Wegen AKW Cattenom: GREENPEACE verknackt, EDF bleibt frei!

28. Februar 2018

GREENPEACE-Aktivisten waren am 12. Oktober 2017, zu „unchristlicher Zeit“ Morgens um halb sechs, ins französische AKW Cattenom eingedrungen und hatten symbolisch für zweieinhalb Minuten Feuerwerkskörper entzündet (Bild im zweiten Link) um so zwei Tage nach der Veröffentlichung eines entsprechenden Papiers auf die mangelnde Sicherheit der Anlage gegen mögliche Terroranschläge hinzuweisen. Ein Thema das auch uns angeht, denn Cattenom, an der Mosel, liegt ganze 12km Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt! Städte wie Trier oder Saarbrücken liegen zwischen 50 und 60km entfernt. Wenn es im grenznahen Cattenom im Argen liegt, bei der Sicherheit der Anlage vor Terroranschlägen, dann sind folglich auch die Bürger deutscher Nachbarstädte direkt betroffen.

Man hätte sich also Seitens des französischen Staates bei den GREENPEAClern bedanken können, auch wenn es immer peinlich ist, wenn Fehler und Schlampereien aufgedeckt werden. Statt dessen hielt man sich streng an Recht und Gesetz. Kein Zweifel, GREENPEACE ist da unerlaubt eingedrungen. Das ist gegen Recht und Gesetz, also strafbar. Was strafbar ist, das wird bestraft! Theoretisch konnten bis zu 5 Jahre Gefängnis auf die Aktivisten warten. So schlimm kam es dann doch nicht, aber schlimm genug, wie ich finde?

Gestern hat das Gericht in Thionville (Moselle) acht GREENPEACE-Aktivisten zu je 5 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Zwei Weitere, wegen entsprechender Vorstrafen, zu zwei Monaten Gefängnis OHNE Bewährung. Ein Mitwisser, der gar nicht dabei war bei dem „strafwürdigen Verbrechen“, bekam ebenfalls 5 Monate auf Bewährung und GREENPEACE-FRANCE als Dachorganisation bekam eine Geldstrafe von 20.000 € aufgebrummt! Sie wollen unmittelbar Revision einlegen, denn erstmals seien Aktivisten in der Rolle der Warnenden zu Haftstrafen, zum Teil sogar ohne Bewährung, verurteilt worden.

Man werde aber nicht damit aufhören die EDF, als Betreiber der französischen AKW’s, der Verantwortungslosigkeit bei der nuklearen Sicherheit bloßzustellen!

Die EDF sah damals die Sicherheit der Anlage zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Alles habe perfekt funktioniert. Alarm sei ausgelöst worden, man habe derweil emsig weiter Atomstrom produziert und schließlich habe die Polizei die Eindringlinge schon nach acht Minuten festgenommen! Trotzdem werde man Anzeige gegen diese illegale Gewalt erstatten.

Diese Anzeige führte jetzt nach vier Monaten zu den beschriebenen Haftstrafen. Ob die EDF die Sicherheit Cattenoms erhöhte, das ist nicht bekannt…

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https://www.francetvinfo.fr/societe/nucleaire/intrusion-dans-la-centrale-de-cattenom-les-militants-de-greenpeace-condamnes-a-des-peines-allant-de-cinq-mois-de-prison-avec-sursis-a-deux-mois-ferme_2632124.html#xtor=EPR-51-%5Bintrusion-dans-la-centrale-de-cattenom-les-militants-de-greenpeace-condamnes-a-des-peines-allant-de-cinq-mois-de-prison-avec-sursis-a-deux-mois-ferme_2632124%5D-20180227-%5Bbouton%5D

https://www.francetvinfo.fr/societe/nucleaire/nucleaire-des-militants-de-greenpeace-declenchent-un-feu-d-artifice-a-l-interieur-de-la-centrale-de-cattenom_2415529.html

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Uralt-AKW Fessenheim, Strahlendes Symbol für François Hollandes Scheitern!

6. April 2017

Die beiden ältesten Kernreaktoren Frankreichs, am Oberrhein an der deutschen Grenze „vor sich hin kokelnd“, wollte er vom Netz nehmen. Das war ein Wahlversprechens des Präsidentschaftskandidaten an die Franzosen. AUCH dafür haben sie ihn gewählt. Dann kam die erste negative Überraschung, das Versprechen wurde dahingehend konditioniert, daß Fessenheim geschlossen werden würde, wenn der AKW-Neubau Flammanville in Betrieb gegangen sei und dafür müssten zwei weitere Jahre ins Land gehen. So vergingen die Jahre und nun steht der Abgang, das unrühmliche Ende der Präsidentschaft des François Hollande im Mai vor der Tür und Fessenheim ist noch immer am Netz…

Die Umweltministerin Royal wollte nun als Zuständige die EDF, das Elektrizitätsunternehmen Frankreichs zu über 80% in Staatsbesitz, mehr oder weniger hart zur Schließung „animieren“ wegen deren Symbolik und da geschieht das Unglaubliche:

Der Verwaltungsrat des Unterstehmens EDF weigert sich den Wünschen der Ministerin Folge zu tragen, da die Versorgungssicherheit der Franzosen mit Elektrizität Vorrang vor irgendwelchen Symbolik-Gesten an einen scheidenden Präsidenten habe. Die Leistung der abgeschalteten Fessenheim Reaktoren würde einfach fehlen solange Flammanville noch nicht laufe. Unendlich peinliche Geschichte, Ende offen!


