Am 6. März Neuwahlen in CAT!

9. Januar 2016

Zwar läuft die Frist erst Morgen ab, aber die Einberufung des Autonomie-Parlamentes und die Wahl des künftigen Präsidenten der Generalitat bedarf zumindest einer minimalen Vorbereitungszeit. Diese ist praktisch nicht mehr gegeben.

Zwar treffen sich beide Seiten der CAT-SEP’s, die JP3%SÍ bestehend aus CDC und ERC sowie die CUP geradezu rituell, aber eigentlich nur um hinterher Unvereinbarkeiten zu konstatieren. Es geht wohl im Moment nur um die spätere Schuldzuweisung, um einen günstigen Start in den Wahlkampf und darum, die Propagandalüge einer separatistischen Mehrheit krampfhaft am Leben zu erhalten?

Die Vorschläge der letzten Stunden zeigen auf beiden Seiten einen erschreckenden Mangel an Demokratie- und Rechtstaatsverständnis, denn alles ist beliebig und kein Trick wäre zu schmutzig um ihn nicht in letzter Sekunde anzuwenden um die Wahlen zu vermeiden, denn beide Seiten müssen mit Verlusten rechnen. Es wird eine gewisse Wählerwanderung zwischen den CAT-SEP-Parteien geben, aber es ist wohl nicht damit zu rechnen, daß der katalanische Separatismus unter dem Strich, in Summe, dazu gewinnen wird. Er wird wohl weiterhin verlieren und man wird danach wieder zu so schönen Begriffen wie „gesellschaftliche Mehrheit“ greifen um sich zu rechtfertigen?

Der katalanische Wähler des 27-S und sein Votum spielen in dieser Phase des Skandal-Schauspiels längst keine Rolle mehr! Die JP3%SÍ des Artur Mas schlug vor, daß nicht das Autonomieparlament, sondern ALLE gewählten Funktionäre und Gremien darüber hinaus, also auch Stadträte, Senatoren, etc. den Präsidenten (Artur Mas natürlich!) wählen sollten. Ein klarer Bruch geltenden spanischen Rechtes. Die CUP lehnte dies ab.
Dann musst die CUP natürlich mit einem eigenen Rechtsbruch kontern. Sie wollten innerhalb von drei Monaten durch Vorwahlen einen Präsidentschaftskandidaten (der natürlich nicht Artur Mas heissen soll!) küren lassen.  Auch dies ist im Wahlrecht der spanischen Autonomie Katalonien weder formal noch zeitlich so vorgesehen. Die Frist für Neuwahlen läuft Morgen ab. Sie werden dann automatisch erfolgen, auch wenn Artur Mas im Vorfeld schon jetzt den Eindruck erwecken will, daß er durch seine Unterschrift unter das entsprechende Dekret am Montag, der Entscheider über diese Neuwahlen sei und über den Dingen, den hässlichen Streitereien stünde, die er durch seine Weigerung zur Seite zu treten überhaupt erst hervor gerufen hat.

Erinnern wir uns: Er hat sich und die skandalumwobene CDC am 27-S im Bündnis JP3%SÍ versteckt. Er selbst kandidierte erst auf Platz 4 der Liste und säuselte, daß Personen im Interesse der Sache, des „Prozesses“, keine Rolle spielten und er in seiner übergroßen Demut und Bescheidenheit auch auf dem letzten Platz der Liste stehen könnte.

Er meinte das natürlich nicht so. Es sollte nur „der dumme Wähler“ belogen werden. Er wollte nicht zur grassierenden Korruption und zu seiner skandalös-schlechten Regierungsbilanz befragt werden. Dies ist ihm gelungen. Das Spiel hat er in den letzten Tagen erneut versucht, aber die ERC wird sich kein zweites Mal von Mas hinters Licht führen lassen, sehen ihre Umfrageergebnisse doch deutlich besser aus als die der CDC und von Artur Mas.

Ich denke die spanische Politik insgesamt, aber speziell die katalanische Autonomiepolitik hat in diesen Tagen Schaden genommen? Das Ausmaß dieses Schadens wird erst im Laufe der nächsten Zeit sichtbar werden.

Ein Hinweis darauf könnte die (eigentlich unglaubliche!) Einmischung des EU-Junckers in die inneren Angelegenheiten der Iberer sein, „daß er eine stabile und sichere (rechte!) Regierung Spaniens erwarte“?
Juncker fürchtet, nicht vollkommen ohne Grundlage, daß nach Portugal auch Spanien eine Koalition aus Linken und Ultralinken Gruppen anstreben könnte und zum unsicheren Kantonisten bezüglich den Erwartungen der neoliberalen Wirtschaft, der EU und der NATO werden könnte?

