„Shut up and stay in!“ Obama liest den Briten die Leviten! Wo ist die Churchill-Büste geblieben?

Obama schwebte aus Saudi Arabien nach Stansted ein und ging noch auf einen schnellen Schlummertrunk zur 90-jährigen Jubilarin Elisabeth IIs Geburtstagsparty. Danach war „schluss mit lustig“!

David Cameron rügte er wegen seiner verheerenden Libyen-Intervention, die zu Ghadaffis Tod und einem anschließenden „failed“ state führte. Das habe Calamity-Dave mal wieder gründlich vermasselt.

Größeren Aufschrei der Konservativen BREXIT-Befürworter löste aber Obamas Artikel im DAILY TELEGRAPH aus, der ein einziges, flammender „STAY-IN- THE-EU, STUPID“ Appell war! Obama schleimte mit höflichen Worten aber sehr bestimmt, dass Rolle und Bedeutung des UK für die USA IN der EU lägen und daß die Briten dies gefälligst beachten sollten. Ausserdem würden die Briten außerhalb der EU nicht die Vorzüge und den Segen von TTIP genießen können, dem geplanten allein seligmachenden Handelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Der gebürtige New Yorker und Londoner Bürgermeister Boris Johnson empörte sich, daß die USA, die nicht die geringste Einschränkung ihrer Autonomie akzeptierten, anderen öffentliche Belehrungen darüber hielten, was sie zu tun oder zu lassen hätten! In der SUN schrieb er, die USA würden niemals soviel Macht an Brüssel abtreten, wie es vom UK verlangt würde! Das Gegenteil sei richtig:
Die USA erkännten den Internationalen Gerichtshof nicht an!
Sie hätten die Internationale Seerechts-Konvention nicht unterzeichnet!
Die USA seien das einzige Land der Welt, dass die UN-Konvention zu den Rechten der Kinder nicht unterzeichnet hätten oder die zur Emanzipation der Frauen!
Dann setzte er noch eine inzwischen heftig umstrittene Bemerkung über eine mögliche, von seinen afrikanischen Vorfahren vererbte, antibritische Abneigung des „Halb-Kenianers Obama“ hinzu:
„Boris Johnson has criticised the US president Barack Obama and suggested his attitude to Britain might be based on his “part-Kenyan” heritage and “ancestral dislike of the British empire”.

Dieser Spruch ist bei Boris Johnsons eigenen, „kunterbunten Vorfahren“, das sage ich ausdrücklich positiv gemeint, noch viel unverständlicher, denn Johnson hat

He has Turkish, German, French, Russian and Jewish heritage. His great grandfather (pictured) was a Turkish journalist and politician assassinated by a nationalist mob. (BBC)

Das Verhältnis des UK zu den USA würde nach einem BREXIT noch enger, inniger exklusiver werden, die alte Liebe neu entbrennen. Boris Johnson, erklärter TTIP-Fan, sagte aber nicht, wie er die vielen Vorteile dieses Abkommens außerhalb der EU genießen wolle;-)

Die Schlacht zwischen Pro- und Contra-EU-Befürwortern, die zugleich eine Pro- und Contra-Obama und nur zum Teil eine Pro- und Contra-TTIP-Schlacht ist, geht munter weiter. Ich kann mich nicht erinnern, zwischen den USA und dem UK öffentlich jemals solche Töne gehört zu haben, wobei Obama höflich aber bestimmt agiert, was die Briten zur Weissglut treibt. Da geht es wohl im Hintergrund um die Erkenntnis über eine Lebenslüge der Briten, der Special-Relationship des UK und der USA, die SO schon lange nicht mehr existiert? Da wird ihn Merkel am Wochenende in Hannover ganz anders umschleimen und umgarnen, fürchte ich?

Nigel Farage, UKIP verging das dümmliche Grinsen und er jammerte, daß Obama der Britenfeindlichste US-Präsident der Geschichte sei. UKIP: Die USA hätten den Zweiten Weltkrieg dazu genutzt, um Großbritanniens weltweiten Einfluß zu zerstören und den Briten alten Schiff-Schrott verkauft, als diese in höchster Not waren! Über 100, meist konservative Abgeordnete protestierten per Brief an den US-Botschafter in London wegen der Einmischung des US-Präsidenten!

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http://www.telegraph.co.uk/authors/barack-obama/

http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/politics/7095695/UK-and-America-can-better-friends-than-ever-Mr-Obama-if-we-LEAVE-the-EU-says-Boris-Johnson.html

http://www.theguardian.com/politics/blog/live/2016/apr/22/obama-cameron-press-conference-eu-uk-uks-power-politics-live

http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/boris-johnson-suggests-part-kenyan-obama-may-have-an-ancestral-dislike-of-britain-a6995826.html

5 Antworten zu „Shut up and stay in!“ Obama liest den Briten die Leviten! Wo ist die Churchill-Büste geblieben?

  1. Jakobiner sagt:

    “Boris Johnson has criticised the US president Barack Obama and suggested his attitude to Britain might be based on his “part-Kenyan” heritage and “ancestral dislike of the British empire”.

    Das ist wohl diplomatisch verklausuliert: Der Neger möge schweigen und vertrüge eine imperiale Behandlung mit der Nilpferdpeitsche ganz gut.

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  2. almabu sagt:

    Auch Nigel Farage von UKIP reitet auf den kenianischen, kolonialen Wurzeln Obamas herum, die ihn daran hinderten das UK objektiv zu sehen. Das ist unglaublich, aber vielleicht zeigt sich hier der wahre Farage?

    http://www.theguardian.com/politics/2016/apr/22/cameron-could-not-have-asked-for-more-from-obamas-brexit-warning

    Zugleich zeigt sich hier in der Obama-Aussage, „ein Uk außerhalb der EU müsse sich ganz hinten in der Schlange anstellen um ein neues Handelsabkommen mit den USA auszuhandeln“, das Dilemma ALLER Separatisten dieser Welt, ob im UK oder in Katalonien oder anderswo:

    Die Welt hat nicht auf sie gewartet, sie hat schlicht andere Prioritäten und am verkaterten Morgen, nach der hypothetischen Separation von „irgendetwas“, stehen all die alten Probleme um sie herum bereit um sie zu erschrecken, wenn sie die Augen aufschlagen…

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  3. Jakobiner sagt:

    „Da geht es wohl im Hintergrund um die Erkenntnis über eine Lebenslüge der Briten, der Special-Relationship des UK und der USA, die SO schon lange nicht mehr existiert? “

    Wohl war, zumal diese special relations bei einem Brexit noch weiter erodieren würden, da die USA in GB eher ein anglosächsisches „trojanisches Pferd“ (De Gaulle) innerhalb der EU für sich sehen.Auch hat Obama darauf hjingewiesen, dass Freihandelsabkommen im wesentlichen zwischen den USA und großen Wirtschaftsblöcken verhandelt und abgeschlossen würden und falls GB austritt, es auf lange Zeit kein bilaterales Freihandelsabkommen mit den USA bekommen würde.

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