CAT-Seher sieht tendenziell Schwarz!

20. Dezember 2017

Da gibt es einen Professor für Wirtschaft an der UAB mit Namen Clemente Polo, der eine verblüffende Weitsicht unter Beweis stellte. In seinem 2014(!) erschienenen Buch „Die katalanische Frage II“ beschrieb er auf Seite 77 praktisch exakt das Szenario, das sich seit Oktober 2017 in Katalonien abspielt: Die CAT-SEP’s rufen die Einseitige Unabhängigkeit aus. Der Staat verhängt den Artikel 155 und die Separatisten werden eingesperrt und vor Gericht gestellt! Nun, vor Gericht stehen sie bekanntlich noch nicht und bis auf vier befinden sich einstweilen alle wieder auf freiem Fuß.

Trotzdem ist es interessant zu wissen, wie dieser „Seher“ die mögliche Lösung des CAT-SEP-Problems aus seiner Sicht beschreibt.

1. ALLE CAT-SEP-Parteien, also ERC, CDC=PDeCAT und CUP müssten in die Opposition, um den gewohnheitsmäßigen Missbrauch der katalanischen Institutionen, versteckt seit 1990 und offen seit 2010, für separatistische Zwecke zu beenden!

2. Sollten die CAT-SEP’s weiterhin an der Regierung bleiben, würde Katalonien in eine Rezession stürzen, zu den über 3.000 bereits abgewanderten Firmen käme eine unbekannte Anzahl weiterer Firmen, der Tourismus und das Hotel-Geschäft erlitten derbe Einbrüche.

3. Feindliche Aktionen gegen den spanischen Staat würden durch die CAT-SEP’s provoziert werden, um von ihrer Unfähigkeit abzulenken und die Schuld an jeglichen Missständen „Espanya“ zuzuweisen!

Bei einem Patt zwischen ERC und C’s sähe er, Professor Polo, eine Koalition von C’s mit einer Präsidentin Arrimadas und einem Vizepräsidenten Iceta, PSC als die logische Lösung an!

Ich fürchte nur, diese „Unionisten“ hätten nicht einmal mit der geschrumpften PP eine absolute Mehrheit zu erwarten, die eine „Unionistische Regierung“ überhaupt erst ermöglichen würde?

Statt dessen geht es für die CAT-SEP’s buchstäblich „um Alles“! Sie erwarten Prozesse und vermutlich beträchtliche Haftstrafen? Sie haben also „nichts zu verlieren“ und dazu kommen die gnadenlos taktierenden Opportunisten von CeC PODEM (Ada Colau u.a.) und auch „der Tänzer“ Iceta, PSC liebäugelt offenbar eher mit einer Querfront mit den CAT-SEP’s, immer dann natürlich, wenn diese ihn dabei als Präsidenten akzeptierten, obwohl die PSC deutlich kleiner als die ERC werden dürfte?

Das absolut erstaunliche am von Umfragen erwarteten Wahlergebnis ist der Umstand, daß die katastrophale Regierungsunfähigkeit und die Kürzungen und der Missbrauch von Steuermittel aus den Etats der Autonomie Katalonien, die notorischen Lügen und das lächerliche Verhalten ihrer „Vorturner“ rund zwei Millionen Separatisten überhaupt nicht zu tangieren scheint? Sie agieren anscheinend irrational wie eine Sekte?

Allerdings ist der administrative Wasserkopf Kataloniens, mit der größten Anzahl und zu den höchsten Löhnen und Gehältern Beschäftigten aller spanischen Autonomien und Gemeinschaften ein schon aus nacktem Eigennutz treues Gerüst der CAT-SEP’s in Spanien. Diesen Wildwuchs abzubauen dürfte mehrere Regierungsperioden an Zeit benötigen?

Die dazu nötige Konsequenz und Entschlossenheit sieht Clemente Polo bei den Unionistischen Beteiligten nicht! Belege dafür sind die sanfte Anwendung des Artikels 155, die vorgezogenen Neuwahlen in kürzest möglicher Frist und die gleichzeitige Nichtantastung der öffentlichen TV- und Radio-Medien und des gesamten Erziehungs- und Bildungsbereiches, die munter und unbehelligt im Sinne der CAT-SEP’s weitermachen, so als sei nicht geschehen in Katalonien?

______

https://www.elconfidencialdigital.com/politica/Clemente-Polo-Cataluna-independentistas-Generalitat_0_3060293942.html

Advertisements

Querfront: Eine die Lager kreuzende Links-Separatistische Dreier-Koalition in Katalonien möglich?

