Spaniens neue Regierung: Selbstbedienungsladen des Pedro Sánchez?

EL MUNDO schreibt, daß Sánchez nach nur einem Monat im Amt den größten Apparat an hohen Funktionären und Beratern in der Geschichte der spanischen Demokratie aufgebaut und aufgebläht habe! Seine Mannschaft sei nicht nur größer als die seiner PP-Vorgänger Rajoy und Aznar, sondern auch als die seiner PSOE-Vorgänger González und Zapatero. So habe er mindestens 7 neue Jobs in seiner unmittelbaren Umgebung geschaffen, alle im Range von Staatssekretären. Das soll wohl sein persönlicher Beitrag zum Kampf gegen das öffentliche Haushaltsdefizit sein?

Jeder dieser neuen Staatssekretäre wird seinen persönlichen Verwaltungsapparat aus Beamten, Beratern und Sekretären (alles natürlich auch in weiblicher Variante!) hierarchisch aufbauen und den Regierungssitz LA MONCLOA aus allen Nähten platzen lassen, beim Versuch ihren „Sonnenkönig“ zu unterstützen und IHN vor allem im rechten Licht erstrahlen zu lassen!

Beispiel Rajoy/Sánchez:
Staatssekretäre: 5/7
Unterstaatssekretäre: 2/5
Generaldirektoren: 8/15

Aber auch die Zahl der Ministerien hat Sánchez im Vergleich zu Rajoy um 28% erhöht, was auch hier einen neuen Wasserkopf bilden wird.

Dazu kämen Elemente eines Popstar-mäßigen Heldenkultes, in dessen Mitte „die Sonne des spanischen Sozialimus“ Pedro Sánchez „himself“ stünde (Sánchez, der agile Jungdynamiker, beim Regieren im Präsidenten-Jet).

Sánchez reist durch Europa und die Welt und gibt „den Neuen, den Strahlemann, den Optimisten im Vergleich zu seinem grießgrämigen, polit-autistischen Vorgänger Rajoy. Er läßt sich nachdenklich mit dem Urlauber Obama in Madrid vor Picassos Symbolbild „Guernica“ ablichten, so den direkten Vergleich mit Obama suchend und nicht etwa mit Trump.

Während Sánchez also betont „auf gute Laune“ und Optimismus setzt, hat Spanien das höchste Defizit der Eurozone und eine der schwierigsten Schuldenstrukturen aller EU-Staaten.

Um den nächsten Haushalt durchzubringen, bei seinen ihn im Prinzip erpressenden Unterstützern, muss Sánchez 15 Milliarden mehr Geld in die Hand nehmen und um Brüssel dabei in guter Laune zu halten muss Strahlemann den Spaniern kräftig die Steuern erhöhen, aber zunächst ist die ermittelte Stimmung in Umfragen deutlich besser als unter Rajoy, obwohl anscheinend das Wachstum des Tourismus, als Haupteinnahmequelle des Landes, stagniert oder gar einknickt?

Sánchez wird von den Nationalisten, den Separatisten und Podemos unterstützt und alle wollen sich diese Unterstützung in barer Münze auszahlen lassen. Am Montag trifft die katalanische Ex-Autonomiepräsidenten-Marionetten-Farce Quim Torra bei Sánchez ein und wird Forderungen stellen. Sánchez hat schon mal, der Stimmung wegen, die Inhaftierten, mutmaßlichen Anführer des versuchten Staatsstreiches vom Oktober 2017, aus Madrid nach Katalonien verlegen lassen. Genügt den CAT-SEP’s natürlich nicht, sie wollen deren Freilassung inkl. Annulierung der Anklagen und dann vermutlich Schmerzensgeld wegen der erlittenen Schäden. Sie haben für den katalanischen Feiertag LA DIADA erneute Massendemos zur Unabhängigkeit angekündigt und wollen den 1. Oktober künftig zum katalanischen Nationalfeiertag „auftunen“, wie einst ein 16-jähriger sein erstes Moped…

Der Konflikt wird sich daran festfahren, daß Sánchez nur „reden“ will und Torra „liefern“ muss! Beide werden aber wissen, daß Sánchez AUCH auf die Stimmen der CAT-SEP’s angewiesen bleibt, wenn er im spanischen Parlament irgend etwas umsetzen will…

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3 Responses to Spaniens neue Regierung: Selbstbedienungsladen des Pedro Sánchez?

  1. almabu sagt:

    Die Situation ähnelt der Lage des „ewigen“ Jordi Pujol, der sich als katalanischer Nationalist seine Unterstützung, von „wem auch immer“ gerade in Madrid an der Regierung, großzügig bezahlen ließ, so frei nach dem Motto:

    „Du unterstützt mich in Madrid und machst was du willst in Barcelona!“

    Dieses nun anscheinend erneut auftretende Verhalten war schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts des vergangenen Jahrtausends der Auslöser des aktuellen nationalkatalanistischen Separatismus-Konfliktes.

    Pedro Sánchez hat anscheinend nichts dazu gelernt?

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  2. almabu sagt:

    Diese Woche hat Pedro Sánchez, PSOE eine ganze Reihe von Unternehmen mit Parteifreunden (oder womöglich sogar persönlichen Freunden?) neu besetzt:

    Einer durfte an die Spitze der POST (Correos)!
    Einer wurde Chef von AECID.
    Einer spanischer Botschafter bei der OCDE.
    Einer wurde Geheimdienstchef des CIS.

    Jeder der da, „quasi über Nacht“, an die Spitze großer Organisationen kommt, sichert sich erst einmal den Job mit einem eigenen Wasserkopf an Beratern, Mitarbeitern, Unterstützern, gerne auch (Partei-)Freunde, Familie.

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  3. almabu sagt:

    Der Kandidat (nur eines Teiles!) der PSOE, Pedro Sánchez konnte von Anfang an NUR mit der Hilfe von Nationalisten, Separatisten und Anarchisten, (im Prinzip also „Systemfeindlichen Kräften!“) zum Präsidenten gewählt werden.

    Seine erste Verlautbarung: Keine vorgezogenen Neuwahlen, sondern „absitzen und „genießen“ der vollen zweieinhalb Jahre dieser Legislaturperiode!

    Das bedeutet im Klartext:
    Er wird bei JEDER Abstimmung im Parlament von den radikalen Splittergruppen und Parteien abhängig sein und ER weiss, daß DIE das auch wissen und wird sich folglich entsprechend verhalten, sprich „er hat sich kaufen lassen…“

    An der Spitze des staatlichen spanischen Fernsehens, der RTVE, musste natürlich auch sofort eine neue, mit den Radikalen ausgehandelte Personalie gebracht werden, „ist doch klar, oder?“

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