Macrons Minister Le Maire verstaatlicht Werften!

Ein Jeder der Kinder hat, für den ist Bob, der Baumeister ein fester Begriff. Aber kennen Sie auch Bruno, den Bürgermeister? Nein? Hier gibt’s was über ihn:

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister (in Deutschland brauchen wir für diese beiden Ministerien Wolfgang Schäuble und Brigitte Zypries!) Bruno Le Maire gab heute Vormittag auf einer Pressekonferenz die vorübergehende Verstaatlichung der Werften von STX in Saint-Nazaire bekannt. Die französische Regierung übe dazu ein Vorkaufsrecht aus, um sich die Mehrheit, die Kontrolle und damit das Sagen auf den Rüstungsrelevanten Werften zu sichern. Sie sind seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Die aussergewöhnlichen Fähigkeiten dieser Werften (sie haben die Schiffe für Putin gebaut, die auf amerikanischen Druck nicht an Russland geliefert werden durften und die dann an Ägypten geliefert wurden!) müssten in französischem Besitz bleiben, owohl man weiterhin mit dem italienischen Konzern und Konkurrenten FINCANTIERI in Verhandlungen sei. Das Ziel sei ein solides und ambitioniertes „europäisches Projekt“ (unter französischer Kontrolle?) zu schaffen, das aber wegen der strategischen Interessen und dem außergewöhnlichen knowhow der STX-Werften in französischer Hand bleiben müsse. Dieser Ort sei einzigartig!

Die Verhandlungen mit FINCANTIERI würden am kommenden Dienstag in Rom fortgeführt. Die vorläufige Verstaatlichung sei nicht gegen „unsere italienischen Freunde“ gerichtet, (von denen man sich nur nicht über den Tisch ziehen lassen wolle?) und er sei zuversichtlich in den kommenden Wochen eine Lösung zu finden…

Wenn dann also, wie zu erwarten ist, Italiener und Franzosen an einem Strang (und in eine Richtung?) ziehen, dann werden sich die deutschen Werften wohl warm anziehen müssen?
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http://www.leparisien.fr/economie/bruno-le-maire-confirme-la-nationalisation-temporaire-des-chantiers-navals-stx-27-07-2017-7160814.php#xtor=EREC-216—-‚@1

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5 Responses to Macrons Minister Le Maire verstaatlicht Werften!

  1. Jakobiner sagt:

    Warten wir einmal ab. Vielleicht ergibt sich ja auch noch ein deutsches Angebot von HDW oder einer der Ostseewerften und vielleicht sieht Merkel und von der Leyen ja auch die Chance neben dem gemeinsamen deutsch-französisch-europäischen Kampfflugzeug auch noch deutsch-franzsösiche Kriegsschiffe zu bauen neben AIRBUS und dem deutsch-französischen Panzerprojekt bei Kraus Maffei.Da ist Polen veilleicht noch offen sozusagen!

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  2. Jakobiner sagt:

    Leseswert–der heutige Gastbeitrag in der FAZ: Da werden deutsche Atom-U-Boote für die Ostsee angedacht–vielleicht eine interessante Idee für eine europäische maritime Kooperation zwischen dem nuklearfreien Deutschlad und der Force de Frappe Frankreichs:

    „In jedem Fall sollte Deutschland seine Anstrengungen erheblich ausweiten, um den größten sicherheitspolitischen Risiken zu begegnen. Im Verbund mit Polen und Balten muss Deutschland das Israel seit langem zur Verfügung gestellte Know-how für atomar aufrüstbare U-Boote nun auch zum Eigenschutz nutzen. Solche nuklear bestückten Boote sollten zur Abschreckung in der Ostsee operieren. Mit Frankreich und Großbritannien muss überdies der nukleare Schutz Europas neu konzeptualisiert werden. Deutschlands Beitrag muss dabei auf eigene Fähigkeiten gerichtet sein. Während die Rückkehr zur Landes- und Bündnisverteidigung gegenwärtig ohne die Wiedereinführung der Wehrpflicht geplant wird, sollte sich Deutschland diese Option bei Bedarf in der Zukunft offenhalten. Und: Deutschland braucht ein internationales Strategie-Kolleg, das dem trivialisierten Gebrauch des Strategischen entgegentritt. Weltweit geschieht dies bereits. Es ist längst an der Zeit, dass der deutsche Michel dies versteht.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/militaerpolitik-klare-strategie-und-einige-kehrtwenden-notwendig-15123726.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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    • almabu sagt:

      Dieser FAZ-Artikel ist ein Witz, der seinem Autoren peinlich sein müsste! Es soll sich allerdings um die Kurzform eines längeren Artikels handeln, so daß die Hoffnung besteht, daß irgend ein FAZ-Redakteur diesen Schwachsinn verbrochen hat?

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  3. almabu sagt:

    Es gabe da offenbar Streit zwischen den Italienern, die eine Mehrheit haben wollten und wenn es nur 51% zu 49% wären und den Franzosen die zumindest auf einem 50% zu 50% Gleichstand bestanden um nicht überstimmt werden zu können. Die GF der Werft sei übrigens gar nicht begeistert von der drohenden zeitweiligen Verstaatlichung, denn sie würde die Zeit der unklaren Zukunft der Werft letztlich verlängern…

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  4. almabu sagt:

    Das Treffen der Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, Frankreich und Pier Carlo Padoan, Italien in Rom endete heute mit einer Vertagung zum 27. September.

    Die Ferienzeit soll genutzt werden die gegenwärtige Blockade zu lösen, die dadurch entstand, daß Frankreich eine 50:50% Verteilung der Stimmen in den künftigen STX-Werften kategorisch verlangte, während Italien auf einer Mehrheit von 51:49% bestand.

    Dieser Konfliktpunkt ist ungelöst. Italien verweist darauf, daß die Südkoreaner bei STX einst sogar eine Zweidrittel Mehrheit hatten, ohne daß die Franzosen dieser Umstand gestört hätte. Italien verweist weiter darauf, daß Frankreichs Industrie sich in den vergangenen 10 Jahren mit rund 50 Milliarden €uro in die italienische Wirtschaft eingekauft hätte.

    Die Italiener werfen den Franzosen einen Rückfall in alte Zeiten des Nationalismus und Protektionismus vor.

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