Morgen, am Montag, den 10. Dezember um 20 Uhr, spricht „König Emmanuel I.“ zu seinen Untertanen!

9. Dezember 2018

Er hat sie lange zappeln lassen. Er hat vier lange Wochen dabei zugesehen, wie sie Teile von Paris, weltbekannte architektonische Symbole, Touristen- und Einkaufsziele beschädigten und zerstörten, wie Paris stillgelegt wurde, für Einwohner und Touristen gleichermaßen.

Sein Motto: Wer zuerst blinzelt hat verloren und den Schaden haben sowieso Andere.

Die mögliche Schuldfrage, die Verantwortung wird, wenn überhaupt, irgendwo auf der Befehlslinie Nuñz, Castaner, Philippe abgekippt, bei König Emmanuel I. bestimmt nicht?

Nun also will er die Katze aus dem Sack lassen, will endlich Öl auf’s Feuer gießen, was er sich nach seinen eigenen Worten vor zwei Tagen am Samstag noch nicht traute. Da bin ich ja echt mal gespannt, denn wegen seines oft überheblich und arrogant wirkenden Auftretens dürfte er in der unteren Gesellschaftshälfte Frankreichs vermutlich keine Beliebtheitsrekorde brechen? In 24 Stunden werden wir – hoffentlich – schlauer sein?

______
Wenn ich im Sommer oft durch Frankreich fahre, dann habe ich bis zu 8 Gelbwesten (vom ADAC) im Gepäck, sowie Pétanque-Kugeln um Boule zu spielen und einen ordentlichen Hammer sowieso, dazu Gasflaschen, Messer und all so’n Zeug! Ja, als normaler Camping-Tourist hätte man es in diesen Tagen bei den Polizeikontrollen in Frankreich echt schwer…

Advertisements

Der Tag begann mit 343 Festnahmen, Anfangs keine Krawalle, inzwischen schon!

8. Dezember 2018

Das Zentrum von Paris war schwer „verbarrikadiert“, als um 07:30 h die ersten 32 Personen festgenommen wurden. Um 09:40 h waren es dann bereits 343 Personen die arrestiert worden waren. Ihnen wurde „Vorbereitung von Gewalt gegen Personen und/oder Zerstörung von Sachen“ präventiv vorgeworfen. Wäre interessant zu erfahren, woran man solche Vorwürfe im Vorfeld, also bevor sie sich ereignet haben, juristisch festmachen kann, sind es doch zunächst nur Vermutungen?

Mitte des Vormittags waren ca. 1.500 „Gelbwesten“ auf der l’Avenue des Champs-Elysées unterwegs, friedlich ohne Krawalle zwar, aber doch ungenehmigt, meines Wissens?

Zum dritten Mal fällt das Geschäft eines Vorweihnachts-Wochenendes für Kaufhäuser, Boutiquen, Gastronomie, Museen und Galerien, Hotels, den Eiffelturm und den Louvre aus…

45 Metro- oder Nahverkehrs-Bahnhöfe sind geschlossen. Auch die Buslinien im Zentrum fallen aus, sowie das Taxi-Geschäft!

In den offenen Bahnhöfen werden Anreisende Verdachtskontrollen unterzogen und Träger von Helmen, Gasmasken, Farbbomben, Arbeitshandschuhen, Knieschonern und Gelbwesten ausgemustert. Viele wollten aber anscheinend auch nur Petanque spielen und haben einfach ihre stählernen Boule-Kugeln im Rucksack mitgebracht. Möchte ich nicht an den Kopf bekommen, nicht einmal mit Helm…

Präsident Emmanuel Macron will erst Anfang kommender Woche zu den Franzosen sprechen, nach eigenen Worten „um kein Öl ins Feuer zu gießen“! Da kann man sich ja fast schon vorstellen, was er zu verkünden gedenkt?

Nachtrag:
francetvinfo LIVE: Auf den Champs-Elysées laufende „Gelbwesten“ zwischen denen Tränengasgranaten explodieren und von Polizeikordons abgesperrte Seitenstraßen…

Unter den „Gelbwesten“ auch mindestens einer, der die „Cubana“, die illegale katalanische Separatistenflagge in die TV-Kameras schwenkt…

Inzwischen 700 Verhaftungen und 361 Arrestierungen. Es fliegen Steine und Gegenstände. Reichlich Tränengas wird geschossen.

