Nicht nur Menschen, auch AKW’s sollen länger arbeiten!

Wer als Mensch in Deutschland 45 Jahre gearbeitet hat, der darf ohne Abzüge in Rente gehen. Wer als Atomkraftwerk in Frankreich 40 Jahre am Netz hing, der sollte abgeschaltet werden.  Bisher zumindest, war es so! Doch François Hollandes Allzweckwaffe, die Umwelt- und  Energieministerin Ségolène Royal, hat nun ganz andere Töne durchklingen lassen:

Ein AKW, das vierzig Jahre am Netz hing, das wurde ständig gewartet, ist also noch keinesfalls Schrott und dabei weitgehend abgeschrieben. Da könnte man doch noch mal so zehn Jahre lang richtig „satt Schotter, Kohle machen“? So ist es offenbar geplant, so soll es künftig wohl sein?

Das letzte Wort hat „natürlich“ die Behörde für nukleare Sicherheit, ASN, die wiederum nicht dafür bekannt ist, sich ständig über den zuständigen Minister oder gar den Präsidenten hinwegzusetzen, wie überaus praktisch…

Wie sieht es denn aus bei den französischen AKW’s? Sechzig Prozent von ihnen sind über 30 Jahre alt. In max. zehn Jahren wären die also vom Netz zu nehmen, müssten umweltfreundlich zurückgebaut werden und deren Strahlenmüll müsste für ein paar tausend Jahre sicher entsorgt werden. Mhm, da fallen ja dann nur noch Kosten an?

Das LTE, das „loi de transition énergétique“ (Gesetz des energetischen Übergangs) schreibt bis 2025 einen Rückgang des Anteils der Kernenergie am Energiemix in Frankreich von derzeit 75% auf nur noch 50% vor, zu Gunsten der erneuerbaren Energien.

Dieses Ziel ist nicht ohne Schließung von Kernreaktoren erreichbar. 17 bis 20 der derzeit 58 Kernreaktoren müssten geschlossen werden und 55 Milliarden Euro würden dafür und zur Gewährleistung der Sicherheit der verbleibenden 38-41 AKW’s benötigt.

Die Schließung der beiden ältesten Schrottreaktoren Frankreichs in Fessenheim* im Elsaß, direkt an der deutschen Grenze, die zwischenzeitlich auf die Fertigstellung des im Bau befindlichen 3. Reaktors in Flamanville, Normandie verschoben worden ist, dürfte so erneut in weite Ferne rücken?

Fessenheim ist seit Januar 1978 am Netz. Es gab an den beiden Reaktoren durchschnittlich 30 „Zwischenfälle“. Die nächstgrößere (französische!) Stadt ist Straßburg. Zu evakuieren wären im Ernstfall eine knappe Million Menschen! Nicht klar ist, ob die Zahl der zu Evakuierenden sich nur auf Franzosen, oder auf ALLE Nachbarn der Zeitbomben bezieht?
__________
* In Fessenheim soll sich ein ernster Störfall abgespielt haben, der von der französischen Regierung herabgespielt worden sei:
http://www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/20781-akw-fessenheim-fast-entfesselt

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http://www.lefigaro.fr/assets/infographie/print/2anime/WEB_201608_centrale_nuclaire/centrale.html

*(Im Artikel gibt es einen Link zur Grafik über die Verteilung und das Alter der Französischen Reaktoren! Diese sind wiederum einzeln klickbar für weitere Daten wie Alter, Anzahl der Zwischenfälle, nächstgrößere Stadt und die Anzahl der zu evakuierenden Personen im Ernstfall)

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29 Responses to Nicht nur Menschen, auch AKW’s sollen länger arbeiten!

  1. Jakobiner sagt:

    Wäre auch mal interessant zu wissen, inwieweit die AKWs für die Unterhaltung der Force de Frappe benötigt werden oder ob das nichts damit zu tun hat.Wäre eine französische Atomwaffenmacht auch nach Abschaltung aller AKWs weiter denkbar? Die Force de Frappe gehört ja zum nationalen Prestige der Grand Nation und Frankreich sitzt da ja auf Augenhöhe mit lauter Atommächten im UNO-Sicherheitsrat.In GB gibt es jetzt seitens Jeremy Corbin und der Linken eine Kampagne gegen die britische Atomwaffenmacht. In Frankreich wohl undenkbar.

