Wegen Tusk? Polen wird zum neuen Deutschland!

Die LA VANGUARDIA aus Barcelona schreibt über eine Zukunftsprognose von STRATFOR für die Dekade 2015 – 2025. Diese Zukunft entspricht zufälligerweise genau den feuchten Träumen von alten US-Kalten Kriegern, die das Zeug ja auch kaufen sollen:

1.) Russland bricht bis 2025 zusammen! Teilrepubliken machen sich selbständig und bekämpfen sich gegenseitig. Es sei sehr unwahrscheinlich, daß Russland 2025 noch in heutiger Form existiere, ätsch Putin!

2.) China geht auch den Bach runter bis 2015! Geschieht ihnen ganz recht, den Billigheimern!

3.) Die EU zerbricht in drei, vier nur locker miteinander verbundene Blöcke bis 2025. Habe ich schon immer kommen sehen.

4.) Da es die EU nicht mehr geben wird, wird die Türkei zum wichtigsten Verbündeten der USA in Europa und im Nahen Osten. Arme Amis, he, he!

5.) Sie muss sich um den Nahen und Mittleren Osten kümmern und den USA im Schwarzen Meer freie Hand gegen die Russen lassen. Wie hieß nochmals der Meerengen-Vertrag?

6.) Die USA würde NATÜRLICH die einzig wahre Weltmacht in militärischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht bleiben, aber sich nicht mehr an der aktiven Lösungssuche für Weltprobleme beteiligen. Sie würden sich isolieren und so die „Ansteckung“ mit den Problemen der restlichen Welt vermeiden. Ganzstaaten-Kondom für die USA!

7.) Deutschland würde seine wirtschaftliche Vormacht in Europa verlieren bis 2025, da der Export stark einbrechen würde, von denen die deutsche Wirtschaft extrem einseitig abhinge. Dies könne nicht durch Inlandskonsum aufgefangen werden. Wir werden das neue Griechenland!

8.) Die neue kontinentale Führungsmacht in Europa würde… Polen werden!  Die berühmte polnische Wirtschaft würde durch die Decke schießen. Die ausgezeichneten Beziehungen Polens zu den USA täten ihr Übriges, auch durch seine Lage an der Grenze zu Russland! (Ist das der berühmte osteuropäische Sperriegel, der vom Baltikum bis Rumänien Deutsche und Russen voneinander trennen soll?)
POLEN SEI DAS NEUE DEUTSCHLAND IM NÄCHSTEN JAHRZEHNT!

9.) Europa zerbräche in vier Teile Westeuropa, Osteuropa, Skandinavien und das UK. Von Südeuropa ist hier anscheinend schon gar nicht mehr die Rede?

10.) Die chinesische Wirtschaft würde einbrechen. Die Chinesen mächtig sauer auf ihre Führung und die KPC. Das würde zu einem starken Anstieg der inneren Unterdrückung führen. Ja, gebt’s ihnen, euren Unterdrückern!

Na, habe ich zuviel versprochen? Ist das nicht ein feuchter Traum Kalter US-Krieger? Wenn man bedenkt, daß auf Basis solcher Studien „Politik“ gemacht wird in Übersee, dann kann man so einiges verstehen. Trotzdem: Die Prognose für uns ist recht beschissen, es sei denn, man ist zufällig Pole oder Türke ;-)

PS: Wie schön auch, daß auch im kommenden Jahrzehnt die US-Bevölkerung, in Reichtum und Wohlstand, in Saus und Braus schwimmend, voller Zustimmung zu ihrer jeweiligen Regierung in Washington steht und die Worte Unzufriedenheit, Widerstand, Unruhen, Farbenrevolution und Bürgerkrieg nicht einmal buchstabieren, geschweige denn ausleben kann…

PPS: Da fällt mir ein, hat Merkel nicht einen polnischen Migrationshintergrund?

––––––––

http://www.lavanguardia.com/internacional/20160307/40268468603/futuro-stratfor-predicciones.html

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35 Responses to Wegen Tusk? Polen wird zum neuen Deutschland!

  1. almabu sagt:

    Zurück in die Zukunft? Teilen Polen und die Türkei die Ukraine unter sich auf und haben wieder eine gemeinsame Grenze wie vor 500 Jahren?