Es sollen jeweils 8.000 „Gelbwesten“ und Polizisten in Paris sein, davon 2.100 „Gelbwesten auf den Champs-Elysées. In ganz Frankreich sollen es nur 31.000 „Gelbwesten“ sein, was ein neuer starker Rückgang zum letzten Samstag wäre, wenn diese Zahlen bestätigt werden sollten!

Extrovertierte „Gelbwesten“ produzieren sich auf Knien mit erhobenen Händen oder in die Tricolore gewickelt auf dem Rücken „als Tote“ auf der Erde liegend und von einem Kreis „trauernder“ Freunde umgeben. Bilder für die Medien halt, die Assoziationen wecken sollen. Der Medien-Krieg darf nicht unterschätzt werden. Das gilt auch für die Bilder von dichtgedrängten, langsam rückwärts marschierender Polizei, die dabei mit angelegten Gewehren Tränengasgranaten in die Menge der Demonstranten schießt, die als verbotene Kriegswaffen eingestuft werden!

Jetzt erste Brände auf der Straße, von den Panzerwagen locker überrollt…


Teilsieg der Demonstranten: Premierminister Philippe hat Kraftstoffsteuer um 6 Monate verschoben, „Gelbwesten“ wollen sie weg haben!

4. Dezember 2018

„Keine Steuer ist es Wert, die Einheit der Nation zu gefährden!“

Mit diesen Worten leitete Edouard Philippe den geordneten Rückzug seiner Regierung ein. Die für Anfang Januar geplante Einführung der neuen Besteuerung auf Kraftstoffe, aber auch auf Gas und Strom, werde um ein halbes Jahr verschoben, ein Moratorium.

Die „Gelbwesten“ wollen am kommenden Samstag trotzdem ungerührt weitermachen mit ihren Demos im ganzen Land, so Eric Drouet, der als einer der Gründer der „Gelbwesten“-Bewegung Frankreichs gilt und zwar so lange, bis es wirkliche Politikwechsel gäbe in Frankreich.


Erste gewaltätige „Gelbwesten“-Demos nach französischem Modell in Brüssel und der Wallonie Belgiens!

2. Dezember 2018

Wie von schon mir vermutet, sind die „Gelbwesten“-Proteste mittlerweile von Frankreich in den französisch-sprachigen Teil Belgiens, die Wallonie und nach Brüssel übergesprungen?

Erste gewaltsame Demos in Brüssel wurden mit Tränengas und Wasserwerfer aufgelöst. Aber auch bei den Gewaltorgien des gestrigen Sonntags in Paris hatten Akteure große belgische Flaggen vor den TV-Cameras geschwenkt. Der neoliberale französische Präsident Emmanuel Macron und sein ebenfalls liberal-konservativer belgischer Kollege Charles Michel werden sich spätestens bei den Europawahlen im Mai 2019 mit den Folgen, Reaktionen und Antworten ihrer Regierungen auf diese Proteste konfrontiert sehen!

In Paris wird schon laut über die Verhängung des Ausnahmezustandes, wie nach den Anschlägen von Paris, u.a. auf das BATACLAN verhängt, nachgedacht.  Wenn man sich vor Augen führt, daß ein paar hundert Gewalttäter, deren politischer Hintergrund anscheinend Rechtsradikal ist, die man ein paar Stunden erstaunlich unbehelligt bei ihren Gewaltorgien agieren lässt, die Regierung eines der wichtigsten EU-Staaten möglicherweise zur für sie sehr praktischen und bequemen Verhängung der Ausnahmezustandes mit der Einschränkung demokratischer Rechte und Freiheiten für ihre Bürger greifen lässt, sozusagen „den Poroschenko macht“, dann bekommen wir bald ukrainische Verhältnisse in Westeuropa, zum Kotzen…
______

https://www.theguardian.com/world/2018/nov/30/belgian-police-fire-water-cannons-amid-fuel-price-protests


Paris: 5.500 gewalttätige Rechte in Gelbwesten randalieren auf den Champs-Elysées!

