Paris sah die größten und gewalttätigsten Demos seit Beginn der Proteste gegen das geplante neue Arbeitsgesetz „loi El Khomri“.

Gestern sollen in Frankreich, je nachdem ob die Veranstalter oder die Polizei gezählt hatte, zwischen 1,3 Millionen und 400.000 Menschen gegen das geplante neue Arbeitsrecht „loi El Khomri“, die französische Version von Schröders Agenda 2010, demonstriert haben. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaften CGT, FSU, FO, Solidaires, Unef, UNL und Fidl . Es soll 58 Festnahmen und 40 Verletzte gegeben haben.

Premierminister Manuel Valls reklamierte die Ambivalenz des Ordnungsdienstes der Gewerkschaften bezüglich der während der Demonstrationen verübten Gewaltakte durch ca. 700-800 gewaltbereite Teilnehmer: „Solche Kundgebungen brauchen wir in der Hauptstadt nicht, sie seien unerträglich“, so Valls.

Andere Politiker von Hollande bis Sarkozy rufen nach dem starken Staat, nach Verboten und Prozessen und Schadensersatzforderungen für Zerstörungen gegen Gewerkschaften und Einzelpersonen.

Doch schon stehen neue Demos – die neunten auf nationaler Ebene in Frankreich – an und Valls verlangt von der CGT „solche Kundgebungen NICHT mehr in Paris durchzuführen!“

Wenn man als Gewerkschaft nicht dazu in der Lage sei, solch eine Kundgebung geordnet, ohne Gewaltakte und Krawalle, durchzuführen dann müsse man eben von Fall zu Fall über Verbote nachdenken. Ein generelles Verbot sei aber nicht möglich. Die Gewerkschaft solle auch an die Bilder aus Frankreich denken, die jetzt während der Fußball-EM in die Welt hinaus gingen…

Gleichzeitig lehnte er eine Änderung des Textes des geplanten neuen Arbeitsgesetzes ab, das in dieser Woche wieder parlamentarisch behandelt wird. Besonders kritisiert, neben vielen anderen Punkten, der Artikel zwei des Entwurfes der vorsieht, daß künftig betriebliche Absprachen über gewerkschaftlichen Tarifen und Verträgen stünden. Da bedeutet, daß jede Firma durch interne Vereinbarungen Flächentarifverträge unterlaufen könnte.
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http://www.lefigaro.fr/social/2016/06/14/09010-20160614ARTFIG00231-violences-a-paris-dans-les-manifestations-ce-qu-il-faut-savoir-en-fin-de-journee.php
http://www.leparisien.fr/politique/loi-travail-valls-demande-a-la-cgt-de-ne-plus-organiser-de-manifestations-a-paris-15-06-2016-5886055.php

5 Antworten zu Paris sah die größten und gewalttätigsten Demos seit Beginn der Proteste gegen das geplante neue Arbeitsgesetz „loi El Khomri“.

  1. almabu sagt:

    Die französischen Gewerkschaften antworteten Premier Valls, daß sie ein Demonstrationsverbot, wie von Valls und Präsident Hollande ins Spiel gebracht, NIEMALS akzeptieren würden:
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    http://www.lefigaro.fr/social/2016/06/15/09010-20160615ARTFIG00147-loi-travail-jamais-les-organisations-syndicales-ne-respecteront-une-interdiction-de-manifester.php

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  2. almabu sagt:

    Die CGT will an den zwei bereits geplanten Demos in diesem Monat festhalten. Die Regierung Valls und Präsident Hollande denken laut über ein Verbot von Demonstrationen nach und bei einer Umfrage im LE FIGARO stimmten 73% für ein Demo-Verbot unter den gegenwärtig, seit den Terroranschlägen von Paris vom Dezember 2015 herrschenden Bedingungen des Ausnahmezustandes und nur 27% waren für Demonstrationsfreiheit auch unter diesen Umständen! (Bei den Ausschreitungen der letzten Demo war auch die Fassade der Universitäts-Kinderklinik NECKER beschädigt und kranke Kinder vermutlich verstört, verängstigt worden!).

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  3. almabu sagt:

    Obwohl die Auschreitungen und der Vandalismus bei den Demonstrationen in Paris faktisch einen „Roten Teppich“ ausgelegt haben, für die geplanten Wünsche an Einschränkungen und Verboten von Seiten der französischen Regierung, stehen die Franzosen noch immer mehrheitlich (55-60%) hinter den Demonstranten und ihrem Anliegen!

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  4. almabu sagt:

    Ranking der Todesursachen in Frankreich:
    1.) TABAK. Am Quartzen sterben jährlich 80.000 Franzosen.
    2.) ALKOHOL. 48.000 Franzosen geben sich die finale Kante.
    3.) LUFTVERSCHMUTZUNG. Gibt etwa 45.000 den Rest.

    Am Finstersten sind jedoch die Lebenserwartungen für einen Raucher, der sich im Smog von Paris zu Tode säuft…

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  5. almabu sagt:

    Premier Valls verlangt von der CGT für die bereits vereinbarte Demo vom kommenden Donnerstag „eine stehende Kundgebung“, an einem fixen Patz, von ein paar tausend gewaltbereiten Polizisten umzingelt und keinesfalls einen sich bewegenden Demonstrationszug durch Paris. Zu viel verlangt? Einschränkung des Demonstrationsrechtes?

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