18. Dezember 2017

Seit dem vergangenen Sonntag dürfen in Katalonien und Spanien  nach geltendem Wahlrecht keine Wahlumfragen mehr veröffentllcht werden. Es gibt sie trotzdem, denn die Nachbarn aus Andorra veröffentlichen täglich eine GESOP-Umfrage zur Autonomiewahl der Katalanen. Die ändert sich nur minimal und ist bei einer Fehlerquote von +/- 3,5% praktisch irrelevant?

Interessant scheinen mir trotzdem zwei Dinge: Es gibt zwei nahezu gleich große Lager von Separatisten und Unionisten. Beide müssten jeweils in sich geschlossen bleiben und eine funktionierende 4-Parteien-Koalition bilden um regieren zu können, gegen das annähernd gleich große Lager der gegnerischen Richtung. Es gibt wenig Hoffnung, daß im Unionistischen Lager eine solche 4-Parteien-Koalition zu Stande kommen könnte. Was die C’s um Inés Arrimadas hinzugewinnen, kannibalisieren sie von Rajoys PP. Es hat den Anschein, daß sich für die PP die Ausrufung des Artikels 155 in Katalonien nicht auszahlen wird? Es gibt zudem die irritierende Nachricht, daß die Zahl der Unentschlossenen drei Tage vor der Wahl am Donnerstag, dem 21. Dezember, dem berühmten 21-D, zudem dem kürzesten Tag des Jahres, auf knappe 30% angestiegen sei?
Wenn dies wirklich zutreffend ist und die prophezeiten 82% der Wahlberechtigten am Ende dann auch tatsächlich zur Wahl gehen werden, dann hätte praktisch jeder Dritte sein Kreuz spontan, aus einer Laune, aus dem Bauch heraus auf den Stimmzettel gemalt?

Es gibt allerdings Ansätze für eine die Lager kreuzende, sie überschneidende 3-Parteien-Links-Koalition aus PSC, CeC PODEM und den radikalsten Separatisten der ERC.

Das wäre aus der Sicht Madrids und Brüssels wohl der Super-Gau schlechthin! Der Separatismus bliebe durch die ERC als größte Kraft dieser Dreier-Koalition im Spiel und CeC PODEM und vor allem die PSC könnten nach Madrid ausstrahlen und auch dort die Regierung destabilisieren.


Acht Tage vor der Wahl des 21-D: „Das Puigdemont go!“ dreht in Panik durch und verspricht den Katalanen aus Brüssel „das Blaue vom Himmel“!

13. Dezember 2017

Er scheint auf das kurze Gedächtnis oder auf die Leidensfähigkeit seiner CAT-SEP-Sekte zu vertrauen, denn die härtesten sozialen Einschnitte in der katalanischen Autonomiegeschichte im Sozial-, Bildungs-, Gesundheits- und Arbeitsbereich erfolgten seit 2010 unter den CAT-SEP’s unter der Führung von Arturo Mas y Gavarro, seinem Vorgänger und Förderer, denn das „Puigdemont go!“ wurde bekanntlich noch nie vom Volk in ein Amt gewählt, sondern lediglich im kleinen Kreis ausgekungelt und ernannt. Man wollte einen scheinbar kontrollierbaren, unbedarften Kandidaten, der „seinen Vätern“ dann aber aus dem Ruder lief…

Aus vielen Etats wurden überdies Gelder für die Zwecke des nationalkatalanistischen Separatismus abgezweigt und damit faktisch missbraucht. „Normale Regierungspolitik“ erfolgte nicht! Sie wurde jahrelang sträflich vernachlässigt. Die erbarmungswürdigen Zustände in Katalonien sind folglich die direkte Folge der Politik der CAT-SEP’s. Aber das sieht das „Puigdemont-go!“ natürlich nicht so. Bei ihm ist „nach schlechtem, alten Brauch“ natürlich Madrid an allem Schuld!

So verspricht er, der selbsternannte Experte für Qualität der Demokratie, also die Unabhängigkeit als beste Form der Sozialpolitik, weil dann augenblicklich „das Land von Milch und Honig“ ausbricht, die Menschen ordentliche Jobs zu fairen, außereuropäischen Gehältern und dänischen Renten, zur besten Gesundheitsversorgung der Welt und jedem eine eigene Sozialwohnung oder zumindest einen ordentlichen Kredit für eine eigene Immobilie haben werden, ist doch wohl klar und logisch, oder?

