„Genug ist genug!“ Martine Aubry, PS, Attacke gegen François Hollande, Dolchstoß oder Verzweiflungsakt?

Der französische Präsident François Hollande und sein Premierminister Manuel Valls setzen eine lupenreine rechte, ja neoliberale Politik um, von Sozialismus keine Spur. Das gilt für die Terrorbekämpfung durch Ausnahmezustand in Frankreich, die Aberkennung der französischen Staatsangehörigkeit für des Terrorismus  verurteilte Straftäter. Die freimütige Beteiligung an allerlei Militäraktionen in fremden Ländern im Schlepptau der USA, intensiver Rüstungsexport und jetzt auch für die Verschärfung des Arbeitsrechtes durch Abbau des Schutzes der Beschäftigten.

In einem Jahr sind Präsidentschaftswahlen und in der PS regt sich Unzufriedenheit und Widerstand. Jetzt hat eine führende Vertreterin der Linken in der PS, die Bürgermeisterin von Lille (Nord) Martine Aubry zusammen mit 16 anderen Unterzeichnern, wie z.B. Daniel Cohn-Bendit, offen protestiert.

Es reiche jetzt, es sei genug der neoliberalen Schweinereien des Duos Hollande-Valls die überdies auch mögliche Konkurrenten um das Amt des Präsidenten sein könnten. Hollande und Valls schwächten Frankreich, sagt Aubry.

Martine Aubry und ihr nahestehende Politiker wollen deshalb aus Protest ihre Ämter in der Führung der Regierungspartei PS niederlegen! Die Frage ist, ob sie einen Plan haben, ob evtl. eine Spaltung der PS droht.

Aubry soll gar gefordert haben, der zukünftige Präsidentschaftskandidat der PS solle sich Parteiinternen Vorwahlen stellen, was keinesfalls ein „Selbstläufer“ für François Hollande wäre.

Der Ex-Minister Jack Lang nennt dies einen „Dolchstoß“ gegen den im Ausland weilenden Präsidenten Hollande, er kehrt erst heute aus Südamerika zurück. Anstatt sich mit der Politik der Regierung auseinander zu setzen wird Martine Aubry jetzt von Lang der Vorwurf gemacht, daß ihre Aktion ein „Dolchstoß“ nicht nur gegen den Präsidenten Hollande, sondern auch gegen die Linke und das ganze Land Frankreich sei. Eine Aktion und ein Vorwurf dieser Größe müsse von einem politischen Projekt begleitet sein, das er nicht sehe? Hier wären schlicht Egos aufeinander geprallt, ohne Solidarität, ohne Respekt, zum Schaden aller! Die PS sei nun in Gefahr zu zerbrechen, zu sterben!

Gleichzeitig verkündete die Allzweckwaffe des François Hollande, seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter seiner vier Kinder und derzeitige Umwelt- und Energieministerin Frankreichs Ségolène Royal an, künftig die Laufzeiten der französischen Kernkraftwerke um zehn Jahre von 40 auf 50 Jahre zu verlängern. Eine Frau mit Überzeugungen und Grundsätzen halt..

Das bedeutet dann wohl auch eine erneute Verschiebung der Schließung von Frankreichs ältestem Schrottreaktor Fessenheim im Elsaß an der deutschen und schweizerischen Grenze, nahe den Städten Basel und Freiburg, die bisher nach mehreren Verschiebungen und Laufzeitverlängerungen für 2018 geplant war?

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26 Responses to „Genug ist genug!“ Martine Aubry, PS, Attacke gegen François Hollande, Dolchstoß oder Verzweiflungsakt?

