Stirbt Chavez vor Castro? Das Unabänderliche: Wetten auf den Tod?

5. Oktober 2011

Vor einer Woche etwa, zuckte eine Meldung über den angeblich kritischen Gesundheitszustand von Hugo Chavez infolge einer Krebsbehandlung per Chemo-Therapie durch die Medien. Die größte Resonanz kam von der rechten Seite der politischen Skala. Die Rechten hofften inständig, der liebe Gott würde Hugo Chavez zu sich nehmen und so eines ihrer dringendsten Feindbilder löschen.

Es ist kaum länger her als ein, zwei Jahre, als die selben makabren Erwartungen an das Ableben von Fidel Castro gestellt wurden. Auch Fidel enttäuschte diese lauernden Rechten zuverlässig. Trotzdem ist der Tod letztlich unabänderlich und auf lange Sicht gewinnt immer der, der auf den Tod eines Lebewesens spekuliert. Das ist ebenso sicher wie es pervers ist!

Es ist eine Herausforderung, ein System, eine Philosophie über den Tod seines Protagonisten, „des Superstars“ hinaus fortdauern zu lassen. Am Besten wäre es da, zunächst die Philosophie in den Menschen zu verankern und ihnen zeitig einen logischen, geeigneten Nachfolger anzubieten. Wie es bei Hugo Chavez in Venezuela damit aussieht, das weiss ich nicht. Die Lösung mit Raul Castro in Kuba ist – schon altersbedingt – allenfalls vorübergehend. Hier scheint eine offenkundige Schwäche der Systeme in Kuba und Venezuela zu liegen, diesen Punkt nicht rechtzeitig, eindeutig, klar und offen zu regeln und zu kommunizieren?

Zwar sind es immer Menschen, einzelne Persönlichkeiten und Charaktere, die Neues auf den Weg bringen, aber der entscheidende Punkt für die Überlebensfähigkeit einer Idee, eines Konzeptes ist die generationenübergreifende Transferierung dieser Idee in die Zukunft. Damit ist die exklusive Verankerung auf die Gründerperson oder den „Erfinder“ ausgeschlossen, oder sollte es zumindest sein. Eine Sache, eine Idee ist erst dann wirklich tragfähig, wenn sie losgelöst vom sterblichen Individuum geworden ist!

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Kuba: Nicht die Insel der Glückseligen?

14. Juli 2011

Hier ist ein tragischer Fall, der Tod eines jungen Mannes im Fahrwerkschacht eines Iberia-Jets, der zu Rückschlüssen geradezu einlädt:

http://www.elpais.com/fotografia/espana/Aparece/cadaver/joven/tren/aterrizaje/elpdiaesp/20110713elpepunac_22/Ies/

 

z.B. Hillary Rodham Clinton würde wohl sagen: Kuba ist eine Diktatur, deren unterdrückte Bewohner den Tod vorziehen, als weiterhin von den Castro-Brüdern beglückt zu werden!

Die Brüder Castro hingegen würden wohl sagen, dass dieser bedauernswerte junge Mann der Propaganda der Gringos zum Opfer gefallen ist!

Es wird leider immer wieder versucht, als Blinder Passagier im Fahrwerksschacht von Passagier-Jets einem Leben zu entkommen, dass man als „verlassenswert“ betrachtet! Dies gelingt auch zuverlässig, wenngleich auch auf tragische Weise anders, als es sich die Blinden Passagiere vorstellten. Sie ersticken, erfrieren oder fallen lebend aus dem Himmel…

 


Are we equals? Ein Spot zum 100. Frauentag.

9. März 2011

Diesen Spot könnte man sicher in jedem Land drehen, trotzdem ist gerade dieser sehr gelungen.

Die Organisation WE ARE EQUALS, die sich gegen die Diskriminierung und für die Gleichstellung der Frau einsetzt, hat den folgenden Spot gedreht, der wegen seines Darstellers Daniel Caig (James Bond) und der Off-Stimme Judy Dench (M) einen hohen Aufmerksamkeitswert geniesst. Sowohl sehens- als auch besonders hörenswert für English-speakers:

http://www.weareequals.org/

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=gkp4t5NYzVM


Wer kann am längsten, die USA oder Kuba?

