ANC: Ob mit Wahlen oder ohne, Unabhängigkeit Kataloniens unwiderruflich!

25. April 2015

Die CAT-SEP’s (Katalanische Separatisten) gewinnen entweder am 27-S oder die Unabhängigkeit kommt auf anderem Wege! Scheiss’ auf die Wahlen? Wenn sie also nicht gewinnen, dann auf anderem Wege? Sie kommt auf jeden Fall? Wozu dann überhaupt noch Wahlen? Wozu das demokratische Mäntelchen für die Nationalseparatisten? Geht doch auch ohne! Die EU, die UN, die NATO und der Euro, alle warten sie ungeduldig auf die katalanische Unabhängigkeit? Ich weiss nicht, was für ein Zeug die in Barcelona rauchen, aber ich will das auch!

La Asamblea Nacional Catalana (ANC). “El proceso de secesión ya es irreversible y lleva necesariamente a la proclamación de la independencia, sea después de la victoria de las fuerzas independentistas en las elecciones del 27S o, en el escenario D, que prevé las actuaciones que nos permitirán hacer la independencia por otros caminos, fuera ya de la Constitución española.

Als Rechtfertigung für diese Haltung nennt der ANC die nicht vollkommen unbegründete Vermutung, dass sich die spanische Regierung das illegale Treiben der Separatisten nicht ewig tatenlos ansehen wird, sondern irgendwann gegen die ihr untergeordnete Autonomieregierung der Generalitat de Catalunya oder gegen die separatistischen Parteien CiU und ERC vorgehen wird.

Wenn es am 27-S eine Mehrheit (51%?) für die CAT-SEP’s gäbe, dann würde das neue katalanische Parlament eine einseitige Unabhängigkeitserklärung abgeben, die in den folgenden 18 Monaten mit der Zentralregierung in Madrid auszuhandeln wäre. Sollte diese nicht verhandlungsbereit sein, dann sollen die 18 Monate um ein Jahr auf 6 Monate verkürzt und eine einseitige Unabhängigkeit realisiert werden!

Dies würde vermutlich Bürgerkriegsähnliche Zustände in Spanien auslösen, aber den CAT-SEP’s ist dies egal. Sie geben sich gerne schein-demokratisch und verhandeln scheinbar gerne, aber nur solange am Ende ihre Position zu 100 % durchgesetzt wird.

Aus dieser Haltung folgt praktisch zwangsläufig die Erkenntnis, dass die CAT-SEP’s auch eine Wahlniederlage am 27-S nicht akzeptieren werden. Dann war die Wahl halt gefälscht von Madrid, oder das Wetter war schlecht, scheissegal… Das Theater wird also nicht aufhören am 28. September, sondern so oder so weitergehen…

Sie planen bereits eine Parallel-Regierung zu einer möglicherweise außer Kraft gesetzten Generalitat. Sie wollen das Territorium der katalanischen Autonomie besetzen und polizeiliche und militärische Hoheitsrechte ausüben. Das soll friedlich ablaufen, falls Spanien sich nicht dagegen wehrt. Wenn es sich wehrt, dann ist Spanien schuld und die CAT-SEP’s sind die unschuldig aus heiterem Himmel nach mehrjähriger Provokation überfallenen Lupenreinen Demokraten!

Wie üblich werden die Kommunalwahlen vom 24. Mai jetzt von ihnen zu „Vorwahlen des 27-S“ umgewidmet. Aus den Wahlsiegern des 24-M soll dann – soweit sie den Separatisten-Parteien angehören, die Parallelregierung gebildet werden, ohne die demokratisch gewählten Kommunalpolitiker, die nicht zu den Separatisten gehören selbstverständlich!

Wenn dann am 27-S eine CAT-SEP-Mehrheit rauskommt, dann soll sich das neugewählte, autonome Parlament Kataloniens in ein „souveränes Parlament“ umbenennen und unter Bezug auf die Souveränitätserklärung vom 23.01.2013, die vom Verfassungs-Gericht längst außer Kraft gesetzt wurde, eine einseitige Erklärung des Beginns des Prozesses der Bildung eines neuen, unabhängigen Staates abgeben.