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  2. Jakobiner sagt:

    Naja, ich habe selbst mal eine zeitlang Stratforanalysen gelesen, da ich über einen Ami in den Verteiler rutschte. Da wird oft auch ziemlich unausgegorener Blödsinn zusammengeschrieben.So z.B. dass es zu einem Krieg zwischen den USA und Japan kommen würde–eher der feuchte Traum der Chinesen.Zumal Stratfor auch nicht so einflussreich auf US-Entscheidungsträger ist wie andere Think Tanks wie die Brookings Institution, das American Enterprise Institute, das Hoover Institute, die Heritage Foundation oder aber die Jamestown Foundation. Stratfor ist eher ein randständiger Thinktank, der nicht sonderlich ernst genommen wird, wie auch der von Verschwörungsseiten vielzieterte, aber desto bedeutngslosere Popstratege Thomas Barnett und sein Buch „A New Map for the Pentagon“. Bisher haben sich noch keine Stratforanalysten in hohen Berater- oder Regierungsämtern wiedergefunden.

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  3. Jakobiner sagt:

    Über Stratfor ist auch zu lesen:

    „George Friedman ist ein Mann, der im Hintergrund agiert – eigentlich. Der 1949 in Budapest geborene Politologe und Publizist lehrte zwei Jahrzehnte in Pennsylvania, wo er sich mit dem Marxismus und der Frankfurter Schule beschäftigte. Während dieser Zeit schulte er auch Kommandeure der US-Streitkräfte, des Office of Net Assessments, SHAPE Technical Center, des US Army War College, der National Defense University und der renommierten RAND Corporation in Fragen der Sicherheit und nationalen Verteidigung.

    Die Kontakte, die er in dieser Zeit knüpfte, dürften von außerordentlicher Bedeutung gewesen sein, als Friedman 1996 den Think-Tank Straftor gründete, dessen Direktor er auch heute ist. Stratfor steht für “Strategic forecasting” und befasst sich in diesem Sinne mit Sicherheitsfragen, Geopolitik und strategischen Voraussagen. Letztere waren bei Friedman jedoch teils hart an der Grenze zur Seriösität, als er zum Beispiel 1991 in einem seiner Bücher einen neuen Krieg zwischen den USA und Japan prognostizierte.

    Spätestens im Februar 2015 aber dürfte sich das agieren im Hintergrund für die nächste Zeit erst einmal erledigt haben. Da nämlich war Friedman, – der mittlerweile als ein Vordenker der US-Außenpolitik gilt, – Gast auf dem Chicago Council on Global Affairs und beantwortete im Nachgang an einen Vortrag verblüffend offen die Fragen des Publikums. Dass Friedman dabei mit allem politischen Zynismus Krieg, auch in Europa, als legitimes strategisches Instrument der USA betrachtet, dürfte bei einem neokonservativen Think-Tank zwar kaum verwundern.

    Interessant aber wird es, wenn Friedman im lässigen Plauderton bestätigt, dass es in Anlehnung an das Römische Reich die zentrale Strategie der US-Geopolitik sei, konkurrierende Mächte gegeneinander aufzuhetzen und in den Krieg zu treiben. So sei es zwischen dem Irak und dem Iran gewesen, und so solle es auch mit Deutschland und Russland geschehen.“

    https://le-bohemien.net/2015/03/18/us-denkfabrik-stratfor-die-falken-der-geopolitik/

    Aber, ob Stratfor deswegen zum Vordenker der US-Politik wird, weil Friedmann einmal Gast beim Chicago Council on Global Affairs war, wage ich zu bezweifeln.Zum Council on Foreign Relations wurde er noch nie eingeladen und die sind wesentlich wirkungsmächtiger, vernetzter und einflussreicher.

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  4. Jakobiner sagt:

    „Doch welche Rolle spielt Stratfor in der US-Außenpolitik tatsächlich? Zwar hat Friedman als Berater der Obama-Administration keinen allzu großen Stellenwert und der Think-Tank wird in den Medien kaum erwähnt, ist aber durchaus einflussreich. 2012 veröffentliche Wikileaks 5 Millionen von Stratfor gehackte Emails, aus denen hervorgeht, dass der private Sicherheitsdienst u.a. Unternehmen wie Bhopal’s, Dow Chemical Co., Lockheed Martin, Northrop Grumman, Raytheon sowie Regierungsbehörden das US Department of Homeland Security, die US Marines und die US Defense Intelligence Agency zu seinen Kunden zählt. Damit ist Stratfor kein unwesentlicher Baustein des Militärisch-Industriellen Komplex.“

    Eben noch „der Vordenker der US-Außenpolitik“, dann „kein unwesentlicher Baustein“im MIK.Präsident, Außenministerium, Verteidigungsminsiterium, etc. gehören nicht zu seinen Kunden. Also, da wird das Ganze erst maßlos erhöht und dann wieder stark relativiert.