1. Dezember 2018

Laut Premier Edouard Philippe haben sich um die Mittagszeit rund 5.500 „Gelbwesten“ Zusammenstöße mit der Polizei geliefert bei denen es mindestens 80 Verletzte, darunter 14 Polizisten und 188 Festnahmen gab.  15 Metro-Stationen und mindestens 2 Linien seien geschlossen worden! In ganz Frankreich seien es aber weniger als 75.000 „Gelbwesten“ gewesen, gegenüber fast 300.000 bzw. 120.000 an den beiden vergangenen Samstagen. Die Teilnehmerzahlen reduzieren sich anscheinend auf den radikalen, gewaltbereiten Kern? Die Zusammenstöße seien „von selten erlebter Gewalttätigkeit“ gewesen, so die Polizei! Ca. 200 „Gelbwesten“ sollen als bekannte Ultra-Rechte identifiziert worden sein.

Die Champs-Elysées sind für den Straßenverkehr gesperrt. Fußgänger werden nach konsequenter Identitäts- und Taschenkontrolle von insgesamt bis zu 5.000 Polizisten durchgelassen. Es gibt widersprüchliche Bilder, von locker verstreuten „Gelbwesten“ und zwischen ihnen trainierenden Joggern einerseits und Krawallhorden, die Autos aufs Dach kippen, sie zu Barrikaden an Kreuzungen zusammenschieben und dann anzünden. Vermummte die systematisch Fensterscheiben im Parterre der anliegenden Gebäude zertrümmern, von Trainengasschwaden und Wasserwerfern in Aktion, purer Gewalt halt!
(Auszug aus francetvinfo.fr)
16h58 : Bonjour . Il y a toujours des manifestants et des débordements en cours. Un hôtel particulier est actuellement en feu sur l’avenue Kléber, à proximité de l’Arc de triomphe. Les pompiers sont en train d’intervenir. Par ailleurs, le journaliste sur place évoque plusieurs voitures en feu sur la même avenue.

Ein privates Hotel steht in der Avenue Kléber, nahe des Triumphbogens, in hellen Flammen. In der gleichen Straße brennen auch mehrere Fahrzeuge.

//embedftv-a.akamaihd.net/21dce34efdbbdfb1b2554c117d4395eb

 

Gespräche, „Verhandlungen“ mit den „Gelbwesten“ seien an einem toten Punkt angelangt. Premier Philippe hatte die berühmten 8 selbst ernannten Kommunikatoren der „Gelbwesten“-Bewegung gestern Freitag nachmittag in seinen Regierungssitz Matignon eingeladen, was zu einem Fiasko ausartete: Nur zwei der acht Sprecher waren erschienen und einer, Jason Herbert, ging gleich wieder, weil er nicht LIVE über die TV-Kameras zu den Franzosen sprechen durfte! Der/die zweite „Gelbwesten“-Sprecher/in war unbemerkt von den Medien durch einen Seiteneingang in den Matignon gelassen worden, sprach nicht zur Presse und seine/ihre Identität wurde weder von der Regierung noch von Jason Herbert enthüllt, der wiederum der Presse mitteilte, daß sie unter enormen Druck stünden und physischen und verbalen Drohungen ausgesetzt seien, daß ihr Leben in Gefahr sei!

Das etwa einstündige Gespräch, mit einer einzigen, auf keine Weise repräsentanten Person der „Gelbwesten“, sei nützlich und interessant gewesen meinte Premier Edouard Philippe hinterher und die Türen des Matignon stünden ihnen immer offen!

REISETIPP:
Also, wenn Sie gerade in Paris sind und mal nett mit dem französischen Premier reden wollen, dann holen Sie einfach Ihre gelbe Sicherheitsweste aus dem Auto, nehmen Sie den Seiteneingang des Matignons und reden Sie sich bei dem zweithöchsten französischen Politiker, nach Präsident Emmanuel Macron, einfach alles von der Seele, was Ihnen so auf dem Herzen liegt.. und, Sie müssen dabei nicht in einem Beichtstuhl knien. Echt „voll cool“ diese Franzosen, was?

SPASS BEISEITE:
Die Rechte Marine Le Pen ruft den in Argentinien beim G20 weilenden Präsidenten Emmanuel Macron dazu auf, sich nach seiner Rückkehr „unverzüglich mit der politischen Opposition in Kontakt zu setzen!

https://www.francetvinfo.fr/economie/transports/gilets-jaunes/gilets-jaunes-champs-elysees-direct-manifestation-video-paris-republique-madeleine-securite-crs-police_3079387.html#xtor=EPR-51-[gilets-jaunes-pres-de-5-500-manifestants-rassembles-a-paris-et-plus-de-107-personnes-interpellees-annonce-edouard-philippe_3079387]-20181201-[bouton]
______
https://www.msn.com/fr-be/actualite/france/le-rendez-vous-de-gilets-jaunes-avec-edouard-philippe-tourne-au-fiasco/ar-BBQiYpd


Tritt Macron bei der Reduzierung der Nuklearenergie auf die Bremse? Er schließt nur AKW-Fessenheim bis 2022!