Die vierte Wahl in fünf Jahren könnte am Ende für die Katalanen das kleinere Übel werden? Sie könnte möglicherweise auch für die zentrale Regierungsbildung in Madrid Bedeutung erlangen?

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CAT-SEP’s geschockt: Mas dreht vollkommen durch!

7. Januar 2016

Heute um 15 Uhr begann die lang erwartete Sitzung von JUNTS PEL 3% SÍ, das heisst von CDC und ERC mit der CUP um einen Ausweg aus der Krise zu suchen, die einzig und allein dadurch entstanden ist, daß Artur Mas sich für absolut unentbehrlich hält für Katalonien!

Die Nationalkatalanisten haben schon viel Scheiss’ erlebt, aber heute hat Artur Mas sich anscheinend selbst übertroffen? Sein Motto lautet bekanntlich „legal, illegal, scheissegal!“

So schlug er heute vor zwar Wahlen am 06. März zu veranstalten, schlicht weil die Gesetze ihn dazu zwingen. Bis dahin will er aber nicht nur als Interimspräsident fungieren, sonder auch eine komplett illegale Separatistenregierung aus JP3%SÍ zu bilden um die knapp zwei Monate bis zur Wahl zu überbrücken. Dafür fehlt zwar jede gesetzliche Grundlage, jedoch „legal, illegal, scheissegal!“

Er will also seine geplante Separatistenregierung einfach am Gesetz vorbei einsetzen und zwei Monate agieren lassen um Einigkeit zu demonstrieren. Wie kommt der Bekloppte dazu?

Nun, der Hauptgrund dürfte sein, daß er die ERC so an die Kandarre legen will, die wegen eigener Siegchancen wenig Lust dazu hat, das Bündnis JP3%SÍ bei den nächsten Wahlen fortzusetzen. ERC will alleine antreten und hat Chancen größte Partei zu werden, während Artur Mas seine CDC wohl von über 60 auf unter 20 Sitze führen wird, der Siegertyp!

Die ERC hat sein Ansinnen erwartungsgemäß zurück gewiesen. „Es mache keinen Sinn eine Regierungskrise mit einer nicht gewählten Interimsregierung und ohne gewählten Präsidenten für 7 Wochen zu riskieren“, kam das Echo aus Oriol Junqueras Partei auf Artur Mas’s unsittliches Angebot zurück. „So eine Regierung gäbe es nirgendwo auf der Welt. Das sei ein politischer Schwindel“, lautete das vernichtende Urteil der ERC.

Anscheinend beginnt man sogar in Separatistenkreisen den Hütchenspieler Mas als das zu erkennen, was er ist, ein charakterloser Hochstapler und Betrüger, der stets nur zu seinem eigenen, persönlichen Vorteil agiert und operiert!

Während des Treffens sollen einige Abgeordnete Artur Mas konkret dazu aufgerufen haben, endlich den Platz frei zu machen für einen anderen Kandidaten, mit dem Neuwahlen NOCH vermieden werden könnten.

Dann gab es auch noch das Treffen von JP3%SÍ mit der CUP wo der Kompromiss lauten sollte, daß die derzeitige Vize-Präsidentin der Generalitat de Catalunya Neus Munté neue Präsidentin werden sollte und Artur Mas deren Erster Minister. So ein bißchen Bäumchen wechsle dich á la Putin-Medvedew, sozusagen. Munté lehnte dies ab, weil sie nicht als „Wechselgeld“ fungieren wollte und Artur Mas lehnte dies ab, offenbar weil sein Ego keinen Abstieg vom Präsidentenamt, sogar  „unter eine Frau“ vertragen würde?

Die CAT-SEP’s versuchen verzweifelt, auf der Basis der sich am 27-S zurecht gelogenen Mehrheit miteinander unvereinbarer Parteien und Programme, eine Regierung zu bilden um Neuwahlen zu entgehen, bei der sie eine Abstrafung fürchten müssten…


ESP und CAT: Ob mit oder ohne Rajoy und Mas, droht eine Zeit der Unsicherheit und Instabilität!

3. Januar 2016

Egal wie es heute ausgeht, auf Katalonien und Spanien wartet mindestens ein halbes Jahr der Unsicherheit und Instabilität!