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  5. Jakobiner sagt:

    „6.) Die USA würde NATÜRLICH die einzig wahre Weltmacht in militärischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht bleiben, aber sich nicht mehr an der aktiven Lösungssuche für Weltprobleme beteiligen. Sie würden sich isolieren und so die „Ansteckung“ mit den Problemen der restlichen Welt vermeiden. Ganzstaaten-Kondom für die USA!“

    Neoisolationismus–ob das eine Option für die USA wäre? Hat bisher eigentlich nur Ron Paul und das CATO-Institute so vertreten.Ob Trump dies auch so sieht? Cruz, Rubio, Clinton, Sanders sicherlich nicht und auch die Mehrheit der Republikaner und Demokraten nicht.

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  6. Jakobiner sagt:

    Hier noch die Einschätzung des US-magazins THE ATLANTIC von Stratfor in dem Artikel“Stratfor Is a Joke and So Is Wikileaks for Taking It Seriously“:

    „The group’s reputation among foreign policy writers, analysts, and practitioners is poor; they are considered a punchline more often than a source of valuable information or insight. As a former recipient of their „INTEL REPORTS“ (I assume someone at Stratfor signed me up for a trial subscription, which appeared in my inbox unsolicited), what I found was typically some combination of publicly available information and bland „analysis“ that had already appeared in the previous day’s New York Times. A friend who works in intelligence once joked that Stratfor is just The Economist a week later and several hundred times more expensive. As of 2001, a Stratfor subscription could cost up to $40,000 per year.“

    http://www.theatlantic.com/international/archive/2012/02/stratfor-is-a-joke-and-so-is-wikileaks-for-taking-it-seriously/253681/

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  7. Jakobiner sagt:

    „9.) Europa zerbräche in vier Teile Westeuropa, Osteuropa, Skandinavien und das UK. Von Südeuropa ist hier anscheinend schon gar nicht mehr die Rede?“

    Und wenn der Fron National in Frankreich an die Macht käme, dann gebe es auch Westeuropa nicht mehr, es sei denn in Deutschland übernehme die AfD die Macht– und nicht einmal eine deutsch-französische Achse wäre unter dieser Konstellation sicher.

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  8. Jakobiner sagt:

    „Vielleicht denken diese Vordenker “die schmutzigen Sachen”, zu denen sich “das offizielle Washington” nicht öffentlich bekennen möchte?“

    Schon möglich, aber „schmutzige Sachen“ denken sich andere Think tanks auch aus, denken wir an das AEI als Chefschmiede der Neocons in der Bush jr.regierung. Und wenn man einen Krieg zwischen den USA und Japan prophezeit, dann ist das nicht „schmutzig“, sondern einfach nur dumm und lässt Rückschlüsse auf die Analysefähigkeit zu.Interessant wäre, ob Trump auch Kunde von Stratfor ist–aber ich glaube, der liest nicht gerne oder gar viel.

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  9. Jakobiner sagt:

    Also, dass Rußland auseinanderbrechen wird, ist nicht nur eine Einschätzung von Stratfor, sondern das sehen auch andere Analysten in den USA so—z.B. Kaplan im Zentralorgan des wesentlich einflußreicheren Council on Foreign Relations, der Foreign Affairs:

    „Auch diese Einschätzung wurde zügig bestätigt, und zwar in einem Artikel in der März/April-Ausgabe von Foreign Affairs. Unter der Überschrift „Eurasia’s Coming Anarchy“ (Bevorstehende Anarchie in Eurasien) argumentiert Robert D. Kaplan, ein führender US-Stratege und einer der Architekten der Invasion im Irak, dass die wirtschaftliche Krise in Russland und in China tiefe inneren Spannungen auslösen werde. Diese würden, schreibt er, zu immer stärkeren Forderungen nach nationaler Autonomie unterschiedlicher ethnischer, religiöser und sprachlicher Gruppen führen.

