Beide Psycho-CAT-Hälften auf die Couch, oder der zweifelhafte Nutzen von vorgezogenen Neuwahlen?

Die vorgezogenen Neuwahlen, das beliebteste Instrument der neueren spanischen Politik, sind kein Wundermittel zur Problemlösung. Sie haben bestenfalls eine Placebo-Funktion und verschaffen der bedrängten Politik oft ein wenig Luft durch Verlagerung der aktuellen Probleme um ein paar Monate in die Zukunft, wo sie ihrer allerdings meist geduldig harren, denn durch Neuwahlen alleine hat sich noch kein politisches Problem wirklich gelöst, von anderen, oft psychologischen, traumatischen Problemen erst gar nicht zu sprechen.

Neuwahlen werden jetzt wieder propagiert in der spanischen Autonomie Katalonien, nicht jedoch in gesamt Spanien, wo sie mit der gleichen Begründung fällig wären. Der simple Plan: Rajoys PP-Regierung, erweitert um die staatstragende PSOE und die eifrigen C’s übernehmen – zeitlich begrenzt – die Regierungsgeschäfte der von CAT-SEP’s okkupierten katalanischen Autonomieregierung und machen alles besser unter Bedingungen, die von der Unterstützung, bis zur Indifferenz, bis zur Sabotage bis hin zum offenen Widerstand reichen können und rufen dann binnen 6 Monaten Neuwahlen aus und die spätestens dann endlich wieder zur Vernunft gekommenen Katalanen wählen die CAT-SEP’s ab, die dann zur Irrelevanz verkommen in Knästen und Psychiatrien ihre Tage verbringen? Glaubt das wirklich jemand ernsthaft?

Eine aktuelle Umfrage in EL PERIÓDICO ergibt, daß sich durch Neuwahlen zum jetzigen Zeitpunkt an den Kräfteverhältnissen im katalanischen Autonomieparlament praktisch nichts ändern würde. Es gäbe lediglich Stimmverschiebungen innerhalb der Separatistischen und Unionistischen Lager, die man wohl beide als Radikalisierung interpretieren müsste? Wichtigstes Ergebnis:

Die CAT-SEP’s würden ihre absolute Mehrheit an Sitzen behalten, jedoch OHNE die entsprechende Stimmenmehrheit bekommen zu haben, eine Folge des katalanischen Wahlrechtes, das „Provinzler und Pyrenäenbauern“ gegenüber der urbanen großstädtischen Bevölkerung klar bevorzugt! Innerhalb der CAT-SEP’s würden die Anarcho-CUP ihre Stimmen halten, die nationalkatalanistische ERC würde zu Lasten der PDeCAT wachsen, die unter Artur Mas und seinem ungewählten Nachfolger, dem Putschdämon von 60 Sitzen auf nur noch 20 Sitze geschrumpft wäre in den letzten 5 Jahren des selbstmörderischen CAT-SEP-Projektes.

Aber auch im Lager der Unionisten gäbe es letztlich nur leichte Verschiebungen. Die PSC würde leicht hinzugewinnen, die PP würde ihren harten Kern behalten, die C’s würden etwas verlieren. Beide Lager versteifen, verhärten sich also.

Nun hat diese aktuelle Umfrage des grundsätzlichen Nachteil, daß sie nicht in der Lage ist, die in sechs Monaten evtl. möglichen Veränderungen abzubilden, sie zeigt aber andererseits sehr deutlich, daß es sich hier um zwei „weltanschaulich“ konträre Lager mit total unterschiedlicher Wahrnehmung handelt, deren Kompromissbereitschaft gegen Null geht! Sie bildet die Zerissenheit der spanischen Autonomie Katalonien ab, die Folge einer seit mindestens 20 Jahren (insgesamt seit 37 Jahren!) erfolgten Gehirnwäsche mittels rassistisch geprägter Überlegenheits-, Viktimismus- und Hasserziehung durch Jordi Pujol und seine Nachfolger ist. Dies Problem dürfte gewiss nicht durch Neuwahlen zu lösen sein?

Die CAT-SEP’s gehörten auf die Couch eines Psychiaters und dies möglichst, BEVOR dieser Konflikt zu einem mit Waffen ausgetragenen, „heissen“ Spanischen Bürgerkrieg 2.0 ausartet, was potentiell möglich ist, weil es auf beiden Seiten an entsprechender Kompromissbereitschaft mangelt!

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