USA reklamieren katalanische Zustände an der französischen Grenze!

Die spanische-französische Grenze verläuft zwischen den Orten La Jonquera (Girona) und Le Perthus (Frankreich) wo die alte N-II (in Spanien) und die D900 (in Frankreich) sowie die Autobahn AP-7 (in Spanien) und die A9 (in Frankreich eng nebeneinander über den Pass du Perthus durch ein Pyrenäental geführt werden, vorbei an der malerischen alten französischen Grenzfestung „Fort de Bellegarde“.

Auf diesem kleinen, engen Fleckchen Erde geschehen Dinge, die Spanien, Frankreich, Marokko, Portugal, Griechenland, die Türkei und die USA beschäftigen, mindestens!

Ich bin Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts des vorigen Jahrtausends oft hier vorbeigekommen. Da waren entlang der N-II Gebäude wie in einem Western aneinandergereiht, in denen Zollagenten alle Waren, die in das Nicht-EU-Land Spanien eingeführt werden sollten, zolltechnisch bearbeiteten. Habe mal (m)einen alten Benz eingeführt. Hätte ich gewusst, was das für ein langandauernder, zeitraubender, bürokratischer und teurer Schlamassel werden würde, so hätte ich das gewiss nicht getan! Lang, lang ist’s her und heute ist Spanien längst eine der Zierden der EU und alles wurde besser! Alles?

(So, genug der „Intros“, komm’ zur Sache Schätzchen, mahnt mich meine innere Stimme!)

Es gibt US-Organisationen zum Markenschutz und zu Marken-Rechten. Die nennen diesen Flecken an der französisch-spanischen Grenze einen der dunkelsten Punkte der Welt, bezüglich ihrer Anliegen. Dort würden in ca. 40-50 Geschäften systematisch und im großen Stil gefälschte Markenprodukte verkauft, von spanisch-katalanischem Boden an hauptsächlich französische Kundenscharen.

Ende November 2016 stürmten 250 Polizisten nach dreijährigen „geheimen“ Ermittlungen die Läden des Viertels „Els Límits“ (die Grenzen) und nahmen 67 Personen fest und beschlagnahmten 264.980 gefälschte Produkte. Die Köpfe der Produktpiraten sollen aus sieben bis acht Personen aus drei Familien bestanden haben. Sie wurden beschuldigt über 5 Millionen €uros umgesetzt und ca. 9 Millionen €uro Schwarzgelder gewaschen zu haben. Die Polizei ermittelte zwei Methoden der Beschaffung. Entweder, man kaufte bei portugiesischen Repräsentanten von gefälschten Markenartikeln oder man bestellte gleich im Laden bei einer Familie die im nahen Figueres lebte! Die kamen täglich vorbei, nahmen Bestellungen auf, das Bargeld (Vorkasse!) gleich mit, reisten damit in die Türkei, wo sie die bestellten Waren beschafften. Danach erhielten sie die Bestellungen per Lieferservice, oder über Griechenland per Jet oder über Valencia per Schiff. Bei der Razzia wurden neun geheime Lager entdeckt. Sie befanden praktischerweise gleich hinter den Läden, hinter falschen Wänden versteckt, gefüllt bis an die Decke mit etwa der dreifachen Menge der ausgestellten Artikel! Alles wurde beschlagnahmt und die Läden geschlossen.

Ein Super-Erfolg also für die Ermittler, wenngleich es auch drei Jahre dauerte, bis sie zuschlagen konnten?

Nein, denn wir befinden uns bekanntlich in der von den CAT-SEP’s seit fünf Jahren in ihrem Sinne regierten aufmüpfigen spanischen Autonomie Katalonien. Das bedeutet:

Zwei Monate nach der Schließung waren die Läden alle wieder offen. Das Gericht in Girona (da, wo der Überdemokrat Puigdemont her kommt!) hatte die Schliessung für „Null-und-Nichtig“ erklärt!

In den Läden arbeiten nur Marokkaner. Umgangssprache ist eher Französisch als Katalanisch oder gar Spanisch, denn Französisch ist die Sprache der meisten Kunden.

Die werden massenhaft in Bussen abgekarrt, in riesigen Freiluftbufés abgefüttert, mit reichlich Alkohol in Kaufstimmung gebracht und füllen dann ihre Körbe mit Lebensmitteln, Alkohol und Tabak, alles billiger als im weniger als tausend Meter entfernten Frankreich (Zustände wie im südbadischen Konstanz?) und halt auch gefälschte Markenartikel, wie z.B. GUCCI-Taschen für 10 €uro. Die Kunden seien Schuld! Sie kämen her und verlangten explizit Fälschungen! Was soll man denn dann machen, das ist halt der Markt?

Die Bürgermeisterin von La Jonquera ist von Puigdemonts PDeCAT. Sie könne gegen Fälschungen nichts machen. Das sei zwar ein ungleicher, unfairer Wettbewerb, aber die Anzahl der Läden die Fälschungen verkauften, sei halt am Wachsen.

In einem ehemaligen, alten Zolllager, ganz in der Nähe sind die damals bei der Razzia beschlagnahmten Fälschungen mit einem Handelswert von rund acht Millionen €uro gelagert. Jetzt, nach über einem Jahr, sind diese beschlagnahmten Bestände nicht einmal registriert und somit kann auch nicht ausgeschlossen sein, daß sie so langsam wieder abfliessen in den lukrativen Kreislauf an der Grenze?

Der Anwalt der Beschuldigten, die inzwischen auch alle wieder ihre Pässe und damit ihre Bewegungsfreiheit, auch außerhalb des Schengen-Raumes, zurückgewonnen haben, findet das alles voll in Ordnung. Lächerlich gemachte, klar erkennbare Fälschungen, die an eindeutigen Orten, zu eindeutigen Preisen, an einverstandene Kunden verkauft würden, seien kein Betrug, sondern schlicht Marktwirtschaft. Auch sei der Umsatz mit den gefälschten Produkten viel, viel kleiner als die Polizei behaupte. Das Geschäft lohne sich kaum, man müsse schon Idealist sein um dem Kunden so zu dienen. (Okay, die letzten beiden Sätze habe ich sinngemäß hinzugefügt Soweit ging er dann in seiner Verniedlichung der Tatsachen doch nicht ganz!)

Die USA fordern von Spanien dieses Schwarze Loch der Produktpiraterie zu schließen. Spanien verweist auf die Generalitat d’Catalunya und deren Kompetenzen diesbezüglich. Übrigens wäre dies zwar der größte stationäre Verkaufspunkt Spaniens, dem Land in dem es aber zahlreiche Städte voller mobiler Straßenverkäufer von Produktpiraterie-Artikeln gäbe.

Warum fällt mir da sofort das Barcelona der alternativen Bürgermeisterin Ada Colau ein, in der die „Manteros“, die auf Straßen und Plätzen von ausgelegten Decken Verkaufenden, unter dem besonderen Schutz der Bürgermeisterin stehen und keine Steuern bezahlen, während die blockierten Einzelhändler dahinter von allerlei Steuern geplagt und mit Geldstrafen gezüchtigt werden, fall sie ihre Schaufenster und Waren nicht vollständig und korrekt in der verordneten Zwangssprache Katalan ausgezeichnet sind…

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https://elpais.com/ccaa/2018/02/03/catalunya/1517679089_267788.html

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