20. November 2018

Bei der geplanten künftigen Vielseitigkeit in der Energieversorgung Frankreichs bleibt auf absehbare Zeit die Atomkraft bestimmend. In einem Regierungspapier, das an AFP gelangt ist, ist bis zum Ende der Legislaturperiode Macron in 2022 nur die Schließung der 2 Fessenheim-Reaktoren von den aktuell 58 französischen Kernreaktoren geplant!

Das Dokument soll drei Szenarien enthalten:

1. Szenario:
Gleichmäßigkeit, d.h. 6 Schließungen zwischen 2022 und 2028 und weitere 6 bis 2035 macht in der Summe 12 Schließungen bis 2035.

2. Szenario:
Verlagerung, d.h. KEINE Schließung bis 2028, ABER 12 Schließungen zwischen 2028 und 2035.

3. Szenario:
Verlagerung und Reduzierung, d.h. es werden ab 2028 bis 2035 NUR 9 Kernkraftwerke, bzw. Reaktoren abgebaut, zumindest vom Netz genommen.

Damit wird das Ziel den Anteil der Nuklearenergie auf 50% der französischen Energieversorgung zu reduzieren, zumindest in den ersten beiden Varianten bis 2035 erreicht werden, im dritten Szenario erst nach 2040!

Der geplante 40%-Anteil an erneuerbarer Energie würde  nach diesen drei Szenarien erst 2030, 2032 oder 2034 erreicht werden.

Fragen von AFP zum Thema wollte die Regierung nicht beantworten. Dazu wollen Präsident Emmanuel Macron und/oder Premier Edouard Philippe in der nächsten Woche öffentlich Stellung nehmen…

______
https://www.francetvinfo.fr/societe/nucleaire/nucleaire-il-n-y-aura-pas-d-autre-fermeture-de-reacteurs-hors-fessenheim-d-ici-la-fin-du-quinquennat-d-emmanuel-macron_3043155.html#xtor=EPR-51-%5Bnucleaire-il-n-y-aura-pas-d-autre-fermeture-de-reacteurs-hors-fessenheim-d-ici-la-fin-du-quinquennat-d-emmanuel-macron_3043155%5D-20181120-%5Bbouton%5D


Frankreich*: Eine Tote, 227 Verletzte, davon 6 schwer und 282.000 Demonstranten in gelben Rettungswesten gegen Macron auf den Straßen! (*ARTIKEL wird in Kommentaren ergänzt!)

17. November 2018

In Frankreich beschloss die Regierung die Preise der Kraftstoffe nach oben anzugleichen und so den bisherigen Diesel-Preisvorteil verschwinden zu lassen.
Das brachte hunderttausende Franzosen auf die Palme, besser auf die Straßen des Landes. Die Zahlen im Titel wurden um 19 Uhr vom Innenminister bekannt gegeben.

Alleine in Paris wurde an mehreren Stellen demonstriert und die Sicherheitskräfte mischten eifrig mit beim „Umgruppieren“, wenn am „falschen Ort“ demonstriert wurde. Es gab im Laufe des Tages 116 Festnahmen von denen sich am Abend  noch 73 im Arrest befanden.

Übrigens, der Diesel-Preis in Frankreich liegt momentan bei 1,43 €uro, also durchaus auf deutschem Niveau, aber hier demonstriert Keiner, nicht einmal wenn Dieselfahrer von der Industrie und der Regierung gemeinsam beschissen, teilenteignet und durch Fahrverbotszonen demobilisiert werden. Wahrscheinlich sind wir einfach cooler (oder blöder?) als die Franzosen?

______
https://www.francetvinfo.fr/economie/transports/mobilisation-du-17-novembre/direct-les-gilets-jaunes-ont-debute-les-blocages-du-17-novembre-contre-la-hausse-des-prix-des-carburants_3039047.html#xtor=EPR-51-%5Bun-mort-227-blesses-et-282-000-manifestants-le-ministere-de-l-interieur-fait-le-bilan-de-la-journee-de-manifestation-des-gilets-jaunes_3039047%5D-20181117-%5Bbouton%5D