Manchester-Bomber Produkt der westlichen Interventionen in Libyen und Syrien?

Der Manchester-Bomber ist ein Produkt der Interventionen des Westens in Libyen und Syrien (von Daniel McAdams)

Der Artikel erschien am 24. Mai 2017 auf der Website des > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity

Da gibt es etwas in Hinblick auf den Selbstmordanschlag in Manchester, UK, von dem die Medien und Politiker nicht wollen, dass Sie es wissen: Salman Abedi, der 22-Jährige, der fast zwei Dutzend Konzertbesucher in Manchester im Vereinigten Königreich getötet hat, war das Produkt des von den Vereinigten Staaten von Amerika und vom Vereinigten Königreich betriebenen Sturzes von Gaddafi in Libyen und der „Regimewechsel“-Politik in Syrien gegenüber der säkularen Regierung Assad.

Der Selbstmordattentäter war das direkte Produkt der Interventionen der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königreichs in dem Großbereich Mittlerer Osten.

Laut der Zeitung London Telegraph war Abedi, ein Sohn libyscher Einwanderer, der in einer radikalisierten muslimischen Umgebung in Manchester lebte, nach dem Sturz von Muammar Gaddafi einige Male nach Libyen zurückgekehrt, zuletzt vor einigen Wochen. Nach der „Befreiung“ Libyens durch die Vereinigten Staaten von Amerika/das Vereinigte Königreich und deren Alliierte fanden alle Arten von zuvor gesetzlich verfolgten und aufs Schärfste unterdrückten radikalen jihadistischen Gruppen plötzlich, dass sie sich in Libyen frei bewegen und operieren konnten. Das ist das Libyen, in das Abedi zurückkehrte und wo er sich wahrscheinlich auf sein Selbstmordattentat auf Besucher eines Popkonzerts vorbereitete. Vor dem von den Vereinigten Staaten von Amerika geführten Überfall auf Libyen 2011 gab es dort weder al-Qaeda, ISIS, noch eine andere terroristische Organisation, die (straflos) auf libyschem Boden operierte.

Gaddafi selbst warnte im Januar 2011 Europa, dass falls sie seine Regierung stürzten, die Folge radikale islamistische Attacken auf Europa sein würden, aber die europäischen Regierungen schlugen diese Warnungen in den Wind. Das Libyen nach Gaddafi wurde zu einer Brutstätte islamischer Terroristen und des islamischen Terrorismus, und nicht zuletzt zu einer ersten Anlaufstelle für Extremisten, die im Jihad gegen den ebenfalls säkularen Bashar Assad kämpfen wollten.

In Salman Abedi haben wir immerhin das Zusammentreffen dieser beiden katastrophalen Interventionen der Vereinigten Staaten von Amerika/des Vereinigten Königreichs: es stellt sich heraus, dass Abedi nicht nur nach Libyen fuhr, um sich zu radikalisieren und für Terror auszubilden, sondern er fuhr auch nach Syrien, um einer der „syrischen Rebellen“ zu werden, die Seite an Seite mit den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich kämpfen, um die Regierung Assad zu stürzen. Vielleicht wurde er sogar in einem CIA-Programm ausgebildet? Wir wissen es nicht, aber sicher ist das möglich.

Während die Massenmedien und opportunistische Politiker argumentieren werden, dass die einzige Lösungsmöglichkeit in vermehrter westlicher Intervention im Mittleren Osten liegt, ist die blanke Wahrheit, dass zumindest ein Teil der Verantwortung für diese Attacke bei denjenigen liegt, die auf westliche Intervention in Libyen und Syrien gedrängt und diese durchgeführt haben.

Wäre Gaddafi nicht von den Vereinigten Staaten/vom Vereinigten Königreich und deren Alliierten gestürzt worden, gäbe es keine Ausbildungslager für Jihadisten in Libyen. Es hätte keine explosive Ausdehnung von ISIS oder al-Qaeda in Syrien gegeben, gäbe es in diesem Land nicht die Politik des „Regimewechsels“, die von den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Vereinigten Königreich und deren Alliierten betrieben wird.

