt wird. Er hat gewonnen, weil er gedopt war, sozusagen ;-)
    Dieser Umfrage, die sich logischerweise nur auf den ersten Wahlgang beziehen kann, weil es im zweiten Wahlgang nur noch zwei Kandidaten gibt, zu Folge hätten die Franzosen nur die Wahl zwischen Mitte-Rechts, Rechts und Extrem-Rechts.
    Ich denke, die PS müsste mit einem glaubwürdigen Kandidaten und einem sozialistischen Programm antreten um überhaupt eine (kleine) Chance zu haben. Es kann am Ende aber auch dazu kommen, daß Teile der PS als kleineres Übel den Kandidaten der LR wählen um Le Pen und die FN zu verhindern?

    PS: Der aus der FN „rausgeschmissene“ Parteigründer Jean-Marie Le Pen ist nicht nur für den BREXIT des UK, sondern auch für den FRAXIT, den Austritt Frankreichs aus der EU!

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  3. almabu sagt:

    Die Telefonate von Sarkozy und Merkel wurden von der NSA abgehört: https://youtu.be/2bsdkj_JkYs
    Damals gab es sie offenbar noch, die Deutsch-Französische Freundschaft? Sein Nachfolger fährt lieber mit dem Roller durchs nächtliche Paris um seinen Hormonhaushalt zu regeln…

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  4. Jakobiner sagt:

    Die Frage ist, ob Marine Le Pen nicht auch für einen FRAXIT ist. Aus dem Euro und der NATO will sie aussteigen, aber auch aus der EU? Oder gibt es dann auch ein Referndum ala GB? Ich glaube aber die meisten Franzosen würden in der EU bleiben wollen–das dürfte anders sein als bei Camerons Insel.Ich glaube, so eindeutig wie ihr Vater hat sie sich da noch nicht positioniert.

    Zum Front National noch als Lesetip:

    http://www.global-review.info/2015/12/07/front-national-sieg-gefahr-des-endes-der-eu-einer-eurasischen-achse-und-eines-neuen-faschismus/

    http://www.global-review.info/2015/12/09/der-front-national-eine-faschistische-partei/

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  5. Jakobiner sagt:

    Wofür steht eigentlich Juppe politisch? Was könnte er politisch gegen Le Pen in die Waagschale schmeissen?Das wäre auch mal zu klären.Unter Sarkozy und Hollande gab es ja keine wirtschaftlichen Reformen, wäre Juppe da anders? Oder gehört er zum etatistischen ENA- Cliquensystem? Für mich hört sich das eher an wie alter Wein in neuen Schläuchen–das dürften viele Franzosen auch so sehen.Die Wirtschaft Frankreichs stagniert weiter, die Arbeitslosigkeit steigt, die Taxifahrer begehren gegen Uber auf–eine Sturmschwalbe, was uns noch an Protesten angesichts der Digitaliserung und von Industrie 4.0 ins Haus stehen wird- und die USA haben Frankreich erstmals in der Geschichte als bedeutendster Handelspartner Deutschlands abgelöst.Das alles ist natürlich Wasser auf die Mühlöen des Front Nationals.

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  6. Jakobiner sagt:

    Was auch eine neue Entwicklung ist: Inzwischen gibt es bei Frankreichs Eliteuniversitäten ENA und PoliticScience auch offen auftretende Elitezellen des Front Nationals. Bisher hielten sich diese Akademiker bedeckt, da sie ihre Karriereaussischten nicht gefährden wollten. Inzwischen treten sie mit Erstarken des FN offen aus der Tarnung und wollen die akademische Debatte mitbeieinflussen.

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  7. Jakobiner sagt:

    Deutliches Zeichen für diese „Intellektualisierung“des Front Nationals:

    „Jean-Pierre Masseret, trotz gegenteiliger Parteiorder aus Paris seine Kandidatur aufrecht. Deshalb könnten dem republikanischen Bewerber Philippe Richert am Sonntag entscheidende Stimmen der Linken fehlen, um den FN-Kandidaten Florian Philippot abzufangen. Der 34 Jahre alte Partei-Vize, ein Absolvent französischer Elite-Universitäten, gilt als einflussreichster Vertrauter von Parteichefin Le Pen.“

    http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreich-alle-gegen-le-pen-sonst-droht-der-buergerkrieg-1.2778711

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