Ab dann sei die mögliche Reaktion Madrids und seiner Gerichte nicht nur irrelevant, sondern geradezu eine unverschämte Einmischung in die inneren Belange des katalanischen Staates.

Man stelle sich einmal die Vertragstreue dieses CAT-SEP’s in internationalen Gremien, in der UN, der EU oder beim EURO vor? Dagegen sind die Griechen ware Unschuldslämmer!

Bis zu diesen beiden Wahlen soll mit spektakulären Aktionen und stalinistischen, bzw. nationalseparatistischen Massenkundgebungen die Bevölkerung in Atem und geistig auf Linie gehalten und die internationale Gemeinschaft beeindruckt werden, FORZA AL CANUT!
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Barcelona: Zoff bei den CAT-SEP’s!

23. April 2015

Artur Mas: Am 27-S wird gewählt, oder auch nicht! Artur Mas relativiert erstmals öffentlich den 27. September als Termin für vorgezogene Neuwahlen!

Er nannte in einem TV-Interview bei EL PUNT AVUI TV den Wahltermin das Ergebnis einer Absprache zwischen zwei Parteien. Wenn diese Absprache, die ein parlamentarisches Wohlverhalten der ERC beinhaltet hätten, nun nicht eingehalten würden, dann würde das natürlich auch die Voraussetzungen für den 27-S verändern und den vorgezogenen Wahltermin zwangsläufig in Frage stellen.

Mas zeigt Junqueras, ERC also sein Erpressungspotential und benennt die ERC zugleich als Schuldigen, falls er die Wahlen abblasen müsste!

Der späteste Termin den 27-S als Wahltermin offiziell verbindlich zu machen ist erst Anfang August. Bis dahin kann Mas aus Junqueras einen dressierten Affen oder einen tapsigen Tanzbären machen, ganz wie er will. Wen der nicht spurt, dann bläst Arturo den ganzen Zirkus ab und lässt sich dafür noch feiern als ein ganz besonders Prinzipienfester!

Offenbar ist er verärgert, dass CiU im Parlament einige Male vorgeführt worden ist, ohne daß die ERC ihr zur Seite gesprungen wäre? Aber so ist Politik! Ihren Programmen zu Folge verbindet CiU und ERC außer dem Hauptthema katalanischer Separatismus reichlich wenig. Die Erste ist eine neoliberale Partei des katalanischen Großbürgertums, die Andere ist im Prinzip eine echte Linkspartei, auch wenn sie das zuweilen zu vergessen scheint.

Oriol Junqueras ließ nicht lange auf eine Antwort von ERC warten. Er und die ERC seien zwar “die Treuesten der Treuen”, aber beim Thema Korruption und dem Abbau von Sozialleistungen sei man eben anderer Meinung als CiU!

Alícia Sánchez-Camacho, Vorsitzende der PP Catalan, sieht den 27-S schon geplatzt, wegen des schlechten Verhältnisses des Paares Mas /Junqueras und vermutet, dass Mas den Plan dazu bereits geschrieben habe und nun der ERC öffentlich die Schuld zuweisen wolle…


Diada de Sant Jordi 2015: Der ANC träumt weiter!

23. April 2015

Die katalanischen Separatisten wollten die Unabhängigkeit damals „ganz auf die Schnelle“: Am 5. April 2014 verabschiedeten sie ein Papier, in dem innerhalb eines Jahres, bis zum 23. April 2015, also bis Heute(!) die Unabhängigkeit verwirklicht werden sollte:

„Die spanische Flagge wird niedergeholt von den Gebäuden an denen sie zuletzt nocht wehte, der Generalitat, den Rathäusern und der Marine-Kommandantur von Barcelona. Die letzten spanischen Truppen verlassen ihre Kaserne El Bruc in Pedralbes, Barcelona, der Akademie Talarn in Lérida und die Guardia Civil verlässt die Häfen und Flughäfen und löst sich zusammen mit der Policía Nacional in Luft auf. KATALONIEN IST FREI!