Speziell die berühmt-berüchtigte katalanische +3% Total-Korruption seiner Vorgänger auf alle öffentlichen Aufträge, die jede Arbeit entweder teurer ODER schlechter, oft aber teurer UND schlechter machten, wäre dann ja Geschichte, denn es war in Wirklichkeit ja keine Korruption sondern heldenhafter. mutiger Widerstand gegen das böse Madrid!


Katalanen belagern EU in Brüssel. Sie wollen ihr „Puigdemont go!“ zurück.

7. Dezember 2017

Heute um die Mittagszeit fand die seit Wochen angekündigte Demo der CAT-SEP’s in Brüssel statt. Wie üblich werden unterschiedliche Teilnehmerzahlen gemeldet, die je nach Interessenlage oder politischem Standpunkt mit zwischen 10.000, 20.000 und bis zu 45.000* angegeben werden. Viele der Teilnehmer sind mit Flügen, Bussen, Bahn und eigenen Autos und zahlreichen Wohnmobilen angereist. Es scheinen nicht „die ärmsten der Armen“ zu sein? Familien mit Schulkindern, die stolz lächelnd in die Kameras sagen, daß der Demo-Spaß in Brüssel sie locker drei Tage Zeit und mindestens 1.000 € an Ausgaben gekostet hätten? So schlecht unterdrückt Madrid seine katalanischen Sklaven?
Nun, Barcelona und Brüssel liegen nur schlappe 1.100km voneinander entfernt und im katalanischen Gehirnwäsche-Bildungssystem sind Kinder, die wegen Demos die Schule schwänzen, geradezu leuchtende Vorbilder. Sie wurden ja auch am 01-O vor den laufenden TV-Kameras vor die Gummiknüppel der Polizei gehalten, immer natürlich für die gute Sache der CAT-SEP’s.

Aufmerksamen Betrachtern sei aber nicht entgangen, daß darunter zahlreiche Sympathisanten flämischer, aber sogar auch korsischer Separatisten gewesen seien. So entsteht hier vielleicht gerade eine neue separatistische Internationale? Ob aber der Seeufer Horsti oder Markus Söder heute in Brüssel waren, das müsste man mal bei der CSU-Zentrale in München nachfragen?

______
*Es war wohl die Brüsseler Polizei selbst, die noch um 12:24 die Teilnehmerzahl mit über 10.000 angegeben und dann anscheinend im Laufe des Tages ihre Teilnehmerzahlen auf angeblich 45.000 angehoben habe, oder die CAT-SEP’s sind auf ihrer Rundstrecke mehrmals an den Zählern vorbei gelaufen, so wie sie auch gerne mehrfach ihre Stimmen bei Wahlen abgeben und sich dabei 1, 2, 3 und 4 stolz fotografieren und ins Netz stellen ;-)
12:18
La Policía belga cifra en más de 10.000 los asistentes a la manifestación de Bruselas, según AFP.

______
http://live.lesoir.be/Event/La_manifestation_des_independantistes_catalans_a_Bruxelles
http://www.lesoir.be/128211/article/2017-12-07/45000-personnes-manifestent-dans-les-rues-de-bruxelles-en-soutien-la-catalogne
http://www.standaard.be/cnt/dmf20171207_03229891
http://www.lavanguardia.com/politica/20171207/433469092074/elecciones-catalanas-manifestacion-bruselas-anc-omnium-puigdemont-jordis.html


Katalanin und Ministerin in Madrid? Unerwünschte Person?

4. Dezember 2017

Die Ratsfraktion von San Sadurní de Noya, Barcelona wollte sich an die Arbeit machen und ihre wichtigsten Probleme lösen.

Dazu gehörte offenbar ein Antrag der Anarcho-CUP die von den CAT-SEP’s selbst planvoll provozierten „sogenannten Polizeiübergriffe des 1-O“  zu verurteilen. Dafür wären im Prinzip der Innenminister oder der Präsident in Madrid als oberste Vorgesetzte verantwortlich, wenn man diesem propagandistischen Dauerbrenner denn überhaupt folgen möchte?

Dieser Antrag hatte aber einen zweiten Teil, wie es die Fragen bei Consultas und Referenden der CAT-SEP’s gerne haben. In diesem zweiten Teil forderten sie, der Rat solle die aus diesem Ort, San Sadurní de Noya, stammende spanische Gesundheitsministerin, die Katalanin Dolors Montserrat, zur „Unerwünschten Person“ in ihrem Heimatort erklären!