Wenn Sie an Abedis Schuld an diesem schrecklichen Mordverbrechen denken, vergessen Sie nicht die Interventionisten, die die Lunte entzündet haben, die diesen Großbrand in Gang gesetzt hat. Auf deren Schultern liegt die Schuld in gleichem Ausmaß.

______
Die deutsche Übersetzung erschien erstmals auf der website antikrieg.com.
Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht.
In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse
www.antikrieg.com nicht zu vergessen!

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8 Responses to Manchester-Bomber Produkt der westlichen Interventionen in Libyen und Syrien?

  1. almabu sagt:

    Es gab Meldungen, daß der Vater des mutmaßlichen Attentäters Abedi keineswegs ein normaler Flüchtling gewesen sei, der NACH dem Krieg gegen Gaddafi als ein solcher nach England gekommen sei,sondern ein libyscher Geheimdienstler mittleren Ranges, der mit den Briten solange zusammengearbeitet habe, bis dies für ihn zu heiss wurde. Darauf seien er und seine Familie nach England, zuerst in den Raum London, dann nach Manchester verbracht worden. Wieviele Libyer haben die Briten denn als Flüchtlinge ins Land gelassen? Das war doch nicht der Normalfall damals, bei der restriktiven Einwanderungspolitik des UK?

    Dieses Thema wurde aber schnell übergangen, obwohl der Mann als Agent FÜR die Briten auch im libyschen Nach-Gaddafi-Vakuum gewiss von Wert gewesen wäre? Aber in Syrien haben z.B. die USA Al-Kaeda, angeblich ihren jahrzehntelangen Todfeind, von der Liste der terroristischen Organisationen gestrichen und schon kann man mit denen ganz problemlos zusammenarbeiten, sie finanzieren und ausbilden und alles ist gut???

    Es muss hinter den Kulissen wohl auch zwischen Briten und Amis gekracht haben, weil US-Medien schneller detaillierter und umfänglicher über den Manchester-Anschlag berichteten, als den Briten lieb war?

    Die Tragödie ist inzwischen nämlich auch Teil des Wahlkampfes von BREXIT-Theresa May und als solche wie bestellt getimed.

    Aber auch die NATO nahm Manchester als Stichwort um endlich Teil der Anti-Terror-Koalition im Nahen Osten und Nordafrika werden zu dürfen.

    Schon komisch: Da passiert ein gruseliger, schrecklicher Terroranschlag und danach reiben sich Briten, USA, die NATO, die Rüstungs- und die Sicherheitsindustrie nicht völlig unzufrieden die Hände?

    Manchmal denkt man, wenn es den IS nicht schon gäbe, dann müsste man ihn erfinden…

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  2. almabu sagt:

    Die Russen und FOCUS schrieben, daß der mutmaßliche Attentäter Abedi 4 Tage vor dem Anschlag von Düsseldorf nach Manchester geflogen sei. Kein Kunststück mit einem Britischen Pass in der Tasche? Nach dem BREXIT hört das aber auf! Diese und andere Infos gehen vermutlich auf den unten verlinkten TELEGRAPH-Artikel zurück, der ziemlich detailliert ist.
    Die beschriebenen Zustände sind „wie bei Hempels unterm Sofa“!
    Demnach hat die Familie Wohneigentum(?) in Manchester und einzelne Mitglieder wechseln zwischen Libyen und England hin und her. Der Vater, ein „ehemaliger“(?) libyscher Geheimdienstler. Aus Libyen kommt seit Jahren der Nachschub am Waffen, Ausrüstung und Kämpfern des IS. Die Briten und die Franzosen dicht dran, merkte hier denn keiner etwas? Das Timing dieses Anschlags war jedenfalls für die Wahlen im UK, für Theresa May und für die NATO perfekt. Angesichts toter Kinder werden sich die Proteste gegen die künftige, direkte Verwicklung der NATO in die diversen Nahost-Konflikte und Kriege vermutlich in Grenzen halten? Dieser Anschlag kam wie bestellt…