Der 23. April 2015 sei ein plausibler und wünschenswerter Zeithorizont für die Unabhängigkeit, tönte der ANC 2014.
San Jordi* würde künftig der Unabhängigkeitstag sein!

Ein Jahr später und mit der damaligen ANC-Vorsitzenden Carme Forcadell seit Ende März nur noch kommissarisch im Amt, da ihre Amtszeit unwiderrufbar abgelaufen ist, sehen die Dinge doch ein klein wenig anders aus.

Morgen, am 24. April und somit einen Tag später, wird es eine Kundgebung des ANC und von OMNIUM CULTURAL
im Palau San Jordi in Barcelona geben. 16 Tausend Eintrittskarten seien vergeben. Man hofft das Olympiagelände auf dem Mont Juic respektabel mit Separatisten-Menschenmaterial füllen zu können für die TV-Cameras. In genau einem Monat, am 24. Mai werden Kommunalwahlen in Katalonien sein. Man will diese Wahl nach bewährter Manier umwidmen in separatistische Statements, die irgend etwas beweisen sollen…

Mit Äusserlichkeiten soll Eigenstaatlichkeit gespielt werden. Das erinnert ein wenig an Kinder-, an Rollenspiele von Erwachsenen, an Gehirnwäsche?

Trotzdem wird heute nicht die Unabhängigkeit gefeiert, sondern es werden deutlich kleinere Brötchen gebacken.
Der 27. September, das (unverbindliche!) Datum der von Artur Mas bisher nur versprochenen, aber nicht formal ausgeschriebenen vorgezogenen Autonomiewahlen in Katalonien, soll nun plebiszitären Charakter erhalten und mit einem ordentlichen Wahlergebnis (51%?) soll dann in den folgenden 18 Monaten die Unabhängigkeit erwirkt werden.

Beim inoffiziellen Referendum des 9. November 2014 waren die Nichtwähler die größte Partei. Nur 38% der Wahlberechtigten gingen in dieser „ach so wichtigen Frage der Nation“ an die selbst gebastelten Urnen und stimmten zu 80% für die Unabhängigkeit, was im Ergebnis nicht einmal ein Drittel der Stimmen der Wahlberechtigten für die Separatisten bedeutete. Anders ausgedrückt: 2 von 7 Millionen Katalanen wollten die Unabhängigkeit! Kein überzeugendes Ergebnis? Die Menschen können rechnen und denken und der Separatismus hat einen spürbaren Dämpfer erhalten, seit jenem 9. November!

Der unbelehrbare ANC hat aber seinen Fieberträumen noch die Krone aufgesetzt: Er will die Beziehungen zwischen DEN TERRITORIEN DER KATALANISCHEN LÄNDER derart verbessern, dass eine WIEDERVEREINIGUNG DER KATALANISCHEN NATION ermöglicht würde!

Diese Begriffe kenne ich von katalanischen Nationalisten und Rassisten schon seit Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Hier werden Gebietsansprüche gegen Frankreich und Italien formuliert und „natürlich“ wegen Valencia und den Baleareninseln, erneut gegen Spanien!

Der französische Staat macht da keine Mätzchen. Er hat eine glasklare Linie und die wird vom derzeitigen Premierminister Valls, einem gebürtigen Katalanen(!) aus Barcelona, ebenso glasklar formuliert und exekutiert. Weder die Italiener noch die Comunidad de Valencia oder die Menschen auf den Balearen wollen von den Katalanen befreit und „heimgeholt ins Reich“ werden…

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* An San Jordi, dem Feiertag des Heiligen Georg, des Drachentöters und Nationalheiligen der Katalanen, bekommen traditionell Frauen überall eine Rose und Männer Bücher überreicht.

