Calamity-Dave Cameron kündigt Rücktritt an!

BREXIT: Shit happens, Dave, you screwed up, what’s your plan B? Rücktritt bis Oktober!

Das UK hat abgestimmt und die BREXIT-Befürworter haben knapp, aber klar gewonnen mit 51,9% zu 48,1%. Das ergibt über alles ein Bild einer in nahezu gleiche Teile gespaltenen Nation. Manche sehen das nun als „Independence Day“ andere als „Apocalypse Now“.

Wenn man detaillierter „hinguckt“, dann haben die großen Metropolitanräume um London, Manchester, Liverpool und Bristol, sowie die Schotten und Nordiren klar(!) für den Verbleib gestimmt, während das „ländliche England“ ebenso klar dagegen gestimmt hat. Das spräche gegen die jetzt auch gehörte Analyse, daß die weisse Unter- und Mittelschicht aus Angst vor unkontrollierter Einwanderung für dieses Ergebnis gesorgt habe?  Jetzt hat David Cameron damit umzugehen. Ich bin davon überzeugt, daß sowohl die Politik als auch die Wirtschaft sich auf diesen Fall längst vorbereitet haben. Das deutet sich schon dadurch an, daß man anscheinend nicht unbedingt sofort durch den Paragrafen 50 der EU Verträge den Trennungsprozess in Gang setzen will? Das soll dann der Nachfolger irgendwann tun…

Nebenbei, David Cameron wäre nicht dazu GEZWUNGEN, dieses Referendum zu beachten, er täte aber sehr gut daran, das selbst angerichtete Chaos jetzt nicht noch zu vergrößern. Sein Nachfolger soll den Prozess starten. Camerons politisches Prestige ist verbraucht.

Will er verhandeln? Will er jetzt unter Berufung auf das Referendum geltende EU-Verträge nicht einhalten, brechen? Natürlich! Er sagte es gerade in einem ersten Statement. Das UK will mit der EU über die Zukunft der Beziehungen mit der EU verhandeln, seine UK-Position stärken, aber OHNE Cameron als Premier! Er will nur irgendwie mithelfen…

Die EU hat eine schwere Krise und mittelfristig stellt sich die Frage „wo’s next“ an die potentiellen BREXIT Kandidaten in BENELUX- und SKANDINAVIEN. Das holländische Brechmittel mit den blond gefärbten Haaren kündigte schon an, daß die Niederlande als nächstes Land austreten würden. Sein ebenso blond gefärbtes französisches Gegenstück fordert jetzt auch ein Referendum in Frankreich. In Umfragen haben sich MEHR Franzosen gegen die EU ausgesprochen, als dies UK-Bürger vor dem Referndum taten.

Mit einem UK außerhalb der EU und einer eigenen, oft bellizistischen, Außenpolitik, die uns über die NATO mit hinein zieht, stellt sich für Deutschland erstmals ernsthaft die Frage, nach der Sinnhaftigkeit eines Verbleibs Deutschland in einer US und UK dominierten NATO…
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http://www.bbc.com/news/uk-politics-36615028

8 Antworten zu Calamity-Dave Cameron kündigt Rücktritt an!

  1. almabu sagt:

    Die Briten waren ein notwendiges Gegengewicht zu Frankreich und Deutschland in der EU. Wenn sie künftig ausfallen, wird die direkte Konfrontation zwischen Frankreich und Deutschland zunehmen?

    Die Briten waren auch Nettozahler. Da ich bisher nichts von Kosteneinsparungen der EU gehört habe, müssen die künftig ausbleibenden britischen Zahlungen auf die verbleibenden Nettozahler umgelegt werden. Für Deutschland wird die EU also deutlich teurer.

    Die Alternative könnte sein, britische Waren und Dienstleistungen für den gemeinsamen Markt so mit Steuern zu belegen, daß die ausfallenden Beiträge in etwa ausgeglichen werden können?

    Eine EU ohne die Briten, ohne das UK, könnte schon rein zahlenmäßig niemals die Türkei aufnehmen. Dieser Zug ist jetzt abgefahren. Da kann Erdogan schon Mal sein Referendum starten…

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  2. almabu sagt:

    Nicola Sturgeon, Schottlands First Minister, verlangte in alle weiteren Schritte Londons bezüglich der BREXIT-Abwicklung vollständig und unmittelbar einbezogen zu werden und kündigte ihrerseits direkte Kontakte zur EU-Spitze „so schnell als möglich“ an. Sie sei sich darin mit Sadiq Khan, dem neuen Londoner Bürgermeister einig, der das Gleiche für die Hauptstadt verlange!
    Ein neues schottisches Unabhängigkeitsreferendum nannte sie „höchst wahrscheinlich“!

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  3. Jakobiner sagt:

    Gerade vermelden die Medien: Schäuble hat einen Geheimplan für den Brexit–Merkel scheinbar nicht? Setzt es jetzt V2 auf die Downingstreet und wird die IRA bewaffnet, um aus Great Britain Little England zu machen.. Vor „Schnellschüssen“wird gewarnt–wohl berechtigterweise. Bevor man wieder vorschnell irgendwelche Refiormen verabschiedet wie jetzt eine weitere Integration zur Wirtschaftsunion oder zu einer europäischen Armee, sollte man erst einmal unter den 27 verbliebenen Mitgliedern klären, worin nun die Ursachen und Fehler gesehen werden. Liegt es an den Institutionen, an zu wenig Demokratie in der EU wie etwa Ulrike Guderot formuliert, an zuviel Machzentralistation der EU-Behörden und mangelndem Subsidaritätsprinzip (Renationalisierung von Kompetenzen) liegt es an einem fehlenden sozialen Europa und der neoliberalen Austeritätspolitik wie dies die Linke seiht und ein soziales Europa fordert, liegt es einfach daran, dass die Regeln der EU nicht eingehalten wurden und lauter Sonderregulungen verabschiedet wurden die EU ein „institutioneller Regelbruch“ist –von den Maastrichtkriterien wie bei der Nachsicht gegenüber solch autoritären Mitglioedsländern wie Orban-Ungarn, liegt es einfach darin wie dies Marxisten sehen, dass der Weltkapitalismus in eine „säkulare Stagnation“und Krise getreten ist und daher seine Wohlstandsversprechungen nicht mehr einhalten kann von den USA bis zur EU. An jedem dieser Befunde ist etwas dran–aber ob man sich darauf einigen kann unter den verbliebenen 27 Staaten bleibt noch abzuwarten. Möglich ist auch, dass man vor lauter verschiendenen Ansichten auch nicht mehr zu Konsequenzen kommt und die Paralyse bestehen bleibt.

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  4. almabu sagt:

    Es ist erstaunlich, daß die Optionen, anstatt innerhalb der EU um Mehrheiten zu ringen um deren politischen Ziele und Schwerpunkte zu verändern, schnell auf pures in/out reduziert wurden.

    Das läßt vermuten, daß es generell um eine geplante Schwächung Europas ging bei diesem Referendum. Wer war denn nur der Bösewicht?

    Ein Neoliberaler in irgendeinem US-Stinktank, der Obama oder Kerry etwas einflüsterte, oder war es gar der übliche Verdächtige, dieser Putin?

    Wenn jemand Chaos in Europa plante, eine Schwächung der EU um vielleicht im kommenden Jahr hier einen Krieg gegen Russland in Europa aus der überseeischen Etappe abzufeiern, dann lief bei dem heute alles nach Plan!

    Am Ende dieser nationalistischen Eskapaden wird der Wirtschaftsraum EU mit all seinen Stärken und Schwächen nicht mehr existieren und ein „Bantustan“ sein, in dem sprachkundige Safariführer von der Insel Britannien die Überseeischen bei den Eingeborenen herumführen…

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  5. Jakobiner sagt:

    Die UKIP müsste sich jetzt eigentlich auflösen, da Ziel dieser Partei die Unabhängigkeit Großbritanniens war. Das wird sie aber nicht tun. Jetzt geht es um die Gestaltung der Unabhängigkeit, sei es nun bei den Verhandlungen mit Brüssel, bei der Behandlung von Nordirland uind Schottland,etc. Möglich auch, dass sich die UKIP nun nach den Flüchtlingen nun ein neues Feindbild raussucht: Die Muslime. Jedenfalls werden die Tories auch mit einem Boris Johnson als Ministerpräsiedenten nach Cameron und UKIP-Bekämpfer nicht die erhoffte Ruhe bekommen, die sie sich mit dem ganzen Brexit-Spektakel wünschten.

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  6. Jakobiner sagt:

    Die US-Demokraten und Großteile der US-Republikaner hatten bisher immer ein Interesse an einem stabilen Europa, solange dies nicht ein Zentralstaat wird, der es auch nie zu werden drohte. Neu ist Trump und dessen Befürwortung des Brexit, wie er auch meinte, er hoffe, dass andere europäische Staaten folgen würden. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Trumps Berater in Sachen Europa/Rußland Carter Page ist, ein windiger Investmenbtbanker, der mit Gazprom in Kontakt steht, der von den Sanktionen Geschäftsnachteile erlitt, einen Gazpromberater in seiner Firmer als Berater angestellt hat und Trump dort eine Putinfreundliche Politik nahelegt- Näheres siehe:
    http://www.bloomberg.com/politics/articles/2016-03-30/trump-russia-adviser-carter-page-interview

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  7. almabu sagt:

    Die deutsche Stabilitätsdiktatur in der EU, über die sich nur die größeren und Gründer-Staaten hinwegsetzen konnten, hat gewiss zum Unwillen und Ärger der Bevölkerungen in vielen EU-Staaten beigetragen. Damit wurden auch Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Staaten zementiert. Diese krassen Unterschiede zwischen der EU-Südschiene und dem Rest, war aber auch das stets vorhandene Erpressungspotential um Löhne, Gehälter, Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechte klein zu halten. Wenn die Menschen dann den Hals gestrichen voll haben, dann braucht es halt nur ein solches, mit viel Millionen teurer medialer Unterstützung, Lügen und Demagogie begleitetes und vorbereitetes Referendum, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

    Worauf es den Nordatlantikern aber wirklich ankommt zeigt aber der unsägliche Stammtisch-Europäer Elmar Brok, der jetzt nach dem BREXIT eine EU-Armee MIT oder UNTER der Beteiligung des UK fordert!

    Eine EU, die sich als wirtschaftlicher Arm der NATO versteht, die braucht kein Mensch, da wird dieser Brok sein blaues Wunder erleben, zumindest dann, wenn es demokratisch zugeht in Brüssel, woran ja immer mehr zweifeln. Der Mann hat nichts dazu gelernt!

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  8. almabu sagt:

    BREXIT ist echt der HIT! Jetzt mischt sich gar der Papst ein:

    „…Papst Franziskus hat nach dem Votum der Briten für den Ausstieg aus der EU vor einer „Balkanisierung“ Europas gewarnt. Nach der Brexit-Abstimmung könnten Regionen wie Schottland oder Katalonien ihre Unabhängigkeitsbestrebungen von Großbritannien und Spanien verstärken, sagte der Papst am Sonntagabend auf dem Rückflug von Armenien. Dies könne zu einer „Balkanisierung“ Europas führen…“ (aus FAZ-Kommentar)

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