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  2. Jakobiner sagt:

    Was ist eigentlich mit La Hague? Ist das immer noch am Netz? War ja das bevorzugte AKW, über das Robert Jungk in seinem „Der Atomstaat“referierte. Zudem muss man auch sehen, dass nach dem Scheitern der WAA Wackersdorf die Franzosen die Wiederaufbereitung übernahmen.Da ging es ja auch um militärische Pläne von FJ Strauß.

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  3. Jakobiner sagt:

    Gibt es in Frankreich übnerhaupt eine Partei, die für den völligen Ausstieg aus der Atomkraft ist? Die Grünen, aber die sind ja eher marginal und nicht mit den deutschen Grünen zu vergleichen? Und Melechon, Trotzkisten, KPF,wie stehen die denn zur Atomkraft? PS, Konservative und Front National dürften ja wohl geschlossen für Atomkraft sein!Und die Gaullisten ohnehin…

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  4. Jakobiner sagt:

    Interessante Frage: Wie würde wohl ein atomarer Gau in Fersenheim oder so sich auf das Wahlverhalten der dann verstrahlten Franzosen auswirken. Würde es dem FN nutzen? Oder die franzöischen Grünen ala BaWü an die Macht katapultieren? Ob Marine Le Pen oder Hollande dann auch wie ihre japanischen Kollegen verstrahlte Lebensmittel live vor laufender Kamera essen, um der Bevölkerung zu signalisieren, dass Atomkraft und Radioaktivität harmlos und unbedenklich ist?

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    • almabu sagt:

      Perverse Frage! Beim vorherrschenden Wetter kommt der Wind aus dem Süden durch die Burgundische Pforte und bläst „die ganze Schei–e“ nach Deutschland, zumindest Baden-Württemberg. Die Strahlung kennt keine Grenzen. Die französischen Politiker würden dann wohl lieber ihre Überseeischen Gebiete in der Karibik und Südamerika regieren gehen?

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  5. Jakobiner sagt:

    Naja, die französischen Gebiete im Pazifik sind ja schon verstrahlt–vergleiche Muoroa und die Rainbow Warrior. Ja, dann doch eher eine Karibikinsel mit neuer französischer Hauptstadt und Eifelturm verpflanzt.Alles nur eine Frage der Mobilität und Flexibilität im Zeitalter der Globalsierung.Dann sind die Franzosen mal Flüchtlinge–mal sehen, wie die indigenen Völker sie aufnehmen und ob es da eine Willkommenskultur gibt…

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  6. Jakobiner sagt:

    So pervers ist die Frage nicht. Fukushima hat in Japan auch nicht das Wahlverhalten geändert. Die LDP wurde wiedergewählt und baut nun die Atom,kraft weiter zügig aus und nimmt wieder die Reaktoren wieder in Betrieb. Selbst ein Gau hat nicht zu einer Energiewende in Jaopan oder einem Lernen aus der Katastrophe geführt. Wahreschinlich müsste erst der nächste nachgeboren und mutierte Tenno Simpsonsmäßig mit zwei Köpfen und vier Armen den Thron besteigen, bis da ein Umdenken erfolgt. Aber auch daran kann man sich gewöhnen.Die Erste Allgemeine Verunsicherung hat im übrigen ihr Lied „Burli“ nun aktualisiert nach Fukushima:

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  7. Jakobiner sagt:

    Was ist schon ein AKW gegen einen Atomkrieg, zumal es im letzten ja Sieger geben kann?

    Aus einem Interview der Los Angeles Times mit Putin:

    Scheer: Erreicht man mit diesen strategischen Atomwaffen nicht einen Punkt, wo wir uns gegenseitig so oft vernichten können, … daß es wirklich keine Rolle mehr spielt, ob man zehn oder zwei Prozent drunter liegt oder drüber?

