Superstar ‚Chris Lindi‘, alias Christian Lindner, der Schrecken Europas?

20. September 2017

Man kann es sich zwar kaum vorstellen, aber die spanische Zeitung EL PAÍS, sieht den coolen Typen mit Dreitage-Bart und Hemd auf den FDP-Plakaten als einen der gefährlichsten Politiker Europas an!

Warum tut sie das?
Weil Lindner Griechenland nicht in der Euro-Zone sehen will und deren weitere Integration mit gemeinsamen Etats und einem Wirtschafts- und Finanzminister ablehne!

Deshalb würde Lindner bei Europas Regierungschefs, Finanz-Analysten und Investoren zunehmend Sorge auslösen. Dabei sei er doch gar kein Ultra-Rechter mit rassistischen Ansichten. Man fürchte nur, daß mit einem Lindner als Koalitionspartner in der nächsten Merkel-Regierung die Wirtschaftskrise zurückkehren würde, die man doch so gerade eben überwunden zu haben glaubte?

Lindner habe, zwischen zwei Auftritten in Frankfurt und Nürnberg, EL PAÍS einige kurze Fragen beantwortet:

Ob Griechenland heute noch im Euroraum sein würde, wenn er der letzten Legislaturperiode angehört hätte?

NEIN! Die FDP hätte der dritten Griechenland-Rettung in 2015 NICHT zugestimmt!

Er akzeptiere, daß die Hedge-Fonds gegen ihn seien, denn er sei gegen die Niedrig-Zins-Spekulation dieser Fonds. Das beweise, daß die FDP kein Repräsentant des Großkapitals sei, sondern „der kleinen Leute“!

Immerhin hat der Gigant BLACKROCK größter Hedgefond der Welt, vor einer starken Marktreaktion gewarnt, wenn Lindner in einer künftigen Merkel-Koalitions-Regierung den Ausschluß Griechenlands aus dem Euro-Raum betreiben würde oder strengere Regeln in der Eurozone einfordern würde!

Die Sorgen gäbe es nicht nur in den Märkten. Selbst Merkel sorge sich um knappe Mehrheiten und dem damit verbundenen steigenden Einfluss von Euro-Skeptikern im Bundestag will EL PAÍS wissen!

Dann wird noch aus einer Lindner-Äusserung in DIE WELT zitiert, in der er sagte, das einzige Amt aus dem man mit der Kanzlerin Merkel auf Augenhöhe verhandeln könne, sei das des (75-jährigen!) Wirtschaftsministers (Wolfgang Schäuble) und daraus Ansprüche zumindest Gelüste abgeleitet, Schäuble faktisch in Rente zu schicken!
Ein saugefährlicher Typ eben, dieser „Chris Lindi“!

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https://elpais.com/internacional/2017/09/19/actualidad/1505843734_856098.html

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Verlierer: Luis de Guindos, Rajoy, Spanien & Merkel!

14. Juli 2015

Durch die nächtliche Kulmination der Griechenland-Debatte trat eine Entscheidung vom Montag ein wenig in den Hintergrund. Die Wiederwahl und Verlängerung des Vertrages des Niederländischen Wirtschaftsministers Jeroen Dijsselbloem (49) an der Spitze der Euro-Gruppe um zweieinhalb Jahre.

Auf diesen Job hatte sich seit langem der spanische Wirtschaftsminister und Ex-Goldman-Sachs-Banker Luis de Guindos beworben. Selbst der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte zumindest seit seiner Kurz-Wallfahrt mit Angela Merkel auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela für de Guindos antichambriert! Das wurde von den Spaniern als Anerkennung ihrer Sparleistungen und entsprechende Aufwertung ihres Gewichtes in Europas Diplomatie gesehen und gefordert. Nichts von dem wurde wahr!

Dijsselbloem wurde von den 19 Euro-Staaten am Ende einstimmig gewählt. Luis de Guindos ging vollkommen leer aus! Gerüchten zufolge soll es zunächst in einem ersten Wahlgang mit verschlossenen Umschlägen ein knappes Ergebnis von 10 zu 9 für den Niederländer gegeben haben. Danach optierte man angeblich für eine einstimmige Stimmabgabe mit dem bekannten Ergebnis. Nicht einmal Spanien habe also am Ende für seinen eigenen Mann optiert!

Dijsselbloem gilt nicht nur einer der härtesten „Falken“ bei den Spar-Fanatikern der EU, er stammt auch aus den „kleinen Niederlanden“ was ihm die Unterstützung einer Allianz kleiner Euro-Staaten sicherte, die den Einfluss der großen Staaten auf die Top-Jobs begrenzen wollten. Spanien besitzt die viertgrößte Wirtschaft der Euro-Gruppe, sowie die fünftgrößte Bevölkerung der EU und im Vergleich dazu recht wenig Einfluß…

Die zehn Unterstützer Dijsselbloems sollen die Staaten Österreich, Slowakei, Slowenien, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Holland, Litauen und Malta gewesen sein.

Für den Spanier hätten dann also Belgien, Deutschland, Finnland, Irland, Lettland,  Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien optiert.

Dies wird von Spanien ganz sicher als Affront verstanden werden und den südeuropäischen Euro-Kritikern neuen Zulauf verschaffen UND Rajoys Wiederwahl (im November?) erschweren. Ein weiterer Schritt hin zu einem Bruch des Euro-Raumes? Quien lo sabe..?