Paris, „vor dem 4. Akt“!

7. Dezember 2018

Jede interessierte Seite in diesem Konflikt der „Gelbwesten“ gegen Macron & Co tut im Moment alles, um einen Tag „vor dem 4. Akt“, der eigenen Seite im letzten Moment entscheidende Vorteile zu gewinnen.

Was wäre denn eine mögliche gemeinsame Basis für alle Seiten? Es sollte nicht zur Gewalt kommen und zwar von beiden Seiten! Da werden ein paar Tausend „Gelbwesten“ gegen rund 8.000 Gesetzeshüter und ein rundes Dutzend Panzerwagen antreten und Millionen Pariser sehen zu, aus dem Fenster, im TV, im Netz oder sie verlassen gleich ganz die Stadt? Im ganzen Land sollen sogar 89.000 Ordnungshüter eingesetzt werden, laut Premier Philippe!

In einer bereits von mir zitierten Umfrage unterstützten rund 80% der Befragten DIE ZIELE der Demonstranten, lehnen aber Gewalt mit großer Mehrheit ab, verurteilen also DIE MITTEL und DIE WEGE der Auseinandersetzung. Die Regierung ist sich ja bekanntlich sicher, daß auch die meisten „Gelbwesten“ GEGEN GEWALT seien, die kriminellen Gewalttäter und Chaoten also eine Minderheit der „Gelbwesten“ seien!

Der Vorschlag der französischen Regierung Philippe des Präsidenten Macron lautet folglich, „Gelbwesten“ bleibt zu Hause oder demonstriert wo anders und mit den Gewaltaffinen Chaoten werden die Ordnungskräfte dann entsprechend hart durchgreifend und mit Panzerfahrzeugen aufgerüstet fertig?

Warum gehen nicht Millionen Pariser friedlich auf Straßen und Plätze und trennen „Gelbwesten“, Chaoten und Ordnungskräfte? Sie könnten in sehr großer Überzahl friedlich auf beiden Konfliktseiten einwirken, ohne sich in Gefahr zu bringen?

Abstrakt formuliert nehmen beide Konfliktparteien für sich in Anspruch FÜR DIE FRANZOSEN zu reden und handeln. Warum zeigen ihnen DIE FRANZOSEN Morgen also nicht, daß sie selber reden können und dazu keine kriegsähnliche Zustände mit erheblichen materiellen, finanziellen, ideellen, gesellschaftlichen und, last not least, humanitären Schäden brauchen.

Wenn Millionen Pariser, Franzosen friedlich die Straßen und Plätze füllen, dann wird es keine Krawalle in Paris geben, ganz ohne daß die Ordnungskräfte Gewalttäter niederknüppeln müssen, denn es wird keine Gewalt geben!

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Paris bereitet sich auf heisses Wochenende vor! Schägt das Imperium zurück?

6. Dezember 2018

Weltbekannte Sehenswürdigkeiten und Touristenziele wie der Eiffelturm, der Louvre und die Opera sowie weltbekannte Geschäfte, Boutiquen, Restaurants und Läden werden Übermorgen vorbeugend geschlossen und gesichert sein. Alle haben die Schäden des vergangen Wochenendes in unguter Erinnerung, die ca. 3-4 Millionen Euro nur an Sachschäden verursacht haben, der Umsatzausfall im Weihnachtsgeschäft kann nur geschätzt werden, er dürfte indess höher sein?.

Nach meinem derzeitigen Informationsstand wurde bisher keine Demo von den „Gelbwesten“ beantragt und kein konkreter Ort und keine Zeit vereinbart? Dies zu regeln bleibt nur der morgige Freitag! Bei einer illegalen, „wilden“ Demo hätten Nuñez, Castaner, Philippe, Macron & Co. freie Hand für polizeiliche Maßnahmen jeder Art!

Ausserdem haben die Stadt und die Polizei alle Baumaterialien und losen Gegenstände, die sich als Waffen, als Wurfgeschoße missbrauchen ließen, abgeräumt, gesichert. Fensterfronten würden mit Spanplatten vernagelt, wie bei einem Hurrican in Florida! Der Triumphbogen am Sternenplatz wird als nationales Symbol Frankreichs vermutlich mit einem Rudel Leclerc-Panzer gesichert werden?