    Russland, erklärt Kaplan, werde ins „Chaos“ gestürzt, sodass das Land „weiter auseinanderbrechen könnte“. Er beschreibt den „stark muslimisch geprägten Nordkaukasus und sibirisch und fernöstlich geprägte Distrikte, die fernab des Zentrums liegen und von blutigen politischen Auseinandersetzungen geplagt sind.“ Diese „könnten ihre Bindungen an Moskau lockern, vor allem wenn es im Kreml selbst zu Instabilität kommen sollte“.

    Was China angeht, betont Kaplan „die zunehmenden ethnischen Spannungen in diesem riesigen Land. In gewisser Weise ist das von Han-Chinesen dominierte Land ein Gefängnis für zahlreiche Nationalitäten wie die Mongolen, die Tibeter und die Uiguren. Diese haben alle schon in diesem oder jenem Ausmaß einmal Widerstand gegen zentrale Kontrolle geleistet.“ Kaplan schließt mit der Bemerkung, dass „militante Uiguren heute die unmittelbarste separatistische Gefahr darstellen“.“

    https://www.wsws.org/de/articles/2016/03/03/pers-m03.html

    Aber ich halte diese Szenarien für übertrieben. Russland kann auch gut ohne den Nordkaukasus weiterexistieren und 1,3 Milliarden Chinesen dürften wohl in der Lage sein ein paar Millionen Uiguren unter Kontrolle zu halten, zumal eben die Tibeter auch eher friedlich sind und sich eher selbst verbrennen als militant zu werden. Das könnte sich erst nach dem Tod des Dalai Lama ändern, aber auch hier gilt: Die Tibeter sind wie die Monoglen nur ein paar Millionen.Verändern könnte die Situation nur, wenn Indien wegen der Wasserresourcen im Himalaya eingreift und die USA vielleicht parallel dazu aktiv werden–Näheres unter:

    http://www.global-review.info/2015/07/07/neubewertung-der-tibetfrage-im-wasserresourcenkonflikt/

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  10. Jakobiner sagt:

    Hier noch der Vortrag von Friedman vor dem Chicago Council on Global Affairs–interessant dabei die „german question“:

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  11. Jakobiner sagt:

    Worauf Friedman auch nicht eingeht, ist ob mit dem Zerbrechen der EU in vier Blöcke auch die NATO zerbrechen würde oder aber als Rahmenorganisation für die 4 Blöcke weiterexistieren würde. Oder ob es eine Rumpf-NATO gibt oder 4 verschiedene NATO-/US-Blöcke oder ob die USA nur noch mit dem Sperriegel militärische Verbindungen unterhält, diesen vielleicht gar als Sperriegel-NATO organisert und mit den anderen Staaten bilaterale Militärverträge aushandelt.Jedenfalls auffällig, dass er gar nicht aufg diese Thema eingeht–scheint ein unaussprechbares Tabu zu sein.

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    • almabu sagt:

      Es wäre unklug für den Weißkopfseeadler, das im Schlaf schnurrende Kätzchen EU zu Unzeiten zu wecken! Wenn der Sperriegel ernsthaft angestrebt wird, was ich durchaus befürchte, dann ist er auch MILITÄRISCH gegen Deutschland gerichtet, da sollten wir uns nichts vor machen! Das ist letztlich der einzige Grund, warum ich die Existenz von US-Streitkräften in Deutschland akzeptiere, denn gäbe es sie nicht vor Ort, wären wir schneller eine potentielle Zielscheibe, als mit ein paar tausend Amis als Deckung!

      Aber man kann bekanntlich ja Länder auch „von innen demokratisieren“ im Sinne des Imperiums. Da reichten schon ein paar Millionen Asylanten mit einem überproportionalen Anteil unzufriedener junger Männer, die auf wundersame Weise von innen und oder aussen bewaffnet würden und wir hätten einen deutschen Bürgerkrieg á la Katholiken gegen Protestanten und beide gegen die Moslems und alle gegen die Juden? Wenn das medial propagandistisch entsprechend vorbereitet würde, dann fürchte ich leider, daß hier genügend Idioten herumlaufen, die sich so verheizen ließen?