  1. Jakobiner sagt:

    G-20-Treffen in Shanghai. Die Mantra: Strukturreformen müssen her! Interessant dazu die Kommentare zu dem Artikel:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-strukturreformen-lasst-taten-sprechen-14092985.html

    Jedenfalls tut sich Schäuble hier als Avangardist von Strukturreformen hervor, die für Deutschland weitere Deregulierung, „Liberalsierung“des Arbeitsmarkts, Abbau von Sozialstaat,etc, bedeuten, als habe es unter der Aganda 2010 von Schröfer noch nicht genug gegeben, Gabriels taktisches Manöber vor der Wahlen, das die Linkspartei als keynesianistisches und soziales Investitionsprogramm schion seit langem fordert, eben nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für Deutsche wird unisono von CDU und CSU abgelhent.Valls tut hier eignetlich nur, was der G-20.-Gipfel als Internationale der Austeritätspolitik und des IWF-Neoloberalismus (Lagarde bleibt IWF-Präsidentin)fordert.
    Was da auf uns zukommt, hat Hans Olaf Henkel von Alfa als Vortrupp der Neoliberalen schon in einem programmtsichen Artikel in der FAZ gefordert:Die Entfesselung des Marktes und die Schleifung aller Arbeiterrechte und des Sozialstaats total:Viele Linke sehen in der Flüchtlingswelle nun die Chance für ein keynesianistisches staatliches Investitionsproramm in Infrastruktur, Bildungswesen, sozialen Wohnungsbau, für eine Beendigung der Austeritätspolitik und einen Ausbau des Staats, des Sozialstaats und der Verwaltung—nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für die bisher benachteiligten Deutschen. Ob es dazu kommt ist fraglich, denn es wird getan, als sei das Ende des Neoliberalismus nach der Finanzkrise schon erfolgt, dabei erhebt er gerade wieder sein keckes Haupt. Heute ist dazu ein programmatischer Beitrag von Hans Olaf Henkel in der FAZ abgedruckt. Er fordert angesichts der Flüchtlingswelle, nun die Kräfte der Marktwirtschaft zu mobilisieren, eine “Entfesselung der Marktkräfte”, der Markt soll nun uneingeschränkt herrschen und alles regeln. Mindestlöhne, Arbeitsschutz, „Rund-um-Versorgungsstaat“, also Sozialstaat und soziale Marktwirtschaft, sogenannt bürokratische Regeln, Sozialwohnungsbau, etc. seien alles planwirtschaftliche und sozialistische Massnahmen, die nicht zielführend seien und auf den Müllhaufen der Geschichte gehörten–Näheres unter:

    http://www.global-review.info/2016/02/11/neoliberale-oder-keynesianistische-losung-der-fluchtlingskrise/

    Aber was Henkel, Schäuble und die CDU/CSU und Alfa und FDP ohnehin fordern, will nun auch Valls für Frankreich. Das ist G-20-Konsens!

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  2. almabu sagt:

    Das Gesetz „loi de transition énergétique (LTE) vom August 2015 würde mit der Verlängerung der Laufzeiten unterlaufen. Es soll der Anteil der Kernkraft am französischen Energiemix von derzeit 75% auf 50% heruntergefahren werden. Bei abgeschriebenen AKWs kann dann für zehn Jahre nochmals richtig „Schotter gemacht werden“!

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  3. almabu sagt:

    Die christlich-sozialdemokratische Große Koalition von CDU/CSU-SPD in Deutschland, die post-francistische Volkspartei Partido Popular, PP in Spanien und die sozialistische Partei PS in Frankreich machen im Prinzip die gleiche, aus den USA auf-oktroyierte neoliberale Wirtschaftspolitik und das führt zum Verschleiss des gewohnten demokratischen Parteienspektrums und hin zu neuen außerparlamentarischen und im Zweifelsfall undemokratischen politischen Lösungen, einfach ein SCHEISSSPIEL!

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  4. almabu sagt:

    Das heftig umstrittene neue Arbeitsgesetz „loi El Khomri“, populär benannt nach der zuständigen Ministerin, wird jetzt nicht wie geplant am 9. März sondern erst am 24. März ins Französische Parlament gebracht „um eevntuell noch einige Änderungen und Ergänzungen einbringen zu können.“

    Den Kritikern genügt das nicht. Sie wollen das Gesetz weg haben!

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  5. almabu sagt:

    Einer aktuellen Umfrage zu Folge haben der französische Präsident François Hollande und sein Premierminister Manuel Valls einen neuen Tiefstand auf der Beliebtheitsskala der Franzosen erreicht.