Zusätzlich zu den 65.000 bereitstehenden Sicherheitskräften in ganz Frankreich, wurden von Premier Philippe „außergewöhnliche Mittel“ angekündigt. Er forderte die „Gelbwesten“ dazu auf, NICHT nach Paris zu kommen um nicht mit den Gewaltbereiten verwechselt werden und nicht von jenen instrumentalisiert werden zu können.  Der „Elysée“ behauptete, es gäbe einen harten Kern von einigen tausend Personen, die nach Paris kommen wollten um zu zerstören und zu morden! Philippe drohte weiter mit schnellen, konsequenten Verhaftungen und schnellen und nachdrücklichen Bestrafungen der Missetäter! Am vorigen Samstag seien die Sicherheitskräfte zu Opfern vom Hass und der Gewalt geworden. Diesmal sei man vorbereitet unter anderem mit gepanzerten Fahrzeugen, wie sie bereits auf der Pazifikinsel La Réunion zum Einsatz kamen.

Unterdessen werden Umfragen von Odoxa für franceinfo und LE FIGARO veröffentlicht, wonach zwar über 80% der Franzosen die „Gelbwesten“ als populär einschätzen, als angesagt, und über die Hälfte sie gleichzeitig für effektiv halten, und eine knappe Hälfte sie als gewalttätig ansieht. 80% sieht sie als solidarisch, mutig und für die Interessen der Allgemeinheit kämpfend! Trotzdem stieg die Anzahl der Franzosen die zunehmend beunruhigt sind über die Gewaltexzesse der „Gelbwesten“ binnen einer Woche um 15% auf jetzt 59% an!

Gleichzeitig geht die Anerkennung und Zustimmung zu den Politikern im freien Fall in den Keller: 84% haben eine schlechte Meinung über Präsident Macron und 77% eine ebensolche über Premier Philippe! Die politische Opposition kann davon nicht profitieren: 81% finden „den Rechten“ Wauquiez, LR schlecht, 74% finden „den Linken“ Mélenchon schlecht und 69% finden die Ultra-Rechte Marine Le Pen, RN schlecht…


Darf’s ein bißchen mehr sein, liebe „Gelbwesten“? Verschiebung der Steuererhöhung auf Kraftstoffe von 6 auf 12 Monate!

6. Dezember 2018

Benjamin Griveaux, Sprecher der Französischen Regierung, hatte nach einer Kabinettssitzung, an der auch Präsident Emmanuel Macron teilgenommen hatte, gestern Abend die erneute Verschiebung der Steuererhöhungen verkündet. Am Nachmittag hatte Premierminister Edouard Philippe vor der Nationalversammlung noch „sein“ 6-monatiges Moratorium verteidigt.

Es hat fast den Anschein, als wolle die Regierung die „Gelbwesten“ durch ihr scheinbar unentschlossenes Taktieren, zum Weitermachen animieren? Aber: Zuvor hatte Macron ALLE gesellschaftlichen Kräfte, wie Parteien und Gewerkschaften, aber auch die Unternehmen, um „deutliche und explizite“ Aufrufe zur Ruhe gebeten.

Stand heute, wollen die „Gelbwesten“ am kommenden Wochenende erneut demontieren, äh Verzeihung, ich meinte natürlich demonstrieren! Es gab bisher 4 Tote und hunderte von Verletzten bei diesen Aktionen.

Griveaux sagte aber auch, daß Macron die Republik bedroht sähe und einen Einsatz des französischen Militärs nicht prinzipiell ausschließen würde. Er tadelte den Opportunismus der Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen von den Aktionen der „Gelbwesten“ profitieren wollten.

Die Regierungserklärung über die ökologische Steuerreform, deren Teil die von den „Gelbwesten“ bekämpften Steuererhöhungen auf Kraftstoffe, Strom und Gas sind, wurde im Parlament mit der großen Mehrheit von 358/194 der Präsidentenbewegung La République En Marche (LREM) abgenommen.

Anfang dieser Woche hatten in Paris die Krankenwagenfahrer demonstriert, gegen eine Reform ihrer Finanzierung (Einsparungen?).

Auch die Bauerngewerkschaft FNSEA kündigte Demos der Bauern an, wegen allgemeinem „Agro-Bashing“ und drohendem Glyphosat-Verbot als Gründe.

An französischen Schulen wird gegen Änderungen an Prüfungen und Abschlüssen demonstriert und die erste Schule ging bereits in Flammen auf…

Auch die 2018 gekippte Vermögenssteuer auf Kapitalvermögen (nicht auf Immobilienvermögen!) ist wieder im Gespräch. Sie hatte Macrons Ansehen bei den Franzosen schwer geschadet und ihn in deren Augen zum „Präsidenten der Reichen“ gemacht.

Es hat fast ein wenig den Anschein, als spielten Präsident Macron und seine Regierung Philippe „learning by doing“, denn beide haben praktisch kaum politische Erfahrung?

Passend, wie zur Verteidigung des „steuersenkenden Reichenpräsidenten“ Macron, hat die OECD gestern verkündet, daß die Steuerquote, die im Durchschnitt der 34 OECD-Staaten bei 34,2% der Wirtschaftskraft liege, in Frankreich hingegen bei 46,2%, also um satte 12% höher liege!