20. Januar 2011

Es heissst Obama habe die US-Wirtschaftsblockade gegen Kuba gemildert, aber anscheinend ist er nur zu Verhältnissen zurückgekehrt, wie sie in den 90er Jahren unter Bill Clinton schon einmal bestanden. Von einer Aufhebung des leidigen, des ewigen US-Embargos gegen Kuba kann also keine Rede sein.

Ein wenig Reiseerleichterungen für exakt definierte Gruppen, ein wenig Devisentransfer, das wars auch schon! Und der Durchschnittsamerikaner kann nach China, nach Nordkorea und – Gott-steh‘-ihm-bei – nach Iran reisen, aber noch immer nicht nach Kuba…

…In ihren Verleumdungskampagnen zum Thema der Menschenrechte in Kuba, haben sich die Vereinigten Staaten mit europäischen Ländern abgesprochen, die sich durch ihre Doppelmoral und Untertänigkeit gegenüber dem US-Imperium charakterisieren, bekannt für ihre Mittäterschaft bei den Geheimflügen der CIA, der Einrichtung von Gefängnissen und Folterstätten, für die Abwälzung der Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Beschäftigten mit geringeren Einkommen und Studenten, die gewalttätige Repression gegen Demonstranten und die Anwendung diskriminierender Maßnahmen gegen Immigranten und Minderheiten…

aus einer Rede von Raul Castro, veröffentlicht in Sepp Aigners exzellentem Blog „kritische massen“ und dort von mir schamlos geklaut;-))

Da spricht der alte Raul ein paar Wahrheiten gelassen aus! Beim aktuellen wirtschaftlichen Niedergang der USA müssen die Kubaner wohl bald Vorsorge gegen Flüchtlingsströme aus Florida treffen, wer weiss?


You Swiss Motherfuckers?

15. Dezember 2010

Die Schweizer sind in letzter Zeit durch Entscheidungen auffällig geworden die vermuten lassen, dass es in der Alpenrepublik auch seelische und moralische Abgründe geben könnte.

Erst staunte Europa, ach was die Welt, über das Minarett-Verbot. Dann kam die Ausschaffungsinitative, die in der Konsequenz zu zweierlei Recht führen wird.

Jetzt überrascht man in Bern mit der Erkenntnis, dass Paragraphen im Gesetzbuch die kaum noch je zur Anwendung kommen auch gleich ganz gestrichen werden könnten! Ein solcher ist der Inzestparagraph, der Sex mit engen Verwandten unter Strafe stellt. Wegen dieses Paragraphen käme es seit Jahren nur zu zwei, drei Gerichtsverfahren im Jahr, weswegen er gestrichen werden könne…

Also Mama darf Sohnemann, Papa darf das Töchterlein, wenn alle Beteiligten Erwachsene sind und einwilligen. Sohnemann darf auch mit Schwesterchen, wenn Mama oder Papa grad keine Lust oder keine Zeit haben?

Wenn es denn sowieso einen sozialen Trend gibt, dass Kinder im Elternhaus verbleiben, dann ist das für die Verhältnisse im „Hotel Mama“ doch eine verdammt pragmatische Lösung, oder?

Sollten aus diesen Verbindungen Kinder folgen, wird’s komplizierter: Ist der Onkel der Papa oder der Opa der Papa?


Kuba 2011: VI. Kongress der PCC, treu, oder nicht treu?

9. November 2010

Die kommunistische Partei Kubas wird in der zweiten Aprilhälfte des kommenden Jahres (und erstmals seit 14 Jahren) ihren VI. Kongress abhalten.

Dies verkündete Raúl Castro überraschend während eines Treffens gestern Abend mit Hugo Chavez. Ziel des Kongresses soll die Lösung der ökonomischen Probleme Kubas sein, das eine tiefe Produktivitäts- und Wirtschaftskrise durchlaufe, sowie grundsätzliche Entscheidungen über die Aktualisierung des kubanischen Wirtschaftsmodells.

