Das Ende der sozialistischen Partei PS, ein Epochenwechsel!

Ex-Premierminister Manuel Valls sagt, die PS sei erledigt, außer der gemeinsamen* Ablehnung der extremen Rechten von der FRONT NATIONAL gäbe es keine Gemeinsamkeiten mehr unter den Mitgliedern. Die Einen wollten mit den Ökos, die Anderen mit den Linken von Mélenchon. Für die Nationalwahlen im Juni müsse sie mit einem neuen Programm, mit neuen Gesichtern und unter einem neuen Namen antreten, wenn sie nicht aus dem Parlament fliegen wolle. Spätestens aber nach den Wahlen sei eine Total-Erneuerung notwendig, falls es vorher nicht mehr gelänge.

Das mag zwar in Teilen auch ein Nachtreten des in den Vorwahlen der Linken gescheiterten und in der PS stets umstrittenen Partei-Rechten Valls sein, im Grundsatz aber hat er recht! Es ist schlicht nicht möglich, nach den 6,36% des Ersten Wahlganges der Präsidentschaftswahlen einfach zur Tagesordnung zurückzukehren und so zu tun, als sei nichts geschehen!

Benoît Hamon war ein Bauernopfer um nicht den Namen Hollande mit diesem Wahldebakel zu verbinden, was der Noch-Präsident eigentlich verdient hätte. Er wird für Frankreich und die Franzosen als Polit-Gau in die Geschichte eingehen, es sei denn Marine Le Pen würde noch irgendwie gewählt werden. Nur diese Katastrophe könnte Hollande vergessen machen, obwohl er auch am Erstarken der FN seinen Anteil hat…

Valls steht mit seiner Ansicht nicht alleine da. Selbst der Erste Parteisekretär der PS,  Jean-Christophe Cambadélis fordert zumindest für die Zeit NACH dem 18. Juni, dem Zweiten Wahlgang der Nationalwahlen, eine Bilanz, deren Bewertung und einen Neubeginn!
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*Hier dürfte Valls wissentlich irren? Umfragen und deren Auswertung zeigen, daß ALLE Parteien Potentiale für die FN, allerdings in unterschiedlichem Maße, enthalten. Bei den LES RÉPUBLICAINS sollen dies sogar bis zu 20% sein und selbst bei den ganz Linken von Mélenchons FRANCE INSOUMISE gäbe es LR-Sympathisanten. Deshalb darf getrost angenommen werden, daß die Mitglieder der PS nicht einmal in diesem Punkt einer Meinung sind!

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3 Responses to Das Ende der sozialistischen Partei PS, ein Epochenwechsel!

  1. almabu sagt:

    Umfrage zur Wählerwanderung beim Zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich:

    Die Linken von Jean-Luc Mélenchons FRANCE INSOUMISE wollen zu etwa 50% Emmanuel Macron wählen aber 13% erklärten Marine Le Pen wählen zu wollen. Eine Wahlempfehlung für Macron gab es aber nicht!

    Von den Wählern von François Fillon LES RÉPUBLICAINS wollen 44% für Macron und 30%(!) für Le Pen stimmen! Fillon hatte zur Wahl Macrons aufgerufen.

    Interessanterweise gibt es keine Aussagen zum Wählerverhalten der zerschmetterten 6,36% Partei PARTI SOCIALISTE des Noch-Präsidenten Hollande! Der rief zur Wahl Macrons auf!

    Ich vermute aber, daß die Unzufriedenheit mit der eigenen Partei ein gewisses Potential, vermutlich sogar größer als das der Linken von Mélenchon, beinhaltet, das bereit wäre Le Pen zu wählen und sich einen Teufel um den Aufruf von Hollande zu scheren?

    Es wäre aber wohl irreführend, diese Prozentsätze ausgehend vom Ergebnis des Ersten Wahlganges zu erreichnen, denn sowohl Fillons LR als auch Hollandes PS blieben weit unter ihrem Potential und irgendwo müssen deren Wähler ja geblieben sein?

    Ich vermute einmal, das Ergebnis wird enger als das ständig medial kolportierte Wunschergebnis 60% zu 40% für Macron und wird eher bei 55% zu 45% für Macron liegen, aber auch das würde ja reichen eine Rechtsradikale Präsidentin Marine Le Pen zu verhindern…

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  2. Jakobiner sagt:

    Ein französischer Politologe meinte, die PS bräuchte wie die SPD ein Godesberger Programm wie in den 50er Jahren. Das unterschätzt ein wenig die Situation, denn inziwschen gibt es auch die Grüne Partei und die Melenchonpartei. Dem müsste solch eine neue PS auch Rechnung tragen und da ist es fraglich, ob man diesen Spagat hinbekommt. Bei Bad Godesberg ging es ja im wesentlichen darum nicht mehr Arbeiter-und Klassenkampfpartei zu sein, sondern sozialpartnerschaftliche Volkspartei für alle.Der PS wird ja nachgesagt, da eher noch so sozialistisch und links zu sein wie die alte SPD es einmal war.

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    • almabu sagt:

      Wenn man die französische, ja die europäische Parteienlandschaft betrachtet, dann bekommt man den Eindruck die meisten Parteien müssten ihr Programm aktualisieren und ihre Zielgruppen besser ansprechen. Zumindest gilt die für die europäische Sozialdemokratie, aber auch für GRÜNE und Konservative in ähnlicher Weise. Mit Mitgliedschaften, Versammlungen und Veranstaltungen in herkömmlicher Weise erreichen die Parteien die Menschen, ihre potentiellen Wähler immer weniger…

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