Diese diffuse, anscheinend ungesteuerte „Gelbwesten“-Bewegung, die nur in sozialen Netzwerken kommuniziert und in der sich die meisten nicht real kennen, bietet natürlich auch einen guten Ansatz zur Beeinflussung von unbekannter Seite, von „Dritten, aus dem Ausland“. Die Zahl der Anliegen, Verzeihung der ultimativen Forderungen, steigt praktisch täglich. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Schuldige benannt werden?
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https://www.latribune.fr/economie/france/gilets-jaunes-macron-annule-la-hausse-des-taxes-sur-les-carburants-800017.html#xtor=EPR-2-%5Bl-actu-du-jour%5D-20181206


Erste Generalversammlung der „Gelbwesten“ findet am Sonntag, den 9. Dezember 2018, um 15 Uhr, am Lac de Sesquières, nördlich von Toulouse statt.

4. Dezember 2018

Wie LADEPECHE.fr schreibt haben die „Gelbwesten“ d’Occitanie die Versammlung initiiert. Es soll ein Sprecher-Paar (Mann+Frau!) gewählt werden und eine 5-köpfige Delegation.  Man brauche jetzt Strukturen um mit der Regierung reden und verhandeln zu können. Die Versammlung soll LIVE über Facebook ausgestrahlt werden.

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https://www.ladepeche.fr/article/2018/12/04/2918732-premiere-assemblee-generale-gilets-jaunes-france-aura-lieu-toulouse-dimanche.html#xtor=%5B%5BDDM-31%5D%5D


Teilsieg der Demonstranten: Premierminister Philippe hat Kraftstoffsteuer um 6 Monate verschoben, „Gelbwesten“ wollen sie weg haben!

4. Dezember 2018

„Keine Steuer ist es Wert, die Einheit der Nation zu gefährden!“

Mit diesen Worten leitete Edouard Philippe den geordneten Rückzug seiner Regierung ein. Die für Anfang Januar geplante Einführung der neuen Besteuerung auf Kraftstoffe, aber auch auf Gas und Strom, werde um ein halbes Jahr verschoben, ein Moratorium.

Die „Gelbwesten“ wollen am kommenden Samstag trotzdem ungerührt weitermachen mit ihren Demos im ganzen Land, so Eric Drouet, der als einer der Gründer der „Gelbwesten“-Bewegung Frankreichs gilt und zwar so lange, bis es wirkliche Politikwechsel gäbe in Frankreich.


Erste gewaltätige „Gelbwesten“-Demos nach französischem Modell in Brüssel und der Wallonie Belgiens!

2. Dezember 2018

Wie von schon mir vermutet, sind die „Gelbwesten“-Proteste mittlerweile von Frankreich in den französisch-sprachigen Teil Belgiens, die Wallonie und nach Brüssel übergesprungen?

Erste gewaltsame Demos in Brüssel wurden mit Tränengas und Wasserwerfer aufgelöst. Aber auch bei den Gewaltorgien des gestrigen Sonntags in Paris hatten Akteure große belgische Flaggen vor den TV-Cameras geschwenkt. Der neoliberale französische Präsident Emmanuel Macron und sein ebenfalls liberal-konservativer belgischer Kollege Charles Michel werden sich spätestens bei den Europawahlen im Mai 2019 mit den Folgen, Reaktionen und Antworten ihrer Regierungen auf diese Proteste konfrontiert sehen!

In Paris wird schon laut über die Verhängung des Ausnahmezustandes, wie nach den Anschlägen von Paris, u.a. auf das BATACLAN verhängt, nachgedacht.  Wenn man sich vor Augen führt, daß ein paar hundert Gewalttäter, deren politischer Hintergrund anscheinend Rechtsradikal ist, die man ein paar Stunden erstaunlich unbehelligt bei ihren Gewaltorgien agieren lässt, die Regierung eines der wichtigsten EU-Staaten möglicherweise zur für sie sehr praktischen und bequemen Verhängung der Ausnahmezustandes mit der Einschränkung demokratischer Rechte und Freiheiten für ihre Bürger greifen lässt, sozusagen „den Poroschenko macht“, dann bekommen wir bald ukrainische Verhältnisse in Westeuropa, zum Kotzen…
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https://www.theguardian.com/world/2018/nov/30/belgian-police-fire-water-cannons-amid-fuel-price-protests


Paris: 5.500 gewalttätige Rechte in Gelbwesten randalieren auf den Champs-Elysées!