    Putin: Ja, wenn sie glauben, daß es in einem nuklearen Schlagabtausch nicht so etwas wie einen Sieger gibt, dann macht das Argument Sinn, Ich glaube das nicht.

    Scheer: Wie gewinnt man einen nuklearen Schlagabtausch?

    Putin: Man hat eine Überlebensfähigkeit der Kommando- und Kontrollstrukturen, Überlebensfähigkeit von Industriepotential, Schutz eines Prozentsatzes der Bürger, und man ist in der Lage, dem Gegner mehr Schaden zuzufügen, als der einem zufügen kann. Auf diese Weise kann es einen Sieger geben.

    Unglaublich, wie leichtfertig auch dieser grausame Despot mit Menschenleben skrupellos kalkuliert. Ein eindeutiger Beweis, wie dieser russische Autokrat und KGB-Mann tickt. Ein typischer Geheimdienstmann und Tschekist, die ja auch schon für Gulag und Massenmord zuständig waren.Ein klarer Ausdruck slawischer Unmenschlichkeit und menschlicher und sibirischer Kälte, die eiskalt über Leichenberge geht und auch den Weltuntergang, nuklearen Holocaust und den Zivilisationsbruch nicht scheut. Ein Technokrat der Macht, Apperatschik und Schreibtischtäter,dem auch das Leben von Abermillionen Toten egal ist. Ein exemplarisches Beispiel für asiatische Despotie und slawische Menschenverachtung, wie man sie nur im Osten antreffen kann. Ach ja, der Interviewte war nicht Putin, sondern Bush senior, Ex-CIA-Chef, Vizepräsident unter Reagan und dann selbst US-Präsident. Da habe ich mich doch glatt vertippt. Aber dann ist ja alles wieder gut und muss man sich nicht aufregen.

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    • almabu sagt:

      Mein Ansatz ist nicht Obama, USA ist BÖSE und Putin, RUS ist GUTT, sondern ich gehe davon aus, daß die USA, Russland UND die EU eigene, nachvollziehbare Interessen vertreten und verfolgen und dass dies bis zu einem gewissen Maß verständlich und in Ordnung ist.

      Wer aber aggressiv, auf wessen Rücken, gegen seinen Gegner vorgeht, mit dem Ziel dessen Vernichtung, der verdient KEIN Verständnis! Die Frage ob die USA gegen Russland aggressiver vorgehen als umgekehrt, die möge sich jeder selbst beantworten.

      Die vollkommen Verlogenheit der Argumentation mit einer systematischen Verdrehung von Aussage und Aktion führt weltweit (gezielt, erwünscht?) zur Politikverdrossenheit. Einig sollten wir uns aber im Interesse der EU sein, daß die USA kein Recht auf beliebigen gewaltsamen Regime-Change haben. Die EU sollte geschlossen ihre Politik selbständig formulieren und sich nicht in Nationalismen zerbröseln und das Spiel, weder der USA noch das Russlands spielen.

      Wenn ein US-NATO-Oberkommandeur Breedlove ohne Aufschrei der Empörung in Europa vor dem US-Kongress schwadronieren kann, dass er dazu bereit sei „einen Krieg GEGEN Russland IN Europa zu führen“, dann stimmt bei uns in der EU etwas nicht und stinkt gewaltig zum Himmel!

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  8. Jakobiner sagt:

    Putin – Siegen im Atomkrieg

    Aus einem Interview der Los Angeles Times mit Putin:

    Scheer: Erreicht man mit diesen strategischen Atomwaffen nicht einen Punkt, wo wir uns gegenseitig so oft vernichten können, … daß es wirklich keine Rolle mehr spielt, ob man zehn oder zwei Prozent drunter liegt oder drüber?

    Putin: Ja, wenn sie glauben, daß es in einem nuklearen Schlagabtausch nicht so etwas wie einen Sieger gibt, dann macht das Argument Sinn.Ich glaube das nicht.

    Scheer: Wie gewinnt man einen nuklearen Schlagabtausch?

    Putin: Man hat eine Überlebensfähigkeit der Kommando- und Kontrollstrukturen, Überlebensfähigkeit von Industriepotential, Schutz eines Prozentsatzes der Bürger, und man ist in der Lage, dem Gegner mehr Schaden zuzufügen, als der einem zufügen kann. Auf diese Weise kann es einen Sieger geben.