Die 60 Delegierten der CUP wollen heute in Barcelona mit absoluter Mehrheit von 35/68 Sitzen über die Inthronisierung von Artur Mas zum alten und neuen Präsidenten der Generalitat der abtrünnigen Spanischen Autonomie Kalatonien entscheiden.

Es soll angeblich gut informierten Gerüchten zu Folge schon wieder sehr eng hergehen bei der CUP? Ärgerlicher Weise gibt es auch schon wieder Ungleichgewichte bei der Anzahl der entsandten Delegierten. So hat das kleine Girona (eher pro-Mas!) mit 6 einen Delegierten mehr als das große Barcelona (eher gegen-Mas!) mit 5 und sogar das gar nicht zu Katalonien gehörende Valencia hat 3(!) Delegierte entsandt.

Mir ist nicht klar auf welcher Grundlage dies geschah? So können also die Delegierten aus Valencia zu einer das Schicksal Kataloniens betreffenden, entscheidenden Mehrheit beitragen? Das muss man verstehen?

Sie tagen ganz in der Nähe des Stadiums Camp Nou des FC Barcelona im gutbürgerlichen Viertel les Corts in einer kleinen Mehrzweckhalle, die von großen Mülltonnen umgeben ist, in denen man viele Vorschläge und Anträge der Delegierten oder diese gleich selbst direkt und diskret entsorgen könnte? Sorry, kleiner Scherz am Rande, den ich mir nicht verkneifen konnte!


Gemein, Spanien weigert sich den Staatsstreich des Artur Mas zu finanzieren! CAT-SEP’s wälzen sich genüßlich im Viktimismus…

21. November 2015

Nachdem im Haushalt 2014 der CAT-SEP’s urplötzlich ein unerklärliches 1,3 Milliarden Euro Loch aufgetaucht ist, das Spanien mit dem Fondo de Liquidez Autonómico (FLA) mal eben finanzieren soll, hat Madrid weitere Zahlungen an Katalonien an konkrete Bedingungen gekoppelt. Immerhin waren die katalanischen Apotheker seit Monaten auf ihr Geld, das die Generalitat, oh Wunder, gerade mal wieder nicht zur Verfügung hat, wegen anderer Schwerpunkte wie staatlicher Parallelstrukturen und angemessenen internationalen Repräsentationen. Katalonien greift mit knapp 40% wieder den größten Teil dieses Fonds ab, da die Autonomie am knappsten an der Pleite entlang schlingert von allen spanischen Autonomien und sich die Generalitat mit ihrer „Schrottwert-Bewertung an den Finanzmärkten kein Geld mehr beschaffen kann.

Die Generalitat hat alleine im Gesundheitsbereich seit Juli offene Rechnungen von 2 Milliarden Euro auflaufen lassen und sieht sich im Moment nicht in der Lage die November-Gehälter zu bezahlen! Alles nicht so wichtig. Für die Independencia müssen Opfer gebracht werden, nur halt nicht von den CAT-SEP’s selbst!

Das Finanzministerium in Madrid hat künftig online Einsicht in die Rechnungen und Wege und Verfahren geschaffen, daß Beamte der katalanischen Behörden Unregelmäßigkeiten anonym nach Madrid melden können und Sanktionen verhängt werden können.

Die noch amtierende Generalitat, die vor Kurzem ein Dokument veröffentlichte, dass den Fahrplan der Trennung, den Bruch mit Spanien ankündigt, die Nicht-Annerkennung spanischer Gerichte, Gesetze und Institutionen, wundert sich nun ganz außerordentlich über das Misstrauen und die Kontrollen von Seiten Madrids, klar, denn „Spanien unterdrückt uns!“

„Ein Unheil kommt selten allein!“ Die Datenschutzbehörde hat die sogenannten Organisationen der katalanischen Zivilgesellschaft, die hochsubventionierten Filialen der Generalitat ANC und OMNIUM CULTURAL mit zusammen 400.000 Euro Geldstrafe wegen Datenmissbrauchs belegt. Sie hatten ihre Daten für das Fake-Referendum des 9N 2014 zur Verfügung gestellt ohne sich diese zuvor von den Mitgliedern einzeln genehmigen zu lassen, ein klarer Verstoß gegen geltendes spanisches Recht. Der ANC bekam eine zusätzliche 40.000 Dollar Strafe für die ungenügende Sicherung dieser vertraulichen Daten. Es geht ferner das Gerücht, die CAT-SEP’s hätten auf der Basis dieser umfänglichen privaten Daten sogenannte „Schwarze Listen“ über Gegner der Separatisten angelegt. Sollte sich dieses Gerücht bestätigen, hätten die CAT-SEP’s ein neues Tiefstniveau des Nationalkatalanismus erreicht…


ANC: Ob mit Wahlen oder ohne, Unabhängigkeit Kataloniens unwiderruflich!