Der geplante Kongress ist zum 50. Jahrestag des Sieges über die CIA-Söldner in der Schweinebucht terminiert.

Nach dem Kongress wird sich die PCC als Nationalkonferenz zusammenfinden, um andere interne Angelegenheiten zu behandeln, die auf Basis der Erfahrung dieser 50 Jahre ebenfalls perfektioniert werden müssen.

Das könnte auch eine Gelegenheit sein, über den Verbleib Fidel Castros im Amt als erster Parteisekretär zu entscheiden?


Fidel, oder ein alter Verschwörer erklärt uns die Welt! (Teil 2)

20. August 2010

Dies ist der kubanische Originaltext – signiert angeblich von Fidel Castro Ruz – der uns die Zeitläufe seit dem Zweiten Weltkrieg erklärt. Den Teil 1 findet man in deutscher Übersetzung im Blog „kritische massen“ von Sepp Aigner. Die deutsche Übersetzung von Teil 2 liegt bei „granma“ wohl noch nicht vor?

Großen Anteil hat darin eine angebliche Verschwörung der Jugend durch die Bilderberger und Anglo-amerikanische Geheimdienste mittels williger Wissenschaftler, ahnungsloser Beatles, Open-Air-Festivals und Unmengen von Drogen. Alles folgt naht- und geräuschlos einem Masterplan der Welt-Oligarchie, die unsichtbare, jedoch hochwirksame Parallel-Strukturen der Machtausübung zu den demokratischen Regierungen des Westens aufgebaut hat und an deren Fäden wir angeblich alle zappeln. Hat Fidel sie noch alle? Oder ist „el viejo zorro“ jetzt gaga?

Oder soll dies gar eine verklausulierte Warnung sein, ein Appell zur Umkehr für die mehr und mehr der Revolución abtrünnige kubanische Jugend? Beschäftigt er sich mit seinem eigenen Tod, dem physischen und dem darauf folgenden zweiten Sterben in der Erinnerung der Hinterbliebenen?

Was letztlich gegen die Verschwörungstheorie spricht ist die Geräuschlosigkeit mit der die Welt angeblich aus den Kulissen regiert wird. Zumindest bei dem letzten Bilderberg Treffen in Sitges, Provinz Barcelona in Katalonien, waren doch eher „Weltführer“ der zweiten und dritten Reihe vor Ort? Ackermann ist zwar ein gut zwei Zentner (geschätzt!) schwerer Banker, aber die Kapitaleigner wögen schwerer, doch wo waren die? Heinz Alfred „Henry“ Kissinger aus Fürth, Mittelfranken ist zwar eine Art politischer Untoter, aber doch längst aus dem inneren Zirkel der Macht entfernt? Die Königin der Niederlande mag zwar eine steinreiche Dame sein, sie eignet sich aber eher schlecht zum Schurken, der an den Fäden der Welt zieht? Arme Bilderberger, wenn sie zur „Geheimen Weltregierung“ jetzt schon einen Olaf Scholz von der SPD benötigen? Warum gehen die Bilderberger überhaupt den schwierigen Weg einer geheimen Parallel-Regierung in den westlichen Staaten wo mittelfristig nichts geheim bleibt? Warum instalieren sie sich nicht in den zahlreichen Diktaturen dieser Welt? Wir hätten ihnen in unserer dummen Ohnmacht doch ohnehin nichts entgegen zu setzten, wir Schafe?

Falls Fidels Text also authentisch sein sollte, dann ist er wohl eher zur Legendenbildung, zur Begründung und Beschwörung der Verhältnisse in Kuba, sowie als Rechtfertigung gegenüber der zunehmend aufmüpfigen kubanischen Jugend gedacht und könnte sich als Vorläufer einer härteren Linie der kubanischen Regierung erweisen, aber wer weiss das schon?