Fährt die deutsche Diesel-Autoindustrie gerade „volle Kanne“ gegen die Wand?

Die plötzliche Aufregung ist scheinheilig! Die Nachteile der Antriebsoption Diesel sind seit vielen Jahren bekannt. Kein Mensch (außer ein paar Drehmoment-Freaks) kauft sich einen Diesel wegen seines geilen Geruches oder seines tollen Motorengeräusches, sondern weit überwiegend aus rein ökonomischen Gründen. Die meisten Menschen sind gezwungen zu rechnen, die Betriebskosten ihres Fortbewegungsmittels beeinflussen die Kaufentscheidung. Diese, die Betriebskosten hängen aber stark von der Besteuerung der Kraftstoffe ab. Warum ist es strengstens Verboten Heizöl zu fahren? Wegen der geringeren Besteuerung, klar? Die Bundesregierung hat es seit Jahren in der Hand die Kaufentscheidung der Bürger durch die unterschiedliche Besteuerung der Kraftstoffarten zu steuern, zu lenken. Sie tat es nicht. Die Politik hat kläglich versagt! Sie kann und muss mit vollem Recht als Komplizen der Auto-Industrie gesehen werden, ja auch DIE GRÜNEN, Frau Roth!

Die prinzipiellen physikalisch-chemischen Nachteile treffen die Verbrennungsmotoren als Ganzes, also auch Benziner aller Varianten. Die sind keineswegs sauber, nicht einmal ein Gasantrieb wäre dies. Sie blasen nur weniger Dreck in die Luft.

Zum Gesamtausstoß an Schadstoffen trägt indessen auch das Fahr- und Benutzungsverhalten der Nutzer bei. Ich kenne Leute, die keine zehn Schritte, nicht einmal zum Bäcker nebenan oder zum Zigarettenautomaten ohne ihr Auto machen, die minutenlang mit laufendem Motor am Straßentrand telefonieren, weil dann der Wagen heizt, was in diesem „Sommer“ durchaus nicht unerwünscht ist. Ich wohne in einer mittelgroßen quasi perfekten Fahrradstadt mit stark ausgebautem öffentlichem Bus- und Bahnverkehr in der jeden Tag zur Rush-Hour im Berufsverkehr der Verkehr beinahe zusammenbricht und sich die Blechkisten im Schrittempo fortbewegen. Irgend etwas läuft da auch falsch, was nicht an der Automobilindustrie liegt?

Es geht hier, vom Ansatz her, gegen eine seit Jahren bekannte Fehlentwicklung, eine offene Flanke der deutschen Auto-Industrie. Wer die Überschüsse des Export-Weltmeisters kritisiert, findet hier den richtigen Ansatz. Niemand zwang schließlich diese Industrie zu Kartellbildung, zu Lug und Betrug! Das werden sie und indirekt wohl auch wir alle, nun ausbaden müssen!

Soweit bin ich vollkommen einverstanden. Ich würde dann allerdings nur darum bitten, die gleichen Maßstäbe auch an die Fahrzeuge ALLER Produzenten ALLER Kontinente zu stellen, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, vom osteuropäischen Schrott-LKW bis hin zum Großen-Bruder-Militärfahrzeug oder denen der NATO-Verbündeten. Fahrverbote konsequent auch hier!
Die Straßen von Paris: Zunehmend rutschig!

PS: Ich bin Diesel-Fahrer. Ich spreche nicht von Wert-, sondern von Totalverlust bis auf den Schrottwert, wenn alle gleichzeitig ihre Diesel los werden wollen. Schenken wir doch einfach jedem abgelehnten Asylbewerber einen vollgetankten Diesel mit dem er sich dann in die alte Heimat aufmachen kann und wir haben zwei Probleme gleichzeitig elegant gelöst! (Ironie aus!)

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NACHTRAG: Jakob Augstein, SPON, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/abgasskandal-und-autokartell-auswuechse-eines-kranken-kapitalismus-kolumne-a-1160687.html

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One Response to Fährt die deutsche Diesel-Autoindustrie gerade „volle Kanne“ gegen die Wand?