Gemach, gemach!

28. November 2016

Schweizer wollen nicht so hastig aus der Kernenergie aussteigen wie die GRÜNEN das vorschlugen!  Ein Volksbegehren mit dem Ziel drei der fünf Schweizer Nuklear-Reaktoren ab dem kommenden Jahr abzuschalten und still zu legen wurde Gestern mit 54,2% Contra- zu 45,8% Pro-Stimmen glatt abgelehnt  oder in 20 von 26 Kantonen verworfen!

Anders formuliert, es sollte die Lebensdauer von Kernreaktoren auf 45 Jahre begrenzt werden, was die Abschaltung von drei der fünf aktuell betriebenen Reaktoren-Oldtimer bedeutet hätte!

Aber der Schweizer liebt seinen Oldie, auch wenn der strahlt! Basel war mit 60,5% Spitzenreiter der Gegner einer Abschaltung, während Genf mit 59% die Spitze der Befürworter eines beherzten „weiter so“ erzielte!

Im Prinzip hat sich die Schweiz schon 2011, vor fünf Jahren, anläßlich Fukushimas entschieden aus der Kernenergie auszusteigen, nur das WANN hat sie damals nicht festgelegt. Schließlich beträgt der Anteil der mittels Kernenergie erzeugten Elektrizität ein sattes Drittel der Gesamtmenge der erzeugten Elektroenergie des Alpenstaates. 60% werden durch Wasserkraft erzeugt und 4% über alternative Energieformen (wie Kuhfürze)?

Braucht es erst eine Katastrophe um die Meiler zu schließen?  Beznau, im Argau nahe der deutschen Grenze, ist jetzt schon seit 47 Jahren in Betrieb.

Wenn man da noch an Fessenheim, Alsace denkt, dann ist Süddeutschland von Schrottreaktoren geradezu umzingelt…


Schrott-AKW Fessenheim (vorübergehend) geschlossen?

19. Oktober 2016

Frankreichs älteste Nuklearreaktoren in Fessenheim wurde in zwei Etappen stillgelegt. Ob diese Stilllegung endgültig sein wird, ist noch nicht bekannt. Anlaß sind dringende Untersuchungen an der Qualität japanischer Stähle, wegen denen derzeit nur 37 von 58, knapp zwei Drittel, aller französischer AKWs in Betrieb sind. 21 sind demzufolge wegen fälliger Prüfungen und Test derzeit außer Betrieb. Details dazu in zwei FAZ-Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/zweifel-an-reaktor-bauteilen-paris-legt-atomkraftwerke-still-14488161.html?xtor=EREC-7-%5BDer_Tag_am_Mittag%5D-20161019&utm_source=FAZnewsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter_FAZ_Der_Tag_am_Mittag

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/frankreich-legt-akw-fessenheim-voruebergehend-still-14487897.html

Auch der im Bau befindliche Meiler Flamanville, wegen dessen verzögerter Inbetriebnahme die Schließung von Fessenheim bisher hinausgezögert wurde, gehört zu den AKW’s die jetzt geprüft werden müssen…

 

 


Streik gegen geplante Schließung der Schrottmeiler Fessenheim in 2018!

14. September 2016

Die im Atomkraftwerk Fessenhein (Haut Rhin)  existierenden Gewerkschaften CGT, CFE-CGC, CFDT und FO haben die Beschäftigten ab heute zum Streik gegen die beabsichtigte Schließung aufgerufen.

Im August soll es zu einer Einigung der Regierung mit der EDF gekommen sein, die Reaktoren 2018 vom Netz zu nehmen.

Zuvor war die Schließung immer an die verzögerte Inbetriebnahme von Flamanville (Manche) gekoppelt worden.

Für die Beschäftigten sollen Zahlungen von rund 400 Millionen Euro vereinbart worden sein, von denen die ersten 100 Millionen im Moment der Schließung, der Rest in Raten entsprechend dem Rückbau fällig wären.

2018 wäre ein Termin nach der nächsten Präsidentschaftswahl 2017 und könnte genau aus diesem Grund gewählt worden sein.

Francois Hollande hatte jedoch in seinem ersten Wahlkampf 2012 versprochen, die Meiller von Fessenheim in seiner ersten Amtsperiode zu schließen.

Versprochen – gebrochen!


Belgien: Wollte der IS Kernkraftwerke angreifen?