25. April 2015

Die CAT-SEP’s (Katalanische Separatisten) gewinnen entweder am 27-S oder die Unabhängigkeit kommt auf anderem Wege! Scheiss’ auf die Wahlen? Wenn sie also nicht gewinnen, dann auf anderem Wege? Sie kommt auf jeden Fall? Wozu dann überhaupt noch Wahlen? Wozu das demokratische Mäntelchen für die Nationalseparatisten? Geht doch auch ohne! Die EU, die UN, die NATO und der Euro, alle warten sie ungeduldig auf die katalanische Unabhängigkeit? Ich weiss nicht, was für ein Zeug die in Barcelona rauchen, aber ich will das auch!

La Asamblea Nacional Catalana (ANC). “El proceso de secesión ya es irreversible y lleva necesariamente a la proclamación de la independencia, sea después de la victoria de las fuerzas independentistas en las elecciones del 27S o, en el escenario D, que prevé las actuaciones que nos permitirán hacer la independencia por otros caminos, fuera ya de la Constitución española.

Als Rechtfertigung für diese Haltung nennt der ANC die nicht vollkommen unbegründete Vermutung, dass sich die spanische Regierung das illegale Treiben der Separatisten nicht ewig tatenlos ansehen wird, sondern irgendwann gegen die ihr untergeordnete Autonomieregierung der Generalitat de Catalunya oder gegen die separatistischen Parteien CiU und ERC vorgehen wird.

Wenn es am 27-S eine Mehrheit (51%?) für die CAT-SEP’s gäbe, dann würde das neue katalanische Parlament eine einseitige Unabhängigkeitserklärung abgeben, die in den folgenden 18 Monaten mit der Zentralregierung in Madrid auszuhandeln wäre. Sollte diese nicht verhandlungsbereit sein, dann sollen die 18 Monate um ein Jahr auf 6 Monate verkürzt und eine einseitige Unabhängigkeit realisiert werden!

Dies würde vermutlich Bürgerkriegsähnliche Zustände in Spanien auslösen, aber den CAT-SEP’s ist dies egal. Sie geben sich gerne schein-demokratisch und verhandeln scheinbar gerne, aber nur solange am Ende ihre Position zu 100 % durchgesetzt wird.

Aus dieser Haltung folgt praktisch zwangsläufig die Erkenntnis, dass die CAT-SEP’s auch eine Wahlniederlage am 27-S nicht akzeptieren werden. Dann war die Wahl halt gefälscht von Madrid, oder das Wetter war schlecht, scheissegal… Das Theater wird also nicht aufhören am 28. September, sondern so oder so weitergehen…

Sie planen bereits eine Parallel-Regierung zu einer möglicherweise außer Kraft gesetzten Generalitat. Sie wollen das Territorium der katalanischen Autonomie besetzen und polizeiliche und militärische Hoheitsrechte ausüben. Das soll friedlich ablaufen, falls Spanien sich nicht dagegen wehrt. Wenn es sich wehrt, dann ist Spanien schuld und die CAT-SEP’s sind die unschuldig aus heiterem Himmel nach mehrjähriger Provokation überfallenen Lupenreinen Demokraten!

Wie üblich werden die Kommunalwahlen vom 24. Mai jetzt von ihnen zu „Vorwahlen des 27-S“ umgewidmet. Aus den Wahlsiegern des 24-M soll dann – soweit sie den Separatisten-Parteien angehören, die Parallelregierung gebildet werden, ohne die demokratisch gewählten Kommunalpolitiker, die nicht zu den Separatisten gehören selbstverständlich!

Wenn dann am 27-S eine CAT-SEP-Mehrheit rauskommt, dann soll sich das neugewählte, autonome Parlament Kataloniens in ein „souveränes Parlament“ umbenennen und unter Bezug auf die Souveränitätserklärung vom 23.01.2013, die vom Verfassungs-Gericht längst außer Kraft gesetzt wurde, eine einseitige Erklärung des Beginns des Prozesses der Bildung eines neuen, unabhängigen Staates abgeben.

Ab dann sei die mögliche Reaktion Madrids und seiner Gerichte nicht nur irrelevant, sondern geradezu eine unverschämte Einmischung in die inneren Belange des katalanischen Staates.