1. Dezember 2018

Laut Premier Edouard Philippe haben sich um die Mittagszeit rund 5.500 „Gelbwesten“ Zusammenstöße mit der Polizei geliefert bei denen es mindestens 80 Verletzte, darunter 14 Polizisten und 188 Festnahmen gab.  15 Metro-Stationen und mindestens 2 Linien seien geschlossen worden! In ganz Frankreich seien es aber weniger als 75.000 „Gelbwesten“ gewesen, gegenüber fast 300.000 bzw. 120.000 an den beiden vergangenen Samstagen. Die Teilnehmerzahlen reduzieren sich anscheinend auf den radikalen, gewaltbereiten Kern? Die Zusammenstöße seien „von selten erlebter Gewalttätigkeit“ gewesen, so die Polizei! Ca. 200 „Gelbwesten“ sollen als bekannte Ultra-Rechte identifiziert worden sein.

Die Champs-Elysées sind für den Straßenverkehr gesperrt. Fußgänger werden nach konsequenter Identitäts- und Taschenkontrolle von insgesamt bis zu 5.000 Polizisten durchgelassen. Es gibt widersprüchliche Bilder, von locker verstreuten „Gelbwesten“ und zwischen ihnen trainierenden Joggern einerseits und Krawallhorden, die Autos aufs Dach kippen, sie zu Barrikaden an Kreuzungen zusammenschieben und dann anzünden. Vermummte die systematisch Fensterscheiben im Parterre der anliegenden Gebäude zertrümmern, von Trainengasschwaden und Wasserwerfern in Aktion, purer Gewalt halt!
(Auszug aus francetvinfo.fr)
16h58 : Bonjour . Il y a toujours des manifestants et des débordements en cours. Un hôtel particulier est actuellement en feu sur l’avenue Kléber, à proximité de l’Arc de triomphe. Les pompiers sont en train d’intervenir. Par ailleurs, le journaliste sur place évoque plusieurs voitures en feu sur la même avenue.

Ein privates Hotel steht in der Avenue Kléber, nahe des Triumphbogens, in hellen Flammen. In der gleichen Straße brennen auch mehrere Fahrzeuge.

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Gespräche, „Verhandlungen“ mit den „Gelbwesten“ seien an einem toten Punkt angelangt. Premier Philippe hatte die berühmten 8 selbst ernannten Kommunikatoren der „Gelbwesten“-Bewegung gestern Freitag nachmittag in seinen Regierungssitz Matignon eingeladen, was zu einem Fiasko ausartete: Nur zwei der acht Sprecher waren erschienen und einer, Jason Herbert, ging gleich wieder, weil er nicht LIVE über die TV-Kameras zu den Franzosen sprechen durfte! Der/die zweite „Gelbwesten“-Sprecher/in war unbemerkt von den Medien durch einen Seiteneingang in den Matignon gelassen worden, sprach nicht zur Presse und seine/ihre Identität wurde weder von der Regierung noch von Jason Herbert enthüllt, der wiederum der Presse mitteilte, daß sie unter enormen Druck stünden und physischen und verbalen Drohungen ausgesetzt seien, daß ihr Leben in Gefahr sei!

Das etwa einstündige Gespräch, mit einer einzigen, auf keine Weise repräsentanten Person der „Gelbwesten“, sei nützlich und interessant gewesen meinte Premier Edouard Philippe hinterher und die Türen des Matignon stünden ihnen immer offen!

REISETIPP:
Also, wenn Sie gerade in Paris sind und mal nett mit dem französischen Premier reden wollen, dann holen Sie einfach Ihre gelbe Sicherheitsweste aus dem Auto, nehmen Sie den Seiteneingang des Matignons und reden Sie sich bei dem zweithöchsten französischen Politiker, nach Präsident Emmanuel Macron, einfach alles von der Seele, was Ihnen so auf dem Herzen liegt.. und, Sie müssen dabei nicht in einem Beichtstuhl knien. Echt „voll cool“ diese Franzosen, was?

SPASS BEISEITE:
Die Rechte Marine Le Pen ruft den in Argentinien beim G20 weilenden Präsidenten Emmanuel Macron dazu auf, sich nach seiner Rückkehr „unverzüglich mit der politischen Opposition in Kontakt zu setzen!

https://www.francetvinfo.fr/economie/transports/gilets-jaunes/gilets-jaunes-champs-elysees-direct-manifestation-video-paris-republique-madeleine-securite-crs-police_3079387.html#xtor=EPR-51-[gilets-jaunes-pres-de-5-500-manifestants-rassembles-a-paris-et-plus-de-107-personnes-interpellees-annonce-edouard-philippe_3079387]-20181201-[bouton]
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https://www.msn.com/fr-be/actualite/france/le-rendez-vous-de-gilets-jaunes-avec-edouard-philippe-tourne-au-fiasco/ar-BBQiYpd