    Für Hollande waren nur 17%(-7%), für Valls nur 29%(-3%). Beide stürzten innerhalb eines Monats auf ihren niedrigsten je gemessenen Wert ab.

    Beide wurden beim Besuch der Landwirtschaftsmesse von den unzufriedenen Bauern hart angegangen.

    Präsident Hollande holt als amtierender Präsident bei den Linken insgesamt sogar nur 13% Zustimmung! In seiner eigenen Partei PS sind es immerhin noch 55%.

    83% (4/5! )der Franzosen erklärten KEIN Vertrauen in Hollande als Präsidenten der Republik zu haben!

    70% (7/10!) der Franzosen sind mit Premier Valls unzufrieden.

    Am schlechtesten kommt jedoch die Arbeitsministerin Myriam El Khomri weg, zu der nur 11% (1/10!) der Franzosen Vertrauen haben.

    Das öffentlich nach ihr benannte geplante neue Arbeitsgesetz (gerade auf den 24. März verschoben) hat wegen seiner zahlreichen Verschlechterungen und Verschärfungen für die Arbeitenden sicher zu dieser Negativeinschätzung beigetragen? (Harris Interactive für LE FIGARO)

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  6. Jakobiner sagt:

    Angesichts dieser Lage können desperate Zeiten auch nur noch desperate Lösungen hervorbringen. Da hilft wohl nur noch die Wiedergründung der Naturgesetzepartei der yogischen Flieger in Frankreich:

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  7. almabu sagt:

    BK Angela Merkel wird Freitag, den 4. März um halb elf im Elysée-Palast in Paris beim Franz-Präsi François Hollande aufschlagen um den EU-Türkei-Gipfel vorzubereiten, der am Montag, den 7. März in Brüssel über die Bühne gehen soll.

    Die EU sucht immer noch nach einer gemeinsamen Haltung in der gravierendsten Flüchtlingskrise ihrer Geschichte. Das Treffen war während des Brexit-Gipfels am 19. Februar vereinbart worden.

    Zwar waren sich damals alle einig, daß es eine europäische Lösung geben müsse, nicht jedoch darüber, daß man diese Frage zusammen mit der Türkei beraten müsse. Inzwischen gab es nationale Initiativen und vorgeschlagene Scheinlösungen á la Österreich (max. 68 Asylanträge pro Tag!) aber Merkel, Hollande und Juncker sind sich anscheinend darin einig, daß eine gute und intelligente Lösung nur MIT der Türkei gefunden werden könne. Also, dann mal los…

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  8. Jakobiner sagt:

    Da Frankreich keine Flüchtlinge aufnehmen will, kann es eigentlich keine europäische Kontingentlösung mehr geben–bedeutet: Die Griechen und die Türken sollen dann alle aufnehmen, dafür gibt´s Milliarden, um eine „humanitäre Katastrophe“dann zu verhindern oder einzudämmen. Ändert Hollande dann das Non seines Valls oder Merkel ihr „Wir schaffen das!“?

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  9. Jakobiner sagt:

    Nach den mehr islamophoben Werken Michael Holbeques und Eric Zenmours „Der franzöische Selbsmord“ hat sich jetzt Emmauel Todd mit seinem islamverteidigenden Buch „Wer ist Charlie? Die Anschläge von Paris und die Verlogenheit des Westens“wieder zu Wort gemeldet.Sein Fazit: „Bei den Solidaritätsbekundungen für Charlie Hebdo haben sich Demokraten und Antidemokraten untergehakt, um gegen den Islam zu demonstrieren. Nicht um die Freiheit generell ging es, sondern um die Freiheit, den Islam zu verhöhnen“.Einem Teil der Demonstranten wirft er vor die Werte der französischen Revolution zu verraten. Er stellt dann die These auf, dass vor allem „Zombiekatholische“inegalitäre Mittelschichten die neuen Reaktionäre wären.Vielleicht etwas abgespact, aber mal eine interessante Gegenstimme im französischen Mainstream-Chor des Ausnahmezustands.