Es gab gegen sie keinen konkreten Vorwurf, aber sie hatte den „ungeheuren Frevel“ begangen, als Katalanin in Madrid in der Regierung des verhassten Todfeindes mitzuarbeiten…

Wie üblich, maßte sich also eine Anarcho-Ratsfraktion der CAT-SEP’s die Zuständigkeit darüber an, die Ereignisse des 1-O juristisch zu bewerten und eine Mitbürgerin für ihre Arbeit in Madrid für ALLE Spanier zu bestrafen. Ganz normale Ratsarbeit also, so ganz nach dem Motto „um alles muss man sich selber kümmern!“

Der Rat hatte kein Problem damit sich dieses Antrages anzunehmen. Alles schien also wie immer zu laufen, doch es geschah Folgendes:

02 Stimmen der CUP für den Antrag

02 Stimmen der ERC für den Antrag

04 Stimmen der PSC und PP gegen den Antrag, UND

08 Enthaltungen, darunter 02 von ERC, 04 von PDeCAT und 02 von ICV!

Der Bürgermeister machte von seinem besonderen Stimmgewicht keinen Gebrauch.
Das Ergebnis lautete 4 Pro-, 4 Contra- und 8 Enthaltungsstimmen, ein PATT!

Die Solidarität der CAT-SEP’s zerbrach, der Antrag hatte nicht die erforderliche Mehrheit und wurde mit dem knappest möglichen Ergebnis abgelehnt!

Heute beginnt ganz offiziell, der eigentlich seit 2010 tobende Wahlkampf in Katalonien, diesmal halt nur für die wie immer vorgezogenen Neuwahlen vom 21-D in der „Panischen Autonomie Katalonien“.

______
http://www.abc.es/espana/catalunya/politica/abci-ayuntamiento-sadurni-danoia-rechaza-declarar-persona-grata-ministra-dolors-montserrat-201711282246_noticia.html#ns_campaign=mod-lo-mas&ns_mchannel=leido&ns_source=cataluna&ns_linkname=noticia.foto.local&ns_fee=pos-3&vtm_loMas=si


Nur im Dezember: Alle hereinspaziert, zur großen 155er-Show in Spanien, am 21-D!

1. Dezember 2017

Die nationalkatalanistische Separatisten-Schau war zuletzt arg aus dem Ruder gelaufen. Haben die Kerle (und Mädels!) doch tatsächlich die Unabhängigkeit ausgerufen an diesem berühmt-berüchtigten 27-O, wenngleich alles eigentlich nur ein Irrtum war, denn es war natürlich nur politisch und symbolisch, also ungültig, wie es die objektive, neutrale über jedem Verdacht der Parteilichkeit stehende Autonomiepräsidentin Carme Forcadell ihren Richtern mit Erfolg erzählte!

Zugegeben, so konnte es wirklich nicht weitergehen!

Madrid musste was tun. Es konnte sich nicht länger auf der Nase rumtanzen lassen. Mariano Rajoy musste seine Zigarre ausdrücken, sich mühsam aus seinem Ohrensessel erheben und zur Tat schreiten…

Wie es scheint, hat Rajoy „die sanfte Tour“ gewählt, denn:

Er setzte zwar die alte Autonomieregierung ab, aber er verkündete sofort und innerhalb der kürzest möglichen Frist vorgezogene Neuwahlen in der Autonomie Katalonien.

Die reichte auf gar keinen Fall, irgendwelche strukturverändernde Maßnahmen z.B. im Bildungs- und Medienbereich vorzunehmen oder gar um Ungerechtigkeiten in der Behandlung von Spaniern im Öffentlichen Dienst und der Verwaltung der Autonomie zu beseitigen. Selbst bei der Autonomie-Polizei, den Mossos d’Esquadra, wurden nur ein, zwei Köpfe an der Spitze ausgetauscht. Damit blieben die stärksten Waffen des nationalkatalanistischen Separatismus vollkommen unangetastet.

Es waren Richter und Gerichte, es war die Justiz, die die abgesetzten Ex-Autonomiepräsidenten, -vizepräsidenten, -minister und die Präsidentin des Autonomieparlamentes sowie die beiden Jordis der sogenannten CAT-SEP-finanzierten Zivilgesellschaften ANC und ODIO-Cultural auf Basis konkreter Gesetzesverstösse, laut verkündeter Uneinsichtigkeit und wegen Fluchtgefahr einbuchtete!