    ––––––
    http://www.telegraph.co.uk/news/2017/05/24/everything-know-salman-abedi-named-manchester-suicide-bomber/

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  4. Jakobiner sagt:

    Der Kindermord von Manchester–ein Paradigmenwandel und seine Folgen

    Das Attentat von Manchester hat eine neue Qualität, da hier erstmals Jugendliche und Kinder in einem westlichen Land Opfer wurden, obgleich ich da auch die Schule in Beslan, die von tschetschenischen Islamisten besetzt wurde in Erinnerung rufen will, der ja der eigentliche Präzedenzfall war, aber nicht so wahrgenommen wurde, da es sich um Rußland handelte.Mir stellen sich da drei Fragen:

    Zum einen, wieweit die Hemmschwelle dann noch weiter sinkt–sind demnächst auch Kindergärten,Schulen, Schulbusse, Geburtsstationen potentielle Ziele? Gibt es ein Ende der Perversion und diesem Wegfall von Hemmschwellen? Einige Islamisten argumentieren ja, dass muslimische Kinder Opfer von Assads Krieg, westlicher Kriege oder Israels Gazakrieg würden und der Westen hierzu schweigen würde (oft geshene Plakate auf Demos „Kindermörder Israel“). Nach dem Motto: Tötest du meine Kinder, töte ich deine Kinder.Wobei dies ja auch ein vorgeschobenes Argument ist, denn Islamistenmilizen oder der IS töten Ungläubige und begehen Völker-/Religionsmorde, unabhängig ob Erwachsene oder Kinder. Dazu galt früher immer, dass Kinder und Jugendliche nicht für die Taten der Erwachsenen und ihrer Eltern verantwortlich gemacht werden, man hier keine Sippenhaft verhängt.Dies scheint nicht mehr zu gelten.Animiert wird dieses Denken aber auch durch Trumps Paradigma, dass man auch die Familien von Terroristen, also auch deren Kinder und nicht nur die Terroristen selbst töten solle. Hier ist ein tendenzieller Abbau von Hemmschwellen auf beiden Seiten zu beobachten, wenngleich viel mehr auf islamistischer Seite, denn auch bei normalen Muslimen und Bürgern westlicher Staaten gilt Kindermord immer noch als Tabu und als No-Go, zudem auch Kindermörder, Kinderschänder und Pädophile in der gesellschaftlichen Hierarchie und auch in der Knasthierachie an unterster Stelle rangieren..

    Zum anderen: Was löst dieser Kindermord in der Gesellschaft aus? Zum einen bei den Erwachsenen und Eltern? Wenn Erwachsene und man selbst angegriffen wird, so hat dies noch eine andere Qualität als wenn es um den Nachwuchs geht. Hier werden starke emotionale Reaktionen aktiviert, die auch dem elterlichen Schutztrieb entspringen, der dann irrationalen Druck auf die Politik und alttestamentarische Maßnahmen hervorrufen kann, die den Rechtsstaat und die Demokratie infrage stellen und einer autoritären Diktatur das Wort reden, da die liberale Demokratie als zu lasch angesehen wird. Zumal eben auch GB als eines der sicherheitspolitischen fortgeschrittensten Staaten galt von Videoüberwachung bis Polizeigesetzen und Geheimdienstpräsenz- und Geheimdienskooperation (5-Eye-Allianz), das man sich fragt, was noch alles unternommen werden soll, um Anschläge zu verhindern.