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  10. Jakobiner sagt:

    Ganz interessanter FAZ-Artikel über einen französischen Soziologen und dessen neues Buch, in dem er Marine Le Pens Machtergreifung schildert–auch das Erscheinungsdatum ist kein Zufall

    „Es ist Wahrsagerei und Wahlkampf zugleich. „Das Erdbeben“ erscheint wenige Tage nach einem Aufruf, den der Verfasser zusammen mit der Sozialistin Martine Aubry und ein paar Vertretern der Linken und Grünen – auch Daniel Cohn-Bendit – veröffentlichte, natürlich in „Le Monde“. Das Pamphlet ist eine Kampfansage an die Regierung. Es könnte zur Spaltung der Sozialistischen Partei führen. Die Verfasser fordern eine Vorwahl für die Bestimmung des Präsidentschaftskandidaten im linken Lager.“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ein-franzoesischer-soziologe-albtraeumt-von-marine-le-pen-14111322.html

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    • almabu sagt:

      Das Buch ist einer der in Frankreich nicht ungewöhnlichen, ja beliebten Schnellschüsse, die aus der aktuellen Ausgangslage eine kurzfristige fiktive Zukunftsprognose ableiten, Hauptsache unterhaltsam und etwas zum „darüber Reden“.
      Weniger als Marine Le Pen sehe ich die französische Wirtschaft, ihr Zustand und die Forderungen der EU (und damit auch Deutschlands!) als unmittelbare Gefahr für François Holland, aber mehr noch für die PS! Ich glaube, im Ernstfall würden Teile der PS die LR wählen, zumindest wenn dort nicht Sarkozy kandidiert, sondern zum Beispiel NKM (Natalie Kosciusco-Morizet) und diesen Mitte-Rechten ein moderneres, weibliches Gesicht gäbe?

      PS: Eben lese ich, „sie hat ihr Hütchen in den Ring geworfen“ und kandidiert (als 9. Kandidat/in!) gegen Sarkozy und die anderen alten Männer um die Kandidatur der LR! Das sind die bisherigen Kandidaten: Alain Juppé, François Fillon, Bruno Le Maire, Nadine Morano, Jean-François Copé, Hervé Mariton, Frédéric Lefebre und Jean-François Poisson. Der Präsident der Les Républicains, Nicolas Sarkozy, wird vermutlich auch noch ins Rennen einsteigen, ebenso wie Michèle Alliot-Marie als dann dritte Frau, wenn ich das richtig sehe?

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  11. Jakobiner sagt:

    „diesen Mitte-Rechten ein moderneres, weibliches Gesicht gäbe“

    Modern, weil weiblich?Eine moderne LR, weil eine weibliche LR-Präsidentin anstatt der „alten Männer“ und Sarkozy.Naja, Frau oder nicht sollte da nicht das Kriterium sein. Es kommt ja wohl auf die politischen Positionen der Natalie Kosciusco-Morizet an und ob diese innerhalb des LR überhaupt durchsetzungsfähig sind. Wo steht NKM denn politisch–ist sie moderater, so dass sie auch rechte Sozialisten wählen könnten? Oder würde sie den rechten Flügel der PS nach einer Spaltung in die LR integrieren können oder mit diesen kooperieren? Ist eine Spaltung des PS überhaupt denkbar oder ist dies mehr ein worst-case-Szenario? Oder würde NKM wegen zuviel Modernität bisherige LR-Wähler in die Arme des FN treiben?

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    • almabu sagt:

      Wir werden es wohl bald erfahren?

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      • almabu sagt:

        Was ich zunächst einmal beachtlich finde ist, ganz unabhängig von meiner persönlichen Präferenz für „echte Sozialisten“, ist die Vielfalt mit der die LR Vorwahlen abhält um so zu einem gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten zu kommen! Wie sieht es bei den „Sozialisten“ aus? Hollande und sein Rivale Valls haben sich vollständig diskreditiert, ihre Partei faktisch gespalten (nicht Madama Aubry war das!), da sie konsequent gegen ihre eigenen Programme verstoßen und trotzdem den Forderungen der EU/Merkel(?) nicht genügend folgen. Hollande und Valls haben es „mit ALLEN versch—en“, in Frankreich und in der EU. Hollande profiliert sich nur noch mit Saudi-Eskapaden und Kriegs-Allüren á la alte Kolonialmacht…