Auch der Karrikaturist FERRERES spielt auf den Heiligen Drachentöter an, gespielt von Artur Mas, der auf Oriol Junqueras in die Flucht reitet, vor dem Dreiköpfigen Drachenungeheuer aus spanischem Ministerpräsidenten und dessen Innen- und Außenminister verfolgt: http://www.elperiodico.com/es/opinion/humor/ferreres-23-04-2015/73436.shtml?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=elPeriodico-ed07h


GESOP-Umfrage: Rajoy schrumpft zum größten Zwerg Spaniens!

23. April 2015

Seit den letzten nationalen Wahlen im November 2011 mit einem rauschenden Sieg Rajoys und der absoluten Mehrheit für die konservative PP hat der Präsident „seinen“ Spaniern eine Menge zugemutet, an Kürzungen, Einschnitten und Skandalen, wie zuletzt den Fall Rodrigo Rato.

Die anderen Regierungsparteien wie die PSOE und CiU standen ihm nicht nach und so kam es zu einer Vertrauenskrise der Bevölkerung zu den etablierten, „staatstragenden“ Parteien.

Links und Rechts kamen mit PODEMOS und C’s Alternativen von der Straße und werden das parlamentarische Spektrum des Landes Spanien verändern von einem Zwei- zu einem mindestens Vier-Parteien-System.

Ranking nach GESOP-Umfrage von April 2015:

1.) 102-107 Sitze (186) oder 23,5% PP (= -44%!)
2.) 078-082 Sitze (–––) oder 20,1% PODEMOS =NEU!
3.) 075-078 Sitze (110) oder 19,1% PSOE (= -30%)
4.) 055-059 Sitze (–––) oder 17,7% C’s = NEU!
5.) 010-012 Sitze (016) oder 02,9% CiU (= -31%)
6.) 006-008 Sitze (003) oder 01,9% ERC (=+133%!)
7.) 002-004 Sitze (011) oder 03,7% IU-ICV (= -72%!)
8.) 001-002 Sitze (005) oder 01,4% UPD (= -60%!)
9.) 013-015 Sitze (019) oder 09,7% Otros (= -36%!)

Von den etablierten Parteien hätten laut Umfrage außer der ERC im Parlament ALLE, teils dramatisch Sitze verloren!

Die neuen Parteien oder Bewegungen erreichen in diesem Ranking aus dem Stand den zweiten und den vierten Rang!

Die PP verlöre ihre absolute Mehrheit und müsste Partner finden um eine Koalition zu bilden.

Eine Große Koalition nach deutschem Vorbild zwischen der PP und der PSOE würde im ungünstigsten Fall „nur eine Stimme über den Durst“ erreichen, nämlich 177. Die absolute Mehrheit liegt bei 176 Sitzen. Im günstigsten Falle hätte die GroKo ganze neun Stimmen über die absolute Mehrheit. In einem Land wie Spanien und bei der Breite der politischen Strömungen in den beiden großen „Volksparteien“ würde auch diese Konstellation wohl keine Legislaturperiode überdauern?

Eine Koalition mit PODEMOS ist ausgeschlossen, da diese Bewegung ein komplett gegensätzliches Programm zur neoliberalen Politik von Rajoys PP anstrebt. Rechnerisch wäre eine solche „undenkbare Koalition“ zwar etwa vier Stimmen stärker als die mit der PSOE. Das wäre auch keine Lösung, denn beide Parteien würden daran zerreissen!

Eine konservative Dreier-Koalition aus PP, C’s und CiU(!) hätte im günstigsten Falle nur zwei Sitze über die absolute Mehrheit. Dazu müsste CiU dem Separatismus abschwören und sich vermutlich von der „Altlast“ Artur Mas trennen?

Aber auch das traditionelle Modell der CiU als Mehrheitsbeschaffer ausserhalb der Koalition wäre denkbar, wie Jordi Pujol es jahrelang zu seinem Vorteil praktiziert hat!

