Revolte! Hälfte des PSOE-Bundesvorstandes zurückgetreten um Sánchez-Rücktritt zu erzwingen!

Der Bundesvorstand der PSOE, das höchste Parteigremium, besteht FORMAL aus 38 Personen. Drei davon starben in der vergangenen Periode seit 2014. Ihre Plätze blieben in der laufenden Periode aus Respekt leer, sie wurden nicht neu besetzt. Der REALE Bundesvorstand beträgt aktuell also 35 Personen. Die Hälfte davon sind 17 Personen. Die absolute Mehrheit beträgt also 17+1=18 Personen. Diese Zahlenspiele sind wichtig, denn die Satzung der PSOE besagt, daß bei einem Rücktritt von der Hälfte plus einer Person des Bundesvorstandes dieser automatisch aufgelöst ist und damit auch der Generalsekretär Pedro Sanchez nicht mehr im Amt wäre. Die PSOE würde dann von einem Beratergremium von außerhalb der Partei geführt, besser verwaltet, bis ein neu einzuberufender, schon einmal verschobener 38. Parteitag der PSOE, geplant vom 2.-4. Dezember, einen neuen Bundesvorstand wählt.

Heute Nachmittag legten also 17 Mitglieder des PSOE-Bundesvorstandes schriftlich ihre Ämter nieder, rechneten dabei die drei unbesetzten Sitze der Verstorbenen ihrem Lager zu und kamen so nach ihrer Zählweise auf 17+3=20 Stimmen gegenüber den 18 Stimmen des Sánchez-Lagers und lösten den Vorstand damit faktisch auf. Das Sànchez-Lager hat mit seiner Stimme 18 Stimmen und wenn man die Toten nicht mit rechnet gegenüber den 17 Stimmen der Zurückgetretenen eine Mehrheit von einer Stimme. Es gäbe dann also somit keinen aufgelösten Vorstand. „Der Putsch“ gegen Sánchez wäre gescheitert!

Das könnte Pedro Sánchez also durchaus anders sehen, der scheinbar wie ein fanatisierter Sektier seine Pläne einer PSOE-Regierung mit der extremlinken Gruppierung Podemos und den baskischen Nationalisten und den katalanischen Separatisten verfolgt und sonst Neuwahlen in Kauf nimmt, welche der PSOE-Bundesvorstand wegen des derzeitigen desolaten Zustandes der Partei lieber vermeiden möchte. Sie tendieren eher dazu, Mariano Rajoy per Enthaltung der PSOE erneut ins Amt des spanischen Ministerpräsidenten zu hieven und dann seine Minderheitsregierung zum Guten, „zu sozialen Wohltaten“  zu zwingen!

Ein Interessanter Nebeneffekt dieser Zuspitzung wird wohl sein, daß ein guter Teil dieser Ex-Politiker der Vergangenheit ihre noch existierenden Ämter und Pfründe auf einem Parteitag verlieren könnten?

Im Grunde zeigt dieser Streit bis aufs Blut die Zerissenheit der PSOE quer durch alle Gremien. Sie existiert nicht nur personell, sondern auch in ihren politischen Inhalten. Man könnte gar fast den Eindruck bekommen, daß die PSOE ähnlich am Ende ist wie die deutsche SPD?

3 Antworten zu Revolte! Hälfte des PSOE-Bundesvorstandes zurückgetreten um Sánchez-Rücktritt zu erzwingen!

  1. almabu sagt:

    In der PSOE grummelte es schon seit langem, aber es galt bisher das „eherne Gesetz“ Streit in den eigenen Reihen hinter geschlossenen Türen und nicht in der Öffentlichkeit auszutragen. Diese Zeiten sind definitiv vorbei, diese Regel gilt nicht mehr…

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  2. almabu sagt:

    PSOE = P edro S ánchez O mnipotencia E spañola.

    Omnipotencia es un concepto que tiene su origen en el latín omnipotentĭa. El término refiere a un gran poder que sólo puede ser atribuido a una divinidad, a un poder ilimitado.

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  3. almabu sagt:

    GAD3-Umfrage vom 30.09.2016:

    Wie würde sich die PSOE-Krise und der Rücktritt von Pedro Sánchez in Wählerstimmen auswirken?

    PP——————– = 159 / 137 Sitze (+22!) oder 36,4%
    PSOE—————- = 068 / 085 Sitze (-17!) oder 18,6%
    PODEMOS——— = 069 / 071 Sitze (-2) oder 20,8%
    CIUDADANOS—- = 025 / 032 Sitze (-7) oder 11,9%

    Diverse Nationale 029 / 025 Sitze (+4) oder 7,7%

    Ergebnisse:
    Rajoy und die PP würden weiter gewinnen, aber weiterhin die absolute Mehrheit verfehlen, also einen Koalitionspartner benötigen.

    Dies könnte trotz Verlusten C’s sein, denn zusammen erreichten sie 184 Sitze oder 8 über die absolute Mehrheit von 176 Sitzen.

    Eine Linke Mehrheit von PSOE oder PODEMOS ist hingegen nicht mehr möglich. Sie erreichten zusammen nur noch 137 Sitze, würden zusammen 19 Sitze verlieren, von denen -17 Sitze zu Lasten der PSOE gingen und -2 zu Lasten von PODEMOS. Das linke Lager in Spanien würde entscheidend geschwächt, wäre keine Hälfte mehr, dumm gelaufen halt?

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