Man stelle sich einmal die Vertragstreue dieses CAT-SEP’s in internationalen Gremien, in der UN, der EU oder beim EURO vor? Dagegen sind die Griechen ware Unschuldslämmer!

Bis zu diesen beiden Wahlen soll mit spektakulären Aktionen und stalinistischen, bzw. nationalseparatistischen Massenkundgebungen die Bevölkerung in Atem und geistig auf Linie gehalten und die internationale Gemeinschaft beeindruckt werden, FORZA AL CANUT!
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Leer más: http://www.elconfidencial.com/espana/cataluna/2015-04-25/la-anc-proclamara-la-independencia-incluso-fuera-ya-de-la-constitucion_782619/?utm_source=www.elconfidencial.com&utm_medium=email&utm_campaign=Urgentes#lpu6mWPE4pC9ma3O


Diada de Sant Jordi 2015: Der ANC träumt weiter!

23. April 2015

Die katalanischen Separatisten wollten die Unabhängigkeit damals „ganz auf die Schnelle“: Am 5. April 2014 verabschiedeten sie ein Papier, in dem innerhalb eines Jahres, bis zum 23. April 2015, also bis Heute(!) die Unabhängigkeit verwirklicht werden sollte:

„Die spanische Flagge wird niedergeholt von den Gebäuden an denen sie zuletzt nocht wehte, der Generalitat, den Rathäusern und der Marine-Kommandantur von Barcelona. Die letzten spanischen Truppen verlassen ihre Kaserne El Bruc in Pedralbes, Barcelona, der Akademie Talarn in Lérida und die Guardia Civil verlässt die Häfen und Flughäfen und löst sich zusammen mit der Policía Nacional in Luft auf. KATALONIEN IST FREI!

Der 23. April 2015 sei ein plausibler und wünschenswerter Zeithorizont für die Unabhängigkeit, tönte der ANC 2014.
San Jordi* würde künftig der Unabhängigkeitstag sein!

Ein Jahr später und mit der damaligen ANC-Vorsitzenden Carme Forcadell seit Ende März nur noch kommissarisch im Amt, da ihre Amtszeit unwiderrufbar abgelaufen ist, sehen die Dinge doch ein klein wenig anders aus.

Morgen, am 24. April und somit einen Tag später, wird es eine Kundgebung des ANC und von OMNIUM CULTURAL
im Palau San Jordi in Barcelona geben. 16 Tausend Eintrittskarten seien vergeben. Man hofft das Olympiagelände auf dem Mont Juic respektabel mit Separatisten-Menschenmaterial füllen zu können für die TV-Cameras. In genau einem Monat, am 24. Mai werden Kommunalwahlen in Katalonien sein. Man will diese Wahl nach bewährter Manier umwidmen in separatistische Statements, die irgend etwas beweisen sollen…

Mit Äusserlichkeiten soll Eigenstaatlichkeit gespielt werden. Das erinnert ein wenig an Kinder-, an Rollenspiele von Erwachsenen, an Gehirnwäsche?

Trotzdem wird heute nicht die Unabhängigkeit gefeiert, sondern es werden deutlich kleinere Brötchen gebacken.
Der 27. September, das (unverbindliche!) Datum der von Artur Mas bisher nur versprochenen, aber nicht formal ausgeschriebenen vorgezogenen Autonomiewahlen in Katalonien, soll nun plebiszitären Charakter erhalten und mit einem ordentlichen Wahlergebnis (51%?) soll dann in den folgenden 18 Monaten die Unabhängigkeit erwirkt werden.

Beim inoffiziellen Referendum des 9. November 2014 waren die Nichtwähler die größte Partei. Nur 38% der Wahlberechtigten gingen in dieser „ach so wichtigen Frage der Nation“ an die selbst gebastelten Urnen und stimmten zu 80% für die Unabhängigkeit, was im Ergebnis nicht einmal ein Drittel der Stimmen der Wahlberechtigten für die Separatisten bedeutete. Anders ausgedrückt: 2 von 7 Millionen Katalanen wollten die Unabhängigkeit! Kein überzeugendes Ergebnis? Die Menschen können rechnen und denken und der Separatismus hat einen spürbaren Dämpfer erhalten, seit jenem 9. November!

Der unbelehrbare ANC hat aber seinen Fieberträumen noch die Krone aufgesetzt: Er will die Beziehungen zwischen DEN TERRITORIEN DER KATALANISCHEN LÄNDER derart verbessern, dass eine WIEDERVEREINIGUNG DER KATALANISCHEN NATION ermöglicht würde!