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    • almabu sagt:

      Ich halte es übrigens auch für möglich, daß die Polarisierung zwischen Hollande und Aubry abgesprochen war? Durch die neoliberale und keinesfalls sozialdemokratische oder gar sozialistische Politik der PS in der Regierung droht die Abwanderung frustrierter und enttäuschter Wähler. Wenn man die nun durch einen heftigen öffentlichen Streit wieder auf die PS fokussiert und die sich einem der beiden Lager anschließen, dann braucht es später nur einen ausverhandelten Kompromiss um einmütig in die Wahlen zu gehen. Die PS hat normalerweise eine ausgeprägte Streitkultur und nur Hollande und Valls verlangen Kadavergehorsam. Es könnte sich also durchaus auch um Taktik handeln?

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  12. Jakobiner sagt:

    „einem Aufruf, den der Verfasser zusammen mit der Sozialistin Martine Aubry und ein paar Vertretern der Linken und Grünen – auch Daniel Cohn-Bendit – veröffentlichte, natürlich in „Le Monde“. Das Pamphlet ist eine Kampfansage an die Regierung.“

    Wäre mal interessant zu wissen, was sich der Cohn Behndit und die marginalisierten Grünen da erhoffen. Vielleicht, dass sie mit dem linken Flügel der PS nach einer Spatltung fusionieren oder kooperieren und stärker werden? Stimmenmäßig würde sich dies kaum auszahlen, zumal von einer Regierungsbildung fernab. Aber Cohn Behndit spekuliert ja vor allem auch auf die Mobilisierung von Nicht- und unentschlossenen Wählern, da er die nach rechts abgewanderten für verloren hält.Vielleicht hast du recht und will Aubry da nur mal taktisch auf duie Pauke hauen und beabsichtigt keine Spaltung, die ja eher der Tod der Linken in Frankreich wäre.Interessant auch, dass das Buch und der Aufruf der Linken PSler mit den Grünen auch zu den Arbeiterprotesten in Paris kommt.

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    • almabu sagt:

      Ich denke, da keiner der Protagonisten dieses Streites „sehenden Auges“ die Spaltung und Zerstörung der französischen Linken wollen kann, wird es sich wohl um eine Art Marketing-Maßnahme zwischen Aubry und Hollande handeln? Madame hat immerhin die letzten Jahre schön brav die Bürgermeisterin gegeben, ohne allzu großen Ehrgeiz zu entwickeln? Es ist allerdings immer so bei einer Agitation zur „Politik der Straße“, daß die Dinge sich manchmal der Kontrolle entziehen und zum unerwarteten und ungewollten Selbstläufer werden…

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  13. Jakobiner sagt:

    Die Straßenporteste in Paris, die der CGT organisiert hat, haben erstaunlich viele Schüler und Studenten mobilisert.Kann mich nicht erinnern, dass in Deutschland Schüler und Studenten sich je gross an Gewerkschaftsdemos beteiligt haben. Aber hängt vielleicht auch mit der größeren Jugendarbeitslosigkleit zusammen. Aubry dürfte ja da die richtige Ansprechpartnerin für die Proteste sein und wird die Proteste vielleicht wieder von der Straße holen. Ich glaube jedoch nicht, dass ein neuer Mai 1968 bevorsteht. Und selbst wenn: Der damalige Generalstreik wurde ja von De Gaulle locker ausgesessen und blieb auf die dann isolierte Studentenschaft beschränkt.

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  14. Jakobiner sagt:

    Wäre Cohn- Behndit nicht schon so etabliert, würde er in jüngeren Jahren wahrscheinlich versuchen die Strassenporteste dees CGTS, der Schüler und der Studenten in ein neues Mai 68 zu verwandeln. So aber werden diese Proteste wahrscheinlich bald wieder verpuffen.Times are changing!Gestern revolutionärer Studentenführer, heute reformistischer Absorbierer von Protesten.
    Wie steht eigentlich der Front National und die anderen parteien zu den Protesten. Mechelon dürfte sie begrüssen,aber Marine Le Pen?