    Unglaublich, wie leichtfertig auch dieser grausame Despot mit Menschenleben skrupellos kalkuliert. Ein eindeutiger Beweis, wie dieser russische Autokrat und KGB-Mann tickt. Ein typischer Geheimdienstmann und Tschekist, die ja auch schon für Gulag und Massenmord zuständig waren.Ein Technokrat der Macht, Apperatschik und Schreibtischtäter,dem auch das Leben von Abermillionen Toten egal ist. Ein exemplarisches Beispiel für asiatische Despotie und slawische Menschenverachtung, wie man sie nur im Osten antreffen kann. Es zeigt die Gefährlichkeit und Aggressivität des Russen, weswegen und wozu wir die NATO brauchen, damit sie unsere westliche Wertegemeinschaft vor diesen Untermenschen-Barbaren schützt.

    Nein, der Interviewte war nicht Putin, sondern Bush senior, Ex-CIA-Chef, Vizepräsident unter Reagan und dann selbst US-Präsident. Da habe ich mich doch glatt vertippt. Aber dann ist ja alles wieder gut und muss man sich nicht aufregen. Bush senior machte diese freudigen Atomkriegsvisionen im Interview mit dem Korrespondenten Robert Scheer in der Los Angeles Times vom 24.1.1980. Bush gilt und galt als “moderater Republikaner”. Ganz anders als Trump.Bush senior mag zwar einige Zeit zurückliegen–dann können wir uns desto beruhigter zurücklehnen, wenn Trump Commander in Chief über die US-Atomwaffenarsenale wird.Ehrlich: Mir graut mehr vor Trump und dieser ganzen rechtsradikaliserten Republikanerpartei ala Ted Cruz oder Marco Rubio oder den Neointerventionisten bei den Demokraten denn vor einem Putin.Und solch eine Katastrophe wie die USA im Irak und den Greater Middle East samt jetzigen Flüchtlingswellen hat Putin wirklich nicht angerichtet. Und sieht man sich das potentielle US-Führungspotential an erscheint Bush jr. samt Finanzkrise und Irakkrieg noch als zartes Zittern zu einem möglichen tektonischen Erdbeben, das noch kommen könnte. Wenn man gegen autoritäre Großmachtpolitiker ist, sollte man das sowohl in Russland wie aber auch in den USA sein–sonst wird es eben einseitig. Transatlantismus bedeutet für mich eben nicht teutonische Nibelungentreue zu allem.

    Wer mehr über die russsiche Volksseele, den russischen Menschenschlag und die Russen lernen will, sollte sich auch das You-Tubevideo der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) “Die Russen kommen!” ansehen:

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  9. Jakobiner sagt:

    Bush senior machte diese freudigen Atomkriegsvisionen im Interview mit dem Korrespondenten Robert Scheer in der Los Angeles Times vom 24.1.1980. Bush gilt und galt als “moderater Republikaner”. Ganz anders als Trump.Bush senior mag zwar einige Zeit zurückliegen–dann können wir uns desto beruhigter zurücklehnen, wenn Trump Commander in Chief über die US-Atomwaffenarsenale wird.Ehrlich: Mir graut mehr vor Trump und dieser ganzen rechtsradikaliserten Republikanerpartei ala Ted Cruz oder Marco Rubio oder den Neointerventionisten bei den Demokraten denn vor einem Putin.Und solch eine Katastrophe wie die USA im Irak und den Greater Middle East samt jetzigen Flüchtlingswellen hat Putin wirklich nicht angerichtet. Und sieht man sich das potentielle US-Führungspotential an erscheint Bush jr. samt Finanzkrise und Irakkrieg noch als zartes Zittern zu einem möglichen tektonischen Erdbeben, das noch kommen könnte. Wenn man gegen autoritäre Großmachtpolitiker ist, sollte man das sowohl in Russland wie aber auch in den USA sein–sonst wird es eben einseitig. Transatlantismus bedeutet für mich eben nicht teutonische Nibelungentreue zu allem.