Rajoy konnte es eigentllich nicht gefallen, Märtyrer des nationalkatalanistischen Separatismus-Projektes zu schaffen. Diese Tendenz ist zwar real vorhanden und die CAT-SEP’s versuchen dies auch, aber sie sind inzwischen längst zu einem zerstrittenen Haufen zerfallen, denn „das Schicksal“ behandelte sie höcht unterschiedlich:

„Die Einen“ sitzen seit über einem Monat im Knast und feilen an Formulierungen, die ihnen die Zellentüren öffnen sollen, ohne ihnen zugleich die politische Substanz ihres Projektes zu rauben.

„Die Andere“ saß nur eine Nacht im Knast, legte 150.000,- €uro-Kaution auf den Tisch, erklärte alles zum Humbug, zur puren Polit-Symbolik und  marschierte am nächsten Morgen frei nach Hause um zwei Tage später ihre Kandidatur bei Rajoys illegalen 155er-Neuwahlen zu verkünden.

„Der Andere“ tingelt in Brüssel frei durch die Kneipen und TV- und Radiostudios, sogar bei den russischen Exoten von RT und gibt den berühmten katalanischen Komiker das „Puigdemont go!“. Er scheint keinerlei finanziellen Probleme zu haben und attackiert abwechselnd Madrid, die belgische Regierung, die EU oder auch schon mal die UN.

Die restlichen „Knackis“ haben jetzt kunstvolle Verteidigungsstratgien miteinander abgestimmt, den Artikel 155 faktisch anzuerkennen und einseitigen Maßnahmen abzuschwören. Dies dürfte wohl helfen, aber nur gelten, bis sich die Knasttüren wieder hinter ihnen geschlossen haben?

In den nächsten Tagen beginnt offiziell der Wahlkampf in Katalonien. Es sollte mich nicht wundern, wenn sich bis dahin ALLE derzeit in Haft befindlichen wieder auf freiem Fuß befinden und munter mitmischen, fast so als wäre nichts gewesen?

Die Umfragen zeigen zwar eine Annäherung der beiden Hauptlager von Separatisten und Unionisten ziemlich genau bei je 50%. Dazu werden aber wie üblich phantasievolle Koalitionen eigentlich unverbindlicher Parteien mit eigentlich unüberbrückbaren Gegensätzen zurechtgerechnet und zu Pseudo-Mehrheiten gezaubert.

Die Probleme sind also ALLE ungelöst nur mit einem kleinen, womöglich entscheidenden Unterschied:

Jetzt herrschen Streit und Zwietracht unter den CAT-SEP’s und es bleibt abzuwarten,wie sich dies an den Wahlurnen auswirken wird?

ERC-Junqueras im Knast erklärt undemokratisch Marta Rovira zur Kandidatin. ERC-Junqueras, bald aus dem Knast heraus, würde es dann doch gerne selbst machen. PDeCAT-Puigdemont erklärt aus Brüssel, daß er selbstverständlich Präsident bleiben möchte, egal wer die Wahl gewinne! Die CUP erkennt die Wahlen nicht an und will an der doch nur politisch-symbolischen Republik weiterarbeiten.

Die PP Albiols muss weiter kleine Brötchen backen, sie gilt als Madrid-Ableger Rajoys. Die C’s haben die Chance zur stärksten Kraft der Unionisten zu werden und an der PSC Icetas vorbeizuziehen, der mit unsinnigen Wahlversprechungen, wie einem katalanischen Finanzamt, im Lager der Separatisten wildern will. Dann gibt es noch die Opportunistin Ada Colau, die sich mit ihren an den Rändern grenzenlos wuchernden Bürgerbewegungen mal hier, mal da anschmiegt, um Beute für sich persönlich zu machen…

Tja, momentan deutet alles darauf hin, daß diese Wahl keine Lösung der anstehenden Probleme bringen dürfte und, das muss auch mal gesagt werden, alle Häftlinge oder Ex-Häftlinge waren nur in U-Haft. Ihre Verfahren laufen weiter, Spaniens Justiz mahlt langsam und das kann durchaus noch ein, zwei Jahre Unsicherheit mit sich bringen…


CAT-SEP’s setzten verzweifelt auf Vernunft und Frauen!