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  12. Jakobiner sagt:

    Die zentrale Frage, die Friedmann ja aufwirft, ist die „German question“, also die Ungewissheit, wie sich Deutschland entwickeln wird und ob es ein Bündnis oder enge Anlehnung an Russland eingeht. Aber die CDU, die SPD, die Grünen sind allesamt stramm transatlantisch, die CSU unter Seehofer wird von den USA inzwisdchen geschnitten, weswegen nun Söder als sein kommender Nachfolger demonstrativ einen bayerisch-amerikanischen Elite-Stammtisch gegürdndet hat, um die Beziehungen zu vertiefen und dann bliebe noch die AfD, wobei deren außenpolitische Vordenker Gauland sich auch für einen Verbleib in der NATO ausspricht. Bisher ist also nur denkbar, dass die Putinanhänger in der AfD rankommen und das wäre die einzige Gefahr für die USA.Von daher glaube ich, dass die ameriknaischen Eliten und ihre Startegen Deutschalnd als wesentlich verlässlicher einschätzen als Friedman und die Idee eines Sperriegels eher für kontraproduktiv halten.

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  13. Jakobiner sagt:

    „Aber man kann bekanntlich ja Länder auch “von innen demokratisieren” im Sinne des Imperiums. Da reichten schon ein paar Millionen Asylanten mit einem überproportionalen Anteil unzufriedener junger Männer, die auf wundersame Weise von innen und oder aussen bewaffnet würden und wir hätten einen deutschen Bürgerkrieg á la Katholiken gegen Protestanten und beide gegen die Moslems und alle gegen die Juden? Wenn das medial propagandistisch entsprechend vorbereitet würde, dann fürchte ich leider, daß hier genügend Idioten herumlaufen, die sich so verheizen ließen?“

    Das klingt schon sehr nach Verschwörungstheorien ala Elsässer, Pegida und Co.Die USA dürften ja kein Interesse an einem instabilen Europa oder gar Bürgerkriegsdeutschland haben.Es ist zwar ein wirtschaftlicher Konkurrent, aber eben auch wirtschaftlicher Partner und zudem auch nicht militräisch stark, also keine Bedrohung, wie sie Friedman an die Wand malt.

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    • almabu sagt:

      Nun hat die Bundesregierung ja kürzlich die deutschen Geheimdienste angewiesen, den propagandistischen Einfluss Russlands (des bösen Putin!) auf die deutsche Innenpolitik, unsere Meinungsbildung und die Millionen starke Minderheit der Deutschen mit sowjetischem Migrationshintergrund zu untersuchen. Wahrscheinlich aus purem Verschwörungstheoretischen Hintergrund? Millionenstarke Minderheiten bilden aber auch Türken und Araber in Deutschland. Erdolf kümmert sich gewiss auch um die Meinungsbildung und die Gefolgschaft seiner Landsleute? Dann gibt es eine sichere Mehrheit der Deutschen, die seit Kindertagen kulturell von den USA, der westlichen Kultur und ihres Lebensstiles beeinflusst sind, womöglich ohne sich dessen bewusst zu sein? Kaum jemand von denen wird in der Nachkriegszeit von GLADIO gehört haben, einer kriminellen US-gesteuerten Terrror-Organisation im Nachkriegsdeutschland? JEDE interessierte Seite wird bei Bedarf sich des Mittels der Beeinflussung Deutschlands durch „ihre“ Gruppe in Deutschland nutzen, ganz egal, ob man dies nun Verschwörungstheorie nennt, oder nicht. Warum haben z.B. die USA und neuerdings auch Russland Gesetze, die die Herkünfte der finanziellen Mittel von NGO’s offenlegen sollen, aus Verschwörungstheoretischen Spinnereien oder weil es längst „uso“ ist, diese NGO’s für eigene Zwecke im „Feindesland“ zu instrumentalisieren?