Eine irgendwie geartete linke Mehrheit aus Podemos, der PSOE, der ERC und IU-ICV ist völlig ausgeschlossen und käme nicht in die Nähe einer absoluten Mehrheit…

Die Spanier nannten auf die Frage nach ihrer Wunschkoalition:

29,7% wollten PSOE + PODEMOS
21,7% wollten PP + C’s
21,0% wollten PSOE + C’s
08,3% wollten PP + PSOE

Also, die rechnerisch überzeugendste GroKo aus PP + PSOE ist die von den Spaniern am wenigsten gewollte!
Die gewollte „linke Koalition“ aus PSOE und PODEMOS hat bei weitem keine absolute Mehrheit…


Ex- und Hopp! Warum die PP Rajoys immer sauber bleibt!

18. April 2015

Gestern demonstrierten hunderte Menschen spontan vor der Zentrale der Partido Popular in der Calle Genova in Madrid unter dem Motto No son manzanas podridas, es una mafia, (Das sind keine faulen Früchte, das ist eine Mafia!) denn nicht nur Rodrigo Rato, der jüngste Fall, sondern zahlreiche führende PP-Mitglieder sind in Korruptions- Geldwäsche- und Steuerhinterziehungsfälle verwickelt, wie z.B.  der Ex-Präsident der Comunidad de Madrid, Ignacio González; die Ex-Autonomie-Präsidenten der PP Francisco Camps y Jaume Matas, der Ex-Präsident der Diputación de Castellón Carlos Fabra, der Ex-Senator Francisco Granados, der Ex-Schatzmeister Luis Bárcenas oder die Ex-Ministerin Ana Mato und ihr Ex-Ehemann Jesús Sepúlveda. „Und hunderte Angeklagte mehr“ schloss die Liste der Demonstranten.

Wenn die Einschläge der Ermittler näher kommen, spätestens aber wenn Anklage erhoben wird, dann müssen die Verdächtigen ihre Ämter niederlegen und die PP verlassen, die dann stets beteuert sauber zu sein, da schließlich gegen keines ihrer ehrenwerten Mitglieder ermittelt werde…

Auch Mitglieder der aktuellen PP-Regierung, bis hin zum Ministerpräsidenten Rajoy, sollen jahrelang Bargeld-Umschläge von Bárcenas in die Hand erhalten (und dann ordentlich als Einkommen versteuert, so Rajoy) haben;-)

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Islamisten. Gefährliche Verbündete der CAT-SEPs?

17. April 2015

Das Thema begleitet den katalanischen Separatismus (CAT-SEP) zwar prinzipiell schon länger, in den letzten Tagen und Wochen hat es sich aber real, rhetorisch, politisch-medial und polemisch zugespitzt.

Es geht um den Vorwurf von Madrid, dass die separatistischen Katalanen islamische Einwanderung nach Katalonien besonders gefördert und unter diesen Einwanderern besonders für ihre Zwecke geworben hätten.

Der unterstellte Hintergedanke: Diese Menschen sprächen weder Spanisch, noch fühlten sie sich Spanien, seiner Kultur und Geschichte verbunden und könnten deshalb schnell zu neuen Katalanen und damit zu CAT-SEP’s werden.

NOU CATALANS (1) heisst folglich der Verein, der mit Unterstützung der Generalitat unter den – hauptsächlich – Nordafrikanern aktiv für die Integration im Sinne der Separatisten wirbt. Speziell für diese Zielgruppe war das Wahlrecht bei Catalunyas Fake-Referendum so geändert worden, dass diese Einwanderer nach einem Jahr wahlberechtigt und damit Spaniern und Katalanen vollständig gleichgestellt waren in dieser iberischen Schicksalsfrage! Kein Wunder, dass Madrid dies nicht gerne sah. Man stelle sich einmal vor, Madrid ließe ein paar hunderttausend Chinesen einfliegen nach Barcelona, diese ein Jahr subventionieren und dann (ganz legal!) für den Verbleib Kataloniens in Spanien stimmen? Das Geschrei der Katalanen würde man bis nach Deutschland hören…