15. November 2017

Nachdem die Kerle Dick & Doof alias Oriol Junqueras und das „Puigdemont go!“ das Schiff der Separatisten, die ITACA, gewaltig auf Grund gesetzt und so zumindest vorläufig manövrierunfähig gemacht haben, ist guter Rat gefragt.

Eigentlich wollen Beide am 21-D erneut kandidieren, Junqueras für ERC und das „Puigdemont go!“ für die Phantasieliste JUNTOS PARA CATALUÑA.

Sie wissen aber auch, daß sie sich wohl eine verdiente Klatsche von mindestens einem Teil ihrer Gefolgschaft einfangen werden, denn sie haben jahrelang die große Klappe geführt und dann nicht geliefert.

Ausserdem laufen immer noch Ermittlungsverfahren gegen sie. Sie sitzen in U-Haft wegen Flucht-, Veruntreuungs- und Verdunklungsgefahr oder sind auf der Flucht in Brüssel untergetaucht. Sie können sich zwar zur Wahl aufstellen lassen, denn sie sind juristisch gesehen noch unschuldig bis zu einem eventuellen Urteil, irgendwann?

Die Verfahren werden sich aber nicht in Luft auflösen. Eine eventuelle Wahl gibt ihnen keine Immunität für Delikte aus ihrer Vergangenheit. Sie könnten also auch als gewählte Amtsträger vor Gericht gestellt und verurteilt werden, denn die Delikte, deren man sie verdächtigt und wegen denen man gegen sie ermittelt, liegen vor dieser Wahl des 21-D.

Auf der Gegenseite, ich nenne sie hier mal „bei den Unionisten“ steht mit Inés Arrimadas García eine junge Frau als Kandidatin fest bei den C’s (Ciutatans = Bürgern). Sie hat sich als Oppositionsführerin im katalanischen Autonomieparlament bereits einen Namen gemacht und ist trotzdem noch ein ziemlich neues und attraktives weibliches Gesicht in der katalanischen Autonomiepolitik gegen das Kataloniens CAT-SEP-Machos regelrecht Amok laufen!

Nun sind Dick & Doof anscheinend gezwungenermaßen auf den Gedanken gekommen Weiblichkeit mit Weiblichkeit zu bekämpfen? Die Attraktivität „mittelalter“, gescheiterter Männer, an der Grenze der Lächerlichkeit agierend, ist bei Kataloniens Wählern offenbar nur begrenzt wirksam?

Junqueras hat nun in einem Brief aus der Zelle seine langjährige Parteigenossin, die ERC-Generalsekretärin Marta Rovira í Vergés als Präsidentschaftskandidatin der ERC ins Spiel gebracht, sich selbst zurückgenommen und gleichzeitig Fehleinschätzungen bezüglich der Reaktion der spanischen Regierung und der EU auf die DUI, die einseitige Unabhängigkeitserklärung eingeräumt. Dafür Respekt, auch wenn er wenig Alternativen hatte! Das „Puigdemont go!“, sein „alter ego“, ist offenbar noch lange nicht soweit?

Beide Politikerinnen, Inés Arrimadas und Marta Rovira sind Juristinnen. Während Arrimadas erstmals als Spitzenkandidatin antritt, war Rovira seit 2012 bei allen Wahlen als Nummer Zwei hinter Junqueras angetreten, hatte stets gewonnen und anscheinend ohne Skandale und Probleme im Hintergrund, mehr nach Innen in die Partei hinein gewirkt. Jetzt also womöglich am 21-D als neue Nummer Eins der ERC?

NACHTRAG, 15.11. 18:35 Uhr:
Auch die abgesetzte und sich gegen eine 150.000 €uro Kaution auf freiem Fuß befindliche Ex-Autonomieparlamentspräsidentin Carme Forcadell (Erfinderin des eineinhalbfachen verbalen Rückwärtssaltos vor Gericht!) hat soeben ihre Kandidatur beim 21-D auf der Liste der ERC per Twitter verkündet. Damit haben jetzt drei prominente Frauen ihre „Damenhüte“ in den Ring geworfen. Das scheint spannend zu werden?

______

https://es.wikipedia.org/wiki/Inés_Arrimadas

https://es.wikipedia.org/wiki/Marta_Rovira

https://twitter.com/ForcadellCarme/status/930843135474896896?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=http%3A%2F%2Fwww.20minutos.es%2Fnoticia%2F3187167%2F0%2Felecciones-independencia-cataluna-15-noviembre-directo%2F