    Einige Leute sehen in Trump, Rubio oder Cruz auch die neuen Reagans.Aber was heißt eigentlich Reagan? Man destabilisert alles und droht mit dem 3. Weltkrieg ala eben Reagan oder Bush senior–eine Politik am Abgrund, die sich immer darauf verlässt, dass die andere Seite einlenken wird um den zivilisatorischen Bruch nicht zu machen. Trump wie Rubio oder Cruz wie auch Reagan testen halt die Extreme aus, wollen das Weltsystem revolutionieren und vertrauen darauf, dass die andere Seite keinen Selbstmord oder grosse Verluste hinnehmen will. Ist einmal gut ausgegangen, kann aber auch ganz anders laufen.Jedenfalls glauben sie, wenn die USA alle ihre militärische und ökonomische Macht jetzt total reinwerfen, dass sich der Rest der Welt dann auch so gewünscht beugen wird und die USA wieder zu ihrer alten unipolaren Stärke zurückaufsteigen werden. Mit Multipolarität oder “new type of Great power relations”, wie von China und Russland gefordert wollen sie sich nicht abfinden.

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  10. Jakobiner sagt:

    Der ultimative Song zu den USA: Rammstein „Amerika“: „This is not a love song…“

    https//www.youtube.com/watch?v=Rr8ljRgcJNM

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  11. Jakobiner sagt:

    Auch interessant: Für Schusswaffenbesitz wird oft ein psychologischer Eignungstest gefordert. Niemand käme aber auf ide Idee selbiges für den US-Präsidenten zu fordern, der ja dann Besitzer des größten Waffenarsenals inklusive Herrscher über Atomwaffen ist.

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    • almabu sagt:

      Das gilt grundsätzlich natürlich für alle Politiker. Der Nordkoreanische Freak wäre dann wohl unmöglich?

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    • almabu sagt:

      Ich habe mal irgendwo gelesen, daß man zwar einen Waffenschein braucht, wenn man EINE Waffe haben möchte, daß aber ein Gewerbeschein genügte um einen Waffenhandel zu betreiben, indem man prinzipiellen Zugriff auf eine theoretisch unbegrenzte Anzahl von Waffen hätte? Wird wohl inzwischen geändert worden sein.
      PS: Ich habe keinen Bedarf an Waffen, da sie einem eine trügerische Sicherheit vorgauckeln.

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  12. Jakobiner sagt:

    „In Spanien beklagen sogar die Mitarbeiter der Atomaufsicht, dass es keine Sicherheitskultur gibt. In Frankreich entspricht sie ebenfalls eher einer Kultur, wie man sie von Homer Simpson kennt.“

    Springfield ist überall!!! Hollande und Royal als die franzöischen Mr. Burns–eine interessante popkulturelle Betrachtung des „Phänomens“.Dann ist Deutschland ja nur von energiewendemäßigen Feinden umgeben–Tschechei, Frankreich, Belgien. Hat Ungarn, Spanien und Portugal eigentlich auch Atomkraft?

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  13. Jakobiner sagt:

    Springfield ist überall!! Hollande und Royal als die französischen Mr. Burns–eine interessante popkulturelle Betrachtung des “Phänomens”. Deutschland ist energiewendemäßig nur noch von Feinden umgeben–Tschechei, Frankreich, Belgien, Holland, Polen, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Schweden, Spanien. Nur Österreich und Italien sind bisher aus der Atomkraft ausgestiegen. Auch hier gibt es keine europäische Lösung, sondern nur „deutsche Sonderwege“! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem europäischen Tschernobyl oder Fukushima kommen wird. Weltweit ist die Atomkraft keineswegs auf dem Rückzug, sondern wird weiterbetrieben oder sogar noch ausgebaut. Ob Indien, China, Japan, USA. Teilweise wird dies sogar mit dem Klimaschutz und der Reduzierung von CO 2 legitimiert. In Japan wurde trotz Fukushima die Regierungs- und Atomkraftbefürworterpartei LDP wiedergewählt, die die AKWS wieder ans Netz bringt und die Atomkraft weiter ausbauen will. Das Wahlverhalten hat Fukushima nicht verändert. Scheinbar muss der nachgeborene und mutierte Tennonachfolger simpsonmäßig vier Finger, zwei Köpfe und vier Arme haben, damit ein Umdenken erfolgt. Aber nicht einmal das ist sicher. Der mündige Bürger gewöhnt sich scheinbar an alles.