    Drittens: Was löst dieser Kindermord bei Jugendlichen und Kindern aus? Bisher konnten sie noch zu ihren geliebten Konzerten gehen und genossen eine weitgehend sorglose Kindheit. Dieser Schutz- und Ruheraum, diese unbeschwerte Kindheit ist nun bedroht und aufgelöst.Hier wird eine neue Generation mit den harte Realitäten der Welt schon ganz früh konfrontiert? Werden sie sich früher politisieren, Fragen stellen, was dieser Islamismus eigentlich ist, warum er sie töten will? Werden wir eine neue Generation heranwachsen sehen, die ohne eigentliche unbeschwerte Kindheit mehr aufwächst oder bleibt dieses Attentat die Ausnahme, die bald wieder in Vergessenheit gerät und einfach aufgrund kurzzeitigdenkender Jugendlichen und Kinder verdrängt wird nach dem Motto: Shit happens!?Erwägenswert wäre eine Jugendstudie, die die Folgen dieses Attentates auf die Psyche der Kinder und Jugendlichen einmal evaluiert–hierbei wäre eine Auswertung der Reaktionen der Jugendlichen über die sozialen Medien einmal wichtig.

    Zwar ist es extrem unwahrscheinlich, dass man Opfer eines islamistischen Terroranschlags wird, Auto- oder Haushaltsunfälle sind da tausende Mal wahrscheinlicher, aber die mediale und politische Sensationisierung führen zu einem getrübten und unterschweligem Unsicherheitsgefühl , das nicht mehr rational Wahrscheinlichkeiten abwägt, sondern eher panischen Ängsten emotional freien Lauf gibt. Zumal eben auch immer wieder gesellschaftliche Treffpounkte, öffentliche Plätze und Massenveranstaltunge Terrorziele sind, die den gesellschaftlchen Zusammenhalt unterminieren wollen, weswegen es als Gegenreaktion bisher dann immer gleich Massenveranstaltungen gibt, die die Gemeinsamkeit und die Solidarität betonen und dazu aufrufen, sich nicht in seinem täglichen Leben einzuschränken. Ob aber dieses Business as usual und dieser noch relativ rationale Umgang über die Zeit anhält, sich ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellt oder aber eben bei weiteren Kindermörderattentaten die Dämme brechen lässt, bleibt abzuwarten.

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    • almabu sagt:

      Ich sehe das auch so, habe aber zwei kleine Einwände, bzw. Fragen:
      Wenn bei Manchester nur Erwachsene ermordet worden wären, wäre dies weniger schlimm gewesen? Juristisch sicher nicht? Als Erwachsener, ob nun als Familienmitglied oder als Lehrer, Erzieher oder zufällig Herumstehender ist man im Allgemeinen so sozialisiert, daß man auf Gefahren für „die Kleinen“ achtet, sie warnt, sie tunlichst zu vermeiden sucht. Zur eigenen Angst, kommt das Gefühl des Versagens hinzu und so mancher mag sich wünschen, „hätte es doch einen selbst erwischt, statt des Kindes“. Ich habe an anderer Stelle schon gesagt, die Berichterstattung des Westens über den Terror ist ein starker Anreiz für die Täter. So manch‘ vollkommen unfähiger Wichser, mag sich auf diese Weise ins überdimensionale überhöht wünschen und zum Märtyrer stilisiert sehen, bei dem die 72 Jungfrauen Schlange stehen? Wir sollten also unsere Berichterstattung zum Thema Terror stark überdenken und auf minimale, rein informative Text- oder Sprachnachrichten ohne blutige Bilder, Hektik und Ton, die schon beim Zusehen Panik auslösen können, REDUZIEREN!

      Da der Terror starke Gefühle auslöst, ist er für ALLE politischen Seiten, Parteien, Kräfte hoch interessant! Er kann aus Täter- oder Opfer-Perspektive für eigene Interessen ausgenutzt, instrumentalisiert werden. Wenn man sich also an dieser Manipulation beteiligt, macht man sich mehr oder weniger zum Mitschuldigen. Deshalb: DEM TERROR KEINE BÜHNE BIETEN!

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  5. almabu sagt:

    Merkel bedankte sich gerade bei der NATO in Brüssel für die große Unterstützung der Partner England und Frankreich bei der Wiedervereinigung Deutschlands. Ich hatte das irgendwie anders in Erinnerung, aber die ewige Kanzlerin weiss das sicher besser?
    ______
    http://www.nato.int/cps/en/natohq/events_67375.htm

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