Die spanische Rechte wirft den CAT-SEP’s deshalb den Ausverkauf Kataloniens an die Araber vor und bedient damit latente alte Ängste einer Re-Reconquista der iberischen Halbinsel , diesmal durch den Islam und nicht von Süden, von Gibraltar her, sondern von den Großräumen Barcelona und Madrid ausgehend. Jüngst machte in der Ultra-Rechten Zeitung „LA RAZON“ ein Artikel über die CAT-SEP’s Furore, der in einer Art ‘Fake-Arabisch‘ geschrieben war und die Zukunft eines unabhängigen Kataloniens und dieses ‘Fake-Arabisch’ als die zukünftige neue Sprache der Katalanen darstellen sollte. Polemik pur zwar, aber es wird darüber geredet…

Bekanntlich hat die Strategie bisher nicht funktioniert, denn trotz dieser Migranten-Unterstützung haben im November  nur ein Drittel der Wahlberechtigten, nämlich 80% der 40% der Wahlberechtigten, die an dieser Wahl teilgenommen haben, die Separatisten gewählt.

Nun gab es Festnahmen von Djihadisten im Metropolitan-Raum Barcelona. Nun wird in den Medien eine akute islamistische Gefahr beschworen und vor allem, nun wird die Schuldfrage gestellt. Es wurde angeblich Fotos von Sehenswürdigkeiten Barcelonas gefunden, die explizit unter deren strategischen Eignung für Anschläge aufgenommen worden seien und es soll Pläne gegeben haben eine Person in Spanien zu entführen, in einen der berüchtigten orangen Overalls zu kleiden und öffentlich á la IS zu enthaupten.

Die Katalanen werfen Madrid vor, nicht ausreichend über die Gefährdungslage informiert worden zu sein. Madrid wirft den CAT-SEPs gefährliche, unkritische Nähe zu Islamisten vor. Die autonome katalanische Polizei, die Mossos d’Esquadra, räumt mangelnde Koordination, Abstimmung und Information mit den nationalen Polizeien der Policía Nacional und der Guardia Civil ein. Alle schieben sich gegenseitig die Schuld an den Zuständen zu…

Die Gesetze sehen die Zuständigkeit Madrids für ALLE grenzüberschreitenden internationalen  Polizei- und Geheimdienstkontakte vor. Die Katalanen hingegen fordern, natürlich nicht ohne CAT-SEP-Hintergedanken, direkte Kontakte ihrer Mossos zu internationalen Polizeien und Geheimdiensten, eine faktische Anerkennung auf der Arbeitsebene sozusagen.

Tatsache ist, dass Madrid auf Hinweis seines Geheimdienstes vor über einem Jahr einen führenden Aktivisten von NOU CATALANS wegen „unerlaubten“ (geheimdienstlichen) Aktivitäten und wegen Salafismus unter Protest der CAT-SEP’s des Landes verwiesen hat. Ähnliches war dem mann zuvor schon in Belgien widerfahren. Ein Vorwurf Madrids an die Katalanen aus jüngster Zeit lautet, dass sich Vertreter der Generalitat de Catalunya mit diesem Islamisten in Nordafrika getroffen und Gespräche geführt hätten.

Inzwischen hat Barcelona erstmals eine Dienstvorschrift für die Mossos über den Umgang mit djihadistischen Personen, Gruppen, Ereignissen erstellt in der für jeden Mosso in jeder Lage und Situation der Umgang mit der islamistischen Gefahr geregelt wird. Das Innenministerium in Madrid hat u.a. die Bedrohungstufen neu geregelt. Bisher gab es vier Stufen mit jeweils drei Unterstufen, also 12(!) verschieden Stufen der islamistischen Bedrohung! Künftig wird es fünf Stufen der Bedrohung geben, ohne Unterstufen. Schöne Beispiele für die manchmal wahnwitzige spanisch/katalanische Bürokratie ;-)
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(1) http://www.nouscatalans.cat/


Artur Mas in den USA und keiner merkt es!