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  14. Jakobiner sagt:

    Ein Überblick: In 14 der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden derzeit Atomkraftwerke betrieben. Insgesamt sind 132 AKW in Betrieb, davon 58 alleine in Frankreich (Stand: Oktober 2013). 86 AKW wurden in der EU schon stillgelegt, davon 29 in Großbritannien und 28 in Deutschland. Zwei Staaten (Italien und Litauen) haben den Atomausstieg abgeschlossen. Drei Staaten (Belgien, Deutschland und Spanien) haben den Atomausstieg beschlossen. In drei Staaten (Finnland, Frankreich, Slowakei) sind derzeit AKW im Bau. In weiteren Staaten gibt es Planungen für AKW-Neubauten, die zum Teil bis in die 1980er Jahre zurückreichen und deren Umsetzung fraglich ist. Die Einstellung zur Atomkraft ist in den Ländern sehr unterschiedlich, sowohl in den Regierungen und wie auch in den Bevölkerungen. Sie reicht von energischer Ablehnung und der Forderung nach einem europaweiten Atomausstieg bis hin zu allgemeiner Zustimmung.

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  15. Jakobiner sagt:

    „Wenn ein US-NATO-Oberkommandeur Breedlove ohne Aufschrei der Empörung in Europa vor dem US-Kongress schwadronieren kann, dass er dazu bereit sei “einen Krieg GEGEN Russland IN Europa zu führen”, dann stimmt bei uns in der EU etwas nicht und stinkt gewaltig zum Himmel!“

    Hast du dafür einen zitierfähigen Link? Jedenfalls ist das Schlachtfeld Europa näher an Russland liegend als an den USA–allein schon diese geographische Konstellation ist nicht ohne eine gewisse geopolitische Brisanz.

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  16. Jakobiner sagt:

    Meinst du diese Breedloverede?

    „Zudem brauche die Nato ausreichend Kapazität, um nötigenfalls die „Festung Kaliningrad“ zu durchbrechen. Schließlich hätte eine Studie der Rand-Corporation, für die Breedlove höchste Töne der Wertschätzung fand, kürzlich herausgefunden, dass die Russen in 60 Stunden das Baltikum einnehmen könnten. So schnell könne die Nato nicht einmal „piep“ sagen, Abschreckung sei daher nötig. Denn das Baltikum sei der verwundbarste Punkt in der Nato.
    Kaliningrad notfalls überrennen Da nützt es nichts, dass die Russen behaupten, sie würden die Nato nicht angreifen wollen. General Breedlove will vorsorgen, Kaliningrad notfalls überrennen, und was dann käme, das mag man sich gar nicht vorstellen.“

    http://www.cicero.de/weltbuehne/nato-russland-kalter-krieg/60589

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    • almabu sagt:

      Der Kerl geht bald in Rente, sieht aus als ob das auch nötig wäre, und möchte halt vorher noch den harten Kerl geben!
      Aber die ‘Fakten auf dem Boden‘ sind, daß die US-NATO in Osteuropa wie verrückt aufrüstet, wie zuletzt vor dem Irak-Krieg. Es fahren jeden Menge Militärzüge durch Deutschland und sogar das neutrale Österreich in Richtung Osteuropa. Kürzlich sollen am Wiener Flughafen sogar 9 mit Sturmgewehren bewaffnete und uniformierte US-Soldaten versucht haben mit einer Liniemaschine in die Ukraine zu fliegen und waren ganz verwundert, daß sie aussortiert worden sind…

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  17. Jakobiner sagt:

    Dass die Denkweise von Bush senior kein historisch vergangenes Relikt der 80er und 90er Jahre zeigen auch die neuen Planungen des Pentagons und der US-Regierung um einen möglichen Krieg mit China.In den USA werden seit einiger Zeit verschiedene Konzepte und Strategien diskutiert, wie man denn am besten einen Krieg gegen China und/oder den Iran führen sollte. Zum einen die Befürworter des Airsea Battle (ASB)/Joint Operation Access Concepts (JOAC), zum anderen Befürworter der Offshore Controll (OC). Beide Seiten sind der Ansicht, dass man Krieg gegen China so führen könnte, dass er begrenzt und unterhalb der Nuklearschwelle bleiben würde. Die frohe Botschaft für die Menschheit: Ein amerikanischer Krieg gegen China ist führ- und gewinnbar, da der Chinese ein rationaler Denker, ein Go-Spieler sei, über eine 5000jährige Kultur und Zivilisation verfüge, eben kein Jihadist sei, weswegen er auch wirtschaftliche Strangulation durch US-Seeblockaden und militärische Schläge in sein inneres Territorium nicht mit einem Zivilisationsbruch beantworten werde, sondern sich brav und artig in das Drehbuch eines sinoamerikanischen Krieges wie es von US-Strategen konzipiert wird bei schierer Übermacht der US-Waffen und deren Sachzwang fügen werde. Also kurz: Der säkular-zivilisatorische Fortschritt der chinesischen Gesellschaft in Abgrenzung zu solch vermeintlich irrationalen Akteuren wie dem Islamischen Staat wird als militär-strategischer Vorteil fürs US-Militär gedacht und zum Nachteil Chinas. Die Chinesen sind zu zivilisiert, als dass sie so einen Zivilisationsbruch begehen könnten, was ihnen zum eigenen Nachteil gereichen soll. Kein 3. Weltkrieg sei zu erwarten, sondern das Ganze bleibt regional und mehr symbolisch und die USA werden als klarer Gewinner eines sinoamerikanischen Krieges hervorgehen–egal mit welchem Konzept oder welcher Strategie, wenngleich von der Offshoreseite da doch nochmals ins Spiel gebracht wird, dass die Chinesen ausflippen könnten, wenn man ihr inneres Territorium bombadiert, was dann wiederum von ASB-Befürwortern entschieden zurückgewiesen wird.

    Airsea Battle-Strategen berufen sich auf die Erfolge des Airland Battle-Konzepts der NATO und der USA in den 80er Jahren in Europa, das sich gegen die Sowjetunion richtete. Die Bedeutung von Atomkriegen wurde von damaligen US-Vertretern auch stark relativiert. So erklärte der ehemalige NATO-SACEUR und Ex-Außenminister Alexander Haig in einer Rede vom 12.1.1981:

    “Ich sehe einen Atomkrieg als ein unvorstellbares Unglück, es gibt jedoch wichtigere Dinge, als im Frieden zu leben”.

    Damals hielt die Reaganregierung Kriege, auch Atomkriege gegen die UdSSR für “führbar, begrenzbar und gewinnbar”, wie es in der damaligen Direktive 57 des National Security Council (NSC) von Colin S.Gray formuliert wurde. Man könne die Sowjetunion “enthaupten” (“decapitate”), ihre Führungs-, Kommunikations- und Kommandozentralen mittels präziser Nuklear- (Pershing 2, Cruise missiles)und konventioneller Schläge ausschalten und mittels kombinierten Einsatzes von Bodentruppen und Luftwaffe (Airland Battle) ihre Armeen auf dem Schlachtfeld und mittels tiefer Schläge und Vorwärtsstrategie besiegen. Die UdSSR stünde dann vor der Alternative einen weltweiten Atomkrieg und ihren eigenen Untergang zu beginnen oder einzulenken, was sie dann auch als Option machen werde. Die Sowjetunion hielt diese Drohung mit einem 3. Weltkrieg für glaubwürdig, nahm sie ernst und kapitulierte lieber, was den Zusammenbruch des Ostblocks unter Gorbatschow herbeiführte. Ähnliches wie bei Airland Battle bei der Sowjetunion erhoffen sich nun auch die US-Strategen des Airsea Battle gegenüber China und dem Iran.

    http://www.global-review.info/2016/03/04/putin-siegen-im-atomkrieg/

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