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  15. Jakobiner sagt:

    Naja, den damaligen Studenten ginges im Wirtschaftswunderland Frankreich ja um Revolution und gesellschaftliche Verantwortung, dem CGT und der KPF lediglich um höhere Löhne. Heute geht es aber den heutigen Studenten lediglich um Jobs–Revolution wollen die keine–zumal auch das abschreckende Beispiel des Kommismus immer noch nicht verdaut ist.Vielleicht aber politisert sich ein Teil der Schüler und Studneten, radikalisiert sich,wenn ihre Forderungen nicht erhört werden. Oder aber sie resignieren, privatisieren oder werden gar reaktionär und FN-affin.

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    • almabu sagt:

      Für eine revolutionäre Stimmung, gleich welcher Couleur, bedarf es einer gewissen Anzahl unzufriedener junger Menschen mit schlechten Perspektiven, einen revolutionären Sättigungsgrad sozusagen. Der dürfte in Frankreich gegeben sein, auf der Rechten, wie auf der Linken und bei den Migranten, der Ersten, Zweiten und Dritten Generation?

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  16. Jakobiner sagt:

    Naja, nicht vergessen: Das ist weniger ein dejavu von 68, sondern eher ein dejavu der Arbeiter- und Studentenproteste von 2006. Damals wurden die Reformen zurückgenommen und beruhigte sich die Lage.Also, entweder Aubry wird so gestärkt innerhalb des PS, dass Hollande und Valls die Arbeitsreformen zurücknimmt oderaber die beiden ziehen das durch–dann mal sehen, ob sich die Proteste resigniert verlaufen oder aber radiaklsieren. Interessant ist, dass sich jetzt die Arbeiter der öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen haben und der Verkehr heute zum Stillstand kam.Auf ARTE hatten sie Interveiws mit Studneten: Einer meinte: Er wolle keinen Schröder und Hartz4 und Minijobs samt prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Eine Studentin forderte auf der Vollversammlung den Rücktritt Hollandes.Man müsste also wissen, was gefordert wird. Bisher scheinbar vom CGT nur die Rücknahme des Arbeitsgesetzes, aber von den Studenten kommt dann schon die Forderung nach dem Sturz Hollandes. Das würde vorgezogene Präsidentschaftswahlen bedeuten, wobei die PS und die Linke ja sehr zerstritten ist und fraglich, ob diese so schnell einen neuen Kandiaten hervorbingen würde.Das könnte umgekehrt aber auch wieder dem Front National in die Hände spielen. Was, wenn in dieser Sitaution die PS keinen kandidaten hat, um den Front National zu wählen zur Wahl Sarkozys oder eines Kandidaten der LR aufruft, der linke Flügel diesen aber nicht wählen wird und der Wahl lieber fernbleibt, als einen LR-Mann/Frau zu wählen, die ja bestimmt diese Arbeitsgesetze durchputschen werden.Das könnte eben Marine Le Pen sioagr in die Hände spielen. Das wäre der Gau und ein Treppenwitz der Geschichte. Eine linke Starssenbewegung stürzt die Sozailsietn und der faschistische Front National übernimmt.

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    • almabu sagt:

      Das wäre in der Tat der Super-Gau. Dann könnte es u.U. zu „historischen Bündnissen der Einkreisung 2.0“ kommen, á la Frankreich und Russland gegen Polen oder Deutschland oder UK und Polen gegen Deutschland. Polen scheint es ja neben der Ukraine auch auf Weissrussland abgesehen zu haben und einen polnischen Einfluss, der bis vor die Tore Moskaus reichen soll, mindestens?

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    • almabu sagt:

      Sollte es irgendwo, ob in Moskau oder Washington, DC, oder bei den üblichen Satellitenstaaten, Kräfte geben, die an Chaos und Auflösung in der EU interessiert sind, dann läuft gerade alles nach Plan. Irgendwo tauchen dann noch Waffen auf, von denen es sowieso zuviel gibt und ab geht die Post…

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