Diese Begriffe kenne ich von katalanischen Nationalisten und Rassisten schon seit Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Hier werden Gebietsansprüche gegen Frankreich und Italien formuliert und „natürlich“ wegen Valencia und den Baleareninseln, erneut gegen Spanien!

Der französische Staat macht da keine Mätzchen. Er hat eine glasklare Linie und die wird vom derzeitigen Premierminister Valls, einem gebürtigen Katalanen(!) aus Barcelona, ebenso glasklar formuliert und exekutiert. Weder die Italiener noch die Comunidad de Valencia oder die Menschen auf den Balearen wollen von den Katalanen befreit und „heimgeholt ins Reich“ werden…

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* An San Jordi, dem Feiertag des Heiligen Georg, des Drachentöters und Nationalheiligen der Katalanen, bekommen traditionell Frauen überall eine Rose und Männer Bücher überreicht.

Auch der Karrikaturist FERRERES spielt auf den Heiligen Drachentöter an, gespielt von Artur Mas, der auf Oriol Junqueras in die Flucht reitet, vor dem Dreiköpfigen Drachenungeheuer aus spanischem Ministerpräsidenten und dessen Innen- und Außenminister verfolgt: http://www.elperiodico.com/es/opinion/humor/ferreres-23-04-2015/73436.shtml?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=elPeriodico-ed07h


Madrid zieht gegen katalanische Aussenpolitik vor spanisches Verfassungsgericht!

9. März 2015

Damit wird das entsprechende katalanische Separatistengesetz automatisch suspendiert bis zu einem Urteilsspruch des TC. Auch die angekündigte Eröffnung von „katalanischen Botschaften“ in Rom und Wien soll vor dem TSJC, dem Tribunal Superior de Justicia de Catalunya, für nichtig erklärt werden.

Die spanische Regierung in Madrid sieht einen Verstoß gegen Artikel 149.1.III und Artikel 97 der spanischen Verfassung. Im ersten wird die Zuständigkeit von Autonomien und Zentralregierung geregelt und im zweiten die Alleinzuständigkeit der Zentralregierung für die Aussenpolitik klar formuliert. Die Entscheidung des TC ist nun abzuwarten, dieses folgte bisher aber stets im Wesentlichen der Auffassung der Regierung in Madrid.

Hier zeigt sich ein grundsätzliches Dilemma der katalanischen Separatisten: Es gibt eine Verfassung und ein Estatut in der Dinge klar und unmissverständlich geregelt sind. Wenn aber die Separatisten diese Texte lesen, dann bekommen sie urplötzlich eine ganz andere, völlig gegenteilige Bedeutung und Auslegung. Diese ausgeprägte Eigenschaft, die Dinge einseitig und extrem zu den eigenen Gunsten auszulegen, würde eine Eingliederung eines unabhängigen Kataloniens in europäische oder internationale Strukturen jeder Art für diese zu einer echten Pest werden lassen, sind die Separatisten doch einfach keine seriösen Vertragspartner, sondern eher kriminelle Hütchenspieler.

Jedem Beobachter von Aussen graut es bei dem Gedanken, einmal solche „Vertragspartner“ haben zu können, mit ihnen verhandeln zu müssen, nein danke!

Offenbar ist Artur Mas, der im Prinzip nichts anderes tut, als separatistische Hirngespinste in ungültige, weil nicht verfassungskonforme Gesetze zu transformieren, damit endgültig der unfähigste und fatalste Präsident, den die Generalitat de Catalunya je hatte?

Katastrophen-Artur wird dafür am 27-S die Quittung bekommen. Dann, wenn sich unter seiner Führung das Bündnis CiU halbiert haben wird in der Wählergunst, wenn es sich nicht gar vorher von innen heraus selbst auflösen wird, wofür derzeit einiges spricht.

Sollte die selbsternannte katalanische Nationalversammlung ANC wegen Misstrauens gegen CiU und Artur Mas sich letztlich dazu entschließen, selbst als Separatistenpartei zu den Wahlen am 27-S anzutreten, wie Carme Forcadell bereits ankündigte, dann wäre die Skandalbelastete Ciu sogar künftig überflüssig und Forcadell könnte ihre gewachsenen politischen Ambitionen auch nach ihrer Zeit an der ANC-Spitze, die diesen Monat satzungsgemäß ablaufen wird,
weiterhin frönen.