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    • almabu sagt:

      „Das klingt schon sehr nach Verschwörungstheorien ala Elsässer, Pegida und Co.“

      Das ist schon nahe an der Realität in Frankreich, jedenfalls nach Auffassung der französischen Regierung nach den Anschlägen von Paris. Jeder Unzufriedene kann z.B. auf dem Flohmarkt in Brüssel eine Kalashnikov kaufen und sich dann entscheiden, ob er in drei, vier Stunden damit nach Paris, Aachen, Düsseldorf oder Köln fährt…

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  14. almabu sagt:

    Hier noch eine Kleinigkeit zum Thema Propaganda in den Medien:

    Mme Deborah Lee James, a aussi vaguement parlé de 19 pilotes américains tués en Syrie. La seule précision est que, 8 sont morts au combat, à la suite d’une action ennemie.
    Mehr lesen auf
    http://www.mamafrika.tv/blog/la-bombe-du-jour-guerre-en-syrie-les-etats-unis-avouent-avoir-perdu-19-pilotes/#Df4evRUJk9hrybco.99

    Die Staatssekretärin im Verteidigungsministerium der USA Deborah Lee James hat in einem Ausschuss erklärt, daß in Syrien bisher 19 US-Piloten getötet worden seien, von denen 8 durch den Feind fielen und 11 „halt irgendwie anders“!

    Darüber etwas in unseren Medien gelesen? Ich nicht!

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  15. Jakobiner sagt:

    Als Ergänzung noch ein Exzerpt aus einem Artikel der World Socialist Website:

    „Breedlove erklärte: „Die USA und die Nato müssen […] sich mit dem ganzen Spektrum der sicherheitspolitischen Herausforderungen aus allen Richtungen auseinandersetzen. Wir müssen dabei alle Möglichkeiten nutzen, die der Militärmacht unserer Nation zur Verfügung stehen.“ Unter „allen Mitteln“ versteht der Luftwaffengeneral auch das Atomarsenal des Pentagon.

    Breedlove warf Russland vor, seine seit fünf Monaten andauernde Intervention in Syrien habe „das Problem stark vergrößert“. Damit meint er vermutlich, dass Moskau Washingtons Versuch vereitelt hat, in einem de facto Bündnis mit al-Qaida einen Regimewechsel zu erzwingen. Breedlove unterstellte Moskau sogar, die Flüchtlinge als „Waffe“ zu benutzen, die vor dem von Amerika organisierten Bürgerkrieg in Syrien und den Kriegen im Irak und Afghanistan in Europa Schutz suchen.

    Breedlove erklärte: „Um Russland entgegen zu wirken, arbeitet Eucom [das US European Command] mit Verbündeten und Partnern zusammen, und bereitet sich notfalls auf einen Kampf bis zum Sieg vor.“ Aus Breedloves Äußerungen spricht mehr als nur ein Quäntchen Wahnsinn. Wenn der amerikanische Oberbefehlshaber in Europa offen von einem „Kampf bis zum Sieg“ gegen Russland spricht, kommt das einer Einladung zum nuklearen Holocaust gleich.(…)”

    https://www.wsws.org/de/articles/2016/03/01/nuke-m01.html

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  16. Jakobiner sagt:

    Auch ein Krieg in Korea wird inzwischen als transregionaler Krieg gedacht, bei dem die USA, Russland und China hineingezogen werden können:

    “Das Pentagon ist sich bewusst, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel schnell andere Mächte, auch China und Russland, verwickeln würde. Ein Bericht der Brookings Institution vom Januar über die veränderte Rolle des amerikanisch-südkoreanischen Militärbündnisses warnte, dass ältere Strategien, die von einem auf die koreanische Halbinsel beschränkten Krieg ausgingen, „unzureichend und überholt“ seien. Der Bericht zitierte den Chef des Joint Chiefs of Staff, General Joseph Dunford, der im Dezember gesagt hatte, jeder Konflikt mit Nordkorea wäre unvermeidlich „transregional, allseitig und multifunktional.“

    Übersetzt aus der Militärsprache bedeuten Dunfords Kommentare, dass das Pentagon einen „transregionalen“, also einen Weltkrieg vorbereitet, der allseitig geführt wird: am Boden, von der Marine, der Luftwaffe, im Weltraum und im Cyberspace. Dazu will es alle Mittel einsetzen, einschließlich Atomwaffen.”

    http://www.wsws.org/de/articles/2016/03/09/kore-m09.html

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  17. Jakobiner sagt:

    Es ist durchaus möglich, dass Erdogan die Deutschtürken, Putin die Russlanddeutschen als 5,Kolonne hernimmt. Aber wen sollen die USA dazu nutzen in Deutschland? Die Deutschamerikaner, die Syrer, die Deutsch- Chinesen oder wen denn?Die USA haben in Deutschland vor allem das Interesse, dass es stabil bleibt.Natürlich könntest du einen islamistischen Terrorangriff dann als false-flag-opertaion der USA sehen, um eine transatlantische Diktatur zu errichten.Aber wahrwscheinlicher ist, dass diese Islamisten eben autonom agieren. Und Gladio war auch keine NGO. Ich würde heutezutgae sogar eine NATO-Gladio begrüssen, die islamistische Gefährder jenseits des Rechtsstaats wegräumt, damit diese tickenden Zeitbomben kein Unheil anrichten können.