  1. Jakobiner sagt:

    Wichtiger aber ist die Entwicklung der deutschen Autoindustrie sowie des mythischverklärten Symbols des Autos.Kartellprozess, VWs Kooperation mit der brasilianischen Militärdiktaur, Dieselverbote infolge von Emissionen, Abgasbertrügereien nagen am bisher ehrlichen Qualitätsprodukt „Made in Germany“.Die Ankündigungen der Oppositionspartei die Grünen bis 2030 nur noch abgasfreie E-Autos zulassen zu wollen, ,der Regierungen Großbritanniens und Frankreichs Ankündigung dies bis 2040 ebenso machen zu wollen, Chinas Ankündigung in Großstädten in absehbarer Zeit nur noch Elektroautos- und roller zuzulassen, sind da recht einschneidende Willensverkündigungen, auf die sich die Automobilindustrie einstellen muss, nicht nur die deutsche–davon sind GM, Ford, Chrysler, Toyota, Mitsubishi, Fiat, Peugot , KIA genauso betroffen wie Daimler, VW, Porsche, Audi, BMW, die bisher noch keine Elektroautos ala Elon Musks Model 3 hervorgebracht haben, die für 35000 Dollar erhältlich sind, eine Reichweite von 350 Kilometer haben und auch eine Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern haben, die teurere Variante 44000 Dollar mit 500 Kilometern Reichweite. Die meisten anderen Automobilkonzerne haben bestenfalls Hybridautos oder falls Elektroautos, dann bestenfalls sehr teuer und mit sehr beschränkten Reichweiten unter 50 Kilometern, also bestenfalls für den Stadtverkehr.
    Ob das Zeitalter der Verbrennungsmotoren deswegen schon vorbei ist und die deutsche Automobilindustrie durch die Grünen und ihr Elektromobilitätskonzept gerettet werden muss, bleibt fraglich aus mehreren Gründen: Zum einen: Elon Musk entwickelt auch Solarziegel für Häuser, um jedes Haus mit soviel Stromerzeugung auszustatten, dass man damit dezentral ein Elektroauto aufladen könnte. Dennoch muss man sehen, dass, wenn man die Akku-, Ladestationen- und Reichweitenfrage bei Elektroautos gelöst hätte, dann noch die Frage stellen muss, woher der Strom für dieses Millionenheer an Elektroautos kommt. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass man alle Häuser individuell, dezentral mit Solarziegeln ausrüsten könnte, Solarparks und Windräder in adäquater Menge bauen könnte, wahrscheinlicher wäre es schon, dass man dazu ein Millardenstarkes zentrales Kraftwerkbauprogramm initieren müsste, wobei eben die Frage ist, womit man diese Kraftwerke speist, wenn Öl, Kohle, Atomkraft ausgeschlossen werden sollen, bliebe nur noch die Biomasse, was noch unwahrscheinlicher ist.Isle Aigner hat richtig formuliert, dass eine deutsche Verkehrswende zu Elektromoblität nicht mit der Energiewende zu vereinbaren ist. Wohlgemerkt gilt dies nur für den Soderweg Deutschland, da die anderen Länder keine Energiewende vollzogen haben.
    Im Fall Deutschlands steht man da vor einem Dilemma, wenn man Elektromobilität als tragendes Substitut für Verbrennungsmotoren präferieren will, anders als in Ländern wie den USA, China,Indien, GB und Frankreich, die weiterhin Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke bauen und da keine Beschränkungen bei der Stromproduktion haben. Oder will man die Energiewende beibehalten, dann den unsauberen Strom aus dem Ausland importieren. Jedenfalls zeigt dies, dass die ganze Rechnungsart heuchlerisch und keineswegs ökologisch sein kann. Zudem bleibt auch die Frage, welche Emmissionen und Folgewirkungen denn die Kohle-und Gaskraftwerke haben, die keineswegs abgasfrei sind und eben die Atomkraftwerke,die zwar abgasfrei sind, aber eben die Endlagerungsfrage nie gelöst werden wird. Bestenfalls kann man noch hoffen, dass der ITER-Kernfusionsforschungsreaktor einen historischen Durchbruch erlebt, der alle Energieprobleme löst, aber davon ist seit Jahrzehnten immer noch nichts in Sicht.
    In Deutschland fehlt es an der klaren Entscheidung, ob man nun auf Elektromobilität umsteigt–denn dazu bedürfte es eines Millardenstarken Infrastrukturprogramms für Ladestationen und Kraftwerke, sowie der industriellen Fertigung von Elektroautos ala Elon Musks Model 3. Von beidem ist die deutsche Industrie wie auch die deutsche Regierung meilenweit entfernt. Man investiert nicht und man versucht sich irgendwie noch eine Zeit mit Verbrennungsmotorentechnik durchzuwursteln ohne aber die Alternative anzugehen.  Dabei muss man aber auch sehen, dass der LKW-Verkehr, der Schjffsverkehr und der Flugzeugverkehr, der den Grossteil des Transportes ausmacht noch längere Zeit auf Verbrennungsmotoren bestehen wird. Von daher ist es noch viel zu früh ala den Grünen und Utopisten von der Vergangenheit der Verbrennungsmotoren und des Ölzeitalters zu sprechen, zudem auch die US-Regierung unter Donald Trump Kohle-, Gas- und Ölproduktion- und technologie weltweit führend wieder ins Spiel bringt.Aber Deutschland steht da vor einem Dilemma. Aufgrund der Energiewende kann es den Strom für eine Verkehrswende in Sachen Elektromobiklität gar nicht bereitstellen und da es dies nicht kann, wird auch nicht dahinein invcestiert und da dahinein nicht ins´vestiert wird, lehnen sich die Autokonzerne zurück und meinen, dass man Deustchland als Verbrennungsmotorenland noch solange wie möglich erhalten sollte, wie auch in China eine Lockerung der E-Quoten für Großstädte bewirken sollte. Dass das eine sehr defensive Stratgie ist im Gegensatz zu Visonären ala Elon Musks Tesla ist schon klar.

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