16. April 2015

Beim verzweifelten Versuch, dem erlahmenden Separatismus wieder ein wenig Leben einzuhauchen, ist dem Führer der separatistischen Katalanen-Minderheit Artur Mahatma Nelson Ghandi Mandela Mas wieder einmal die Flucht aus Spanien in die Irrationalität eingefallen.

Die USA sollten es diesmal sein, sein gelobtes Land. Wie üblich, wie schon in Brüssel, Paris, Moskau, Jerusalem und London, fand sich kein nennenswerter Gesprächspartner für den größten aller Katalanen.

So hielt er vor vorwiegend katalanischen Lehr- und Studentenkörpern einen Vortrag an der Columbia-Universität, wo er den katalanischen Separatismus mit dem Kampf der USA um ihre Unabhängigkeit von England verglich und Catalunya wirtschaftlich die Potenz von Österreich, Finnland, Dänemark und Portugal zu schrieb, jedenfalls solange man die katalanische Verschuldung und Korruption einmal ausser Betracht lässt.

Er vereinnahmte also die USA für seine Zwecke, gleichzeitig unterstellte er ihnen – charmant wie immer – keine Ahnung von Katalonien und dessen Geschichte zu haben.

Die haben die Amis jetzt wohl noch weniger, denn ein Geschichtsvortrag von Artur Mas kann wohl getrost mit plumper Geschichtsfälschung beschrieben werden?

Auch Think Tanks wolle er treffen und informieren. Ich weiss nicht, wie groß sein Präsidenten-Tross war auf dieser Reise, ob ihn seine „Herzallerliebste First Lady“ begleitete und ob es erste Klasse-Flüge und Hotels sein durften, wie auf der Reise nach Moskau?

Jedenfalls kam der geplagte, spanische Autonomiepräsident Artur Mahatma Nelson Ghandi Mandela Mas auf diese Weise mal wieder aus der geographischen Enge des katalanischen Zwergstaates heraus, wenngleich er die geistige Enge seiner Utopie auch in der Neuen Welt mit sich herum schleppte.

Bei der anschließenden Pressekonferenz sollen übrigens keine US-Reporter anwesend gewesen sein. (1)

Wie sagte doch der katalanische Schriftsteller Josep Pla einst treffend: „In der Politik darf man alles, nur nicht sich lächerlich machen!“

Die US-Wirtschafts-Site FORBES stellte lakonisch fest, „die Politik des Artur Mas nützt weder den USA, noch Europa, noch Spanien noch Katalonien!“ (2)

Ein anonymer Leserkommentar:
Proximo viaje del muy honorable e hijo politico del tambien muy honorable Señor Pujol como esta demostrado,
El 27 de septiembre a su casa.
Eso si después de hacer el ridiculo Mas espantoso y gastar el dinero de todos los catalanes.

Artur Mahatma Nelson Ghandi Mandela Mas schreckte auch nicht vor der Geschmacklosigkeit zurück, die Pariser Attentate für seine Zwecke zu manipulieren, in einem Interview mit dem WALL STREET JOURNAL:

…He compared the numbers of people at Catalan independence demonstrations to those in Paris after the terrorist attack on Charlie Hebdo magazine in January.

“They said that there were 1.5 million people in Paris and that it was an immense demonstration for a country that has almost 70 million people,” Mr. Mas said. “In Catalonia, with a population of 7.5 million, we’ve put 1.5 million people on the street supporting an independence referendum each of the last three years…”(3)

Selbst im “eigenen” katalanischen Propagandasender TV3 macht sich das (ausgezeichnete!) Team von Polònia über ihren geltungssüchtigen Autonomie-Präsidenten und seine US-Reise lustig:

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(1) http://dolcacatalunya.com/2015/04/09/nuevo-ridiculo-de-mas-en-estados-unidos/

(2) http://www.forbes.com/sites/danielrunde/2015/04/08/catalonia-independence-artur-mas/

(3) http://www.wsj.com/articles/catalan-president-artur-mas-says-populist-podemos-party-an-obstacle-to-independence-movement-1427901212