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    • almabu sagt:

      „…Ich würde heutezutgae sogar eine NATO-Gladio begrüssen, die islamistische Gefährder jenseits des Rechtsstaats wegräumt, damit diese tickenden Zeitbomben kein Unheil anrichten können..“

      Ich nicht! Da könnten wir ja auch gleich Drohnen einsetzen?

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  18. Jakobiner sagt:

    „5.) Sie muss sich um den Nahen und Mittleren Osten kümmern und den USA im Schwarzen Meer freie Hand gegen die Russen lassen. Wie hieß nochmals der Meerengen-Vertrag?“

    Auch das zeigt, wie irreal Friedman denkt. Die Türken, egal welche Regierung, ob säkular, ob islamistisch, ob links, ob rechts, ob Militär oder Zivilisten sehen sich als Wächter des Bosporus und würden nie darauf verzichten.Ein Verzicht auf die Rechte des Meerengenvertrags würde als türkisches Versailles wahrgenommen.

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  19. almabu sagt:

    Der Meerengenvertrag, auch Vertrag von Montreux genannt, regelt den Gebrauch der Nutzung und Durchfahrtsrechte durch Dardanellen, Marmarameer und Bosporus. Die Türkei ist zwar der Hüter, der „Türsteher“ dieser Wasserstraßen, ihr sind aber genaue, bis ins Detail geregelte Rechte und Pflichten auferlegt. Dieser Umstand und die Sicherheit Istanbuls vor gefährlichen Gütern auf den Wasserstraßen, dürften zu Erdogans Plänen geführt haben einen neuen Kanal vom Schwarzen Meer ins Marmarameer zu bauen, dessen Trasse nicht dem Vertrag von Montreux unterläge?

    __________
    https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Montreux

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  20. Jakobiner sagt:

    Aber die schon eingeschränkten türkischen Rechte beim Montreuxvertrag zugunsten einer USA-Kontrolle als Wächter der Meerengen zu ersetzen, dürfte für jeden Türken dennoch als Vaterlandsverrat gelten.

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  21. almabu sagt:

    Hier eine Studie zur Objektivität der Berichterstattung der „ach-so-neutralen-schweizerischen“ NZZ:
    https://swisspropaganda.wordpress.com/die-nzz-studie/

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  22. Jakobiner sagt:

    Fragt sich nur, wer eigentlich diese „Swiss-Propaganda“-„“Forschungsgruppe“ ist und wie es um deren Objektivität steht.Vielleicht auch einfach Putinfans im akademischen Gewande. Namentlich zeichnet ja keiner verantwortklich und der großtrabende Titel „Forschungsgruppe“soll wohl nahelegen, dass es sich um wissenschaftlich forschende Akademiker handelt.

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  23. Jakobiner sagt:

    Auch ganz interessant–die Graphik Schweizer Zeitungen und das transatlantische Netzwerk:

    https://swisspropaganda.wordpress.com/das-netzwerk/

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    • almabu sagt:

      Interessant und sehr professionell und gut gemacht. Minuspunkte gibt es jedoch für das fehlende Impressum, sowie die völlige Anonymität der selbsternannten“ Forschungsgruppe“.

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  24. Jakobiner sagt:

    Was auch fehlt: Verbindungen von Eliten zu anderen Lobbygroups, sei es jetzt Deutscharabische Freundschaftsgesellschaft, Deutschrussische Freundschaftsgesellschaft, Deutschchinesische Freundschaftsgesellschaft,etc. Meistens haben diese Leute ja Kontakte zu mehr als nur transatlantischen Gruppen, weswegen diese Darstellung auch etwas einseitig ausfällt.Meistens sind Eliten in alle Richtungen vernetzt, wenngleich die transatlatnischen Gruppen aufgrund der Weltmachtposition der USA allerdings noch dominant sein dürften.

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