25. März 2016

„..Selon les informations de La DH, les deux personnes qui ont récupéré la caméra cachée devant le domicile du directeur du programme de recherche et développement nucléaire belge n’étaient autres que les frères Ibrahim et Khalid El Bakraoui..“ (LA DERNIÈRE HEURE)

Die zwei Personen, welche die versteckte Kamera vor dem Haus des verantwortlichen Direktors für das Belgische Nukleare Forschungs- und Entwicklungsprogramm bedienten, sollen keine geringeren als die beiden jetzt in Brüssel „geselbstmordeten“ Terror-Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui gewesen sein! Einer soll am Flughafen, der andere in der Métro in die Luft geflogen sein.

Das mehrstündige Video soll bereits im Dezember 2015 bei einem Verdächtigen beschlagnahmt worden sein. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind bereits am 17. Februar 140 Militärs zum Schutz der beiden belgischen Kernkraftwerke abkommandiert worden. Möglicherweise hat aber genau diese Maßnahme die Terroristen zur Änderung ihrer Pläne veranlasst und so eine ungleich größere Katastrophe verhindert?

Es soll sich um die gleiche Terrorgruppe handeln, deren bisher bekannt gewordenen Mitglieder sowohl für die Anschläge vom 13. November in Paris, als auch für die vom 22. März von Brüssel verantwortlich seien! Es handele sich dabei um junge Belgier, die sich in „ihrer Heimat“ radikalisierten und die in Syrien an Waffen und Sprengstoffen ausgebildet worden seien.

Der letzte Stand zu den Opferzahlen, den die Gesundheitsministerin gestern Abend in einer Erklärung veröffentlichte, lautet 31 Tote, 300 Verletzte, davon 61 auf der Intensivstation, von denen 4 noch nicht identifiziert(!) seien!


Nicht nur Menschen, auch AKW’s sollen länger arbeiten!

2. März 2016

Wer als Mensch in Deutschland 45 Jahre gearbeitet hat, der darf ohne Abzüge in Rente gehen. Wer als Atomkraftwerk in Frankreich 40 Jahre am Netz hing, der sollte abgeschaltet werden.  Bisher zumindest, war es so! Doch François Hollandes Allzweckwaffe, die Umwelt- und  Energieministerin Ségolène Royal, hat nun ganz andere Töne durchklingen lassen:

Ein AKW, das vierzig Jahre am Netz hing, das wurde ständig gewartet, ist also noch keinesfalls Schrott und dabei weitgehend abgeschrieben. Da könnte man doch noch mal so zehn Jahre lang richtig „satt Schotter, Kohle machen“? So ist es offenbar geplant, so soll es künftig wohl sein?

Das letzte Wort hat „natürlich“ die Behörde für nukleare Sicherheit, ASN, die wiederum nicht dafür bekannt ist, sich ständig über den zuständigen Minister oder gar den Präsidenten hinwegzusetzen, wie überaus praktisch…

Wie sieht es denn aus bei den französischen AKW’s? Sechzig Prozent von ihnen sind über 30 Jahre alt. In max. zehn Jahren wären die also vom Netz zu nehmen, müssten umweltfreundlich zurückgebaut werden und deren Strahlenmüll müsste für ein paar tausend Jahre sicher entsorgt werden. Mhm, da fallen ja dann nur noch Kosten an?

Das LTE, das „loi de transition énergétique“ (Gesetz des energetischen Übergangs) schreibt bis 2025 einen Rückgang des Anteils der Kernenergie am Energiemix in Frankreich von derzeit 75% auf nur noch 50% vor, zu Gunsten der erneuerbaren Energien.

Dieses Ziel ist nicht ohne Schließung von Kernreaktoren erreichbar. 17 bis 20 der derzeit 58 Kernreaktoren müssten geschlossen werden und 55 Milliarden Euro würden dafür und zur Gewährleistung der Sicherheit der verbleibenden 38-41 AKW’s benötigt.

Die Schließung der beiden ältesten Schrottreaktoren Frankreichs in Fessenheim* im Elsaß, direkt an der deutschen Grenze, die zwischenzeitlich auf die Fertigstellung des im Bau befindlichen 3. Reaktors in Flamanville, Normandie verschoben worden ist, dürfte so erneut in weite Ferne rücken?

Fessenheim ist seit Januar 1978 am Netz. Es gab an den beiden Reaktoren durchschnittlich 30 „Zwischenfälle“. Die nächstgrößere (französische!) Stadt ist Straßburg. Zu evakuieren wären im Ernstfall eine knappe Million Menschen! Nicht klar ist, ob die Zahl der zu Evakuierenden sich nur auf Franzosen, oder auf ALLE Nachbarn der Zeitbomben bezieht?
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* In Fessenheim soll sich ein ernster Störfall abgespielt haben, der von der französischen Regierung herabgespielt worden sei:
http://www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/20781-akw-fessenheim-fast-entfesselt

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http://www.lefigaro.fr/assets/infographie/print/2anime/WEB_201608_centrale_nuclaire/centrale.html

*(Im Artikel gibt es einen Link zur Grafik über die Verteilung und das Alter der Französischen Reaktoren! Diese sind wiederum einzeln klickbar für weitere Daten wie Alter, Anzahl der Zwischenfälle, nächstgrößere Stadt und die Anzahl der zu evakuierenden Personen im Ernstfall)